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Haustechnikforum
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Seite 1 von 6 [Beitrag 1 bis 35 von 202]erste <12345>letzte 
Grabenkollektor- Was habt Ihr für Soletemperaturen ?
Verfasser:
MaJen
Zeit: 04.11.2011 11:34:36
1603577
Hallo,

da ich seit Anfang Oktober unser EFH-Neubau (ca KfW 55, 240 qm beheizte Fläche, 8 kw Vaillant vws geotherm plus 82/3) mit einem Grabenkollektor beheize wollt ich mal zum Abgleich einen thread bzgl. Soletemp. bei Grabenkollektoren aufmachen.

Graben bei uns ist nicht sonderlich üppig geworden. Knapp 60 m Länge, Mittlere Tiefe ca 1,60, 3x300 m Rohr, Boden tonig/lehmig, kein Grundwasser, im Sept. erst verfüllt, seither kaum Regen, also noch ganz frisch. Beim Verfüllen wurde allerdings eingeschlemmt und mit der Baggerschaufel leicht verdichtet.

Solekonzentration ca 20%, Spreizung anfangs bei 5-6K, derzeit 4-5 K. Solepumpe 100%.

Ich rede immer nur von Vorlauf Sole. Abgelesen wird frühestens 5-10 min nach Anlaufen der WP.

Soletemp. um den 10.10. nach ca 3 h 7,8, anfangs noch über 10 Grad.

Derzeit nach 5 h Dauerlauf Tiefstwert 3,1, bei normalen 1-1,5 stündigen Takten anfangs 5, Taktende 3,8.

Graben läuft derzeit nur mit 2x300, da der letzte Kreis wegen anfängl. Undichtigkeit n. nicht befüllt wurde. Arbeitszahl incl. WW seit 1.10. ca 5,3 . Integral 140, 6-10 Takte am Tag. Heizkurve derzeit 0,15, RT-Soll 22, Heizen von 16.30 bis Morgens 8.00, tagsüber also aus.

MfG

MaJen
Verfasser:
Schorni-RG
Zeit: 04.11.2011 12:30:31
1603601
Hallo,

habe auch 3*300 Meter in 1,7 m Tiefe und derzeit eine Soletemperatur von 11°C. Pumpe Stufe 4 und Spreizung 4 K. Nach einer Stunde fällt die soletemperatur nicht ganz 1 K ab.

Grüsse
Verfasser:
MaJen
Zeit: 04.11.2011 12:40:33
1603606
Upps, sieht ja wesentlich besser aus ;-)

Noch bin ich entspannt, da einige negative Faktoren in Zukunft wegfallen, wie ZB:
- Haus (KS mit VWS) wird jetzt seit 1.10. erstmalig trockengeheizt, Wärmeentzug im ersten Monat ca 1050 kwh.
- Es gab einiges an Rumspielerei im ersten Monat, wie ZB die Pumpe stundenlang dauerlaufen zu lassen, um das ganze System zu testen
- das 3. Rohr fehlt noch
- Graben ist frisch, Bodenkontakt zum Rohr wird sich eher noch verbessern.

Mir ist aber bewusst, dass das nicht der Graben mit der höchsten Soletemp. wird, allein schon wegen der begrenzten Länge.

MfG
Verfasser:
Bernd_K
Zeit: 04.11.2011 16:04:09
1603719
Hallo MaJen,

naja, recht kurzer Graben, nur 2 Rohre in Betrieb...dafür gehts doch noch ;-)

Was war denn da undicht am 3. Rohr? Und ist das jetzt gefixt, und wann geht das 3. Rohr in Produktion?

Gruß,
Bernd
Verfasser:
MaJen
Zeit: 05.11.2011 00:22:18
1603980
Hallo Bernd,

das 3. Rohr geht am Montag in Produktion. Eine Schweißmuffe war fehlerhaft (hatten kein 300 m-Rohr, sondern 3x100er). Ist jetzt aber auch bis 5 bar dicht.

Bin mal gespannt, was das 3. Rohr bringt. Es muss einiges bringen, sonst gehts demnächst locker in den negativen Temp-Bereich beim Solevorlauf. Werde jetzt mal beginnen, die WP ganztägig mit Ausnahme der Sperrzeiten laufen zu lassen. Denn 5 h Kompressorlaufzeit bei AT 3 Grad sind zuviel, hatte vorhin 2,6 Grad Solevorlauf. Wenn man tagsüber ausschaltet startet die MAschine nach 19 Uhr mit einem Integral von unter - 800...

Puuh, wird schon. Die Sole wurde auf -7 gespindelt, ich glaub ich werde beim 3. Rohr die Konzentration noch etwas erhöhen lassen.

Gruß

MaJen
Verfasser:
Bernd_K
Zeit: 05.11.2011 08:17:57
1604007
Hallo MaJen,

das dritte Rohr sollte so um die 2 °C Soletemperatur bringen.

Mit dem 60-m-Graben kannst Du natürlich keine Wunder erwarten. Und da er nicht besonders tief ist, wird die Soletemperatur bei längeren Kälteperioden auch gut 1 °C kälter werden als mit Rohr auf 2 Metern.

Daher ist eine leichte Erhöhung der Solekonzentration keine schlechte Idee, besser als wenn man im Winter vor der WP stehen und die Soletemperaturen hochbeten muss.
Wenn wir nach dem ersten Winter sehen, dass die Sole dann doch unnötig dick war, kannst Du immer noch ein Kännchen Sole abzapfen, verkaufen, und durch Wasser ersetzen.

Aber: nicht übertreiben, sonst rutschst Du mit der Strömung in den laminaren Bereich, bzw. musst mit sehr kleiner Spreizung fahren damit das nicht passiert. Über 23% würde ich nicht gehen.

Gruß,
Bernd
Verfasser:
Fjack
Zeit: 05.11.2011 08:25:47
1604010
Zitat von MaJen Beitrag anzeigen
Puuh, wird schon. Die Sole wurde auf -7 gespindelt, ich glaub ich werde beim 3. Rohr die Konzentration noch etwas erhöhen lassen.

Würde ich noch nicht machen, sondern erst mal beobachten.
Kannst Dir ja einen Kanister Konzentrat zum aufstocken hinstellen lassen. Gruß Jürgen
Verfasser:
ironasssi
Zeit: 05.11.2011 08:38:56
1604016
gemorje,


meine 7KW WP läuft zur zeit von 12:00 bis 15:00 Uhr im dauerlauf (PV),fängt mit 11°/8,5C an (unbelastet) und hat nach 3h noch 3°/1,5°C. AZ z.Z. knapp 4,4 incl.WW

Kollilänge nur 4x90m kleines 25mm Rohr, Kollektortiefe 0,60-1,50.ca 25% propylenglykol.




mfg

Ironassi
Verfasser:
mst_4
Zeit: 05.11.2011 12:47:15
1604096
Hallo MaJen,

bestimmt liegen bei deinem Kollektor die 3x 300m Rohrkeise slinky übereinander auf dem 60m langen Grabenboden. Ich glaube, dass der Soletemperaturgewinn bei Hinzuschaltung des 3. Kreise sehr gering ist, da die zwei anderen Kreise die Erde im Nahbereich schon stark abkühlen.

Es wäre sehr interessant, wenn du die Sole-Temperaturen von deiner Anlage aufnehmen könntest für 2 aktive Kreise, für 3 aktive Kreise und vielleicht sogar nur für 1 aktiven Kreis. Dann könnte man den Unterschied in der Praxis messen, was die Rohrverlegedichte an Temperaturgewinn der Sole bringt.

Ich stelle beim Beitrag von Bernd_K "Überlegungen zum Kollektor für Sole-Wasser-Wärmepumpen - die zweite" ein paar Thermoanalysen zum Wärmefluss im Erdreich ein. Das ist zwar eine vereinfachte Betrachtungsweise, aber die Aussage daraus ist, dass viele Slinky-Rohre übereinander kaum noch Wärmegewinn bringen.

Die Frage ist, ob die Realität sich auch so verhält.

Grüße,
mst_4
Verfasser:
Bernd_K
Zeit: 05.11.2011 15:02:41
1604184
Hallo zusammen.

Naja, es wird schon Auswirkungen haben ;-)

Etwa 0.35 °C gewinnt man schon durch die geringere spezifische Belastung der Rohrwand, etwas mehr noch dazu innerhalb der ersten Stunde wegen der geringeren Belastung des Nahfelds um die Rohre (weniger tiefe Trichter). Die ganze Tauscherfläche wird halt um 50% größer.

Dann hat man im Teillastbetrieb eine um 50% längere "Startphase", in der die WP die in der Taktpause erwärmte Sole unabgekühlt aus dem Rohr zieht. Das macht hier bei einem um 160 Liter erhöhten Solevolumen und einem Volumenstrom von 1600 L/h immerhin 6 Minuten pro Takt aus. Bei 10 Takten pro Tag läuft die WP also immerhin eine Stunde länger mit "optimal" warmer Sole.

Da kommt schon was zusammen...ich schätze (nach wie vor) mittlere Soletemperatur mit 3 Rohren um die 2 °C höher als mit 2 Rohren.

Gruß,
Bernd
Verfasser:
Ronny_76
Zeit: 05.11.2011 22:54:40
1604364
Hallo,
habe hier mal die Erdreichtemperatur eines Grabenkollektors:

11Kw Hochtemperaturwärmepumpe für Warmwasserbereitung einer Turnhalle, Laufzeit ca. 10h am Tag . Erhöhung der Soletemperatur durch Solarunterstützung.Kollektor Fläche ca. 275m², Rohrlänge weiß ich momentan nicht.



Anfangs einige Tests gefahren deshalb der enorme Abfall der Temperatur.
Taktung jetzt ca. 1h an, 1h aus. Also nicht ganz so wie in einem EFH.


MfG
Ronny_76
Verfasser:
MaJen
Zeit: 06.11.2011 00:40:04
1604379
Zitat von mst_4 Beitrag anzeigen
Hallo MaJen,

bestimmt liegen bei deinem Kollektor die 3x 300m Rohrkeise slinky übereinander auf dem 60m langen Grabenboden. [...]


So ist es. Abstand der slinkies ca 15-20 cm. Ich würde also den bisher ungenutzten Abstand von 2 aktiven Kreisen (max 30-40 cm) in der Mitte anzapfen. Allerdings über die Randbelastung auch noch den einen oder anderen bisher nicht so genutzten Bodenbereich.

Ich hab jetzt mal 1-2 grobe Messreihen verschiedener tage, die sich recht gut ähneln (Temp. nach 1 h Dauerlauf jeweils 3,8), die kann ich dann nächste Woche mit dem funktionstüchtigen Zustand. Optimale Sole am Anfang des tagtes hat so ca 7 Grad C., wird wohl in die Nähe der Bodentemp. kommen, vielleicht noch 1-2 Grad drauf. Dafür müsste ich mal den ersten takt nach der längeren tagespause (immer noch ca 8 h) abpassen. Vielleicht klappts Morgen.

Grüße
Verfasser:
MaJen
Zeit: 06.11.2011 00:41:29
1604380
die kann ich dann nächste Woche mit dem funktionstüchtigen Zustand der 3 aktiven Kreise vergleichen.

Ist schon spät ;-)
Verfasser:
Bernd_K
Zeit: 06.11.2011 07:59:10
1604396
Hallo Ronny,

kannst Du uns bitte noch
Standort, Bodenqualität, Grabentiefe, -breite und -länge mitteilen?

Und ist in der Kurve die Soletemperatur aufgetragen, oder hast Du einen Messfühler im Graben? Wenn letzteres: wo liegt der relativ zum Rohr?

Gruß,
Bernd
Verfasser:
Ronny_76
Zeit: 06.11.2011 10:36:05
1604438
Hallo Bernd,

die Anlage befindet sich in Jena, unmittelbare Nähe zur Saale. Das heißt Grundwasserspiegel ist nicht sehr tief. Grabentiefe und Länge nicht genau bekannt das muß ich mal in Erfahrung bringen (anbei aber mal ein Bild).
Der Fühler sitzt direkt auf Rohrhöhe im Graben.

MfG
Ronny_76

Verfasser:
MaJen
Zeit: 07.11.2011 17:15:49
1605083
So, 3. Kreis läuft. Hatte nicht viel Zeit, Soletemperatur nach 30 min Kompressorlaufzeit war genau 1 K höher, Spreizung geringer als sont. Werde heut Abend mal eine komplette Messreihe machen.

MfG
Verfasser:
MaJen
Zeit: 08.11.2011 00:29:57
1605314
Hallo, da jetzt der 3.Kreis seit heute läuft hier die Messdaten (Vergleich jeweils Temp. der vergangenen 3 tage 2x300 m gegen 3x300 m). Vorab: Ergebnis ist auf den ersten Blick ernüchternd.

Laufzeit Sole ein 2x 300 (Sole ein 3x300)

1 min 7,0 (7,0) (nach mind. 3 h Taktpause)
3 min 6,3 (6,2)
6 min 5,7 (5,6)
10 min 5,5 (5,4)
15 min 5,3 (5,3)
30 min 4,5 (4,8)
45 min 4,1 (4,5)
60 min 3,8 (4,3)
90 min 3,4 (3,9)
4 h 2,8 (3,1)

Die Werte für 2x300 sind valide, waren an 3 aufeinanderfolgenden Tagen/Messungen nahezu identisch. Neben der leicht höheren Soletemperatur nach ca 45 min fiel auf, dass die Spreizung nach 1 h und mehr Laufzeit von ca 5,2 an den Vortagen kleiner wurde, und zwar ca 3,5.

Man muss der Fairness halber dazusagen, dass es
- heut bei uns da erste mal seit Tagen A..kalt war (tagsüber ca 8 Grad statt 13...) Nachts hat es bei uns derzeit immer so zwischen 2 und 4 Grad C. Mittlere Tagestemperatur war ca 7 Grad und heute deutlich drunter. Weiß aber nicht, ob das in 1,6 m Tiefe eine rolle spielt.
- in dieser jahreszeit und auf grund des wärmeentzuges durch die Sole die Bodentemp. wohl täglich immer weiter abnimmt

Vielleicht bringt der 3. Kreis bereinigt um diese Einflüsse durchschnittlich das Halbe Kelvin Soletemperatur und/oder die geringere Spreizung sprich den "wärmeren" Rücklauf.

Nochmal zur Erinnerung: Nur 60 m graben, slinkies eng im Abstand von 15-20 cm verlegt.

MaJen
Verfasser:
fdl1409
Zeit: 08.11.2011 07:48:15
1605336
Prima, das ist doch mal eine aussagekräftige Messung. Unterschied Soleeingang kann man wohl im Mittel nicht höher ansetzen als 0,3°. Dazu kommt aber noch die Hälfte der um 1,7° niedrigeren Spreizung, sodaß wir insgesamt auf etwas mehr als 1° kommen. Das ist ziemlich genau was ich erwartet habe.
Da der Massenstrom pro Kreis fast gleich bleibt - Verdampfer muß einen recht niedrigen Druckverlust haben - ist der innere Wärmeübergang praktisch gleich geblieben. Bei angenommen 0,7 kW/m2K spart das aber nur etwa 0,07K.
Wärmedurchgang durch die Rohrwand spart bei ca. 7 kW Kälteleistung etwa 0,32K.
Entzugstrichter im Erdreich bei Wärmeleitfähigkeit des Bodens von 1,6 W/mK bei 2 Kreisen nach 90 Minuten ( wobei man 15 Minuten absetzen muß für den ersten Umlauf ) 2,02K, bei 3 Kreisen 1,34K.
Summe der Unterschiede 1,07K, was ziemlich exakt der Beobachtung entspricht.
Kann es auch noch mal anders rechnen.
LMTD bei 2 Kreisen 3,18K, bei 3 Kreisen 2,11K.
Wenn ich als Starttemperatur 5,3K ansetzt komme ich nach 90 Minuten:
- bei 2 Kreisen mit 5,2K Spreizung auf 4,05/-1,15K
- bei 3 Kreisen mit 3,5K Spreizung auf 4,47/0,97K
Der reale Verlauf ist schneller, was auf niedrigere Wärmeleitfähigkeit des Bodens hindeutet oder noch nicht perfekten Bodenkontakt. Die Relation der Verläufe bei 2 bzw. 3 Kreisen stimmt aber.

Grüße
Frank
Verfasser:
fdl1409
Zeit: 08.11.2011 08:12:55
1605344
Hallo MaJen,

mit diesen Soletemperaturen sparst du knapp 3% Strom durch den dritten Kreis.
Allerdings kommt noch ein weiterer Punkt dazu: die Verdampfungstemperatur. Durch den höheren Massenstrom sollte der Wärmeübergangskoeffizienz im PWT höher sein. Das könnte einen zusätzlichen Gewinn bringen. Du kannst diese Kältekreisparameter doch ablesen in der VWS. Das muß nicht für einen ganzen Takt dokumentiert werden. Es genügt, die Werte nach einer gewissen Laufzeit bei eingeschwungenem System abzulesen, und zwar möglichst bei jeweils identischer Soleeingangstemperatur.

Die Unterschiede zwischen 2 und 3 Kreisen werden übrigens im Kernwinter noch etwas kleiner ausfallen, weil dann die Kälteleistung niedriger ist und die Wärmeleitfähigkeit des Bodens bei beginnender Vereisung steigt. Die augenblicklichen Werte könnten aber etwa dem Jahresmittel entsprechen.

Grüße
Frank
Verfasser:
MaJen
Zeit: 08.11.2011 09:13:54
1605366
Zitat von fdl1409 Beitrag anzeigen
Hallo MaJen,

Allerdings kommt noch ein weiterer Punkt dazu: die Verdampfungstemperatur. Durch den höheren Massenstrom sollte der Wärmeübergangskoeffizienz im PWT höher sein. Das könnte einen[...]


Hallo Frank,

Welchen ablesbaren Wert meinst Du?

Mfg

MaJen
Verfasser:
Bernd_K
Zeit: 08.11.2011 17:09:46
1605619
Hallo zusammen,

Solerücklauf startet 0.1 °C tiefer (s. Werte bis 10 Minuten), liegt im relavanten Zeitbereich (den Wert bei 4 h lasse ich mal raus, verstehe ich noch nicht so ganz, wird aber auch selten zum tragen kommen) so um 0.4 °C höher, Spreizung ist 1.7 °C kleiner, gibt also 0.1 + 0.4 + 1.7/2 = 1.35 °C höhere mittlere Soletemperatur. Hätte etwas mehr erwartet, aber bei 60 Meter Graben ist halt irgendwann Schluss mit sinnvollem verdichten, und

@ Majen - die Solekonzentration ist auch jetzt etwas höher, richtig?

Weitere Verbesserungen durch das 3. Rohr:

a. Solevorlauf ist nun 2 °C höher, dadurch kann man mit der Solekonzentration 4% runter, Sole hat bessere hydraulische Eigenschaften, und auch 2% höhere Wärmekapazität.
b. durch diese Effekte + ca. 50% höheren Massenstrom höhere Verdampfungstemperatur.

Das gibt alles in allem aber erheblich mehr als 3% Stromersparnis.

Gruß,
Bernd
Verfasser:
MaJen
Zeit: 08.11.2011 17:39:09
1605636
Zitat von Bernd_K Beitrag anzeigen
Hallo zusammen,

@ Majen - die Solekonzentration ist auch jetzt etwas höher, richtig? [...]


Naja, weiß ich nicht genau wieviel, hab gesagt die HB sollen durch Befüllung 3. Kreis etwas mehr einfüllen, dass wir auf -8/-9 kommen.

Gehe ich richtig in der Annahme, dass der Kollektor ein Kandidat für Soletemp. unter Null im Kernwinter ist?

MfG

MaJen
Verfasser:
Bernd_K
Zeit: 08.11.2011 17:48:51
1605648
Soleausgang wird mit Sicherheit negativ werden, Soleeingang weiss ich noch nicht.

Du musst jetzt vor allem mal mit vernünftiger Taktanzahl fahren, also so um die 10-12 Takte pro Tag, und dann mal sehen wie sich die Soleein/ausgangstemperaturen gegen Taktende im Laufe des nächsten Monats entwickeln.
Verfasser:
ironasssi
Zeit: 08.11.2011 21:15:45
1605828
Zitat von MaJen Beitrag anzeigen
.

Gehe ich richtig in der Annahme, dass der Kollektor ein Kandidat für Soletemp. unter Null im Kernwinter[...]


Beim normalen Winter tippe ich auf Kollektorvereisung ab Mitte Januar!

Ist aber nicht schlimm, bei einem geringen Gesamtverbrauch ist's egal ob die AZ bei 3,8 oder 4,2 liegt, das sind nur ein paar Euro.

Ich betreibe meinen kleinen Kolli in der zweiten Winterhälfte bis zu -2/-6°C runter, ohne Probleme mit einer JAZ (2010) von kanpp 4.

mfg ironassi
Verfasser:
fdl1409
Zeit: 09.11.2011 00:10:56
1605908
Hallo Bernd,

kann man da nicht vergleichend Werte aus dem Kältekreis ablesen, um die Effizienzunterschiede weiter einzugrenzen? Die Frage ist hier, ob die Verdampfungstemperatur lediglich um 1° steigt oder mehr als das. Würde da keine Prognose machen. Man kann das ziemlich einfach testen - eine Weile laufen lassen, Werte ablesen, dann einen Kreis absperren bzw. öffnen und erneut ablesen, nachdem sich die Spreizung neu eingestellt hat. Da sind zwar noch nicht die paar Zehntel Unterschied in der VL drin, aber den anderen Massenstrom und Spreizung kriegt man sofort.

@MaJen

Hab noch ein paar Berechnungen angestellt. Wenn ich eine Wärmeleitfähigkeit des Bodens von 1,0 W/mK annehme stimmt die Berechnung sehr genau mit dem gemessenen Verlauf überein. Bei 30 und 90 Minuten stimmt es exakt, nach 4 Stunden ist der Messwert um 0,3° höher als Berechnung.
Denke daß man hier nach 4 Stunden schon die etwas höhere Wärmeleitfähigkeit außerhalb des unmittelbaren Nahbereichs sieht, also unter dem Kollektor und seitlich im ungestörten Boden.
1 W/mK ist unterdurchschnittlich, denke aber daß der Boden sich noch setzt und die Wärmeleitfähigkeit dann etwas höher ist.

Nicht sehen kann ich, ob es einen Kontaktwiderstand direkt am Rohr durch unzureichenden Bodenkontakt gibt. Der würde in den ersten 15 Minuten auflaufen. Das hätte man nur bei einem ersten Lauf in noch nicht beeinflussten Boden herausrechnen können.

Bin mir sicher, daß dieser Kollektor mit dem Vorlauf ins Minus geht. Das ist auch OK und so vorgesehen. Wird niemals unter -3° gehen und im gewichteten Mittel der Minusperiode eher bei -1° liegen. Je nach Witterung kann das schon im Dezember unter 0° gehen und bis zu 4 Monate dauern, bis man wieder deutlich im Plus ist.

Grüße
Frank
Verfasser:
MaJen
Zeit: 09.11.2011 10:09:03
1605999
Zitat von ironasssi Beitrag anzeigen
Zitat von MaJen Beitrag anzeigen
[...]


Beim normalen Winter tippe ich auf Kollektorvereisung ab Mitte Januar!

Ist aber nicht schlimm, bei einem geringen Gesamtverbrauch ist's egal ob die AZ bei 3,8 oder 4,2 liegt, das sind nur ein paar Euro.

Ich betreibe meinen kleinen Kolli in der zweiten[...]


selbst 4,2 wären mir deutlich zuwenig. Die VWS bringt bei Sole 0 W 35 eine AZ von 4,7. Wir sind übrigens immer noch bei 5,3 insgesamt seit 1.10. incl. WW.
Die Spreizung lässt sich jetzt gut über die Regelung der Solepumpe einstellen. 4 K erreiche ich mit 85% Solepumpe, mit nur 2 Kreisen lag sie meist bei um die fünf, teilweise sechs und 100% Pumpenleistung.

Bernd hat schon Recht, erstmal anfangen, die Kiste bis auf Sperrzeiten 24 h laufen zu lassen und die mehrere Stunden dauernde Kompressortakte auf den Kernwinter zu beschränken.

MfG

MaJen
Verfasser:
MaJen
Zeit: 09.11.2011 10:36:06
1606013
Zitat von fdl1409 Beitrag anzeigen
Hallo Bernd,

Bin mir sicher, daß dieser Kollektor mit dem Vorlauf ins Minus geht. Das ist auch OK und so vorgesehen. Wird niemals unter -3° gehen und im gewichteten Mittel der Minusperiode eher bei -1° liegen. Je nach Witterung kann das schon im Dezember unter 0° gehen und bis zu 4 Monate dauern, bis man wieder deutlich im Plus ist.
[...]


Das ist zB ein Punkt, den ich als Laie so nicht erwartet hätte, bis ich ein bisschen im Forum rumgeschmökert habe. Du hast ja mal geschrieben, dass dem näheren, thermisch unmittelbar wirksamen Kollektorbereich im Winter normalerweise viel mehr Wärme entzogen wird als von unten und den Seiten nachströmen kann und demgegenüber die Latentwärmenutzung bei beginnender Vereisung und die Nutzung der aus dem Sommer gespeicherten Wärme überwiegt, richtig?

Naja, der gesamte Ringgraben ist recht kompakt, deckt jetzt zzgl. 1 m Außenrandbereichen eine Fläche von 180 qm ab. Ist also das 0,75 fache der beheizten Fläche ;-) bei einem Wärmebedarf von ich schätze mal 10-13000 kwh p.a., Wärmeentzug also bis zu gut 10.000 kwh (seit 1.10. ca. 1500).

MaJen
Verfasser:
fdl1409
Zeit: 09.11.2011 10:49:28
1606017
Hallo MaJen,

in der Vereisung steckt ein sehr großes Reservepotential. Man kann mehrere Tausend kWh daraus beziehen, sozusagen einen energetischen Kredit aufnehmen, den man im Sommer zurückzahlt.
Die ganzen VDI-Auslegungen sind auf Vereisung gestrickt. Deshalb die Abstände zwischen den Rohren von z.B. 50cm. Die Eisradien sollen nicht zusammenwachsen, damit keine geschlossene Eisplatte entsteht, die im Frühjahr das Versickern verhindert. Beim Grabenkollektor kann das nicht passieren, da kann der Regen rechts und links vorbeisickern.
Ist also alles ganz normal. Ein Flachkollektor, der ganz ohne Vereisung auskommt, ist eher die luxuriöse Ausnahme. Man braucht dafür Platz und einen geeigneten Boden sowie nicht zu kaltes Klima.
Sorgen würde ich mir keine machen bei dir.

Grüße
Frank
Verfasser:
Bernd_K
Zeit: 09.11.2011 17:24:19
1606196
Hallo zusammen.

Die VWS (meine 102 jedenfalls) zeigt Hoch- und Niederuck im Kältekreis mit einer Nachkommastelle an, und die Temperaturen für Kompressor Ein- und Austritt, diese aber leider ohne Nachkommastelle.

Gruß,
Bernd
Verfasser:
fdl1409
Zeit: 09.11.2011 17:44:00
1606205
Hallo Bernd,

Niederdruck mit Nachkommastelle würde doch hinreichend Auskunft geben, oder?

Alternativ könnte man so eine Aktion durchführen, wie ich das mal für ein paar Monate zum Einfluß der Spreizung gemacht habe. Hatte da abwechselnd jeweils einen Tag mit voller Drehzahl und am Folgetag mit reduzierter Drehzahl und deutlich erhöhter Spreizung gefahren. Hatte mir jeden Tag Wärmeproduktion und Stromverbauch notiert und am Ende zusammengerechnet. Ergab bei mir eine deutlich höhere AZ mit der größeren Spreizung, nach einem Monat AZ 4,44 gegen 4,31. Habe das noch 2 weitere Monate gemacht mit ziemlich gleichem Ergebnis - 4,39 gegen 4,27 und 4,49 gegen 4,31. Dokumentation über einen Monat bringt also schon recht stabiles Ergebnis.

Hier müßte MaJen analog immer abwechselnd einen Tag mit 2 Kreisen und dann wieder einen mit 3 Kreisen arbeiten und die Verbräuche dokumentieren. Das würde eine Genauigkeit bringen, die über theoretische Berechnungen hinausgeht.

Grüße
Frank
Verfasser:
ironasssi
Zeit: 13.11.2011 12:38:17
1608090
Zitat von MaJen Beitrag anzeigen
Zitat von ironasssi Beitrag anzeigen
[...]


selbst 4,2 wären mir deutlich zuwenig. Die VWS bringt bei Sole 0 W 35 eine AZ von 4,7. Wir sind übrigens immer noch bei 5,3 insgesamt seit 1.10. incl. WW.
[...]



Meine 7KW-Billig-Dimplex ist zwar mit 4,2 angeben, bringt aber deutlich weniger!
Das liegt def. nicht an meinem Mini-Kolli.
im Augenblick mit noch deutlichen +Temperaturen im Soleeingang komme ich mit Warmwasser noch auf 4,2; d.h. bei z.Zt. monatlich ca 1000kWh(thermisch) Verbrauch, im Dezember falle ich unter die 4 und wenn ich die Heizung im Frühjahr abstelle bin ich noch bei 3,6-3,8 je nach Winter.
Klar, ist schön wenn der cop gut ist, aber bei einem "modernen" Haus macht das wirklich sehr wenig aus. Bei meinen 260 m² KFW 40 beträgt der Unterschied zwischen COP 4,2 und COP 4,7 im letzten Jahr ca 3-4€/Mon.
Addiert sich im Laufe der Jahre zwar auf , sollte aber bei weniger geigneten kleineren Grundstücken zeigen, dass bei richtiger Haus-und Heizungdbauweise mit einem Grabenkolli mit Vereisungsenthalpienutzung auch "günstiges" Heizen möglich ist.

Mit steigendem Heizenergieverbrauch, wird die Schere natürlich immer größer und einene Effizienzsteigerung der WQA macht sich auch absolut gesehen im Geldbeutel bemerkbar, aber unter 10000kWh/a macht's nicht so viel aus.

mfg Ironassi
Verfasser:
bst64
Zeit: 13.11.2011 14:04:35
1608127
Hallo Sonntagsleser!

Zur Erinnerung,
Ausgangssituation:
Einfamilienhaus, nicht unterkellert, beheizte Fläche (Wohn-/Nutzfläche, Fußbodenheizung) 210 m², Heizlast 2,2 kW (mit PHPP ermittelt) + WW für 4-6 Personen, Duschwasser Wärmerückgewinnung (Douchepijp WTW im OG und Douchegoot-WTW im EG), WP Dimplex SI5CS (schon vorhanden), WW-Speicher 150 l oder 200 l (?), KWL mit Rotationswärmetauscher und FRG + Sole EWT (1 x 300 m)

Kollektorführung im lehmigen Sandboden bzw. Geschiebelehm.

Für die WP zwei Kollektorebenen: oben 1 x 300 m Graswurzelkollektor und unten 2 x 300 m (im Slinkybereich Verlegetiefe ca. 2,5 m), Steuerung über Temperaturfühler in Kollektorebene und Rücklauf.

(schmeiß ich den Kollektor für den Sole-EWT in die untere Ebene – wäre etwas höher, oder eigentlich viel tiefer (Sommer kühl, Winter warm) nicht besser?)

Jetzt schreibt Bernd von 2 K höherer Soletemperatur bei Belegung mit 3 x 300 m … – lohnt sich dann der Graswurzelkollektor … oder soll ich hier noch zusätzlich Rohr einlegen /bestellen?

(Bestellt sind 4 x 300 m 32x2,9 PE100-RC SDR11 PN16 (0,69 €/m + 150 € Transport) - Lieferung in 2-3 Wochen)

Gruß
Bernhard
Verfasser:
MaJen
Zeit: 15.11.2011 17:56:59
1609541
Hallo Frank und Bernd,

ein kurzer zwischenstand: Seit gut einer Woche laufen also 3 Kreise, wobei es bei uns auch viel kälter geworden ist, nachts -3/-4, tags nur max. 4 bis 6 Grad. Tagesmitteltemperatur ist hier eigentlich schon fast unter Null. Die entnommene Kälteenregie pro Tag stiegt von ca 55 kwh auf ca 8o/Tag im Schnitt, einen Tag sogar 90.

AZ liegt bei 4,7. Ich habe vorgestern die Heizkurve von 0,15 auf 0,1 genommen, scheint bei weiteren 21 Grad Raumtemp-Soll zu funktionieren.

Soleeingang ist nochmal um 2 Grad gefallen, relativ aprupt mit der Abkühlung draußen. Takte jetzt zu Beginn ca 4 Grad, nach 2-3h tlw. nur 1,5 Grad, hab auch schon kurz die 1,0 gesehen :-(. Soleausgang also schon gut im Minusbereich (ca 4 K Spreizung).

Nehmen wir mal an, die HB haben Sole-Frostschutz mit Tyfo auf -9 Grad gestellt, ist die Strömung auf laminar gekippt?

Hier mal zur Illustration der fertige Graben

[img]http://www.pictureupload.de/originals/pictures/151111174843_Graben.bmp [/img]

Sind halt nur knapp 60 m.

Was meint Ihr, soll ich die Strömungsrichtung der Sole noch ändern lassen?

Grüße

MaJen
Verfasser:
MaJen
Zeit: 15.11.2011 18:06:47
1609548
Nochmal das Bild zum Graben, verflixt ;-)


Verfasser:
claus2
Zeit: 15.11.2011 18:18:44
1609555
Zitat von bst64 Beitrag anzeigen
schmeiß ich den Kollektor für den Sole-EWT in die untere Ebene – wäre etwas höher, oder eigentlich viel tiefer (Sommer kühl, Winter warm) nicht besser?[...]

Hallo Bernhard,
ich habe deine Kommentare nur zufällig entdeckt.
Grundsätzlich soll so eine EWT eigentlich nichts weiter machen als die KWL frostfrei halten. Sole-EWTs erreichen meist eh nicht so gute Arbeitszahlen im Winter. Der Wirkungsgrad der KWL ist ja schon hoch und wird vom EWT verschlechtert. Daher ist so ein EWT auch ein bisschen Liebhaberei.
An deiner Stelle würde ich trotzdem den Solekreis für den EWT tief einbuddeln, selbst wenn das energetisch für den Winterfall nicht gerechtfertigt ist -für den Sommer ist es sehr gut.
Für richtig tiefe Verlegung spricht auch, dass in der Realität die Lüftungsgeräte immer schlechter sind, als die Messwerte erwarten lassen. Dann bist du froh, wenn die Zuluft nicht zu kühl ist. Reine Komfortsache. Es wirkt sich aber auch erst merklich aus, wenn man 19° Raumtemperatur hat. Es gibt hier Leute im Forum, die haben 22°. Da kannst du von der "kühlen" Zuluft nichts merken.
Also: in der Theorie - besonders tiefe Verlegung = Unsinn; praktisch macht es aber doch Sinn...
wenn du noch ein bisschen Platz hast, kannst du ja noch nachdenken, ob du mit dem Bagger noch ein separates längliches Loch (-3.5m o.ä.) graben lässt (entsprechend mit anderem Material verfüllen, du hast glaube ich Sand ab -3m wenn ich mich richtig erinnere) um für den EWT-Kreis die Temperatur zu optimieren. Bei Bagger nach Zeit sollte es auf eine Stunde dann auch nicht mehr ankommen. Die Sicherheitsvorschriften bei entsprechenden Tiefen kennst du ja eh, weil du vom Fach bist. Jemand x-beliebigen sollte man das nicht empfehlen.
Viele Grüße Claus
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