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Haustechnikforum
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Versotteter Kamin - was tun?
Verfasser:
rudi11
Zeit: 15.06.2012 14:40:35
1727691
In meinem Elternhaus (Atbau >100 Jahre) habe ich folgendes Problem:
Ölheizung mit relativ niedriger Abgastemperatur ~150°C, hier möchte ich eigentlich nichts daran ändern. Das Abgasrohr zum Kamin ist 130mm, der Kamin selbst hat einen Innendurchmesser von ca. 180mm, da hier früher auch im selben Rohr eine Holzheizung angeschlossen war. Der Kamin selbst dürfte ca.9m lang sein und wurde schon mal mit so Keramikrohren ausgestattet und isoliert.
Trotzdem schlägt immer Feuchtigkeit ins Schlafzimmer durch.

Ich möchte das jetzt endgültig abstellen. Meine Idee:
Ein 160er Edelstahlrohr in den Kamin einziehen. Evtl zusätzlich noch eine Nebenluftklappe einbauen, oder reicht ein Zugbegrenzer, der ja auch etwas lüftet?
Was haben die Profis noch für Vorschläge? Eilt!
Verfasser:
rudi11
Zeit: 15.06.2012 14:46:54
1727693
Reicht eigentlich auch ein 130er Rohr einzuziehen? Muss man zwischen Edelstahlrohr und alten Keramikrohr noch Isolieren?
Verfasser:
schorni1
Zeit: 15.06.2012 16:40:29
1727730
Was haste von der Edelstahlrohr-Sanierung?

KOSTEN ,eine trockene Wand, max 1 % Energieeinsparung (aber NUR wenn der Brenner danach nochmal optimiert wird!) und sehr wahrscheinlich eine stärkere Geräusch-Emission.


WENN der NT-Kessel noch völlig ok ist, ne gute Regelung hat, max 15 Jahre alt ist, dann würde ich DAS hier machen !

Das Kunststoff-Abgasrohr ist günstiger als das Edelstahlrohr, die Energieeinsparung liegt bei 5-10% und der Brenner wird auch noch leiser. Geht der Kessel kaputt kann der Wärmetauscher wieder an einen neuen (billigen) NT-Kessel montiert werden.

Was ist das denn genau für ein Kessel/Brenner? Abgaswerte?

Welcher Blödmann lässt den an nem 180er Schornstein mit 150°C laufen - offensichtlich bisher OHNE Nebenluftvorrichtung? Pennen bei Dir Schorni und Heizer? DER haftet dann auch für den Schornsteinschaden !
Verfasser:
rudi11
Zeit: 19.06.2012 03:22:11
1728738
Hmm, an nen brennwertkessel habe ich noch gar nicht gedacht. Wird aber sehr teuer. Würde eine belueftungseinrichtun das Problem auch alleine beseitigen? Wenn ja, welche?
Das Problem ist, dass der Kamin fast 1m neben den heizungsraum steht und sehr schwer zugänglich ist, was eine Edelstahl Erweiterung schwierig macht.
Verfasser:
schorni1
Zeit: 19.06.2012 07:01:27
1728742
Kannst mal von der letzten BImSchV-Messung Datum, Abgaswerte und genauen Kessel+Brenner mitteilen?

wie lang ist das Abgasrohr IM Heizungsraum?

WIE erfolgt die Verbrennungsluftversorgung? ausm Freien?
Verfasser:
rudi11
Zeit: 19.06.2012 10:06:14
1728794
Letzte Brennereinstellung im Nov 2011:
Abgastemp 158°C, CO 12,7%, CO 3ppm,Russ 0-0-0, 18kW Heizleistung 93,3% Wg.
Es ist ein alter Schuster-Kessel mit 27-32kW Öl-/Holz Kombikessel mit MAN-Raketenbrenner. Die Abgasrohrlänge vom Ofen zu Kaminanschluss beträgt ca. 1,3m und ist isoliert, jedoch verläuft das Rohr in der Wand noch mal rund 80cm bis es in den senkrechten Teil übergeht.

Da eine Einbau eines Edelstahlrohres durch die örtlichen Gegebenheiten sehr sehr schwer ist, tendiere ich nun doch nur zum Einbau eines motorbetriebenen Nebenluftvorrichtung im Anschlussstutzen des überflüssigen Holzkessels.
Evtl. werde ich auch noch einen stärkeren Brenner einbauen mit 28kW Heizleistung. Damit sollte das Feuchteproblem behoben sein, oder?

Noch irgendwelche Tips / Vorschläge?
Verfasser:
rudi11
Zeit: 19.06.2012 10:16:46
1728795
Der Kessel steht in einem ehemaligen Stall direkt neben den Wohnhaus. Der Heizungsraum ist relativ undicht, die Zuluft kommt also von "überall". Die Kaminhöhe beträgt ca. 9m.
Verfasser:
mrtux
Zeit: 19.06.2012 10:29:39
1728798
Die Abgastemperatur muss erhöht werden, welches den Wirkungsgrad sinken lässt.

Lass deinen HB mal kommen und den Kessel auf 180°C Abgastemperatur einstellen, und dann nochmal schauen ob es sich gebessert hat.

Zusätzlich eine Nebenluftklappe.

Besser wäre natürlich ein Brennwertwärmetauscher.
Verfasser:
siriuszwo
Zeit: 19.06.2012 13:39:19
1728875
Zitat von rudi11 Beitrag anzeigen
In meinem Elternhaus (Atbau >100 Jahre) habe ich folgendes Problem:
Ölheizung mit relativ niedriger Abgastemperatur ~150°C, hier möchte ich eigentlich nichts daran ändern. Das Abgasrohr zum Kamin ist 130mm, der Kamin selbst hat einen Innendurchmesser von ca. 180mm, da hier früher auch im[...]



Unter ähnlichen Bedingungen habe ich einen Öler (Viessmann) 20 Jahre mit einer von Anfang an vorgesehenen motorischen Nebenluftvorrichtung betrieben und den Schornstein versottungsfrei gehalten. Allerding war der Schornstein im Spitzboden zusätzlich isoliert und der über die Dachhaut ragende Teil isoliert und verkleidet.
Verfasser:
schorni1
Zeit: 19.06.2012 16:52:54
1728937
@ siriuszwo

Eebn, SO macht mans perfekt!




@ rudi11

Das geht an sich NUR mit einer kombinierten Nebenluftvorrichtung:

was wirklich GUTES!

Modell Z 180 mit Stellmotor. Kommste aber schon auf ca fast 500€ !

Brauchst aber ca 25cm Länge Platz im Rauchrohr, und nach vorne hin baut das Teil auch ca 25cm. Einbau geht NUR wenn der Holzkessel definitiv stillgelegt ist.

Ich sagte ja : ALLE Abgaswerte, am besten die vom Schorni, weil man dazu auch die Zugmesswerte/Druckdifferenz braucht !! sieh mal nach wo Du die hast.

Abgastemp 158°C, CO 12,7%, CO 3ppm,Russ 0-0-0, 18kW Heizleistung 93,3% Wg.
Es ist ein alter Schuster-Kessel mit 27-32kW Öl-/Holz Kombikessel mit MAN-Raketenbrenner.


ok, schau mer mal:


MAN-Raketenbrenner
sind auf mind 13,5%CO2 einzustellen. Entweder gibts irgendwo Falschluftzutritt oder der Brenner ist nicht richtig eingestellt.

Mit 18kW (Heiz/Brenner-Leistung) ist der 27-32kW Kessel halt auch reichtlich unterbelastet. Von der Effizienbz her sehr schön, für den Schornstein halt etwas happig.


Eins Schornsteinsanierung auf DEN alten Kessel wäre allein schon wegen dem 80cm Distanz-Problem und der NICHT-Brennwert-Eignung der Maßnahme rausgeworfenes Geld!
Verfasser:
h.j.k.
Zeit: 19.06.2012 16:57:37
1728941
Wie wir vor Jahren den alten Ölbrenner getauscht haben gegen einen etwas neueren, der dann eine Luftklappe hatte, lief nach kurzer Zeit Brühe aus dem Kamintürchen im Keller. Dann haben wir ins 130 mm Abgasrohr des Kessels eine Nebenluftklappe eingebaut, seit dem ist Ruhe. Abgas-T 125°.

Gruß

Heinz
Verfasser:
rudi11
Zeit: 19.06.2012 19:23:50
1728984
Restliche werte: Kaminzug -0,09hPa, Düse 0,5 45grad, 11bar, 3,7 % CO
Im meinen eigenen Haus habe ich einen viel zu großen Brenner und einen glasierten Kamin. Ich denke ich werde meinen 28kW blaubrenner auf den Schuster-Kessel monieren und den 20kW Brenner auf meinen gusskessel. Dann noch eine motorbetriebene nebenluftklappe von Wolf und dann muesste Ruhe im Karton sein.
Verfasser:
rudi11
Zeit: 19.06.2012 19:26:00
1728985
Der Brennertyp ist MAN DE 1.1V Baujahr 1989
Verfasser:
schorni1
Zeit: 19.06.2012 23:40:52
1729079
Der Brennertyp ist MAN DE 1.1V Baujahr 1989


DER ist aber nur ein GELB-Brenner!

Danke für die weiteren Daten. Zug von 0,09 ??? im NOVEMBER mit 9 m Schornstein?? ungewöhnlich niedrig.

Grund: Die Nebenluftvorrichtung öffnet bei Brenerbetreib erst ÜBER 0,1 hPa, somit ist die Luftbeimischung HIER bei Brennerbetrieb gering und die Sache steht und fällt mit der Nachbelüftung über den Stellmotor.

Meiner Erinnerung nach sind die Wolf-Teile (Lizenz Kutzner+Weber) meist nur kleinste 130er-Modelle! = nicht gut!
Verfasser:
Pizza_luigi
Zeit: 19.06.2012 23:58:24
1729088
ziehe eine edelstahlkamin ein. ein 10m bausatz kostet in der bucht 289eur inkl. porto und alles wird gut. wenn du das selbst machst brauchst du 3h und alles wird gut
Verfasser:
rudi11
Zeit: 20.06.2012 07:21:25
1729113
Vielen Dank für eure Tips, besonders schorni1. Ein Edelstahlrohr ist fast nicht möglich, weil ich u. a. den unteren Ablauf nicht durch die 80cm Wand in den Heizungsraum bekomme.
Ich werde wohl erst mal nur eine motorbetriebene Nebenluftklappe einbauen. Da die 180er Öffnung zum Kamin aber schräg nach oben verläuft, kann ich hier wohl keine 180er Klappe einbauen, da die ja senkrecht montiert werden muss.
Ich will deshalb über die 180er Öffnung eine VA-Platte montieren und darin eine kleinere Klappe senkrecht montieren. Der Kessel wird bald 30 Jahre alt -mit durchaus akzeptablen Emissionswerten- da wollte ich für die Lüftung nicht zu viel investieren, da danach sicher kein Niedertemperaturkessel mehr folgt. Darum dachte ich an die billige 130er Klappe von Wolf. Für's Lüften wird's wohl taugen.(?)

Bitte keine Diskussion über "so ein alter Kessel muss raus etc.". Im Haus wohnen ärmere Bewohner, da muss aufs Budget geachtet werden.
Verfasser:
schorni1
Zeit: 20.06.2012 09:53:47
1729151
Wenn die die 130er eh schon hast: probiers - ist DEIN Risiko. Wenn Du im Datenblatt die Luftleistungen der einzelnen Modelle nachliest, dann siehts Du, daß die 180er die DOPPELTE LUFTLEISTUNG der 130er hat!! Da der Zug eh so gering ist kommts auf jeden Kubikmeter an.

mach doch mal ein Biuld von der Abgasrohrführung im Aufstellraum, mir ist unklar was Du mir Belch, waagrecht und VA Platte meinst.
Verfasser:
rudi11
Zeit: 20.06.2012 11:21:32
1729168
Ich habe noch keine NL-Vorrichtung, muss ich mir erst besorgen.
Die Öffnung in der Wand zum Kamin ist 180mm. Aber das eingemauerte Rohr steigt ab Öffnung in einen flachen Winkel an. Da die NL-Vorrichtung in das Rohr hinein gesteckt wird, würde diese nach vorne gekippt verbaut sein. Sie muss aber waagrecht sein, deshalb würde ich die Öffnung mit einen Blech verblenden. In diesen Blech z.B. eine 150er Öffnung hinein schneiden und dann eine 150er oder 130er Nebenluftvorrichtung installieren, diese könnte man dann senkrecht einbauen. Ich muss jetzt mal schauen, wie tief die Klappe eindringt und ob DN150 noch gehen würde.
Verfasser:
loeti-new
Zeit: 20.06.2012 15:31:09
1729235
Nix für ungut aber ein mir Schwefelsäurekondensat versotteter Kamin verliert wegen der Schwefelsäure seine Reagfähigkeit und wird instabil. Ist bei diesem beschädigten Kamin schon überprüft das eine Bau-fälligkeit ausgeschlossen werden kann?

Grüße Löti
Verfasser:
rudi11
Zeit: 20.06.2012 18:39:34
1729303
Der Kaminkehrer überprüft doch jedes Jahr den Kamin und hat sich nie beschwert.
So ich habe jetzt mal ne DN180er Nebenluftvorrichtung mit Motor bestellt. Wird schon irgendwie da reinpassen...
Verfasser:
loeti-new
Zeit: 20.06.2012 21:25:27
1729394
Tragfähigkeit
Verfasser:
loeti-new
Zeit: 21.06.2012 00:31:30
1729461
"Der Kaminkehrer überprüft doch jedes Jahr den Kamin und hat sich nie beschwert."

Ich hab' gerade meinen Architekten bei einem Bier getroffen und der sagt:
Wenn er darauf hingewiesen hat das der Kamin versottet ist und saniert werden muß (auch mündlich) hat er seinen Job erledigt.

Wie saniert werden muß darf er nicht vorschreiben da er damit seine Kompetenzen überschreitet und dem Planer / Handwerker Vorgaben macht die er nicht machen darf.

Und jetzt kommts:
Der Eigentümmer und der Ausführende (auch bei Nachtbarschaftshilfe) ist für eine fach und sachgerechte Sanierung verantwortlich, nicht der Schornie!

Grüße Löti

P.S Ich weis warum ich bei meiner Verwandschaft immer nur die Elektrik/Elektronik mach' und an die Hydraulik nicht hinlang.
Verfasser:
schorni1
Zeit: 21.06.2012 01:08:06
1729467
@ rudi 11

ACHTUNG! Die Nebenluftvorrichtung wird nicht direkt ins Rauchrohr eingebaut, sondern ein entsprechendes ANSCHLUSSstück AN das Rauchrohr! Denn die Regelscheibe darf NICHT in den Abgasstrom schwingen.

@ löti

Der Schorni wird zwar keine "Details vorgeben" aber für eine erfolgreiche Abnahme die Verwendung von zugelassenen Bauteilen und fachgerechte Installation fordern.
Verfasser:
siriuszwo
Zeit: 21.06.2012 01:20:33
1729469
Zitat von schorni1 Beitrag anzeigen
@ rudi 11

ACHTUNG! Die Nebenluftvorrichtung wird nicht direkt ins Rauchrohr eingebaut, sondern ein entsprechendes ANSCHLUSSstück AN das Rauchrohr! Denn die Regelscheibe darf NICHT in den Abgasstrom schwingen.

[...]




... also: Meine (motorische) Nebenluftvorrichtung befand sich 20 Jahre lang in gerader Linie vom Kessel zum Schornstein ....
Verfasser:
schorni1
Zeit: 21.06.2012 01:29:52
1729470
??? Du bist eben ein sehr "geradliniger" :-))

Wie gesagt: MIT Anschlußstück ANS Rauchrohr, NICHT die Klappe mit Rahmen allein!
Verfasser:
loeti-new
Zeit: 21.06.2012 02:04:37
1729472
"Der Schorni wird zwar keine "Details vorgeben" aber für eine erfolgreiche Abnahme die Verwendung von zugelassenen Bauteilen und fachgerechte Installation fordern."

Stimmt, aber er darf nur zerstörungsfrei Prüfen und kann so nicht jedes Blendwerk erkennen.
Deshalb der Eigentümer und Ausführende auch wenn der Schornie geprüft hat.

Außerdem ist die Statikprüfung nicht seine Aufgabe.

Grüße Löti