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Thema: Buderus Blueline 4w: Extremes Luftproblem seit Einbau
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Buderus Blueline 4w: Extremes Luftproblem seit Einbau
Verfasser:
AlexVomBerg
Zeit: 17.07.2012 19:42:07
1739433
Liebe „Haustechnik-Gemeinde“,
ich bin mit meinem begrenzten Wissen in Sachen Heiztechnik am Ende und hatte inzwischen den zweiten Heizungsbauer im Hause, das Problem besteht aber leider weiterhin. Doch von Anfang an:
Im vergangenen Herbst wurde die Heizungsanlage unseres EFH modernisiert. Es erfolgte der Einbau (durch eine ortsansässige Fachfirma) von einem 750l Pufferspeicher, Buderus Logano Ölbrennwert-Brenner, Solarkollektoren mit Speicherladegruppe sowie dem erwähnten Wasserführenden Kaminofen Buderus Blueline 4w.
So schön dieses Paket auch sein mag, in dem vergangenen halben Jahr war der Buderus Blueline 4w kaum nutzbar. Der Installateur, der alles Eingebaut hat, hat auch nach mehrmaligem Nachbessern keine Abhilfe schaffen können. Aktuell ist der Aufbau folgendermaßen:

Die Buderus Ladegruppe vom Ofen ist mit dem Rücklauf unten am Speicher angeschlossen. In der Ladegruppe folgt im „Rohrweg“ gedacht nun die Rücklaufanhebung (Esbe VTC311) auf 60°C. Dann eine Grundfos-Pumpe mit nachgeschalteter und geschlossener Schwerkraftbremse. Aus der Ladegruppe raus überwindet die Leitung ca. 18m Strecke bis zum Ofen im Wohnzimmer. Der Vorlauf vom Ofen verläuft wegen der Rücklaufanhebung auch durch die Ladegruppe und geht von da aus an den obersten Anschlusspunkt des Speichers.
Die Pumpe wird durch einen Sorel RV1 Regler in Abhängigkeit von Kesseltemperatur und Speicher-unten-Temperatur per PWM / Solid State Relay in der Drehzahl geregelt. Der Schalter zur Drehzahlreduzierung direkt an der Pumpe steht auf drei, höchste Stellung also.
Beim Aufheizen des Bluelines im Wohnzimmer passiert nun folgendes: In der Standard-Einstellung des Reglers steigt die Kesseltemperatur auf 72°C, die Pumpe wird für wenige Sekunden mit voller Drehzahl angefahren und regelt dann auf eine Zieltemp. von 70°C. Schon ab der ersten Pumpenumdrehung kann der Geräuschpegel etwa dem eines nur halb eingetauchten Stabmixers mithalten: Man hört an der Pumpe sowie auch im Wohnzimmer deutlich, dass dort Luft im System ist. Im Wohnzimmer hört man sogar ein „Blubbern“, wie wenn man Luft unter Wasser einbläst.
Ich war am Anfang (letztes Jahr) davon überzeugt, dass halt irgendwo noch Luft im System ist und das Wasser auch ausgast.
Es wäre auch alles abgesehen vom Pumpenverschleiß nicht problematisch, wenn nicht nach etwa einer Stunde Ofenbetrieb so viel Luft im System ist, dass die Pumpe anscheinend nicht mehr fördert. Nach dieser geschätzten Stunde ist das Heizvergnügen nämlich vorbei, der Kessel hat 96°C erreicht, die Pumpe dreht vom Geräusch her im „Leeren“ und die thermische Ablaufsicherung spült die schöne Wärme in das Abwasser. Dies war der Punkt, wo der Ofen dann ausbrannte und sich seine Nutzung für den Abend erledigt hatte. Die Speicher-unten-Temp. lag zu dieser Zeit bei ca. 31°C…
Der erste Installateur besserte mehrere Male nach, leider bis heute ohne Erfolg. Die Regelung ist nun auf Minimalparameter gestellt: Mindest-Drehzahl der Pumpe 45% (Werkseinstellung 20%), Pumpe an bei 65°C, Regelziel 65°C.
Der Automatik-Entlüfter vom Kessel wurde inzwischen durch einen Handentlüfter ersetzt. Egal ob man vor, während oder nach dem Heizen ihn öffnet, es kommt immer nur ein winziges bisschen Luft und anschließend Wasser.
Selbst mit den Minimal-Parametern tritt der „Luft-GAU“ auf, eben nur etwas später.

Mir ist die Wichtigkeit der Rücklaufanhebung hinsichtlich Taupunkt und „Kessel-Lebenszeit“ durchaus bewusst, ich habe aber dennoch einen kleinen Test gewagt: In der Leitung vom Speicher (unten) zum „Esbe-Ventil“ ist gleichzeitig der Füllanschluss des Systems / Speicher. Die Ladegruppe des Ofens hat hinter der Pumpe im Rücklauf noch einen Füllanschluss. Ich habe testweise mit einer alten Heizkreispumpe, ein paar Gewindefittingen und Schlauch ein abenteuerliches „Spülgerät“ gebaut, welches Pumpe und Rücklaufanhebung quasi als Bypass bei Bedarf umgehen kann.
Wenn man die Grundfos-Pumpe in der Ladegruppe vorher abstellt und jede halbe Stunde etwa mit diesem „Spülgerät“ langsam den Ofenkreis spült, ist das Problem umgangen. Auffällig ist hierbei, dass die alte „Spülpumpe“ luftfrei läuft und man deutlich Luft in den Speicher „blubbern“ hört, welche später an der Speicherentlüftung abgelassen werden kann.

Dies kann aber keine Lösung auf Dauer sein, alleine wegen dem Temperaturabfall im Kessel.
Daher nach langer Einleitung meine eigentliche Frage: Wie ist diese extreme Form von Luft in der Leitung zu erklären und vor allen Dingen: Wie lässt sich der Umstand abstellen?
Sehr auffällig ist außerdem, das nach dem Spülen die Grundfos-Pumpe in der Landegruppe geräuschlos (=Luftfrei) und effektiv (Kontrolle über Kesseltemperatur wieder erlangt) arbeitet. Es dauert aber nur wenige Minuten, bis man von der Geräusch-Kulisse betrachtet wieder das Gefühl hat, ein Wasserfall wäre im Nebenraum.
Ich bin mir außerdem recht sicher, dass es im System keine Stelle gibt, die Luft ziehen kann. Der Betriebsdruck stimmt außerdem und ist dank der aktuell fehlenden Sonne auch recht konstant.
Über Anregungen und Tipps, die dem Frust ein Ende bereiten würde ich mich sehr freuen.

Viele Grüße
Alex
Verfasser:
bbackes
Zeit: 17.07.2012 19:54:23
1739445
Wie ist die Rücklaufanhebung realisiert? Mit einem Dreiwegventil, an dessen AB-Anschluß die Pumpe sitzt? Wo ist der Rücklauffühler eingebaut? Am Mischpunkt oder 18 m weiter am Ofeneintritt? Eine Totzeit ist tödlich für die Regelstabilität!!!
Verfasser:
AlexVomBerg
Zeit: 17.07.2012 20:59:28
1739469
Hallo,
die Rücklaufanhebung wird durch ein thermisches 3-Wege-Ventil (Esbe VTC311) realisiert.

Schema:

......Blueline 4w
Vorlauf.......Rücklauf
|....................|
|....................|
|........Schwerkraftbremse
|....................|
|.........Grundfos Pumpe
|....................|
|....................|
|---------"Esbe-Ventil"
|....................|
|....................|
Speicher......Speicher
(oben)........(unten)

Die Pumpe sitzt also am Misch-Ausgang. Einen Rücklauffühler gibt es in dem Sinne nicht, das Ventil arbeitet rein mechanisch.
Verfasser:
Seignel
Zeit: 17.07.2012 22:33:23
1739515
Hallo AlexVomBerg,

baue in die Vorlaufleitung zwischen Blueline und der Abzweigung (Speicher oben / Esbe-Ventil) einen Mikroblasenabscheider (Spirovent/Tacovent/...) ein und die Probleme erledigen sich automatisch.
Die vom Kaminofen kommende Luft wird abgeschieden und kann die Pumpe nicht mehr beeinträchtigen, es kommt nicht mehr zur Überhitzung.
Der Mikroblasenabscheider ist an der Position immer zwangsdurchströmt, egal welche Temperaturverhältnisse und somit Mischverhältnisse an der Rücklaufanhebung anliegen.
Mit der Zeit wird er die gesamte im Pufferinhalt gelöste Luft herausholen.


Gruß Th.


......Blueline 4w
Vorlauf.........Rücklauf
|......................|
|......................|
|..........Schwerkraftbremse
|......................|
|...........Grundfos Pumpe
|......................|
Mikroblasen.....|
Abscheider.......|
|......................|
|-------------"Esbe-Ventil"
|......................|
|......................|
Speicher........Speicher
(oben)..........(unten)
Verfasser:
AlexVomBerg
Zeit: 18.07.2012 08:29:08
1739581
Hallo Seignel,
danke für den Tipp, das hört sich wirklich viel versprechend an, zumal die Pumpe dann ja nicht mehr trocken laufen kann.

Mal rein aus Interesse gefragt: Kann es denn wirklich sein, dass nach 6 Monaten nach der Befüllung immer noch so viel aus dem Wasser ausgast? Oder kann die Luft auch noch irgendwo anders herkommen?

Mich wundert es wirklich, den das "selbe" Wasser fließt ja auch durch den Heizkreis und den Ölbrenner, nirgendwo gibt es dort Probleme mit Luft...


Viele Grüße
Alex
Verfasser:
kolma
Zeit: 19.07.2012 19:50:07
1740397
Zitat von AlexVomBerg Beitrag anzeigen
Hallo Seignel,
danke für den Tipp, das hört sich wirklich viel versprechend an, zumal die Pumpe dann ja nicht mehr trocken laufen kann.

Am Ofen selber, ist dort eine Entlüftung vorhanden oder kann sich dort ein luftsack bilden. Am Ofen gluckert es dort nur oder knallt es dort gelegentlich auch. Wenn der Fühler an der falschen stelle ist könnte dein Luftproblem auch ein Dempfproblem sein und dass knallen entsteht wenn die Dampfblasen wieder zusammenfallen.

Mal rein aus Interesse gefragt: Kann es denn wirklich sein, dass nach 6 Monaten nach der Befüllung immer noch so viel aus dem Wasser ausgast?[...]


Normalerweise nicht weil dein Pufferspeicher sofern er entlüftet wird ein sehr guter Lufttopf ist.
Deshalb hast du in deinem Heizkreis auch keine Luftprobleme.
Normalerweise ist bei solchen Luftproblemen auf jedenfall das Ausdehnungsgefäß (Druckhaltung) zu prüfen.


Viel Glück
kolma
Verfasser:
AlexVomBerg
Zeit: 20.07.2012 08:52:52
1740543
Hallo Kolma,
der Speicher wird regelmäßig entlüftet, da entweicht dann auch immer eine ganze Menge Luft, ich mache das aktuell ca. 1x im Monat.

Der Ofen hat oben einen Entlüfter, der Automatikentlüfter wurde durch einen Handlüfter ersetzt. Hier kommt aber maximal ein "Fingerhut" voll Luft, der Ofen "gluggert" trotzdem beachtlich, ein "Zischen" gibt es nur, wen die TAS auslöst...
Ich denke ein Dampfproblem kann man ausschließen, der Ofen kommt nur beim Aussetzen der Pumpe auf über 90°C.

Ich habe nun einen kombinierten Luft-/Schlammabscheider von Flamco bestellt und werde den wie empfohlen in den Ofen-Vorlauf einbauen und berichten.

Zum Thema Ausdehnungsgefäß bin ich nach wie vor etwas unsicher: In der Installationsanweisung (habe ich mir von der Buderus-Webseite heruntergeladen) ist angegeben, dass an den Ofen-Rücklauf vor die Pumpe ein Ausgleichsbehälter gehört. Mein Installateur hat den einfach gespart und eine Kappe wie vom Füllanschluss auf den Anschluss an der Ladestation gedreht. Auf meine Nachfrage sagte er, dass das Ausgleichsgefäß vom Speicher reichen würde.
Lässt sich das irgendwie aus der Ferne bewerten?

Viele Grüße!
Verfasser:
OldBo
Zeit: 20.07.2012 09:23:53
1740552
Zitat von AlexVomBerg Beitrag anzeigen
Hallo Kolma,
der Speicher wird regelmäßig entlüftet, da entweicht dann auch immer eine ganze Menge Luft, ich mache das aktuell ca. 1x im Monat.

Der Ofen hat oben einen Entlüfter, der Automatikentlüfter wurde durch einen Handlüfter ersetzt. Hier kommt aber maximal ein "Fingerhut"[...]


Moin Alex,

Luftprobleme können viele Ursachen haben. Warum bei dir immer wieder Luft(Gase) vorhanden ist, muss man Punkt für Punkt abchecken.

Gruß

Bruno
Verfasser:
AlexVomBerg
Zeit: 20.07.2012 10:59:47
1740595
Hallo Bruno,
danke für den Link und für die Mühe, die du in diese Seite gesteckt hast, das kann man ja schon als "mehrbändiges Werk" bezeichnen. Ich werde die Hinweise heute Abend soweit wie es mir möglich ist durchgehen.

Gruß Alex
Verfasser:
Buderusgeplagter
Zeit: 12.02.2013 13:52:05
1866148
Zitat von AlexVomBerg Beitrag anzeigen
Liebe „Haustechnik-Gemeinde“,
ich bin mit meinem begrenzten Wissen in Sachen Heiztechnik am Ende und hatte inzwischen den zweiten Heizungsbauer im Hause, das Problem besteht aber leider weiterhin. Doch von Anfang an:
Im vergangenen Herbst wurde die Heizungsanlage unseres EFH[...]


Ich habe das selbe Problem mit der gleichen Anlage. Eine Frage: Hat sich der Mikroblasenabscheider bewährt? Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.
Verfasser:
sparky
Zeit: 12.02.2013 14:07:39
1866161
Hallo,

bei mir und vielen anderen schon.

Guck mal hier und hier sowie hier.

Ich hab seit Spirovent keine Probleme mehr.

Gruß

Sparky