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Gas- und wasserdichte Hauseinführung
Verfasser:
Redsonic
Zeit: 06.01.2017 10:30:47
0
2458832
Hallo Forumsgemeinde,

ich fühle mich gerade ein wenig ausgenommen. Erst hat das Brandenburgische Bauordnungsamt die Kosten für Baugenehmigungen um 40% erhöht, dann will der Netzbetreiber für Strom den Baustrom nur mit vorheriger Hausanschlusssäule setzen und jetzt das nächste Ding. Beim Bauanlaufgespräch kam das Thema gas- und wasserdichte Hauseinführung zur Sprache. Für Strom braucht man die und jetzt auch noch für die Telekom. Wasser muss ich noch klären. Die Einsparten-Hauseinführung soll 500€ kosten. Mehrsparten noch mehr – aber wird dann pro Sparte günstiger.

Bin grade echt genervt weil Bauen ja gerade teuer genug ist. Das Thema ist ja für die Anbieter dieser Hauseinführungen eine Blaupause zum Gelddrucken.
Nun ist meine Frage: Nur mal Interesse halber, wo kommt das Thema eigentlich her? Wie seht ihr die Kostenlage? Ist das Sache des Generalunternehmers oder Sache des Bauherrn? Der Generalunternehmer könnte argumentieren, dass man ja den Telekomanschluss auch außen an der Hauswand machen kann oder die Hausanschlusssäule für Strom ja auch weiterhin stehen bleiben kann. Dann braucht man wohl die Hauseinführung nicht. Ich will da ja auch gleich zu Beginn keinen Streit um die Kosten anfangen, aber es nervt mich, dass ich eigentlich alle Nebenkosten minutiös eingerechnet habe und immer noch eine Sonderlocke wegen neuester Gesetzgebungen kommt.

Grüße, Redsonic
Verfasser:
KleinTheta
Zeit: 06.01.2017 11:05:29
1
2458846
Was ist mit dem GU vertraglich fixiert?

Die GUs sind da sehr unterschiedlich. Bei dem einen Anbieter muss man sich z. B. um Bauzaun, Bauwasser und Baustrom (auch Säule) selber kümmern, bei dem anderen ist das im "FullService-Paket" inkludiert.

Die Mehrsparteneinführung gehört m. M. n. zu den grundlegenden Leistungen, schließlich sollte der GU verpflichtet sein alle örtlichen und aktuellen Vorschriften zu erfüllen.
Verfasser:
Wolf S
Zeit: 06.01.2017 16:26:22
0
2458985
Ich denke auch, dass es auf den Vertrag ankommt - aber ich kann mir nicht vorstellen, wie dein GU z.B. eine Heizung in Betrieb nehmen will, wenn der Strom- und/oder Wasseranschluss nicht besteht. Und die Heizung mit Baustrom in Betrieb nehmen - ich weiß nicht, ob es alle so machen, aber einige Kessel-Hersteller bestehen auf einem festen Anschluss. Also von daher ganz klar Aufgabe des GU. Anders sieht es natürlich aus, wenn z.B. das Graben des Schachtes, in den die Leitungen kommen sollen, nicht vom GU sondern von dir gegraben werden.... Also: Vertrag lesen.
Verfasser:
Hannes/esbg
Zeit: 06.01.2017 17:05:52
2
2458997
Also diese "dichten Einführungen" für Gas, Wasser, Strom und andere Kabel oder Schläuche sind keine neue Erfindung, sondern schon seit Jahren "Stand der Technik"!

Die Zeiten wo man in die fertige Kellerwand ein Loch stemmte und dort ein Rohr irgendwie abgedichtet hat (oder auch nicht) sollten schon lange vorbei sein.

Wenn euer GU nun schon beim Bauanlaufgespräch hier mit massiven Nachforderungen kommt dann ist er wie man bei uns sagt "ein lumpiger Windbeutel"!

Ausserdem kosten derartige Durchführungen für ein 100 mm Futterrohr so um die 50,-€ pro Stk. und nicht 500,-€, der Schalungsbauer setzt in die Wandschalung entweder ein fertiges Futterrohr (aus irgendeinem Faserbeton) oder ein passend abgeschnittenes KG Rohrstück welches mit einem Quelldichtband umwickelt ist ein und fertig.

In dieses Futterrohr wird dann die passende Ringraumdichtung eingesetzt und festgeschraubt, also alles keine Hexerei und auch kein wirklich aufpreispflichtiger Teil!

Es sei denn Du hast Sonderwünsche und willst in jeder Wand 3 oder 4 "Reserverohre" einlegen lassen.
Verfasser:
chappi73
Zeit: 06.01.2017 17:16:05
0
2459003
Entweder bringen die Stadtwerke das selbst mit ... oder der GU.
Falls GU, kannst ihm ja mal den Typ mit der Fa. Kraso geben. Die sind meist günstiger. Schau bei denen mal auf die Hompage.
Verfasser:
KleinTheta
Zeit: 06.01.2017 17:40:11
0
2459019
@Hannes/esbg Naja, mit dem Preis liegst Du leicht daneben. So kostet z. B. eine Quadro-Secura Nova 2 mit Zementfaserrohr in der Ecke von 750 €, mit einer Mehrfach-Mauerdurchführung von Mastertec (Kraso) kommt man auf 227,50 € (Liste), gibt sicher noch andere Anbieter.

@chappi73 Die Versorgungsunternehmen fordern heute, dass solche Durchführungen bauseits vorhanden sind und je Versorger ein eigenes Lehrrohr zur Verfügung steht.
Verfasser:
Hannes/esbg
Zeit: 06.01.2017 18:10:51
0
2459032
@KleinTheta !

Ich kenne Deine Einkaufsquellen nicht, aber wenn Du nach Ringraumdichtungen gogelst, dann hast Du in kürzester Zeit aktuelle Preise, für eine 100-er Durchführung mit 250mm Wandstärke und einem KG Rohrelement mit 2 Muffen und Kragen 36,-€ excl, sowie einer Kompakt Ringraumdichtung dafür mit 38 bis 34mm Rohrdurchführung in Gummi/Edelstahlausführung um 39,-€ excl.


Meine Tochter hat vor 2 jahren neu gebaut und ich habe die gesamte Haustechnik samt allen Durchführungen geplant, dort haben wir insgesamt 12 solche Ringraumdichtungen / Durchführungen verbaut und diese kosteten pro Stk Mono 34,-€ incl. sowie für die Muliticable (7 Durchführungen) 51,-€/Stk.
Druckwasserdicht mit Garantie bis 1 Bar!


Alle für 100/110 mm Futterrohr, welche direkt vor Ort auf Maß aus einem 110 mm KG Rohr abgeschnitten wurden und mit einem Quelldichtband umwickelt wurden und vom Schalungsbauer in die Schalung eingesetzt wurden.

Faserzement Futterrohre sind zwar etwas teurer (100 mm Innen mit 250 mm L etwa 45,-€ excl.) bieten aber kaum Vorteile!

Aber wie gesagt man kann ein und dasselbe bei verschiedenen Anbietern zu völlig unterschiedlichen Preisen (und Rabatten) "zum Bestpreis" erwerben! Was heute in Zeiten von Tante Google schon unverständlich ist!
Verfasser:
Petermännchen
Zeit: 06.01.2017 19:18:02
0
2459064
In der Regel schreiben die Energieversorger seit einiger Zeit vor, dass nur noch DVGW-zertifizierte Ein- bzw. Mehrsparten-Hauseinführungssysteme bauseits zu verwenden sind. Diese Hauseinführungen müssen der DIN 18322 und der DVGW VP 601 entsprechen.
Verfasser:
Redsonic
Zeit: 11.01.2017 22:05:56
0
2462001
So da bin ich wieder. Danke für eure Antworten. Habe noch ein wenig recherchiert. Es müssen bei uns jetzt Strom, Wasser und Telekom diesen Vorgaben entsprechen. Also wird es eine Mehrspartenhauseinführung. Hoffe mal wir können die trotzdem nehmen, auch wenn unsere Wasseruhr auf der anderen Seite der HWR-Tür ist und der Strom an der anderen Wand rauskommt. Laut meiner Recherche ist das nicht so easy mit Futterrohr, weil die Versorger konkret nach irgendwelchen Vorschriften zertifizierte Rohre fordern. Habe da jetzt die Firmen Hauff oder Doyma gefunden, die jeweils um die 600 EUR für son Teil nehmen.

Ich habe dann noch mal die Technische Baubeschreibung (BLB) geprüft. Nur zu Strom steht überhaupt was drin. "Die Ausführung erfolgt nach VDE-Vorschriften und nach technischen Anschlussbedingungen des Energieversorgungsunternehmens (TAB)". Dort steht wiederum, dass der Anschluss außerhalb von Gebäuden oder innerhalb von Gebäuden erfolgen kann. Wenn innerhalb von Gebäuden dann nach DIN 18012 gas-und wasserdicht und gegebenenfalls druckwasserdicht. Jetzt kann natürlich der GU sagen, dass ich ja die Hausanschlussäule außen stehen lassen kann und der Anschluss im Gebäude ja mein Wunsch und damit auch mit Mehrkosten verbunden ist. Alles Mist sag ich euch.

Zu Wasser und Telekom steht gar nichts in der BLB. Es sind in der Tat windige Praktiken. Ich frage ich wie es den Leuten geht, die eng kalkulieren.
Verfasser:
chappi73
Zeit: 11.01.2017 22:27:44
0
2462015
In den meisten GU-Verträgen ist der Hausanschluss ausgeschlossen. Weil es keiner liest ... und das Haus etwas billiger wird. Am Ende braucht es doch wieder jeder und zahlt es.

Mein Rat: Beiß in den sauren Apfel - der GU soll sich drum kümmern. Und das Fabrikat geben meist die Stadtwerke vor.
Und ob gas-/druckwasserdich oder nicht sollte sich aus dem Baugrundgutachten ergeben - das es bei GU-Verträgen auch meist nicht gibt.


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