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Gas-Brennwerttherme - Darf Ablaufleitung vom Sicherheitsventil frei enden?
Verfasser:
Achim22
Zeit: 05.03.2017 21:10:09
0
2485413
Hallo zusammen,

ich habe meine Therme bereits nach vielen nützlichen Tipps für mich optimal eingestellt.
Bei meiner Therme (Vaillant ecoTEC plus VC DE 126/3-5) habe ich aber noch einen unklaren Punkt...

Das sogenannte "Verbindungsrohr für Sicherheitsventil der Heizungsanlage" endet bei mir einfach frei unter dem Gerät. Ein Ablauf ist da nicht drunter,
Der dahinter liegende Kondensawasserablauf ist über ein Flexrohr zu dem (leider ungünstig gelegenen) Siphon geführt.

Wann würde denn aus diesem Sicherheitsventil Wasser austreten? In der Anleitung steht ja dass man das Leitungsende einsehbar sein muss.

Ansonsten würde ich das nämlich auch einfach per Flexschlauch zu dem Siphon verziehen...

Das war jetzt viel Text für eine kleine Frage...
Danke euch im Vorraus!
Beste Grüße
Achim
Verfasser:
sukram
Zeit: 05.03.2017 22:12:18
0
2485434
Zitat von Achim22 Beitrag anzeigen
Wann würde denn aus diesem Sicherheitsventil Wasser austreten?[...]


Wenn überfüllt wird oder das bzw. eines der MAG seinen Dienst quittiert- oder das SV, dann kommen da einige Liter.

Wenn allerdings der Wärmetauscher im Speicher durchfault. können da mehrere Liter laufen - soviel wie das Wasserwerk eben grad hat ;-)



DIN EN 12828:2013-04 -Planung von Warmwasser-heizungsanlage- trifft zum Ablauf des SV keine Aussage:
Zitat:


4.6.2.2 Schutz gegen Überschreitung des maximalen Betriebsdrucks
4.6.2.2.1 Sicherheitsventile, Bewertung und Anordnung
Jeder Wärmeerzeuger einer Heizungsanlage muss zum Schutz der Anlage gegen ein Überschreiten des
maximalen Betriebsdrucks durch mindestens ein Sicherheitsventil abgesichert sein.
Ist der Wärmeerzeuger werkseitig nicht mit einem Sicherheitsventil ausgestattet, muss eine derartige
Einrichtung so nahe wie möglich am Wärmeerzeuger angebracht werden.
Bei Verwendung von mehr als einem Sicherheitsventil muss das kleinere Ventil eine Ablassleistung von
mindestens 40 % der gesamten Durchflussmenge aufweisen.
Das bzw. die Sicherheitsventile müssen so ausgelegt sein, dass der gesamte in der Anlage oder in Teilen der
Anlage entstehende Druck abgesichert werden kann.
Sicherheitsventile müssen:
􀁿 einen Mindestdurchmesser von DN 15 aufweisen;
􀁿 sich bei einem Druck öffnen, der den maximalen Auslegungsdruck der Anlage nicht überschreitet und in
der Lage sein, eine Überschreitung des maximalen Betriebsdrucks um mehr als 10 % zu verhindern,
wobei jedoch bei maximalen Betriebsdrücken von nicht mehr als 3 bar eine Überschreitung von 0,5 bar
zulässig ist. Möglichkeiten dafür, wie diese Anforderungen eingehalten werden können, sind in Anhang E
angegeben;
ANMERKUNG Die Angaben zu Sicherheitsventilen in Anhang E dienen lediglich der Information; im Zweifelsfall haben
entsprechende Produktnormen Vorrang.
􀁿 so eingebaut sein, dass der Druckverlust der Einlassleitung 3 % und der Druckverlust der Ablassleitung
10 % des Einstelldrucks des Sicherheitsventils nicht überschreitet.
Die Sicherheitsventile müssen zugänglich in unmittelbarer Nähe der Vorlaufleitung des Wärmeerzeugers
eingebaut sein. Zwischen Wärmeerzeuger und Sicherheitsventil(en) darf sich kein Absperrventil befinden.
Um einen sicheren Ablass von Wasser und möglicherweise entstandenem Dampf sicherzustellen, muss der
Auslassstutzen des Sicherheitsventils entsprechend bemessen und angeordnet sein.
Wärmeerzeuger mit einer Leistung von mehr als 300 kW müssen in der Ausblaseleitung in unmittelbarer
Ventilnähe einen Entspannungstopf aufweisen. Dieser muss mit einer im Freien endenden
Dampf-Ausblasleitung verbunden sein und eine sichere Wasserabflussleitung bereitstellen (zu deren
Auslegung siehe Anhang E). Dies gilt auch für Wärmeübertrager, bei denen eine Dampfbildung im Falle eines
Fehlers der Anlage nicht ausgeschlossen werden kann. Ein Entspannungstopf ist nicht notwendig, wenn jeder
Wärmeerzeuger oder Wärmeübertrager mit einem zusätzlichen Temperaturbegrenzer und einem zusätzlichen
Druckbegrenzer versehen ist.


Technische Regeln für Trinkwasser-Installationen!–
Teil!2: Planung; Deutsche Fassung EN 806-2:2005 - nur hinsichtlich Personenschäden

Zitat:
Das Ausströmen des Entlastungswasser aus der thermischen Ablaufsicherung oder aus einem
Sicherheitsventil muss so erfolgen, dass Schaden von Personen innerhalb und außerhalb des Gebäudes
sowie von elektrischen Bauteilen und Kabeln vermieden wird. Eine erkennbare Alarmanzeige von fehlerhaften
Betriebszuständen muss vorhanden sein (siehe 10.4).


und außerdem geht's hier ja wohl nicht um das Überdruckventil des Trinkwassersystems.

Allerdings meint uns Bruno u.a. hier, dass es abgeleitet werden MUSS, und das ist die letzte Instanz, eine Revision nicht zugelassen.

ein positives hat ein fehlender Ablauf ja. man merkts schneller ;-) jetzt war ja grad' wieder die Zeit, in der Rentner ob der Wasserrechnung aufmerkten, dem Keller wiedermal einen Besuch abstatteten und den Mangel beschleunigt abstellten und alsbald in den Postillen ob ihrer schmalen Rente wehklagten - die Bürgermeister blieben aber i.a. hart.
Verfasser:
muscheid
Zeit: 06.03.2017 07:47:15
0
2485473
Das ist meistens so.
IdR ist so eine Therme der höchste Punkt der Heizanlage und es tritt nur eine geringe Wassermenge aus - und man sieht es.
Verfasser:
JoRy
Zeit: 06.03.2017 09:14:04
1
2485491
Sicherheits- also Überdruckventile sollten natürlich fest in einen Ablauf münden.
Und zwar unabhängig vom Auslösedruck ob WW oder Heizung.
Besonders bei der Heizung prüft man die Funktion ab und zu , weil Heizwasser
Sedimente dem Ding nicht gut tun.
Dafür ist oben der Drehknopf mit dem man auslösen kann um dann zu schauen,
ob es wieder gut dicht schließt und keine Krümel dazwischen hängen.

Gruß JoRy
Verfasser:
hanssanitaer
Zeit: 06.03.2017 09:31:18
3
2485497
Zitat von JoRy Beitrag anzeigen
Besonders bei der Heizung prüft man die Funktion ab und zu , weil Heizwasser Sedimente dem Ding nicht gut tun.
Dafür ist oben der Drehknopf mit dem man auslösen kann um dann zu schauen, ob es wieder gut dicht schließt und keine Krümel dazwischen hängen.



Genau deshalb lässt man einfach die Finger davon und riskiert erst gar nicht, dass man durch das unnötige Betätigen Dreck in den Dichtsitz einschwemmt. Solange da nix leckt, rühre ich ein Sicherheitsventil nicht an.

Jaja, man soll die regelmäßig prüfen und überhaupt - aber prüft man mit dem Entlasten des Ventils irgendeine Einstellung? Nö, da kommt dann halt Wasser raus, aber es öffnet nicht zwangsläufig beim richtigen Öffnungsdruck. Also einfach Finger weg.
Verfasser:
OldBo
Zeit: 06.03.2017 09:44:05
0
2485504
Zitat von muscheid Beitrag anzeigen
Das ist meistens so.
IdR ist so eine Therme der höchste Punkt der Heizanlage und es tritt nur eine geringe Wassermenge aus - und man sieht es.

... und man sieht es auch später, wenn das Heizungswasser ein wenig rostig ist ;>))
Verfasser:
Schmitt
Zeit: 06.03.2017 10:21:58
1
2485513
Zitat von hanssanitaer Beitrag anzeigen
Also einfach Finger weg.
Muss nicht sein.

Man dreht das Oberteil des SV heraus, reinige den Ventilsitz und tausche den alten Ventilsitz gegen einen neuen aus.

MfG. Schmitt
Verfasser:
OldBo
Zeit: 06.03.2017 10:23:25
1
2485515
Dabei muss dann aber ein Teil der Anlage entleert werden.
Verfasser:
Schmitt
Zeit: 06.03.2017 10:32:08
0
2485517
Hallo Bruno, aus Praxiserfahrung.

Im Prinzip genügt es, wenn nur der Kesselkreis drucklos gemacht wird.

Der Verbraucherkreis ist ja über die Absperrungen abgesperrt so, dass von dieser Seite aus keine Luft nachströmen kann.

Wenn zudem der FE Hahn weiterhin geöffnet bleibt strömt über den Ventilkörper des SV etwas Luft nach und damit ist ein Wasseraustritt über das SV weitgehenst ausgeschlossen.

Zur Sicherheit legt ma einfach ein/zwei Putzlappen um das Ventil.

MfG. Schmitt
Verfasser:
OldBo
Zeit: 06.03.2017 11:39:12
1
2485543
Moin Schmitt,

ja, das ist Dein Wissen bzw. Deine Erfahrung. Und jetzt wissen die Mitleser das auch. Und nach dem 3. Versuch können die das auch ;>))

Gruß

Bruno
Verfasser:
OldBo
Zeit: 06.03.2017 11:47:29
1
2485545
Zitat von sukram Beitrag anzeigen
Um einen sicheren Ablass von Wasser und möglicherweise entstandenem Dampf sicherzustellen, muss der Auslassstutzen des Sicherheitsventils entsprechend bemessen und angeordnet sein.
...............
Das Ausströmen des Entlastungswasser aus der thermischen Ablaufsicherung oder aus einem Sicherheitsventil muss so erfolgen, dass Schaden von Personen innerhalb und außerhalb des Gebäudes sowie von elektrischen Bauteilen und Kabeln vermieden wird.[...]

Tja, so ist es mit DIN-Texten. Gelesen werden sie meistens nicht. Eigentlich verstehen das nur erfahrene Praktiker ;>))
Verfasser:
muscheid
Zeit: 06.03.2017 13:21:32
0
2485584
Aber nur wenn der Text auch verständlich ist.
Heute wird viel verklausuliert und anstatt einen klaren Anweisung wird nur unverständlich drumherum geschrieben. Das lässt Platz für Interpretationen. Siehe EneV und Co.
Verfasser:
Achim22
Zeit: 07.03.2017 13:22:07
0
2486011
Zitat von sukram Beitrag anzeigen

Um einen sicheren Ablass von Wasser und möglicherweise entstandenem Dampf sicherzustellen, muss der Auslassstutzen des Sicherheitsventils entsprechend bemessen und angeordnet sein.
...............
Das Ausströmen des Entlastungswasser aus der thermischen Ablaufsicherung oder aus einem Sicherheitsventil muss so erfolgen, dass Schaden von Personen innerhalb und außerhalb des Gebäudes sowie von elektrischen Bauteilen und Kabeln vermieden wird.[...]


Danke für die vielen Antworten. Der oben stehende Text steht ja so ungefähr auch in der Installationsanleitung der Therme - nur wurde da eben nichts gemacht.

Der ersten Antwort entnehme ich, dass es nicht genügt einfach einen 15 Liter Eimer drunter zu stellen... Wenn da aber wirklich im schlimmsten Fall fließendes Wasser rauskommt, dann gibt das trotz Trichtersiphon einen Wasserschaden, da dieser das Wasser doch gar nicht so schnell durchleiten kann.

Ist denn die Verlängerung mit einem flexiblen Kunststoffrohr oder einer Gummileitung zum Trichtersiphon (der ist leider neben der anderen Seite der Therme) eine sinnvolle Lösung, oder gehört da eine Kupferleitung hin?

Danke und beste Grüße
Achim



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Suppentriesel schrieb: Hallo, meint ihr echt, dass 3 voll geöffnete Heizkörper zu wenig Volumenstrom sind? Die Therme hat 15 kw und kann bis...
lowenergy schrieb: Wow ... nur 35 kW Heizleistung bei KfW-70 mit 250m² beheizte Wohnfläche ... die Heizlast des Gebäudes dürfte damit locker...
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