Hallo
Ich stehe ja nun auf der Seite der Fachleute und sehe mich nicht als "Opfer", selbstverständlich habe ich größtes Verständnis für alle Nutzer, denen nach der 2. oder 3. Pumpe der Kragen platzt.
Ich selber war schon in der Situation, dass eine vermeintlich intakte Pumpe nach einer Wartung auf einmal zu spinnen anfing und wäre der Kunde nicht neben dran gestanden hätte ich doch erhebliche Erklärungsnot gehabt.
Bislang war der Einsatz einer stufigen Pumpe 7818045 der günstigste und zuverlässigste Weg.
Bei einer Anlage mit sauberem Hydraulikabgleich ohne Fußbodenheizung ist die ganze Elektronik eh nur begrenzt erforderlich und von der Leistungsaufnahme bleibt sich das gleich.
Dieser Pumpenkopf entspricht der WILO RS 25/40.
Es passt aber auch der stärkere Kopf 7818046 welcher der RS 25/60 entspricht.
Rein vom Komfort fand ich den Kopf 7818044 am besten weil differenzdruckgeregelt und ohne Busgelumps.
Im Zuge der Umstellung auf Hocheffizienz nimmt WILO diesen Pumpentyp aber aus dem Programm und so fällt diese Möglichkeit in Zukunft weg.
Natürlich gibt es auch weiterhin die Möglichkeit, die interne Heizkreispumpe einfach am Anschluss Blind zu legen und den mittleren drucklosen Abgang zu nutzen.
Hier kann dann auch extern eine Hocheffizenzpumpe verbaut werden.
Weil ich aber nix wegschmeißen kann habe ich über Jahre defekte Busmodule gesammelt und diese jetzt mal unter die Lupe genommen.
Es entsteht ja so der Eindruck, daß Viessmann/Wilo nix machen bei dem Problem.
Das Problem ist imho hauptsächlich die hohe Temperatur bedingt durch die gekapselte Bauweise und die engen Platzverhältnisse nach Viessmann Vorgabe.
Ich hatte Geräte, bei denen der Betreiber die Haube einfach abgelassen hat und fortan Ruhe hatte.
Stichwort "Heizkreispumpenlogik"
Die meißten haben Ihren Tagessollwert zu hoch eingestellt und zusätzlich eine hohe Kennlinie.
Das führt dazu, dass bei frühlingshaften Temperaturen die Heizkörper nahezu geschlossen sind aber die Pumpe je nach "Raumsoll"-Einstellung erst ab 20-22° abschaltet.
Da ist es doch klar dass die Pumpe samt Elektronik überhitzt.
Zur Sache, ich habe jetzt mal die 3 berüchtigten Kondensatoren an einem gebrauchten Modul ausgelötet und dann festgestellt, dass ich die beiden 22mF einfach nicht finde.
Bei Untersuchung der anderen Module sind mir teils erhebliche Unterschiede aufgefallen.
Das bedeutet doch, daß die Hersteller sehr wohl permanent optimiert haben nur aus den oben bereits genannten Gründen gescheitert sind.
Nach meinem Empfinden hält die neueste Version nämlich kein bisschen länger als ältere Versionen.
Die 1996er Version
für die meissten unbekannt weil sie sich nach dem xten Austausch an das Original nicht mehr erinnern können. Das betrifft allerdings nur Eurola, wie man sieht fehlen hier die DIP-Schalter.
Version 2001
wie man sieht hat diese Version anstelle der 22µF zwei SMD-Bauteile
Version 2006
Hier wurden die SMD´s wieder wegrationalisiert.
Diese Version scheint hier baujahrbedingt am bekanntesten zu sein.
Version 2009
Der 100er Kondensator wurde durch einen 220µF ersetzt
Der 1µF MKP hat jetzt die Beschriftung AV R60 MKT
Der 0,1µF ist jetzt optisch kleiner geworden aber ich kann die Beschriftung nicht lesen.
Gefühlsmäßig stirbt diese Version am schnellsten.
Ich halte es nicht für unmöglich, dass es noch weitere Versionen gibt.
Mein Beitrag soll jedoch nicht dazu dienen, die Versäumnisse der Hersteller in Schutz zu nehmen.
Vielmehr wollte ich damit zeigen, dass es eben keine klare Aussage zu den problematischsten Bauteilen geben kann. Genau diese Aussage hatte ich erfolglos gesucht und bin aber auch nicht weiter gekommen. ( Bei meinem HUMAX Kabelempfänger war das deutlich einfacher )
Christian