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Buderus WPL 6 AR E ersetzt Nibe F600P
Verfasser:
Arne_
Zeit: 10.01.2017 19:29:17
4
2461262
Hi zusammen,

nachdem meine Nibe F600 (Abluftwärmepumpe) 16 Jahre weitgehend problemlos lief und ich auch schon vor ca. 10 Jahren alles Optimierungspotential rausgeholt habe (siehe auch: http://www.haustechnikdialog.de/Forum/t/15309/Regelungsschema-NIBE-Fighter-600P) hatte ich mich entschlossen, diese durch eine moderne LWP auszutauschen, bevor irgendwann mal ein größerer Ausfall zu raschem Handeln gezwungen hätte.

Da auch Crink mich schon mal um einen Bericht gebeten hatte, soll dieser hier nun entstehen.
Zitat von crink Beitrag anzeigen
Hallo Arne,
danke für die Rückmeldung. Ich würde mich freuen, wenn Du einen neuen Thread aufmachst und mehr zu Deiner Anlagenumstellung schreibst (Kosten, Gründe für die Entscheidung, Zeitaufwand, Lüftungslösung). Denn es gibt ja noch mehrere Fighter F600/F640, die in die Jahre kommen[...]

(aus: http://www.haustechnikdialog.de/Forum/t/189685/Nibe-Fighter-600p-Einstellungen-und-Stromkosten-reduzieren?page=2).

Mit den Überlegungen und Planungen begann ich vor ca. 2 Jahren, so dass genügend informiert und geplant werden konnte.

Schnell stand für mich fest:
- LWP als Compact-Gerät (kein Split, da Eigenmontage geplant)
- keinen Tower - ist aus meiner Sicht immer in Kompromiss und wenn etwas kaputt geht wird's meistens schwierig und teuer. Die 180l von der 600P waren mir auch etwas knapp, da nach einem Vollbad das WW zum Duschen zu kalt war. Daher wollte ich lieber einen etwas größeren WW-Speicher (300l).
- Lüftung sollte von dezentraler Zuluft (Wandventile) auf zentrale KWL umgestellt werden.
- PV-Integration gewünscht
- Heizleistung 6 kW ausreichend - das konnte ich viele Jahre mit meiner 600P testen, dort hatte ich den Heizstab fast immer deaktiviert und in längeren Frostperioden höchstens nur max. 3kW freigegeben (die WP schafft alleine nur max. 3kW).

Folgende Modelle hatte ich in engerer Auswahl:

Inzwischen wäre auf jeden Fall auch die neue Nibe F2120-8 eine weitere Option.

In den letzten 2 Jahren konnte ich mir auch einige Geräte auf den Messen ISH und SHK anschauen.
Letztendlich habe ich mich für das Bosch Gerät entschieden, da es von der dänischen Energie-Agentur sehr gut SCOP (JAZ) Werte erhalten hat (http://sparenergi.dk/forbruger/vaerktoejer/varmepumpelisten) und mich auch die "Innovationen" dieser WP interessiert haben (http://bosch6000orasvanduo.weebly.com/uploads/1/7/5/3/17533545/1_compress_6000_aw_presentation.pdf). Ich wohne in Schleswig-Holstein, mit ähnlichen Klima wie in Dänemark, insofern sind für mich gute COP Werte im Bereich um 0° wohl am wichtigsten. Auch die Reglung hat mir zugesagt. Weiterhin gefällt mir die Lösung mit der kleinen Inneneinheit, mit Pumpe, Heizstab (bis 9 kW), MAG und Reglung - im Aussengerät ist gut verpackt nur der Wärmetauscher. Genommen habe ich dann die baugleiche Buderus Version, da mir das braune Gerät zum Klinker passt.


Wenn es nur nach Preis-Leistung gegangen wäre, dann ist aus meiner Sicht die Geisha alternativlos.
Ich habe für Aussengerät+Inneneinheit ~7.700 EUR (inkl. MwSt), bezahlt, zuzüglich ~500 EUR für die Inbetriebnahme durch Buderus (Bosch). Diese ist erforderlich für die Garantie - aber auch hilfreich für den BAFA Antrag. Das Gerät enthält ein Internetinterface, SmartGrid- und PV-Steuerung standardmäßig.
Weiterhin verbaut habe ich den RC100H Raumfühler mit Feuchtefühler (erforderlich für Kühlbetrieb), den Sauter Taupunktwächter + Messumformer EGH102F001 (auch erforderlich für Kühlbetrieb), sowie einen TWL SWP 300 Warmwasserspeicher und einen Wärmezähler. Die WP hat die (von einigen hier bemängelte) Eigenart, dass sie zwingend einen Bypass und eine externe Heizkreispumpe benötigt. Die ERRs meiner FBH hatte ich schon länger stillgelegt, außer im Gäste- und im Schlafzimmer, da diese nicht bzw. nur zeitweise beheizt werden.
Die Installation geht mit handwerklichen Geschick und den heutigen Pressverbindungen recht einfach, größte Herausforderung war noch die alte Nibe 600P von Standort abzurücken und per Flexschläuche temporär wieder anzuschließen, damit die WW-Versorgung über die 2-3 Wochen der Installation gewährleistet war. Die Außeneinheit habe ich mit 33er Alu-Verbund-Rohr an die Inneneinheit angeschlossen und die Inneneinheit mit Cu28 an die vorhandene Heizung-Installation, sowie den neuen WW-Speicher.
Da ich Eigeninstallation habe und für die BAFA den Nachweis zum hydraulischen Abgleich benötigte habe ich als Heizungspumpe die Grundfos Alpha3 genommen, diese unterstützt zusammen mit dem Alpha Reader den hydraulischen Abgleich und erstellt einen PDF-Report, der von der BAFA akzeptiert wird. Dies habe ich zusammen mit dem Inbetriebnahmeprotokoll von Bosch und allen Rechnungen als Antrag an die BAFA gesendet. Inzwischen kam auch die Zusage: 1.500 EUR für die WP, 500 EUR für die Zusatzförderung bei Lastmanagementfähigkeit (SmartGrid ready mit dem 300L Speicher) und knapp 100 EUR als Zusatzförderung für die Optimierung der Heizungsanlage (Optimierungsbonus) - sprich 10% von den Inbetriebnahmekosten und dem Wärmezähler.

Bis jetzt bin ich mit der Anlage sehr zufrieden, die locker doppelte Heizleistung und der größere WW Speicher bringen zusätzlichen Komfort gegenüber der alten 600P und vor allem die kalte Luftnachströmung ist nun vorbei - als Lüftungsanlage werkelt inzwischen eine Zehnder Q350 (Enthalpie) bei mir. Wieviel ich tatsächlich einspare werde ich erst später sehen, auch bei der 600P hatte ich fast immer den Heizstab gesperrt und mit einem Kaminofen zugeheizt. Wenn man die Heizstab aber mal aktiviert hatte, dann waren schnell 60kWh an einem Tag verbrannt, an denen ich jetzt mit unter 20 kWh auskomme. Die viele Takterei der 600P (in der Übergangszeit) ist jetzt auch vorbei - teilweise über 30 Starts am Tag, wobei sie dem Kompressor über die 16 Jahre wohl nix ausgemacht hatte.

Die 600P hätte wohl auch noch eine gute und leitungsstarke BWP abgeben, das 3-Wege-Ventil hatte ich schon in der Übergangszeit ausgebaut, da es jetzt weiter verwendet wird. Zwischenzeitlich hatte ich auch mal überlegt, nur das obere WP-Teil als Kühlanlage zu verwenden und die Wärme in die Zisterne zu leiten - aber letztendlich war alles zu groß und zu schwer (das Oberteil wiegt 120kg), so dann doch fast alles ausgeschlachtet und sortiert ins Altmetall ging. So hat sie uns noch ein Abendessen finanziert.

Weitere geplante Maßnahmen sind die Anbindung an meine 8 kWP PV, davon verspreche ich mir aber nicht viel - sowie langfristig die Nachrüstung einer Wandheizung im WZ. Leider ist meine FBH nicht optimal ausgelegt - im 47qm Wohnzimmer liegen nur zwei 17er Heizkreise, die viel zu lang und in zu großem Abstand verlegt sind. Mehr als 80 l/h bekomme ich kaum durch einen Kreis, während in den kleineren Räumen (Küche, Bäder, ...) fast das doppelte ginge. Entsprechend ist das WZ mit seinen 3 Außenwänden und einem Erker der kälteste Raum und gibt die VL-Temp vor (aktuell ca. 30-32°). Aktuell habe ich daher nur einen gesamt Volumenstrom von 800 l/h - die WP fährt aber mit ihrem Kreis aktuell bei 3kW Heizleistung aber auch nur 500-600l/h Stunde, so dass das wohl ok ist.

Wenn ich dann mal das WZ renoviere möchte ich daher an den Außenwänden Wandheizung und Lehmputz nachrüsten.

So, schon viel zu viel für Euch zum Lesen - weiteres dann später mal ...

PS: achso - Dezember-Verbrauch war 216 kWh für 911 kWh Stunden Wärme (AZ 4,22).
Verfasser:
Sido
Zeit: 11.01.2017 08:46:47
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2461472
Hallo Arne,
super spannend dein Beitrag!
Besonders interessant fand ich das verlinkte Dokument: 1_compress_6000_aw_presentation.pdf
Gibt es so etwas auch zur "Bosch Compress 7000i LWM 3-12"? Also die modulierende Sole-WP von Bosch/Junkers/Buderus? Die Technik ist nach meinem Verständnis in weiten Teilen gleich.
Kannst du mir etwas zu dem Modulationsbereich deiner WP sagen? Im Servicemenü -> Diagnose -> Monitorwerte kann man ja die Kompressordrehzahl in Prozent ablesen. Bei meiner STM 120-2 habe ich hier schon Werte bis runter auf 12% gesehen, obwohl bei Junkers offiziell nur 25% oder größer möglich sein sollten. Wie ist bei dir der kleinste Wert? Oder moduliert deine AR 6 wie angegeben wirklich "nur" von 2-6kW?

Gruß,
Sido
Verfasser:
crink
Zeit: 11.01.2017 09:23:31
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2461490
Moin Arne,

danke für den Bericht. Für mich sehr wertvoll, da ich die Ausmusterung meiner Nibe F600 für das nächste Jahr plane. Heizlast einen Tick höher (6 kW bei -12), Standort (Süd-SH) fast vergleichbar. Noch ein paar Fragen an Dich:
- Wie hast Du die Zuluftrohre für die neue KWL im Haus untergebracht? Hat jeder Raum, der ein Frischluftventil besaß, nun einen direkten Anschluss an die KWL bekommen? Auslegung nach Gefühl oder gerechnet?
- Hast Du an der Heizungshydraulik Änderungen vorgenommen oder einfach die WP dort angeschlossen, wo vorher die Nibe angeschlossen war?
- Sind bei Dir ERR oder ein Überströmventil im Einsatz?
- Wie groß sind bei Dir die Verluste des WW-Speichers?

Viele Grüße
crink
Verfasser:
Arne_
Zeit: 11.01.2017 09:52:31
0
2461504
Hi Sido,
bei mir gibt's leider keine Anzeige zur Kompressordrehzahl, aber die niedrigste Wärmeleistung liegt bei ca. 1 kW bei ~200 W Stromaufnahme (inkl. beider UWP). Der Ventilator dreht dann so langsam wie eine Schallplatte.
Zur Compress 7000 habe ich leider keine vergleichbaren Dokumente gesehen.

Gruß, Arne.
Verfasser:
Arne_
Zeit: 11.01.2017 12:06:39
1
2461594
Zitat von crink Beitrag anzeigen
Moin Arne,

danke für den Bericht. Für mich sehr wertvoll, da ich die Ausmusterung meiner Nibe F600 für das nächste Jahr plane. Heizlast einen Tick höher (6 kW bei -12), Standort (Süd-SH) fast vergleichbar. Noch ein paar Fragen an Dich:
- Wie hast Du die Zuluftrohre für die neue[...]


Hi Crink,

ja, ich hatte lange geplant - aber jetzt mit der Förderung war Zeit zur Erneuerung. Und mit 100% Eigenleistung (ok, der Nachbar hat beim Raustragen der 600P geholfen) dauert's ja auch etwas länger und musste außerhalb der Heizperiode erfolgen.

Der WW-Speicher SWP 300 von TWL hat Energieeffizienz B und 72W Verlustleistung.

Die größte Herausforderung war alles im kleinen HWR unterzubringen, das war der Vorteil der Nibe 600P, die hatte alles im 60x60x200 Tower. Bisher hatte ich rechts im Eck die 600P stehen, dort steht jetzt der WW-Speicher mit Zirkulation, Sicherheitsgruppe und Heizungspumpe. Versetzt darüber hängt die Lüftung, so dass die Magnesiumanode noch gewechselt werden kann.

Damit habe ich kurze Wege für die Lüftungsrohre (vorhandene Abluft aus dem Haus, Fortluft und Frischluft), sowie die Wasser- und Heizungsrohre, die hinten aus dem Wandvorbau kommen. Die Wanddurchführung für die Frischluft musste ich von 120 auf 160 erweitern. Am Anschlusskabel 5x4mm² der Nibe habe ich einen neuen Kleinverteiler gesetzt, in dem die Unterverteilung und Zähler für WP, Lüftung, ERR und Wärmezähler sitzen. Die Rückwand der HWR war schon belegt mit PW-Wechselrichter, Waschbecken, Regenwasserwerk und Waschmaschine (links in der Ecke), so dass die Inneneinheit nur noch links über der Waschmaschine Platz fand. Somit konnten die Sicherheitsgruppe und der Kondensablauf der Lüftung am ehemaligen Kondensablauf der 600P angeschlossen werden und das Sicherheitsventil der Heizung von der Inneneinheit am Überlauf des Regenwasserwerks.
Die WP-Außeneinheit steht direkt an der Position des Waschbeckens, so dass ich mit einer einfachen Wanddurchführung direkt ins Haus komme.
Bei dem Anschluss an die vorhanden Heizung habe ich noch einen Abzweig mit Absperrventilen eingebaut, damit ich später die Wandheizung im WZ und ggf. einen Heizkörper im Spitzboden nachrüsten kann. Bei der Hydraulik habe ich, wie es Bosch vorschreibt, einen Bypass aus 22Cu hinter dem Umschaltventil eingebaut, allerdings mit Kugelventil. Das Umschaltventil ist übrigens noch das alte aus der 600P.

Ohne Bypass würde wohl das "Smart hot water switching" bei der WW-Erzeugung nicht funktionieren und auch bei der Enteisung zu wenig Volumenstrom zu einer Fehlermeldung führen - hier fährt die interne UWP auf 100% und 1,5m³/h, die ich im Heizkreis nicht schaffe. Ansonsten dümpelt die Delta-T geregelte interne UWP meist zwischen 1-10% (Heizung) oder 20% (WW). Die externe Heizungs-UWP läuft mit 20W bei ca. 0,8m³/h. Bei voller Leistung (40W) könnte ich sie auf ~1m³/h hochprügeln, dann ist aber auch Schluss mit meinen 8 offenen FBH Kreisen. Gäste- und Schlafzimmer sind per ERR zu, bei allen anderen habe ich die Stellantriebe gelockert (und die Raumthermostate runtergedreht).
Für die Lüftung musste ich die Zuluftverrohrung nachrüsten, das ging für die Zimmer im Obergeschoss unsichtbar. Ich habe mich für Zehnder ComfoTube 90 entschieden, um nur ein Rohr pro Luftauslass legen zu müssen (bei den 75er sollten zwei pro Ventil verwendet werden). Vom HWR konnte ich durch die Decke in die Abseite im OG und von dort in die Dach-Zellulose-Dämmung zischen den Dachsparren in den Spitzboden. Das war keine schöne Arbeit, aber mit einem langen Stab ließ sich eine Wäscheleine durchziehen und mit dieser erst einen Trichter und anschließend die Flexrohre durch die Zellulose-Dämmung. Am Spitzboden habe ich den Dielenboden entfernt und konnte die Rohre in der Dämmung der Balkendecke zu den neuen Deckenventilen vor den Fenstern der Räume im OG führen.

Gleichzeitig habe ich nun den Spitzboden auch mit Zellulose dämmen lassen und hier auch ein Zuluft- und Abluft-Ventil montiert.
Im EG hatte ich zwei Wandventile im WZ, hier habe ich jetzt drei Zuluftventile eingebaut, wobei zwei Flexrohre aktuell noch sichtbar im Flur verlaufen. Hier werde ich vom Tischler ein Bücherregal einbauen lassen, in dem die Rohre dann verschwinden. Zuvor werde ich aber dort auch noch Leitungen für die zukünftige Wandheizung im WZ, sowie - endlich - eine Wasserleitung für Regenwasser zum Gäste-WC.
Verfasser:
Sido
Zeit: 11.01.2017 21:41:58
1
2461991
Hallo Arne,
die geringe Stromaufnahme weist ja darauf hin, dass auch diese "Bosch-WP" deutlich weiter runter moduliert als offiziell angegeben, toll! So etwas möchte ich noch häufiger sehen, denn der Wärmebedarf moderner Häuser wird ja immer geringer!
Bei meiner Bosch-WP ist die Kompressordrehzahl in folgendem Menü: Servicemenü -> Diagnose-> Monitorwerte -> Wärmepumpe-> Ausgänge -> Kompressordrehzahl. Vielleicht kannst du nochmal schauen,Arne? Unter Info -> Systeminformationen wird bei mir die "Leistung Kompressor" angezeigt. Gibt es das bei dir auch?

Gruß
Sido
Verfasser:
lowenergy
Zeit: 12.01.2017 07:48:33
0
2462096
Zitat von Arne_ Beitrag anzeigen
... bei mir gibt's leider keine Anzeige zur Kompressordrehzahl, aber die niedrigste Wärmeleistung liegt bei ca. 1 kW bei ~200 W Stromaufnahme (inkl. beider UWP). Der Ventilator dreht dann so langsam wie eine Schallplatte.
Deine WPL 6 AR E ist mit minimalen 200 Watt elektrischer Leistungsaufnahme echt ein Knaller, wenn die so weit herunter moduliert und dann auch nur mit rund 1 kW thermischer Leistungsabgabe bei verschiedenen Quellentemperaturen funzen würde ... grandios!

Die Außeneinheit der WPL hat ja ziemlich identische Körpermaße wie die unserer Geisha ... nur das die WPL eben "hochkant" steht ...



... ist bestimmt häufig bei beengten Platzverhältnis auch ein Grund sich für diese Wärmepumpe zu entscheiden!

Aktuell auch noch unvorstellbar, wenn dieses Gerät kostentechnisch noch ein wenig günstiger wäre, was mit 2 solcher Maschinen z.b. im Bestandsgebäude parallel zu rocken wäre!!!

Da würde dann ungefähr nach folgendem Schema mit einem Duo der WPL 6 AR E eine Modulation von 1 bis 12 kW thermisch funzen ...




... zudem auch zwei unterschiedliche Heizwassertemperaturen ... paralleler Betrieb von Raumtemperierung (Heizen oder Kühlen!) und Trinkwassererwärmung ... und, und, und ...
Verfasser:
Arne_
Zeit: 12.01.2017 10:00:19
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2462156
Zitat von Sido Beitrag anzeigen
[...]Bei meiner Bosch-WP ist die Kompressordrehzahl in folgendem Menü: Servicemenü -> Diagnose-> Monitorwerte -> Wärmepumpe-> Ausgänge -> Kompressordrehzahl. Vielleicht kannst du nochmal schauen, Arne? Unter Info -> Systeminformationen wird bei mir die "Leistung Kompressor" angezeigt. Gibt es das bei dir auch?

Hi Sido,
in den Diagnosewerten gibt's leider keine Kompressordrehzahl, nur Ventilatordrehzahl. Da reichen wohl die Anzahl der Menüeinträge der Reglung nicht.
Die "Leistung Kompressor" unter Info gibt es, ich verlasse mich aber lieber auf den Wärmemengenzähler. Wobei der angezeigte elektrische Verbrauch sehr genau ist, nur 5 kWh Abweichung zum Stromzähler pro 1000 kWh.
Verfasser:
Sido
Zeit: 12.01.2017 10:47:00
0
2462172
Hallo Arne,
ist ja schade, dass die Kompressordrehzahl bei dir nicht angezeigt wird! Hast du vielleicht die App? Hier wird bei mir die aktuelle Leistung in % angezeigt, welche bei mir identisch zu der Kompressordrehzahl in % ist! Das ist vielleicht noch einen Versuch wert?
Welche minimalen und maximalen Werte werden denn bei dir bei Info -> Systeminformationen unter Leistung Kompressor angezeigt?
Hast du einen externen WMZ eingebaut? Wie groß sind denn hier die Unterschiede zu den intern angezeigten Werten? Schön zu hören, dass der Stromverbrauch intern sehr genau gemessen wird!
Die von Bosch verwendeten Kompressoren scheinen schon sehr weit modulieren zu können:
http://www.siamcompressor.com/eng/news/SCI_Rotary_Compressor_Catalog.pdf
In deiner WP werkelt der SNB130FGBMT in den größeren und meiner STM 120-2 der SNB172FEKMT (jeweils Seite 12). Der Regelbereich ist 10-130 bzw. 15-130 Umdrehungen pro Sekunde. Schon beeindruckend!

Gruß,
Sido
Verfasser:
Arne_
Zeit: 13.01.2017 13:57:37
0
2462826
Zitat von Sido Beitrag anzeigen
Hallo Arne,
ist ja schade, dass die Kompressordrehzahl bei dir nicht angezeigt wird! Hast du vielleicht die App? Hier wird bei mir die aktuelle Leistung in % angezeigt, welche bei mir identisch zu der Kompressordrehzahl in % ist! Das ist vielleicht noch einen Versuch wert?
Welche[...]


Hi Sido,
danke, interessantes Dokument von Mitsubishi.

Ich habe mal die angezeigten Leistungen aus der App protokolliert:

Die AT lag bei 0-3°. Die Drehzahlwerte sind von mir errechnet mit der Annahme 100% = 130 Hz und linearer Verlauf.
Interessant ist, dass die thermische Leistung weitgehend linear mit der Drehzahl geht, lediglich bei extrem niedriger Drehzahl gibt es eine Abweichung. Ich hätte eher bei hohen Drehzahlen einen Einbruch erwartet.
Externer WMZ ist eingebaut, hier gibt es Abweichungen bei der Momentanleistung von 0,2-0,4 kW.
Verfasser:
ibanese
Zeit: 13.01.2017 20:29:23
0
2463013
Hallo zusammen,

sehr interessanter Beitrag, dafür vielen Dank!

Ich spiele auch mit dem Gedanken die Buderus WPL 6 AR anzuschaffen. Wir sind gerade dabei unseren Altbau auf KfW70 Stand zu sanieren. 180 qm Wohnfläche, komplett mit Fußbodenheizung und Lüftungsanlage. Heizlast ca 6 kW. Erdwärmebohrung ist bei uns leider nicht möglich (Wasserschutzgebiet).

Deshalb wäre ich sehr an ein paar Erfahrungswerten interessiert. Sind die angegebenen COPs bei Buderus/Bafa realistisch?

@ Arne:
1) Kannst Du was zu Lautstärke sagen? Unser Wohngebiet ist relativ ruhig, weshalb ich hier generell etwas Bedenken mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe habe.

2) Mit welchen Temperaturen (VL, RL) fährst Du dein System? Auf welche Temperaturen ist dein Heizsystem ausgelegt?

3) Du hast beschrieben, dass du den Bypass wie von Buderus gefordert installiert hast. Hast Du diesen auch mal abgesperrt um zu sehen, was die WP macht? Du hast ja ein Absperrventil vorgesehen.

4) Wie oft taktet die WP?

5) Warum hast Du dich gegen einen Pufferspeicher entschieden? Man hört ja immer verschiedenes, die Heizungsbauer, die die Anlage nur äußerst ungern ohne Puffer installieren und dann aus dem Forum, dass der Puffer die Arbeitszahl ja so verschlechtern soll. Aber wirkt sich ein Bypass nicht auch negativ auf die Effizienz aus? Nach meinen Verständnis, müsste es ja zu einer Vermischung von VL und RL kommen. Oder habe ich das was grundsätzlich missverstanden?

Vielleicht kann mir jemand erklären was es mit dem Bypass auf sich hat, wieso er überhaupt notwendig ist und was passiert, wenn man einfach direkt ins Heizsystem fährt. Wie verhält sich Bypass vs Puffer? Was sind die Vor- und Nachteile.

Freue mich auf eine rege Diskussion ;) Vielen Dank schon mal.

VG Ibanese
Verfasser:
Sido
Zeit: 14.01.2017 17:41:48
0
2463393
@arne
Danke für die Rückmeldung! Sehr gute Werte, eindeutig auch ein deutlich größerer Modulationsbereich als offiziell angegeben. Passt aber gut zum Datenblatt des Kompressors. Ein großer Modulationsbereich ist ja bei Luft-WPs noch wichtiger als bei Sole-WPs, denn die Quelle wird bei hohem Leistungsbedarf ja kälter und in der Übergangszeit deutlich wärmer! Ich glaube, du hast dir eine der besten Luft-WPs gekauft!
Das mit dem Bypass würde mich wie ibanese auch nochmal interessieren, gerade wo du die Absperrmöglichkeit hast: Hast du ihn im Heizbetrieb mal zugedreht? Was passiert dann? Hatte schon überlegt, ob man hier nicht ein elektrisches Ventil einbauen kann, welches nur im WW- Betrieb öffnet und im Heizbetrieb zu ist. Die Sekundär-HK-Pumpe müsste man dann ja auch rausschmeißen können! Weiß aber nicht, ob das wirklich etwas für die Effizienz bringt. Bei mir ist der Temperaturunterschied vor und nach dem Bypass im Vorlauf nur ca. 0,1-0,2 Grad.

Gruß
Sido
Verfasser:
Arne_
Zeit: 15.01.2017 20:28:02
0
2463980
Hi Ibanese und Dido,

der Geräuschpegel ist im Allgemeinen sehr niedrig, lediglich bei Volllast ist die hohe Verdichterfrequenz (>100 Hz) doch über einige Meter deutlich hörbar. Volllast habe ich bisher lediglich bei der Warmwasser-Bereitung, wobei es hier scheinbar auch unterschiedliche Betriebsmodi gibt. Ich habe einmal täglich ab ca. 11:00 die Aufheizung auf 50°, hier läuft der Verdichter Anfangs auf Volllast. Ansonsten habe ich von 08:00-20:00 das Warmwasser nur auf 45°, wenn hier die Aufheizung mal startet (wegen hoher Entnahme), dann geschieht das meist nur mit ca. 40% Verdichterleistung. D.h. bisher ist die WP nur kurz vor Mittag für die direkten Nachbarn außerhalb ihrer Häuser hörbar.

Meine FBH ist leider nicht optimal ausgelegt. Die Auslegungstemperatur kenne ich nicht, aktuell in der Regelung eingestellt habe ich 34°, mehr als 33° habe ich noch nicht gesehen. Ich habe einen Raumthermostat im WZ, mit adaptiver Heizkurvenverschiebung +-3° (einstellbar), damit werden die eingestellten 22° im WZ exakt eingehalten.

Durch den sehr weiten Modulationsbereich taktet die WP eigentlich gar nicht, bei Fremdwärmeeinfluss (Kaminofen, Sonne) bestenfalls im Intervall >4h.

Zum Bypass: ohne wird bei diesem Modell nicht gehen, zumindest wenn auch WW-Erwärmung über die WP erfolgt. Denn hier wird bei abgeschalteter Heizkreispumpe über den Bypass als Kurzschluss zunächst der VL auf WW-Temp. aufgeheizt bevor das Umschaltventil auf den Ladekreis umgeschaltet wird (Bosch nennt dies "smart DHW switsching"). Weiterhin ist zumindest bei mir der Volumenstrom in der FBH für die Enteisung zu niedrig. Hier läuft die interne UVP auf 100% mit 1500 l/h während durch die FBH nur 800-1000 l/h gehen. Die meiste Zeit läuft die interne UVP im Heizbetrieb immer knapp unter dem Heizkreisvolumenstrom. Ich hatte 2-mal testweise den Bypass im Heizbetrieb geschlossen. Dadurch waren beide Volumenströme identisch, ansonsten änderte sich über einen Zeitraum von ca. 30 min. fast gar nichts. VL und RL änderten sich vielleicht um ca. 0,5°. Dadurch, dass im normalen Heizbetrieb fast kein Durchfluss durch den Bypass geht, habe ich auch keinen höheren Stromverbrauch durch die zwei UWP festgestellt - die scheinen sich die Leistung zu teilen. Vorausgesetzt der Volumenstrom im Heizkreis ist konstant (ERRs außer Betrieb) und die Heizkreispumpe ist korrekt eingestellt.
Vorteil den ich bisher festgestellt habe ist, dass auch wenn die WP wegen Fremdwärme (Kaminofen) abschaltet die Heizkreispumpe normal weiter läuft und damit die Wärmeverteilung im Haus weiter erfolgt. Bei Frost läuft die interne Pumpen auf 1% und hält dass Aussengerät damit frostfrei, ansonsten schaltet sie bei Verdichterstillstand ganz aus.
Verfasser:
echti
Zeit: 18.01.2017 09:33:11
0
2465217
Hallo Arne,

Bei mir läuft seit November die Stibel Eltron WPL 12 Trend S. Ich glaube zu meinen das die Baugleich zu Buderus/ Bosch und Junkers ist, oder? Ein Bypass und Externe Heizkreispumpe wurde bei mir nicht verbaut.

Mit ist auch aufgefallen, das meine Interne Pumpe, immer so zwischen 400-900 l/min läuft, sollte aber eigentlich bei 1200l/min liegen.

Um die Stibel Eltron Internet fähig zu machen, wird noch der Gateway als Zubehör benötigt, bei Buderus schon dabei, gel. Lohnt sich die Anschaffung?

Bei Stibel kann man die Kompressordrehzahl ansehen.

Wie hast du deine Anlage so eingestellt? Bin noch an der Optimierung.

Grüße Echti
Verfasser:
Sido
Zeit: 18.01.2017 10:30:41
0
2465247
Hallo Echti,
ja ich glaube auch, dass deine WPL 12S Trend baugleich zu der Buderus von Arne oder auch zu der Junkers SAO 60-2 ist. Auch der JAZ Rechner bei waermepumpe.de liefert für all diese Geräte identische Werte.
Ich hatte auch schon im Internet bei Stiebel geschaut, ob ich ein Hydraulikschema finde. Leider Fehlanzeige... Ich sehe nur, dass es in den verschiedenen Stiebel Geräten jeweils eine sogenannte Hydraulikgruppe gibt. Was diese genau enthält, wird aber nicht klar. Das würde mich brennend interessieren!
Bist du dir sicher, dass nur eine Pumpe und KEIN Bypass verbaut ist?

Gruß,
Sido
Verfasser:
echti
Zeit: 18.01.2017 12:21:46
0
2465305
Hallo Sido,
mein Inneneinheit ist etwas größer als das von Arne (Bild)

Bei mir sieht es innen so aus, das ist vermutlich die Hydraulikgruppe Bypass?


Pumpe ist 100% nur eine!

Sonst kann ich heute Abend, auch ein paar Bilder machen.

Welche Bosch hast du?

Gruß Echti
Verfasser:
Sido
Zeit: 18.01.2017 12:43:13
0
2465318
Hallo Echti,
danke! Habe es nun auch auf der Stiebel Seite gefunden: Heißt bei Stiebel Schaltplanfinder und ist unter "Service" zu finden.
Es ist echt kein Bypass und keine Sekundärpumpe drin, dafür ein Überströmventil. Ich werde mich jetzt mal über die Stiebel-Regelung informieren, denn Bosch/Buderus/Junkers sagt, dass man den Bypass für den Smart Hot Water Switch benötigt. Muss mal sehen, wie das bei Stiebel gelöst ist.
Ich habe übrigens die Junkers STM 120-2 wozu es von Stiebel keine baugleiche Ausführung gibt.
Noch zum Internet Gateway: Wenn es so wie bei Buderus/Junkers aussieht, kannst du dir das Geld dafür sparen! Vielleicht gibt es ja eine App mit Demomodus, dass du vorher sehen kannst, was du bekommst. Bei Buderus/Junkers ist das so und bei mir funktioniert sowohl die Buderus als auch die Junkers App.

Gruß,
Sido
Verfasser:
Arne_
Zeit: 18.01.2017 16:00:43
0
2465405
Ja, die Buderus Inneneinheit AR-E ist eine komplett andere als die von Stiebel Eltron. Und die Reglung ist vermutlich auch in größeren Teilen unterschiedlich. Es sieht auch so aus, dass bei der Stiebel Eltron das WW-Umschaltventil integriert ist.


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