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Haustechnikforum
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Berücksichtigung Wärmedurchgangswiderstand bei Auslegung FBH
Verfasser:
MichaGue
Zeit: 30.01.2012 08:43:35
1655597
Hallo zusammen,

in unserem Neubau wird in allen Stockwerken eine Fußbodenheizung verlegt. Das Wohnzimmer erhält Parkett (vollflächig verklebt, R=0.08 Km²/W - Angabe laut ausführendem Unternehmen), der Rest des Hauses wird gefliest.

Ich habe mir nun die Auslegung des Heizungsbauers angesehen und festgestellt, dass er für Fliesenbelag mit einem Wärmedurchgangswiderstand von 0.1 Km²/W rechnet und für Parkett mit 0.15 Km²/W. Der Wert des Parketts laut ausführendem Unternehmen (0.08 Km²/W) wurde ihm genannt und für Fliesen kannte ich bisher den Pauschalwert 0.01 Km²/W.

Hat es einen Sinn, warum er mit deutlich schlechteren Werten rechnet?

Natürlich kann man nie sagen, ob die Möbel die nächsten 40 Jahre an der selben Stelle bleiben oder ob nicht doch einmal ein Teppichläufer irgendwo platziert wird. Aber eine Verschlechterung um den Faktor 10 (bei Fliesen) bzw. Faktor 2 (bei Parkett) ist für mein Verständnis zuviel.

Vielen Dank für Eure Einschätzung und eine kurze Rückmeldung.

Gruß Michael
Verfasser:
Keine Werbung
Zeit: 30.01.2012 08:58:20
1655606
Sind dir höhere Heizwassertemperaturen lieber?
Verfasser:
Achim Kaiser
Zeit: 30.01.2012 09:08:03
1655612
Das zeigt lediglich dass der HZB das Hirn eingeschaltet hatte und schon öfters FBH´s gerechnet hat.

Die tägliche Bau-Praxis zeigt das eine Punktlandung bei den Oberflächenbelägen gefährlich sein *kann* und die Vorgaben für die Planung oftmals bei der Ausführung die regelmäßig 6 bis 9 Monate später erfolgt Schall und Rauch sind.

Auch beim Parkett ist man nie sicher dass es gemäß der Zulassung auch montiert wird ... und auch da finden sich oftmals die bereits angesprochenen Läufer ...

Wenn hier vom *schlechtesten* Fall bei der Auslegung ausgegangen wurde kann die etwas erhöhte Wärmeabgabe durch Einregulierung ausgeglichen werden.

Anders rum kanns schwierig werden, wenn sich ein anderer Verlegeabstand ergeben hätte.

Welche tatsächlichen Auswirkungen da eintraten lässt sich nur durch eine Kontrollberechnung mit den vorgesehenen R-Werten beurteilen.

Gruß
Achim Kaiser
Verfasser:
MichaGue
Zeit: 30.01.2012 09:14:02
1655614
Hallo,

die Vorlauftemperatur ist vertraglich auf maximal 35°C festgelegt.

Im Bad erreicht er nun mit der zur Verfügung stehenden Fläche und einem Verlegeabstand von 10cm nicht die nötige Heizleistung laut Raumheizlast, so dass eine "Zusatzheizung" nötig wäre.

Hängt dieses Problem auch mit dem gewählten Wärmedurchgangswiderstand zusammen?

Wie ist denn die richtige Vorgehensweise? Berechnung mit den richtigen Größen (Parkett 0.0 m²K/W und Fliesen 0.01 m²K/W) oder pesimistischer Annahmen, wie sie der Heizungsbauer gewählt hat?

Danke.
Verfasser:
MichaGue
Zeit: 30.01.2012 09:30:08
1655627
Ups, Parkett hat natürlich 0.08 m²K/W nicht und 0.0 m²K/W.
Verfasser:
Achim Kaiser
Zeit: 30.01.2012 09:34:33
1655631
Im Bad kannst fast regelmäßig die Uhr danach stellen dass bei 35 Grad VL die Heizlast nicht erbracht werden kann, die es braucht.

Von Reserven die es braucht um den Raum dann von der Spartemperatur auf Nutzungstemperatur zu bringen noch nicht mal geredet.

Bäder die ohne zusätzliche Heizflächen funktionieren gibt es nur in Ausnahmefällen ... Es ist die Regel dass es hier eine zusatzlich Wärmequelle braucht.

Gruß
Achim Kaiser
Verfasser:
MichaGue
Zeit: 30.01.2012 09:38:47
1655634
hallo Achim,

danke für die Rückmeldung.

Aber wie ist denn die richtige Vorgehensweise für die Auslegung der FBH. Nutze ich die richtigen Wärmedurchgangskoeffizienten (Parkett 0.08 m²K/W und Fliesen 0.01 m²K/W) oder gibt es Standardwerte die ich verwende?

Vielen Dank.

Gruß Michael
Verfasser:
OldBo
Zeit: 30.01.2012 11:11:49
1655695
Zitat von MichaGue Beitrag anzeigen
hallo Achim,

danke für die Rückmeldung.

Aber wie ist denn die richtige Vorgehensweise für die Auslegung der FBH. Nutze ich die richtigen Wärmedurchgangskoeffizienten (Parkett 0.08 m²K/W und Fliesen 0.01 m²K/W) oder gibt es Standardwerte die ich[...]

Tja Michael, das ist jetzt Deine Entscheidung. Eigentlich hat Achim schon alles gesagt :>))

Gruß

Bruno
Verfasser:
Hitzschlag
Zeit: 30.01.2012 11:11:57
1655696
Bäder die ohne zusätzliche Heizflächen funktionieren gibt es nur in Ausnahmefällen ... Es ist die Regel dass es hier eine zusatzlich Wärmequelle braucht.
___________

....oder eben die Fragestellung:
Müssen es wirklich 24°C im Bad sein, oder reichen auch 21,5...22,5°C. Sollte dies der Fall sein, kommt man i.d.R. ohne Zusatzheizung aus.
Weiterhin sind Bäder in der Regel nicht so groß, und bereits die Anwesenheit einer Person im Bad bringt 100W "Zusatzleistung". Wird dann noch geduscht oder gebadet kommt ein zusätzlicher (erheblicher) Energeieintrag zu Stande.
Verfasser:
OldBo
Zeit: 30.01.2012 11:15:07
1655698
Moin Jürgen,

die Leute wollen eben immer noch den Luxus der 24 °C. Ich habe heute bei 13 °C geduscht, hoffentlich überlebe ich das :>))

Gruß

Bruno
Verfasser:
Hitzschlag
Zeit: 30.01.2012 11:20:38
1655701
Soll gesund sein, Bruno! :-)
Verfasser:
OldBo
Zeit: 30.01.2012 11:24:02
1655705
... vor allen Dingen das Nachduschen mit z.Zt. 7 °C. Dann sind die 13 °C richtig warm :>))
Verfasser:
MichaGue
Zeit: 30.01.2012 12:38:36
1655759
Hallo zusammen,

vielen Dank für die rege Rückmeldung. Bzgl. der 24°C im Bad muss man sich Gedanken machen ob sie nötig sind. Wir werden es testen. Sollte die erreichbare Wärme nicht ausreichen muss man eben eine Zusatzheizung andenken.

Aber wie sieht es grundlegend bei der Auslegung der FBH im restlichen Haus aus. Welche Wärmedurchgangskoeffizienten sollte man bei Fliesen und Parkett nehmen? Die realistischen Werte (Parkett 0.08 m²K/W und Fliesen 0.01 m²K/W) oder pesimistischere Werte wie der Heizungsbauer (Parkett 0.15 m²K/W und Fliesen 0.1 m²K/W)? Das hat doch auch Auswirkungen auf den gerechneten hydraulischen Abgleich, auch wenn dieser am Ende noch messtechnisch abgeglichen werden muss.

Vielen Dank.

Gruß Michael
Verfasser:
Keine Werbung
Zeit: 30.01.2012 13:15:50
1655783
Zitat von MichaGue Beitrag anzeigen
... oder pesimistischere Werte wie der Heizungsbauer...

Solltest du vorhaben, mit einer Wärmepumpe zu heizen, empfähle ich dir, die Sache noch pesimistischer anzugehen. Es könnte für deinen Stromverkäufer sonst zu optimistisch werden.
Verfasser:
Achim Kaiser
Zeit: 30.01.2012 13:26:30
1655792
Praxiserfahrung ....

in 98,5% der Fälle in denen Männer über Wohlfühltemperaturen entscheiden gibts danach Ärger mit der weiblichen *Regierung*.

Ich habs mir abgewöhnt da zu argumentieren.
Mädels haben einfach nen höheren *Wärmebedarf*.

Wer das negiert riskiert ein Dauerthema bei dem der Verlierer auf Sicht m.E. schon feststeht.

Es gibt auch Bäder in denen wird nicht nur geduscht ....

Gruß
Achim Kaiser
Verfasser:
crax
Zeit: 30.01.2012 13:50:15
1655813
Zitat von MichaGue Beitrag anzeigen
... Welche Wärmedurchgangskoeffizienten sollte man bei Fliesen und Parkett nehmen? Die realistischen Werte (Parkett 0.08 m²K/W und Fliesen 0.01 m²K/W) oder pesimistischere Werte wie der Heizungsbauer (Parkett 0.15 m²K/W und Fliesen 0.1 m²K/W)?
Bei einer ordentlichen Auslegung gibt es stets nur einen Wert! Zudem sollte der Planer wissen, wie die Raumheizlasten von der 12831 ermittelt werden(Rechengang). Stimmen die Raumheizlasten überhaupt? Wenn eine KWL m/o WRG sind die meist falsch berechnet.
Ist die Raumheizlast bereits falsch berechnet, ist es relativ müßig an Feinheiten der FBH zu basteln ;-)
Parkett 0,04..~ 0,1 dürfte meist stimmen, hängt aber von Material & Dicke ab. Die 0,08 sind also nicht weltfremd. Fliesen ~ 0,015.
Sämtliche "Angstzuschläge" (R Werte, VA etc.) sind absolut überflüssig, sofern der Planer den eigenen Berechnungen traut. Sie zeugen von erheblicher Unsicherheit! Gern wird auch mal der nicht nutzbare Wärmestrom nach unten (Verlust) "vergessen" ;-)
Von nicht geringer Bedeutung sind Minderleistungen wegen Überdeckung z.B. dauerhaft eingebaute Küchenzeile oder Teilverrohrung wegen fest übermontierter Teile.
Bei exakter Auslegung ist der Aufwand für die spätere Feinjustierung (Einmessung) gering.

mfg
Verfasser:
JoRy
Zeit: 30.01.2012 13:58:28
1655821
""Im Bad kannst fast regelmäßig die Uhr danach stellen dass bei 35 Grad VL die Heizlast nicht erbracht werden kann, die es braucht.""

Das Zitat würde ich so nicht stehen lassen.

Nur weil die Meisten, die verfügbare Badfläche reduzieren,und unter Wanne
und Dusche nicht verlegt wird, nur dehalb ist es in so vielen Bädern knapp.

Wir verlegen seit vielen Jahren die gesamte Bodenfläche.
Zusammen mit dem inzwischen üblichen Handtuchwärmer-HK ergibt das immer
2K über der mittleren RT

Gruß JoRy
Verfasser:
MichaGue
Zeit: 30.01.2012 17:42:00
1655974
Zitat von crax Beitrag anzeigen
Bei einer ordentlichen Auslegung gibt es stets nur einen Wert!


Wie ist das zu verstehen wenn die Bodenbeläge variieren? Danke.
Verfasser:
crax
Zeit: 30.01.2012 19:14:47
1656050
Zitat von MichaGue Beitrag anzeigen
...Wie ist das zu verstehen wenn die Bodenbeläge variieren? Danke.
Vielleicht ein Mißverständnis oder von mir schlecht formuliert.

z.B. Fliesen => 0,015 und nicht 0,01 oder 0,1 !

mfg