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08.08.2012 14:55:42 |
Hallo Forum
Es ist (einigen dürfte es bekannt sein) möglich, aus solarthermischer Energie direkt nutzbare Kälte, z.B. zur Gebäudekühlung, zu gewinnen. Eine erstmal ziemlich clevere Idee, weil die meiste Leistung genau dann zur Verfügung steht, wenn auch die meiste LEistung benötigt wird (also bei maximaler Sonneneinstrahlung). Im Prinzip schon fast ein selbstregulierendes System.
Dazu nötig sind eigentlich nur thermische Solarkollektoren in ausreichender Menge, und eine Ab- oder Adsorptionskältemaschine.
Die Technik ist komplett vorhanden und bewährt, es gibt bereits einige praxiserprobte Anlagen.
Das Problem ist aber, dass sich das Ganze aufgrund des wirklich hohen Invest erst nach 25-30 Jahren amortisiert (gegenüber einem el. Kaltwassersatz). So weit in die Zukunft plant und denkt kaum ein Unternehmen, das seine Büros klimatisieren will.
Gerade im Hinblick auf den Energiewandel macht es aber durchaus Sinn, jede kWh Strom einzusparen, die man einsparen kann.
Ich würde gern folgende These zur Diskussion stellen:
Die Bundesregierung sollte in einer Novelle der EneV die realisierung einer Gebäudeklimatisierung durch vollständig solar betriebene Systeme zwingend vorschreiben (bei Neubau und Sanierungsobjekten). Auf elektrisch betriebene Systeme darf nur im Ausnahmefall zurückgegriffen werden, nämlich dann wenn nachgewiesen werden kann, dass kein zur Kühlung ausreichender Solarertrag bei dem Gebäude zu erzielen ist (also z.B. bei einem komplett verschatteten Gebäude, oder einem Gebäude mit hohen inneren Lasten aber nur wenig Dachfläche).
Dann viel Spaß beim diskutieren, bin gespannt auf Eure Meinungen!
René
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08.08.2012 17:41:37 |
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08.08.2012 22:58:48 |
--Die Technik ist komplett vorhanden und bewährt, es gibt bereits einige praxiserprobte Anlagen.-- Solare Kühlung ist nichts Neues, und wurde bereits zig mal erfolgreich realisiert. Mit vernünftigen Kollektoren und Wasser als Wärmeträger gar kein Problem. Natürlich ist es zu begrüssen, "solar zu kühlen" statt mit Strom. Sollte es jedoch Vorschrift werden solar zu kühlen, kommen dabei meiner Meinung nach allerdings jede Menge Schrottprojekte bei zustande, die weder ökonomisch wie ökologisch Vorteile zur elektrischen Kälterzeugung bringen. Ich bin für solare Kühlung. Dann aber bitte auch konsequent mit der richtigen Technik, sonst macht es keinen Sinn. Gruss Ivo-Heizer
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09.08.2012 06:21:50 |
Inwiefern meinst Du, dass dabei jede Menge Schrottprojekte rauskommen werden?Aufgrund der tatsache, dass die meisten Planer / Ausführenden keine Erfahrung damit haben?
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09.08.2012 08:20:25 |
wenn Dachfläche zur Verfügung steht: PV + "normale" Kältemaschine, da kann man noch die eine odere andere Mark aus der Einspeisung mitnehmen und ein hoher Eigenverbrauch ist gewährleistet mit dem (noch gültigen?) Eigenverbrauchsbonus
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09.08.2012 08:50:07 |
Wie sieht es denn überhaupt aus im Vergleich: PV mit Kompressorklimaanlage vs. solarer Kühlun? Womit bekomme ich mehr Kälte pro m² Dachfläche?
Grüße,
Jojo_
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09.08.2012 09:14:12 |
Guter Diskussionsansatz,
ich habe mich auch lange mit dem Thema auseinandergesetzt und neben den durchaus technischen und praktikablen Möglichkeiten auch immer Invest und Betriebskosten mit betrachtet. Mein Ergebnis ist - nicht effektiv - und Kosten-/Nutzenverhältnis nicht positiv.
Ich gehe einen anderen Weg. Ich nutze die "solare" Kälte der Nacht durch Speicherung der Nachttemperaturen in einem großen Kältespeicher und kann diese dann tagsüber ausspeichern, dadurch wird der Kältespeicher auf z.B. 23°C erwärmt und dann nachts wieder auf z.B. letzte Nacht auf 13°C abgekühlt. Zur Zeit läuft der "Kleinversuch" in Kürze kommt dann der große Kältespeicher (ca. 2000kg auf 40m² Fläche) in den Spitzboden. Die zur Verfügung stehende Kältemenge von 22kWh je Tag sind zwar nicht so sehr viel aber reichen aus das DG auf 24°C zu halten ... so ist der Plan. Die Messungen aus dem Kleinversuch 1m² PVT-Hybridtestfläche und 30/60kg SUNBOX-Speicherzelle(n) haben aber die Funktion schon bestätigt.
Zukünftig werden die Sole und Erdspeicher für Wärme und Kälte, also "passive" Kühlung wohl das Rennen machen, da braucht es nur noch den Pumpenstrom.
Steffen
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09.08.2012 10:07:20 |
Hallo,
was soll es denn bringen, 2 to auf dem Speicher nachts über einen Temperaturausgleich mit der Umgebung runterzukühlen, wenn man genau so gut das ganze Dachgeschoss runterkühlen könnte? 2 to sind nichts im Vergleich zu Masse des Dachgeschosses. Nachts die Fenster auf und schon hat man die nächtliche Kühlung zum Nulltarif.
Grüße,
Jojo_
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09.08.2012 10:50:01 |
Hallo Herr Bergermann, als Techniker rollen sich mir bei solchen Themen immer die Fußnägel auf. Mal so als nichtprovozierende Frage: Wie intensiv haben Sie sich mit solarer Kälteerzeugung beschäftigt? Ich werfe mal das Stichwort Wärmesenke in den Raum, die wird mindestens bei Absorptionsmaschinen gebraucht. Und das muß man am Bau erstmal verstecken können. Will heißen: Es gibt KEINE Idealtechnologie zum erreichen eines Zieles. Und sowas zu fördern ist sicherlich schön, vielleicht gibt es aber auch irgendwann ein Verbot nicht nur für Glühlampen sondern auch für Kältekompressoren....
Nachdenkliche Grüße Mario
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09.08.2012 11:26:10 |
Zitat von Jojo_  Hallo,
was soll es denn bringen, 2 to auf dem Speicher nachts über einen Temperaturausgleich mit der Umgebung runterzukühlen, wenn man genau so gut das ganze Dachgeschoss runterkühlen könnte? 2 to sind nichts im Vergleich zu Masse des Dachgeschosses. Nachts die Fenster auf und schon[...] Hallo Jojo, es gibt auch andere Bautechniken, z.B. Holzständerbau. Und Fenster auf ist bei uns wegen KWL nicht üblich und gewollt. (Wenn ich meine Nachbarn sehe wie die gegen Mücken, Fliegen, Falter und Spinnen kämpfen bin ich froh das wir die Fenster zu lassen können) Natürlich läuft auch die KWL-Kühlung da DG als Zuluftbereich definiert ist, aber 80-125m³/h bringen da nicht viel Kühlleistung. Und warum soll ich meinen Spitzboden nicht mit 50kg/m² Speicherleistung bedenken? Ich erhoffe mir da im Fitnessbereich einfach mal noch besseres Klima ;-)) Steffen
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09.08.2012 21:31:47 |
Erstmal zu meinen persönlichen Erfahrungen mit dem Thema. Ich habe sowohl meine Abschlussarbeit zu dem Thema geschrieben, als auch entsprechende Anlagen projektiert.
Nur um das klar zu stellen, ich rede hier sicherlich nicht vom Einfamilienhaus, sondern eher von Objekten wie Bürogebäude, Krankenhaus, Produktion oder vielleicht dem Schnellrestaurant um die Ecke.
Also würde ich eine weitere Einschränkung vornehmen: Ab 50 kW Kälteleistung muß solar gekühlt werden wenn irgendwie möglich.
Zum Wirkungsgrad: PV-Zellen haben einen Wirkungsgrad von 15%, El. Kaltwassersätze einen COP von durchschnittlich 4. Ergibt aus 1000 W Sonnenleistung also ungefähr 600 W Kälteleistung.
Solarkollektoren (CPC Röhren) haben einen Wirkungsgrad von 70%, eine Absorptionskältemaschine hat einen COP von 0,7. Macht bei ebenfalls 1000 W Sonneneinstrahlung ca. 500 W Kälteleistung. Ist also in der Tat deutlich weniger effizient.
Ich denke der Vorteil liegt aber in der Übergangszeit. Gerade bei den heutigen Glasfassaden kann man bei Herbstsonne durchaus noch Kühlbedarf haben. Ein Absorber könnte hier über den Rückkühler frei kühlen, oder die geringe Sonneneinstrahlung noch nutzen. Der El. KWS müsste hier Strom aus dem Netz ziehen.
Aber ein el. KWS mit PV betrieben ist auf jeden Fall eine Form der solaren Kühlung.
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09.08.2012 21:53:10 |
@Rene,
ich gehe mit PVT-Hybridkolletoren ins Rennen. Der PV-Wirkungsgrad von 15% bleibt bestehen bzw. wird durch die T-Funktion im Sommer noch um 4-8% verbessert (Leistungsverlust durch hohe PV-Temperaturen wir ausgeglichen) und die übrigbleibenden 400-500W/m² werde durch die SUNBAG-Absorber in den Wärmespeicher geschafft oder eben nachts in den Kältespeicher. Ich bekomme von April bis September durch die PVT-Kollis thermisch natürlich nur 55-65°C vom Dach, das reicht aber und Themen wie Stagnation sind da nicht zu erwarten da ich bisher selbst bei optimalen Einstrahlungsleistungen von 1300-1500W/m² im "Stagnationsfall" kaum 80°C gemessen habe.
Für mich ist die Lösung die Zukunft.
Steffen
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11.08.2012 17:54:42 |
Zitat von Rene Bergermann  Erstmal zu meinen persönlichen Erfahrungen mit dem Thema. Ich habe sowohl meine Abschlussarbeit zu dem Thema geschrieben, als auch entsprechende Anlagen projektiert.
Nur um das klar zu stellen, ich rede hier sicherlich nicht vom Einfamilienhaus, sondern eher von Objekten wie[...] Einer der wenigen Beiträge, bei denen sich einer traut, zum Griffel zu greifen und mal eine Zahl auf den Tisch zu werfen. Kompliment
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11.08.2012 21:26:39 |
Mal sachte. Die solare Einstrahlungsleistung beträgt pro qm im Weltraum 1.3 kW pro qm, davon kommen auf der Erde knapp 1.000 W pro qm an. Bestenfalls.
Damit betreiben wir eine Absorberkältemaschine. Sie hat drei Wasserkreisläufe: Der Kaltwasserkreis mit (üblicherweise) 12 °C Eintritts- und 6 °C AustrittsT°, der Kühlwasserkreis mit 27/32 °C und der Austreiberkreis mit 95/80 °C. Es müssen (außer den Maschinen-LiBr- und -Wasserpumpen) drei äußere Pumpen betrieben werden, für jeden Wasserkreis eine. Damit das Maschinchen einen akzeptablen Wirkungsgrad hat, müssen die T° für Austreiber und Rückkühlung passen.
Wie um alles in der Welt will man die 95/80 °C solar im Dauerbetrieb erreichen? Für die Rückkühlung benötigt man einen Verdunstungskühlturm, entweder betrieben mit VE-Wasser oder mit Biozidzusatz etc., der lieben Legionellen wegen. Und wo soll der Strom für die Pumpen herkommen?
Meine Meinung: Vergessen Sie es.
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11.08.2012 22:29:25 |
--Wie um alles in der Welt will man die 95/80 °C solar im Dauerbetrieb erreichen?--
Das ist ja wohl das kleinste Problem. Sofern man die richtigen Kollektoren und Wasser als Wärmeträger benutzt, sind sogar 160 °C überhaupt gar kein Problem. Vielleicht mal bei XL-Solar reinschauen, und mal die Referenzen ansehen (z.B.Festo)
Gruss Ivo-Heizer
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12.08.2012 09:40:49 |
Mit VRK's kein Problem. Abgesehen davon fängt ein Absorber ab 60^C im Austreiber an zu arbeiten. Dann zwar mit verminderter Leistung, aber es ist grundsätzlich davon auszugehen, dass die Kühllast entsprechend gering ist, wenn die Solare Einstrahlung nur für 60^ reicht.
Die angesprochenen Pumpen sind übrigens eher Pümpchen. Im Energiebedarf eines Bürogebäudes fällt deren Energieverbrauch kaum ins Gewicht.
Wie gesagt, ich spreche hier nicht vom Einfamilienhaus.
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12.08.2012 09:55:21 |
Sehr geehrte Frau Ivo, aus Ihrem Profil geht leider nicht hervor, was Sie in die Lage versetzt, festzulegen, was das beste System ist. Ich sehe es übrigens mit Bismarck: Jeder Superlativ reizt zum Widerspruch.
Zur Absorbtionsmaschine: Es geht hier nicht um irgendwelche StagnationsT°, sondern darum, daß pro erzeugtes kW Kälte etwa 1,5 kW Heizleistung geliefert werden muß. Und dies ist bei 95 °C mit Solarenergie gewiß nicht ganz einfach. Interpretiert man die oft auftauchenden Zahlen hier im HTD richtig, dann schaffen die Solaranlagen bestenfalls 80 °C. Wenn eine Solaranlage z.B. bei 60/50 °C etwa 600 W/qm liefert, was bleibt davon bei gleicher Sonnenintensität und 95/80 °C?
Wo der Strom für die Pumpen herkommen soll, ist ebenfalls nicht klar, zumal die Photovoltaïk bei hohen UmgebungsT° drastisch an Leistung verliert.
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12.08.2012 10:26:29 |
--Zur Absorbtionsmaschine: Es geht hier nicht um irgendwelche StagnationsT°, sondern darum, daß pro erzeugtes kW Kälte etwa 1,5 kW Heizleistung geliefert werden muß. Und dies ist bei 95 °C mit Solarenergie gewiß nicht ganz einfach.--
Was für Stagnationstemperaturen?? Davon war nie die Rede! Ich rede von 160 °C Einspeisetemperatur, ein ganz normaler Betriebszustand bei solarer Prozesswärmeerzeugung/ Kühlung. Und wir sprechen dann nicht von 160/145 °C, sondern von 160/ 50 °C oder gar noch kälter im Solarrücklauf.
-- Interpretiert man die oft auftauchenden Zahlen hier im HTD richtig, dann schaffen die Solaranlagen bestenfalls 80 °C. Wenn eine Solaranlage z.B. bei 60/50 °C etwa 600 W/qm liefert, was bleibt davon bei gleicher Sonnenintensität und 95/80 °C?--
Blödsinn. Ich spreche nicht von Spielzeuganlagen, sondern von professionellen Solaren Grossanlagen mit Sydney CPC VRK. Da bleibt die Solarpumpe unter 90 °C noch aus. Geerntet wird nur auf sinnvollem hohen Temperaturniveau jenseits der 90°C. Solche Anlagen sind zudem heissstartfähig.
Ivo-Heizer
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12.08.2012 10:43:43 |
Man benötigt zur Rückkühlung übrigens nicht zwingend einen Kühlturm. Ein trockenes Rückkühlwerk (Tisch) funktioniert auch. Bei den Objekten die ich meine gibt es aber eine noch bessere Lösung:
Sofern es eine RLT- Anlage gibt (was bei Krankenhaus, Bürogebäude & Co. Eigentlich der Dall ist) kann man die Ruckkühlwärme einfach mit dem Fortluftstrom der RLT-Anlage abführen. Der Ventilator pustet sowieso, und ob die FOL nun mit 25 oder 35 Grad rausgeht dürfte keinen interessieren. Das wird z.B. In der Sparkasse Heidelberg so gemacht. Dort sitzt im FOL Bereich der RLT Anlage ein Rückkülregister für den daneben stehenden Adsorber.
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| | Zeit:
12.08.2012 10:57:39 |
Frage: Reden wir hier von solarer Kühlung für Einfamilienhäuser oder für Anlagen in industriellem Maßstab? Stehen die in unseren Breiten oder näher am Wendekreis?
Hersteller von Absorbermaschinen (z.B. York, Trane, Thermax...) fangen unter 85 °C EintrittsT° für den Austreiber erst gar nicht an zu rechnen, weil die Maschinen dort nur einen Bruchteil der Nennleistung liefern. Es dürfte klar sein, daß bei WasserT° von 60 °C im Austreiber und 30 °C im Kondensator so gut wie nix läuft.
Weitere Frage: Wenn eine Solaranlage bei 1.000 W/qm (die in unseren Breiten seltenst erreicht werden) und WasserT° von 60/50 °C 600 W/qm liefert, wieviel W/qm liefert sie dann bei WasserT° von absorberfreundlichen 95/80 °C? Und wieviel W/qm sind es bei WasserT° von 160 °C? Bitte nennen Sie ein paar Zahlen, aus denen man Schlüsse ziehen kann.
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12.08.2012 13:04:05 |
Wie ich bereits mehrfach erwähnte, reden wir hier NICHT über ein Einfamilienhaus, sondern über Objekte wie Krankenhaus, Bürogebäude, Museum, Fertigungsbetrieb...
Diese Richtung.
Dass man einem EFH-Besitzer der sein Schlafzimmer kühlen möchte einen Invest von mehreren 10.000 € nicht zumutet sollte sich von selbst verstehen. Der belastet das Stromnetz aber auch nicht so derbe, wie es einen Museum mit 1,5 mW Kühllast tut.
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| | Zeit:
12.08.2012 13:16:35 |
--Weitere Frage: Wenn eine Solaranlage bei 1.000 W/qm (die in unseren Breiten seltenst erreicht werden) und WasserT° von 60/50 °C 600 W/qm liefert, wieviel W/qm liefert sie dann bei WasserT° von absorberfreundlichen 95/80 °C? Und wieviel W/qm sind es bei WasserT° von 160 °C? Bitte nennen Sie ein paar Zahlen, aus denen man Schlüsse ziehen kann.--
Bei welcher Aussentemperatur denn??? Und nochmals, ein delta T von 15 K (z.B wie genannt 95/80 °C) gibt es seltenst bei einer leistungsstarken Anlage. Für gewöhnlich wird dort eine extrem hohe Spreizung gefahren, die je nach Anwendung/ Prozess zwischen 70 und 140 °C liegt.
Ivo-Heizer
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| | Zeit:
12.08.2012 14:46:41 |
Hallo, ich nochmal, werter Herr Bergermann sie waren aufgefordert ein paar Zahlen zu liefern, auch mich würden diese interessieren. Zugleich sind diese Grundlage die Bedenken, nicht nur meine, aus der Welt zu räumen. Da Sie nun schon angeblich Projekte in dieser Richtung betreut haben sollte es doch kein Problem sein die gewünschten Dinge bereitzustellen. Wenn hier von Förderung gesprochen wird sollte man das ganze doch einigermaßen akademisch untermauern können. Das vermisse ich etwas in Ihren Beiträgen. Auch ich bin Steuerzahler.
Immer noch nachdenkliche Grüße Mario
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| | Zeit:
12.08.2012 16:25:32 |
Hallo Herr Bergermann, die Sache mit der Heidelberger Sparkasse hört sich interessant an. Also bitte ein paar Zahlen zum Nachrechnen:
Kälteleistung des Absorbers, Austreibereintritts- und AustrittsT° und evtl. Wassermenge. Wie wird das Wasser für den Austreiber erhitzt? Ein- und AustrittsT° von Verdampfer und Kondensator? Dann interessieren Luftmenge und Abluft- und FortluftT° der Lüftungsanlage mit Rückkühler. Hat die Lüftung einen adiabatischen Kühler in der Abluft?
Wir sind uns einig darüber, daß ein Absorber die Nennleistung erreicht bei 95/80 °C für den Austreiber, 12/6 °C für den Verdampfer und 27/32 °C für den Kondensator.
Hallo Frau Ivo-Heizer, nehmen Sie mal eine AußenT° von 30 °C an. Und ab welcher Leistung gelten Absorberanlagen in Ihren Augen als leistungsstark? Ich habe vor 2 MW-Absorbern gestanden, die waren verdammt unhandlich, wurden aber mit 95/80 °C betrieben.
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12.08.2012 18:50:57 |
Welche Zahlen fehlen denn?
Ich rede übrigens NICHT von einer Förderung, sondern von einer Verpflichtung. Und das, hier noch mal der Hinweis, nicht fürs EFH.
Wenn jemand für 50 Mio. baut, wäre es normalerweise kein Problem für 1 Mio. mehr zu bauen, dafür aber Solar gekühlt. Aber ohne eine gesetzliche Pflicht nimmt diese Zusatz-Mio keiner in die Hand. Warum auch?
Katalysatoren an Autos haben sich auch erst durchgesetzt als sie Pflicht wurden.
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| | Zeit:
12.08.2012 20:18:58 |
Noch mal allgemein zum Hintergrund: Ich WAR bei einem Unternehmen beschäftigt, das solche Anlagen projektiert hat. Da ich dort nicht mehr beschäftigt bin, kann ich mit konkreten Zahlen und vor allem Messwerten nicht dienen. Da wäre ich zu sehr auf mein Erinnerungsvermögen angewiesen. Das Projekt "Sparkasse Heidelberg" habe ich nicht projektiert. Ich betreue es aber kundendienstmäßig. Mittlerweile bin ich bei einem Hersteller von RLT-Anlagen beschäftigt. Von eben diesem Hersteller kommt die RLT Anlage, die dort die Abwärme abführt. Zum Projekt: Gekühlt wird dort einerseits über die RLT Anlage (Abluft-Adiabatik), andererseits über eine 8 kW Adsorptionsmaschine der Firma Sortech. Die Entfeuchtung wird in der RLT Anlage über ein offenes Sorptionsverfahren durchgeführt. So ist eine gleichbleibende Keistung der adiabatischen Kühlung auch bei Schwüle gewährleistet. Da aus dem WT adiabat gekühlte Fortluft zur Verfügung steht, ist die Abfuhr der Abwärme des Adsorbers sehr effizient möglich. Die Antriebsenergie wird über Flachkollis (95m^2) zur Verfügung gestellt. Sie dient einerseits zum Antrieb des Adsorbers, aber auch zur Regeneration der offenen Sorption zum Entfeuchten. Ich bitte um Verständnis, dass ich mit konkreten Auslegungsdaten der RLT Anlage ggf. Betriebsgeheimnisse verraten würde, und mich deshalb hier mit Angaben zurückhalte. Auf folgendem Link findet man ein Bisschen mehr zu dem Thema, wie auch zu dem konkreten Projekt: Hindenburg Consultingfindet man mehr über den verwendeten Adsorber. Wenn man sich die Werte ansieht wird schnell klar, dass ein Temp. Niveau von 55 - 95^C vollkommen ausreichend ist. Alle Zahlen die man braucht kann man sich aus den beiden Links durchaus zusammensuchen. Nur Luftmengen und Temperaturen der RLT-Anlage werde ich nicht angeben. Und hier: Sortech |
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12.08.2012 20:32:02 |
Mist, die Links haben mit dem blöden Smsrtphone nicht funktioniert. So wie es aussieht fehlt jeweils der : Hinter dem http... Einfach manuell nachbearbeiten, Sorry.
Eigentlich wollte ich auch noch weiter schreiben, hab aber zu schnell gesendet. Der 2. Link führt zu der hier verwendeten Kältemaschine.
Man sieht am Datenblatt, das Temperaturen von 55 - 95 Grad völlig ausreichen.
Wie gesagt, Luftmengen und Temperaturen innerhalb der RLT Anlage sind etwas sensibel, da man darüber auf unsere Auslegung schließen könnte. Sorry dafür.
Aber ich denke, dass diese Infos insgesamt mehr als ausreichend sind um ein reales, gut funktionierendes Projekt zu zeigen.
Gruß
René
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13.08.2012 15:27:09 |
Hallo Herr Bergmann, die Zahlen sind ja schonmal ein guter Ansatz. Gut funktionierendes Konzept, auch die Ablufttemperatur anzuheben um eine Wärmesenke zu bekommen, hmmm. Das ist keinesfalls abwertend gemeint. Gefällt dem Ingenieur in mir. Wenn ich damit zu meinem Chef gehe reißt der mir zwar nicht die E*er ab aber versenkt das Konzept wahrscheinlich kommentarlos in der runden Ablage. Und das zu Recht. Warum? Wir sollten mal das wirtschaftliche außen vor lassen, bereits bei der Anwendung in der Praxis fliegt einem das Konzept um die Ohren. Ich kann mir sowas hervorragend für reine Büroklimatisierung dieser Glasbuden vorstellen. Die erste Frage ist da aber: Müssen solche Hütten überhaupt so gebaut werden? Die Glühbirne verbieten, so als Wink mit dem Zaunpfahl. Kommen wir mal zur Prozeßwärmeabfuhr in Gebäuden, ist eben auch Gebäudeklimatisierung. Rechenzentren zum Beispiel. Ein Beispiel aus der Praxis, nicht nur in unserem Laden wird das so gehandhabt. Die EDV ist bei uns ständig gewachsen, Zeitraum des Prozesses ca. 20 Jahre. Gegenwärtig sind wir bei 2x15 kW (Bestand) plus 2x12,kW Kälteleistung (nachinstalliert) im Serverraum. Nochmal 12,5 kW im USV Raum. Der Kram rödelt volles Rohr die ganze Zeit, nicht nur wenn die Sonne scheint. Lüftung ist nicht vorhanden, Raum hat keine Fenster. Wie will man solche wachsenden Strukturen in Gesetze gießen, wenn nach spätestens 5 Jahren infolge der Unternehmensentwicklung der ganze Kram völlig unbrauchbar wird und man nur Kälte hat wenn die Sonne scheint? Und da sagt mein gesunder Menschenverstand: Vergiß es. Und der Kaufmann auch, der rechnet mal mit herkömmlicher Klimatisierung das Ding durch, die sowieso als Backup für sonnenarme Zeiten da sein muß und sieht dann den Preis für den Solarkram abzüglich der gegenläufigen Einsparung. Haben Sie mal für die 15 kW Maschine samt Infrastruktur gerechnet was die mehr kosten dürfte mit den Parametern für die Einsparung und einer Amortisationszeit von 10 Jahren? Nochwas, wir haben auch eine große 160kW Kaltwassermaschine stehen, trotz das wir dieselbe haben, wenn ich mal das ganze Kleinklimabilliggefrickel sehe, was da inzwischen in jeder Ecke rödelt, das ist in meinen Augen der schlimmere Energievernichter. Und das wäre auch die Folge Ihrer meinetwegen 50 kW Regelung. Letzteres habe ich aber nicht nachgerechnet. Leider ist es durch ganz andere, politisch bestimmte Parameter, technische Spielerei. Ökologisch vielleicht sogar sinnvoll, aber leider was für Liebhaber. Denn wenn man nach ökologischen Gesichtspunkten geht, gäbe es nicht nur die Grünen nicht mehr. Nochwas, auch ein Smartphone habe ich nicht, obwohl ich viel mit EDV zu tun habe. Ich bin ökologisch mit meinem 10 Jahre alten Nokia, welches wahrscheinlich eines natürlichen Todes sterben wird. Dann erst gibts was neues. Und muß auch nicht immer und überall erreichbar sein, das schont auch die eigenen Energiereserven:-).
In diesem Sinne Mario
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