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06.06.2012 20:00:37 |
Hallo zusammen, wir sind aktuell dabei unseren Neubau mit ca. 150 m² Wohnfläche plus Garage zu planen. Als Heizungsanlage soll es eine Sole/Wasser WP werden. Unser Grundstück ist 1130 m² groß. Das Erdreich ist trocken und sandig. Ich habe jetzt schon einiges hier im Forum und auch im Internet gelesen. Aber ich werde nicht so richtig schlau. Was ist in meinem Fall eher zu empfehlen, ein Flächenkollektor oder ein Grabenkollektor. Wie soll der jeweils zu mir passende Kollektor verlegt werden. Also die Verlegeart, etc. Evtl. hat jemand eine Skizze.
Kann man eventuell wegen des trockenem Erdreichs unter einen Flächenkollektor Dachfolie oder ähnliches legen und oben drüber die Regenwasserversickerung?
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06.06.2012 20:50:28 |
Hallo Jens,
beides ist möglich, Graben oder Flächenkollektor. Prinzipiell kannst du bei Aushub der ganzen Fläche im Vergleich zum Grabenkollektor noch etwas höhere Soletemperatur erreichen, bei allerdings unvergleichlich höherem Aufwand für die Erdarbeiten.
Du kannst auf jeden Fall unsere Hydraulik übernehmen mit den 300m langen Kreisen 32er Rohr. Im Vergleich zu einer typischen VDI-Auslegung mit z.B. 4x100m 25er Rohr für eine 6 kW WP gewinnst du allein durch die Hydraulik 2-3°. Das ist etwa so viel wie du durch eine Verdopplung der Fläche oder Grabenlänge gewinnen würdest. Gegenüber VDI ist bei unserer Auslegung der Aufwand aber sogar geringer, weil wir Sammelschacht und Sammler einsparen.
Bei Sandboden brauchst du mehr Fläche oder Grabenlänge als bei einem bindigen Boden. Bei deinem großen Grundstück sehe ich da aber keinerlei Probleme.
Für eine Auslegung brauchen wir die Heizlast. Hilfsweise aus der ENEV-Berechnung H`T, V, A sowie die Norm-Aussentemperatur. Ist eine KWL mit WRG geplant? Keller?
Stell bitte mal einen Plan des Grundstücks ein mit Markierung der Leitungswege, gepflasterten Flächen und natürlich das Haus mit dem Standort des Heizraums. Dann kann man mehr dazu sagen.
Folie unter dem Kollektor oder Versickerung von Regenwasser darüber machen keinen Sinn. Hab ich anfangs auch mal gedacht und einen Faden dazu gestartet, bin aber völlig weg davon, weil der Nutzen in keinem Verhältnis zum Aufwand steht.
Grüße Frank
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07.06.2012 06:38:48 |
Danke für deine schnelle Antwort. Also das Haus wird aktuell erst gezeichnet. KWL mit WRG ja. Wenn ich den 300 m Graben nehme, wieviel Kreise? Diese dann übereinander legen? Einen effektiv 300 m langen Graben kriege ich ja auf dem Grundstück so nicht hin.
Mfg Jens
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07.06.2012 08:12:42 |
Hallo Jens, nicht der Graben ist 300m lang, sondern die Rohre. Die Grabenlänge richtet sich nach der Heizlast. Ein 150 m2 Haus mit KWL sollte eine geringe Heizlast < 5 kW haben. Da würde ich Pi mal Daumen von 80m Graben von 1,80m Tiefe und 1,20m Breite ausgehen. Wie gesagt noch ganz grob. Du hast noch keine anderen Fäden gelesen über unsere Gräben mit Slinky Verlegung? Klau hier mal ein Bild aus einem anderen Faden: Das ist ein Graben auf einem kleinen Grundstück. Für eine 6 kW Wärmepumpe verlegt man 2 Solerohre von 300m Länge und 32mm Durchmesser. Die Rohre werden in Schleifen ( "Slinkies" ) auf den Grabenboden gelegt, und zwar überlappend, jeder Kreis belegt den Grabenboden von Anfang bis Ende. Das hat u.a. Redundanzgründe. Wenn mal ein Kreis ausfällt wird immer noch die gesamte Grabenlänge ausgenutzt. Und die Hydraulik ist so ausgerechnet daß du mit Ausfall eines Kreises immer noch die Quelle auf Dauer betreiben kannst. Nur die Spreizung wäre dann größer und die Soletemperatur etwas tiefer. Die langen Kreise erlauben es außerdem, direkt im Heizungskeller zu beginnen und wieder zu enden. Ein Sammelschacht ist nicht erforderlich, nur ein kleiner Zweifachsammler für 99 Euro. Den Graben legt man meist an die Grundstücksgrenze. Schön aussen herum, nur wenn die Länge nicht reicht macht man Schlenker nach innen. Das Grundstück kannst du normal bepflanzen, auch hohe Bäume sind kein Problem. Wenn du am Zeichnen bist dann schau dir die Pläne noch mal genau an, ob die Wärmepumpe optimal steht. Wenn der Standort gut gewählt ist kannst du auf eine Zirkulation verzichten und sparst einen Haufen Geld für Wasser- und Abwasserleitungen. Haus unterkellert? Bei einem nicht unterkellerten Haus sollte die WP im HWR direkt unter Waschbecken des Bades im OG stehen. Dann hast du 1,50m von Oberkante WWSpeicher bis zum Eckventil des Waschbeckens. Also ganz kurze Vorlaufzeit auch ohne Zirkulation. Zur Dusche dürfen es 2-3m weiter sein, für die Wanne ist es egal, wenn die ersten 1-2 Liter kalt sind. Wenn dann noch die Küchenspüle direkt auf der anderen Seite der Wand steht ist alles perfekt. Leitungen können bei den kurzen Entfernungen dünn sein, das verkürzt den Vorlauf weiter. Grüße Frank
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07.06.2012 18:22:10 |
Danke für die Antwort. Ist diese Art der Verlegung in Schleifen denn genauso effektiv wie ein Flächenkollektor? Funktioniert es auch gut bei unserem trockenen (schlechten) Boden? Hab ich das richtige verstanden, dass ich in dem einen Graben ein 300 m Rohr in Slinkies verlege, und dann direkt darauf noch einmal das gleiche oben drauf, sodass ich in dem Graben 2x300 m Rohr habe?
Bringt es etwas, in dem gleichen Graben die Regenwasserversickerung zu verlegen, also ca. 50-80 cm oberhalb der PE Rohre?
Mfg Jens
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07.06.2012 23:37:05 |
Hallo Jens,
der Punkt beim Grabenkollektor ist der, daß Wärme im Boden nicht nur von oben nach unten fließt, sondern auch von den Seiten. Ein 1m breiter Graben bringt etwa soviel Wärme wie ein 3m breiter Streifen ohne zusätzliche Randgewinne. Ein Flächenkollektor von 10x10m Fläche erschließt demnach 144m2 ( 12x12m ), ein 100m langer 1m breiter Graben dagegen 300m2, und das mit dem gleichen Erdaushub, den man noch dazu viel weniger weit transportieren muß. Wenn du also ein Grundstück mit Gräben im Abstand von einigen Metern erschließt ist das ähnlich gut wie eine Belegung der gesamten Fläche. Dazu kommt, daß wir allein durch die optimierte Hydraulik und Vergößerung der Tauscherfläche etwa 2° gewinnen. Du müßtest die Kollektorfläche um mindestens 50% vergrößern, um einen vergleichbar großen Gewinn zu erzielen.
Ja, das hast du richtig verstanden, zwei Kreise übereinander im gleichen Graben. Das ist unüblich, in anderen Grabendesigns werden üblicherweise getrennte Gräben pro Kreis verwendet. Bei Verlegung übereinander bleibt bei Ausfall eines Kreises aber der gesamte Graben als Wärmequelle erhalten. Das ist übrigens gar nicht so dicht. Bei einem 80m langen, 1,20m breiten Graben mit 2 Kreisen hat jeder Kreis 58 Slinkies, im Graben liegt also eine Schleife alle 68cm. Wir verwenden mehr Rohr als laut VDI üblich. Das führt zu höheren Soletemperaturen bei minimalem Aufwand. Bei Sandboden ist der Nutzen noch größer als in gutem Boden.
Um die Nachteile von Sandboden zu kompensieren muß der Graben länger sein als in einem bindigen Boden. Das kostet aber nur ein paar Baggerstunden mehr.
Regenwasserversickerung im gleichen Graben würde ich nicht machen. Lohnt sich nicht und kann bei gefrorenem Boden Probleme machen.
Grüße Frank
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08.06.2012 08:25:32 |
Zitat von Jens_1985  ....Das Erdreich ist trocken und sandig... Da würde ich einen Grabenkollektor nicht favorisieren. U.U. ist die Mühsam einer Quellenerschließung auch verzichtbar. Wie hoch sind denn der tatsächliche Bedarf (Leistung, Energie) für Hzg u. WW ? mfg
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08.06.2012 11:13:54 |
Hallo,
über Leistung etc. kann ich noch nichts sagen. Aber ja, die Anlage soll für WW und Hzg. sein.
Mfg
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08.06.2012 12:54:03 |
Zitat von Jens_1985  ...über Leistung etc. kann ich noch nichts sagen. Aber ja, die Anlage soll für WW und Hzg. sein. Na dann erst einmal die Grundlagenermittlung machen lassen, soweit der Baukörper definiert ist. => Tatsächlicher Bedarf, Luftmengenplan, Heizlast, Raumheizlasten, Heizflächen, Hydraulik. Damit hat man eine solide Grundlage für die Quellenermittlung. U.U. ist der hohe Aufwand für eine mühsame Quellenerschließung auch entbehrlich ;-) mfg
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08.06.2012 13:27:04 |
Zitat von crax  mühsame Quellenerschließunge[...] Mmh. Und weil die Errichtung der dicken, schweren Ziegel - Außenwände durch den Rohbauer auch mühsam ist nimmt man statt nem 50er einen 24er Hochlochziegel. Dann ist es für den Polier und seine Leute auch leichter. Oder man lässt die Wand ganz weg.
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09.07.2012 20:48:54 |
Meine Erfahrung mit einem Grabenspeicher:.Ich habe in 2011 ein Haus mit einer Wohnfläche von 178 qm gebaut.Mein Fachmann mit großer Erfahrung hat mit zu einer Luft-Sole-Wasser Wärmepumpe geraten.Als Solekreis wurde ein Grabenspeicher mit einer Länge von 50 Meter und einer Tiefe von ca.1,2 Meter in Eigenleistung erstellt. Eingebaut wurde eine vormontierte Erdsonde 4x 32er PE Rohr,Gesamtlänge der Rohre 200 Meter.Bodenklasse 2(Leichter mit Schaufel lösbarer Boden).Die installierte Luft-Sole-Wasser Wärmepumpe hat eine Heizleistung von 9,3 KW bei BO-W35 Kältemittel 407c. Die Brauchwasserbereitung erfogt über die Wärmepumpe. Installiert ist ein 500 Ltr. Rotex-Sanicube WW Speicher.Die Fußbodenheizung wurde von mir unter Anleitung des Fachmann aufgebaut,Verwendet wurde Verbundrohr 17x2 mm.Das Rastermaß in allen Räumen 10 cm max. Stranglänge 90 Meter.In den Bädern wurde ein Rastermaß von 5 cm gelegt.Obwohl das Haus von mir erst im Oktober 2011 bezogen wurde,-und noch reichlich Baufeuchte in den Räumen war,waren max Vorlauftemperaturen selbst bei-18 Grad knapp 30 Grad.Die Heizkosten belaufen sich auf ca,50 € pro Monat.Die kombination Luft-Sole ist aus meiner Sicht Ideal eine Temperaturmessung entscheidet zwischen Luft-und Kollektor.Was hat die Anlage gekostet:Kollektor,Wärmepumpe/Splitbauweise,Speicher,Hydraulische Weiche und die Pumpengruppe inkl.Montage und Mwst. knappe 10.000€ Wenn ich hier in den Foren von den Spezis verbreitet den ganzen Aufwand schon bei der Auslegung des Grabenspeichers lese,kann ich nur sagen ,sucht euch einen Fachbetrieb mit entsprechender Erfahrung um die viel zu hohen Erschließungskosten für den Grabenspeicher zu sparen. Bauer Harms Zitat von Jens_1985  Hallo zusammen, wir sind aktuell dabei unseren Neubau mit ca. 150 m² Wohnfläche plus Garage zu planen. Als Heizungsanlage soll es eine Sole/Wasser WP werden. Unser Grundstück ist 1130 m² groß. Das Erdreich ist trocken und sandig. Ich habe jetzt schon einiges hier im Forum und auch im Internet[...] |
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09.07.2012 22:33:55 |
Wie hoch die Entzugsleistung ist sollte man für die Auslegung auch wissen. Erdkollektorenbest regards
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09.07.2012 23:35:04 |
Zitat von Bauer Harms  ollektor,Wärmepumpe/Splitbauweise,Speicher,Hydraulische Weiche und die Pumpengruppe inkl.Montage und Mwst. knappe 10.000€[...] Zitat von Jens_1985  [...] Bauer Harms, was ist das denn genau für eine Anlage? Kannst Du uns die Komponenten mal näher beschreiben (Hersteller/Modell, Breite Graben etc.)? Das mit den 10 Scheinen kommt mir spanisch vor... Was hattest Du für eine JAZ? MaJen
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10.07.2012 08:45:45 |
Das würde mich aber auch mal interessieren.
Stephan
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