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Heizlast-Berechnung - was ist das und wie geht das?
Verfasser:
Martin206
Zeit: 23.02.2009 20:16:41
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Heizlast - Teil 1

Immer wieder wird hier nach der Heizlast gefragt – manche wissen wohl nicht was das genau ist und warum dies so wichtig ist.
Dem will ich mich mal annehmen.

Die Heizlast ist eine wichtige Größe für die Dimensionierung der Heizungsanlage … um nicht zu sagen „die“ wesentliche Größe.
Sie bestimmt wie groß die Heizung sein muß, damit das Haus auch an mehreren kalten Wintertagen hintereinander noch schön warm wird.

Aber richtig Dimensioniert heißt auch, daß man keine zu große Heizung einbaut, da diese schließlich mehr kostet (inkl. der Folgekosten) und nicht im optimalen Bereich läuft (meist nur in Teillastbereich oder mit ständigem Ein und Aus) .

FAZIT: Die richtige Größe der Heizungsanlage bestimmt die Höhe der Anschaffungs- und Folgekosten und wird über die Heizlast ermittelt.

Sicher findet Ihr im I-Net / in Wikipedia hier noch weitere Beschreibungen / Erklärungen.
___

Die Berechnung

Es gibt verschiedene Wege eine einfache Heizlastberechnung zu machen, welche für die Dimensionierung sicher ausreicht, da es Heizungen sowieso nicht in allzu kleinen Abstufungen gibt (z.B. bekommt man von einer Firma Wärmepumpen halt man nur in den Größen 5,8 / 7,8 / 9,9 / 13,4 kW, was bringt es da auf +/- ein halbes kW die Heizlast zu berechnen).

Für die Auslegung der Heizkörper bzw. der Fußbodenheizung sollte man aber auch die raumweise Heizlast ermitteln, was aufwändiger – aber hier durchaus sinnvoll ist (speziell bei Niedertemperatur-Systemen und zwingend wenn man ohne Einzelraumregelung fahren will).

Teil 1: Daten für einfache aber relativ genaue Heizlast-Abschätzung
Einfach Heizlast-Berechnung
(nicht nach DIN):

Zuerst braucht man ein paar Daten dafür:

1. Bruttogeschoßfläche „A(Bezug)“

Das ist die Grundfläche des Hauses mal die Anzahl der Geschosse.
Sollten die Geschosse unterschiedlich groß sein, so sind die Flächen je Geschoß zu ermitteln und zu addieren.

Bspl.1: Haus Außenmaß 10mx12m, 2 Geschosse (EG, DG) mit gleicher Grundfläche
ABezug = 10m x 10m x 2 Geschosse = 200qm

Bspl.2: EG 10mx10m, OG nach innen versetzt und nur 9m tief x 10m breit
ABezug = 10m x 10m + 9m x 10m = 100qm + 90qm = 190qm

2. Flächen und U-Werte der einzelnen Außenbauteile

Hier ist zu beachten, daß einzelne Bauteile (z.B. Wände) noch dahingehend zu unterscheiden sind, welche Gegebenheiten auf der Außenseite herschen, z.B. gegen Außenluft, gegen Erdreich/Boden, gegen unbeheizten Nebenraum (z.B. Garage).

Das könnte wie folgt aussehen:

Bauteil Fläche U-Wert Hinweise
Dach gegen Außenluft 90,72qm 0,16 Hauptdach
Dach gegen Außenluft 7,88qm 0,20 Vordach
Dach gegen Unbheizt 0,00qm nicht vorhanden
Außenwand gg. Außenluft 194,66qm 0,14 ohne Fenster/Türen
Außenwand gg. Unbeheizt 0,00qm n.v.
Außenwand gg. Erdreich 0,00qm n.v.
Fenster inkl. Rahmen 47,91qm 0,90 Uw, Passivhausfe.
Eingangstüre kpl. 2,53qm 0,90 Ud, wie Fenster
Boden gegen Außenluft 94,50qm 0,13 Bodenpl. Holz gedämmt
Boden gegen unbeheizt 0,00qm n.v.
Boden gegen Erdreich 0,00qm n.v.

Wie man das ermittelt?
Ganz einfach:

Dach:
Alle Teile des Daches die z.B. auf einer Seite an Außenluft grenzen berechnen, einfach Länge mal Breite der einzelnen Teile und dann die qm zusammenzählen.

Im Beispiel ist das ein gleichmäßiges Satteldach, je ein Süd- und ein Norddach mit einer Fläche die 10,5m breit ist und je 4,32m tief: 10,5m x 4,32m = 45,36 …x 2 Dächer = 90,72qm Dachfläche.

Sollten im Dach Fenster sein, so sind diese abzuziehen – und zwar das gesamte Fenstermaß inkl. Rahmen.

Bspl.: 1 Dachflächenfenster 64,5cm x 120cm inkl. Rahmen
=> 0,645m x 1,2m = 0,774qm abzuziehen

Würden also für die Dachfäche nur noch 89,946qm übrig bleiben.

Hinweis: Hier gleich mal was zur Rundung:
(Profis bitte den Punkt überlesen :o)

Sicher könnte man 0,774qm oder 89,946qm auch auf 0,77 bzw. 89,95 runden.
Aber Vorsicht: Jede einzelne Rundung bringt eine gewisse Ungenauigkeit / einen Fehler mit ein – je weiter wir damit rechnen, desto größer kann sich das auswirken.

Mein Tipp dazu: Am besten mit Excel rechnen – das nimmt viele Stellen mit. Alternativ würde ich mind. 5 gültige Stellen mitnehmen, also 5 Ziffern hinter den führenden Nullen, z.B. 123,45 oder 12,345 oder auch 0,012345.
Sollte jemand wieder Erwarten das ganze im Kopf / ohne Taschenrechner rechnen, so sollte er wenigstens 3 gültige Stellen verwenden.

Die anderen Flächen gehen genauso.

Die 4 Außenfläche (Süd, West, Nord, Ost) oder wenn’s Winkel, Erker, etc. gibt halt diese Flächen auch mit nehmen.
Wieder die Fenster und die Türen abziehen – und zwar mit Rahmen.

Sollte ein Teil der Außenwand gegen Erdreich sein (z.B. am Hang oder Wand des mitbeheizten Kellers) oder gegen Unbeheizten Raum (z.B. angebaute Garage) so sind diese separat festzustellen.

Sonderfall: Außenwand zum Nachbarn – z.B. in der Doppelhaushälfte oder im Reihenhaus.
Sollte gegenüber auch ein mit ähnlichen Temperaturen beheizter Raum sein, so kann man diese Wand für die einfache Berechnung getrost „übersehen“, da hier keine oder nur verschwindend geringe Wärmeverluste auftreten.
Sollte hinter der Wand nicht beheizt sein, so ist es eben eine Wand „gegen Unbeheizt“ – wie zur Garage hin.

Auch bei der Bodenplatte kann es verschiedene Fälle (Erdreich, Luft, unbeizte Garage darunter, etc.) geben – was eben wie bei den anderen Flächen zu beachten ist (getrennte Flächenberechnung).

Nun die U-Werte.

Die U-Werte für die Bauteile bekommt Ihr bei Bauträger oder Architekten.
Seid hartnäckig – er muß sie Euch nennen, es sind wesentliche Bestandteile der Qualität Eures Hauses.

Steht das Haus schon, findet Ihr diese im ausführlichen Teil des Energieausweises.

Für alle die auf diesen Wegen nicht ran kommen oder die Angaben nachrechnen (prüfen!) wollen, gibt es jede Menge Freeware dazu. (sucht doch z.B. mal nach „EnEV-XL U-Wert“ oder nach „Heizlastberechnung“)

Übrigens gibt es auch ein paar Programme für die Ermittlung der Außenflächen und weiterer Berechnungen damit. („EnEV-Massenermittlung“, etc.)

3. Temperaturen

Nun sind noch die Temperaturen wichtig, die bei Euch herschen.

Bspl. 21°C Raumtemp. im Schnitt aller beheizten Räume, ca. 5° im „unbeheizten“ Nebenraum/Keller.
Für Erdreich nehmt Ihr den Wert 0°C an.

Hinweis: Die Heizlast soll aussagen, was Ihr maximal an Leistung braucht. Dazu wird also immer mit den Extremwerten gerechnet:

- Höchste gewünschte durchschnittliche Raumtemperatur,
also nicht nur an Euch und an heute denken, sondern auch die wahrscheinliche Zukunft mit einbeziehen, z.B. höherer Temperaturbedarf wenn Kleinkinder hinzukommen oder wenn Opa und Oma mit einziehen.

- Niedrigste denkbare Temperatur der angrenzenden unbeheizten Räume,
also nicht nur an den Keller denken der z.B. eh nie kälter als 12°C wird – sondern auch an die angrenzende Garage mit einfachem Blechtor, den angebauten Holzschuppen, etc.
Sollten hier recht untersch. Temperaturen herschen, dann entweder die Flächen dazu teilen und 2 versch. Temperaturen festlegen – oder einen Durchschnittswert bilden (bezogen auf den Flächenanteil).
Vereinfacht kann hier 5°C angenommen werden (machts aber nicht genauer).

- Für das Erdreich ist der Wert 0°C anzusetzen.

Nun fehlt noch die „Auslegungstemperatur“ je nach örtlichem Winter-Klima, welche in Deutschland meist zwischen -8°C und -16°C liegt. Abweichungen (kalte Hochtäler, „Kälteseen“, besonders windige Gebiete, etc.) sind möglich.
Sie gibt grob gesagt an, wie kalt es bei Euch im Mittel von 3 Tagen max. werden kann.

Achtung!
Das ist ein wichtiger Wert der Heizlast-Berechnung und hier kann auf keinen Fall irgendwas angenommen werden. Auch nicht Werte aus irgendeiner EnEV-Berechnung / einem Energieausweis rausnehmen – hier sind nicht die örtlichen Temperaturen herangezogen, sondern ein für Deutschland einheitlicher Wert – um deutschlandweit Häuser bezügl. des Dämmstandards „vergleichbar“ zu machen.

Also erfragt den Wert beim Heizungsbauer, beim Architekten, beim Bauamt, bei der Heizungsbau-Innung oder wo immer Ihr Euch vorstellen könnt den her zu bekommen …am besten 2-3 Stellen Fragen und abchecken ob die das gleiche sagen.

Hier noch ein Link zu einer etwas älteren Karte – aber da die Werte oft auch innerhalb einer Region noch recht unterschiedlich sind kann das nur ein Anhaltspunkt sein.

Auslegungstemperaturen Deutschland

Die Temperaturdaten könnten dann wie folgt aussehen:

Raumlufttemperatur im Mittel 21°C (gängiger Wert für Neubau)
Außenlufttemperatur min. -12°C (je nach genauem Standort)
Temperatur zu Unbeheizt 5°C (z.B. Garage ohne Frost)
Temperatur zu Erdreich 0°C (Standardwert)

Somit hätten wir den ersten Teil.

In Teil 2 dann in Kürze die Berechnung Schritt für Schritt.

Gruß
-Martin-

PS: fragt / verbessert mich ...alles was nett und konstruktiv ist ist erwünscht :o).
Verfasser:
Martin206
Zeit: 23.02.2009 20:18:18
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uuups,

die tabelarischen Teile sind recht unübersichtlich geworden.

Fragt einfach nach wenn was unklar ist.

Gruß
-Martin-
Verfasser:
Susi Sonnenschein
Zeit: 23.02.2009 20:24:26
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DANKE, Martin!

Super Idee. Bin schon ganz gespannt auf den zweiten Teil :o)))

Schöne Grüße
Susi
Verfasser:
Martin206
Zeit: 24.02.2009 13:52:38
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Heizlast - Teil 2

Überschlägige Heizlastberechnung.
(PS: angelehnt an die schweizer Methode)

So, Ihr habt also nun die folgenden Daten:

- Bruttogeschoßfläche
- Außenflächen des Hauses (Wand, Dach, Boden, Fenster)
- die U-Werte dazu
- und ob diese an Außenluft, Erde oder unbeheizte Räume grenzen
- Mittlere Raumtemperatur Eures Hauses,
- die durchschn. Raumtemperatur der unbeheizten angrenzenden Räume,
- und ganz wichtig: die Auslegungstemperatur Eurer Region / Eures Standortes.

Und was ich gestern vergessen habe: Das beheizte Luft-Volumen ist wg. der Lüftungswärmeverluste noch nötig.

Hierzu einfach die tatsächl. Wohnfläche mal die Innenraumhöhe rechnen.
Bei Schrägen bzw. untersch. Raumhöhen halt entsprechend die mittlere Raumhöhe verwenden und vor allem die tatsächl. Wohnfläche – also die Grundfläche je Geschoß ohne Wände.

Bspl.:
EG 80qm x 2,5m Höhe = 200m³ beheiztes Volumen.
DG 70qm x (0,5m+3,5m/2) = 70qm x drschn. 2m = 140m³
Zusammen 340m³ beheiztes beheiztes Luft-Volumen.
___

Zuerst mal noch zur Erklärung, was wir hier eigentlich berechnen:

Berechnet wird die Wärmeleistung, die benötigt wird um die Verluste (Transmissionswärmeverluste über Wand, Dach, Boden, Fenster und Verluste durch nötigen Luftaustausch) auszugleichen.
Oder anders gesagt wie viel kW-Leistung nötig ist, das Haus in der kältesten Zeit warm zu halten.

Zudem schätzen wir auch den Effekt einer Lüftung mit Wärmerückgewinnung mit ab und den individuellen Warmwasserbedarf.

PS: für mehr Info einfach Wikipedia oder Google nutzen.

Nochmal PS: Ich werd hier tlw. sehr ausführlich – aber besser so, da ja „sofortige“ Rückfrage nicht möglich ist und nicht jeder ein Mathe- oder Physik-Genie.

Die Formel die dafür verwendet wird:
(wg. der besseren Darstellbarkeit hab ich die Raumtemperatur mit „RT“ bezeichnet und die auf der anderen Seite wirksame Temperatur als Außentemperatur „AT“ – korrekt wäre natürlich das Formelzeichen „T“ mit tiefgestelltem Text „Raum“ bzw. „Außen“ gewesen.)

A (in m²) x U (in W/m²K) x (RT – AT) = P (in Watt)

Verwirrt? …ein wenig Theorie muß sein. Ist aber nur zu Beginn nötig.

Die jeweilige Fläche (A) wird mit dem Verlust pro m² (U-Wert) multipliziert, was den Verlust der ganzen Fläche (z.B. des ganzen Daches) ergibt.
Da der U-Wert (und somit auch unser Wert bis hier her) nur für 1°Kelvin Temperaturunterschied gilt, müssen wir nun noch weiter rechnen.

Wieviel °K Unterschied zwischen Innen-/Außenseite des Bauteils ist, ermitteln wir einfach, indem wir dir Raumtemperatur (RT) minus die Außentemperatur (AT) rechnen. Also: RT – AT.

Beide Ergebnisse (Verlust bei 1°K der gesamten Fläche) und den Temperaturunterschied (RT-AT) multiplizieren …schon haben wir die Verlustleisung (P) in Watt.

PS: Ihr wundert Euch über °K (Grad Kelvin)?
Wenn man den Unterschied (Delta) zwischen 2 Temperaturen darstellt, dann wird das nicht in °C (Grad Celsius) gemacht, sondern eben in °K. Beides ist „rechnerisch“ gleich zu setzen.
Aber natürlich gibt es einen Erklärung: 1°C bezeichnet immer genau ein Grad über dem Gefrierpunkt – also einen ganz bestimmten Punkt der Temperatur.
1°K kann an unterschiedlichen Punkten auftreten – also zwischen 0°C und 1°C sind 1°K Unterschied – aber auch zwischen 99°C und 100°C sind 1K° Unterschied.
1°C wie gesagt ist immer ein ganz fester Punkt – also 1° über dem Gefrierpunkt halt.
Kapiert?

Bspl.:
100qm Außenwandfläche,
U-Wert 0,20 W/m²K,
Raumtemperatur drschn. 21°C,
Auslegungstemperatur in der Region -12°C

100qm x 0,20W/m²K x (21°C – (-12°C)) = 20W/K x 33°K = 660Watt

Also 660Watt Verlust über dieses Bauteil (100qm Außenwand mit U-Wert 0,2) bei -12°C Außentemperatur und 21°C innen.

Ist doch gar nicht so schwer, oder?

Und das machen wir jetzt für alle Bauteile eines „fiktiven“ Hauses … oder wer sich’s gleich zutraut nimmt die Daten seines Hauses.
___

Hier mal ein ganzes Haus durchgerechnet am Beispiel:

Bauvorhaben „Musterfamilie“:
EFH, 10m breit, 9m tief, Satteldach 45°, Kniestock 0,5m, Bodenplatte auf Erdreich (ohne Keller), … alles weitere später

Zuerst die Flächen ermitteln:

Bruttogeschoßfläche: 10m x 9m x 2 Geschosse = 180qm
(Grundfläche Haus mal Anzahl Geschosse)

Außenflächen:

Bodenfläche gegen Erdreich: 10m x 9m = 90qm

Außenwände gegen Luft:

Südwand 10m breit, und die Höhe – bis wo wird die gemessen?

Da uns die Außenfläche interessiert, wird die Außenwandhöhe von „Unterkante Bodenplatte“ bis zur „Oberkannte Dach“ gemessen!

Ist die Bodenplatte mehr als ihre eigene Dicke im Erdreich, bzw. gar die Wand tlw. im Erdreich (z.B. bei Hanglage), dann sollte man diesen Anteil hier nicht mit berechnen, sondern gesondert als „Außenwand gegen Erdreich“.

Wenn Ihr nur bis Unterkante Dach habt, dann einfach die Stärke des Daches an dieser Stelle „senkrecht gemessen“ addieren (bei flacher Dachneigung ist es in etwa die Dicke des Dachaufbaus – bei 45°Dach ist es dagegen schon 1,41x so viel!).

Tipp: nicht raus gehen bei Schmuddelwetter …einfach die 1:100 Pläne hernehmen und mit dem Lineal rausmessen (1cm ist hier 1m in Natur).

Also nochmal:

Südwandhöhe:
40cm Bodenplatte mit Dämmung etc.,
2,5m Raumhöhe,
40cm Zwischendecke,
50cm Kniestock,
42,3cm Dach (30cm starkes Dach hat bei 45° Neigung senkrecht gemessen 30x1,41=42,3cm)

Alles zusammenrechnen – oder besser noch gemessen (außen oder im Plan): 4,223m Höhe

Südwand: 10m x 4,223m = 42,3m²
!!! abzüglich Fenster: 2 Stück à 2,13m x 2,02m = 2x 4,3026m² = 8,6052m² Südfenster
Südwand tatsächlich also 33,6948m²

Nordwand brutto wie Südwand, nur daß hier nur 2 Fenster à 1,23m x 0,645m sind.
42,3m² - (2x 1,23m x 0,645m) = 42,3m² - 1,5867m² = 40,7133m² Nordwand tatsächlich

Ostwandhöhe rechts/links jeweils 4,223m (siehe Südwand), in de Mitte 8,723m (bei 45° Dach kommt hier einfach die halbe Haustiefe (9m : 2 = 4,5m) hinzu …oder aus Plänen messen).

Die durschn. Höhe ist dann (4,223m + 8,723m) : 2 = 6,473m …und die brauchen wir.

Ostwand: 9m x 6,473m = 58,257m² abzgl. 4 Fenster à 1,23m x 1,01m und der Haustür mit seitlichen Glaseinsätzen mit 2,17m x 1,74m
58,257m² - 4,9692m² (Fenster) – 3,7758m² (Tür) = 49,512m² Ostwand tatsächlich

Westwand: wie Ostwand, aber mit 3 bodentiefen Fenstern à 2,13m x 2,02m
58,257m² - 12,9078m² = 45,3492m² Westwand tatsächlich

Dachfläche: hier werden die Dachüberstände nicht berücksichtigt, sondern die Dachoberfläche von „Außenkante Außenwand“ bzw. bis zur Spitze des Daches.

Süddach und Norddach hier jeweils gleich, 6,345m „schräg“ nach oben, 10m breit

6,345m x 10m x 2 (Dächer) = 126,9m² Dachfläche gesamt

Auf der Südseite sind 2 Dachflächenfenster je 0,645m breit und 1,6m hoch
126,9m² - 2,064m² (Fenster) = 124,836qm Dachfläche tatsächlich

Fensterfläche: Da die Dachfenster und die Tür hier gleichen U-Wert wie die weiteren Fenster haben, können wir hier einfach alles zusammenzählen: (Fensterflächen haben wir ja alle schon „nebenbei“ ermittelt“)

8,6052m² (Süd) + 1,5867m² (Nord) + 4,9692m² (Ost) + 3,7758m² (Haustür/Ost) + 12,9078m² (West) + 2,064m² (Dachfenster) = 33,9087m² Fenster und Haustüre

Da hier weder ein beheizter Keller noch eine angebaute Garage vorhanden sind, gibt es keine Flächen „gegen unbeheizt“.
Solltet Ihr solche haben, dann einfach genau so berechnen – nur eben separat von den Flächen gegen Erdreich und gegen Außenluft.

So, soviel für jetzt …muß mal wieder was anderes machen…

Viel Spaß damit …werd schaun, daß ich den Rest der Berechnung heut noch hin krieg …ansonsten am Freitag oder Samstag.

Gruß
-Martin-
Verfasser:
EIBUBU
Zeit: 24.02.2009 14:58:18
0
1071639
@martin
vielen Dank für die doch ausführliche Darstellung.
Ich habe das zum Anlass genommen, die Daten aus unserem Neubau mal nachzurechnen.
Die Bruttoflächen hat unser "Energieberater" alle schon errechnet.
Die Crux ist aber, er hat 12,4 KW Heizlast und ich komme jetz auf runde 4,5 KW
(ohne WW).
Was stimmt nun?
Verfasser:
Wolfi.75
Zeit: 24.02.2009 15:48:35
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1071685
Vielen Dank für so eine detalierte Beschreibung!
Ich benötige dies gerade und hab schon des öfters nach einer Beschreibung gegooglt aber noch nie was mit einfach erklärtes mit Beispielen gefunden!
Ich werde mich am Wochenende mal die ersten Versuche machen.

Gruß Wolfgang
Verfasser:
Martin206
Zeit: 24.02.2009 16:52:59
0
1071733
@EIBUBU

laaaaangsam,

wir sind noch nicht fertig ...ich bin gerade über dem nächsten Teil ...der wird die Sache aufklären.

Allerdings wenn Du bisher auf 4,5kW kommst (und richtig gerechnet hast), dann wird 12,4kW wohl wirklich zu hoch sein.

Warte den Teil 3 mit

- Wärmeleistungsbedarf Lüften
- Aufheizung und Verteilungsverluste
- evtl. zusätzl. Reserven für Warmwasser-Aufheizung.

...einfach mal ab.

Es dauert auch nicht mehr lange ...auch wenn ich das alles Stück für Stück selbst erarbeite - also nicht einfach wo abkupfere, sondern die Berechnungsgrundlage (1 Excel-Seite) einfach versuch "allgemeinverständlich" rüber zu bringen.
Ist nicht ganz ohne ...sitze schon mit T-Shirt da und hab bereits Rückenschmerzen.

(kommt, etwas Mitleid und Zuspruch könnt ich grad vertragen :o)

Gruß
-Martin-
Verfasser:
Martin206
Zeit: 24.02.2009 17:35:22
0
1071774
Heizlast - Teil 3

Weiter geht’s – Endspurt!

Beheiztes Volumen:

Im EG sind es bei unserm Musterhaus 75,44qm Nettogrundfläche (also Grundfläche wo keine Wände / kein Kamin drauf steht). Die Räume sind 2,5m hoch.

Volumen-EG: 75,44qm x 2,5m = 188,6m³

Im DG sind es 73,71qm (ein paar Wände mehr als im EG, unter den Schrägen nicht abgemauert). Es gibt hier keinen Dachboden, d.h. die Räume sind zwischen 0,5m und max. 5m hoch, macht im Mittel 2,75m (da (0,5+5):2= 5,5:2 = 2,75).

Volumen-DG: 73,71qm x 2,75m = 202,7025m³

Den Durchbruch der Treppe (da fehlt ja ein Stück Zwischendecke und dafür ist da Luft) lassen wir weg. Ebenso rechnen wir nicht das Volumen unserer Einbauten, Möbel, etc. raus.

Gesamt-Luftvolumen: 188,6m³ im EG + 202,7025m³ im DG = 391,3025m³

---

Nun die Transmissionswärmeverluste der einzelnen Flächen-Arten.

Zuerst rechnen wir mal alle Flächen mit gleichem U-Wert und gleichzeitig gleicher „Außenbedingung“ (Luft, Erde, Nebenraum) zusammen:

Also alle Außenwände zusammen ergeben 169,2693m²

Nun kommen die U-Werte und Temperaturen ins Spiel … und die „Formel“:

A (m²) x U (W/m²K) x (RT – AT) = P (Watt)

Der U-Wert der Außenwände ist hier 0,14 W/m²K.
(z.B. eine Holzständerwand mit insges. 30cm Dämmung)
Drschn. Raumtemperatur ist 21°C, Auslegungstemperatur ist -12°C (z.B. Würzburg)

Zur Erinnerung: W/m²K bedeutet „Watt Verlust pro Quadratmeter und pro 1°Kelvin Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen“.

169,2693 m² x 0,14 W/m²K x (21°C - (-12°C)) = 23,697702 W/K x 33°K = 782,024166 Watt Verlust Außenwand gegenüber Außenluft

Ebenso das Dach berechnet:

U-Wert hier 0,16 (z.B. zweischalige Dämmung mit insges. 27,5cm).

124,836 m² x 0,16 W/m²K x (21°C - (-12°C)) = 19,97376 W/K x 33°K = 659,13408 Watt Verlust Dach ggü. Außenluft

Nun zu den Fenstern:

U-Wert hier 0,9 (z.B. Passivhausfenster, 3-Scheibenglas, Thermix-Randverbund, Holz-Rahmen gedämmt bzw. entspr. dicker Aufbau – gleicher gilt auch für Dachflächenfenster und Haustür!)

33,9087 m² x 0,9 W/m²K x (21°C - (-12°C)) = 30,51783 W/K x 33°K = 1007,08839 Watt Verlust Fenster und Haustür ggü. Außenluft

Bemerkt?
Die Fenster sind bei weitem die geringste Fläche – tragen aber am meisten zu den Verlusten bei …und das obwohl mit absoluten Spitzenfenstern gerechnet wurde!

Nun noch die Bodenplatte und dann sind wir bei dem Haus schon durch:

U-Wert hier 0,25 (z.B. gedämmte Betonbodenplatte inkl. der Dämmung unter Estrich)
Hier kommt nun der Temperaturwert des Erdreichs zum tragen …man nimmt hier immer 0°C.

90,0m² x 0,25 W/m²K x (21°C - 0°C) = 22,5 W/K x 21°K = 472,5 Watt Verlust über die Bodenplatte ggü. Erdreich

Wer jetzt die Einzelwerte zusammengerechnet hat, kommt auf 2920,746636 Watt - und nun wird gerundet und umgerechnet – also auf ca. 2,92 kW.

Ein Spitzenwert …wenn wir fertig wären! :o(

Das sind halt nur die Transmissionswärmeverluste über die Außenhülle, hier fehlen noch:
- Wärmeleistungsbedarf Lüften
- Aufheizung und Verteilungsverluste
- evtl. zusätzl. Reserven für Warmwasser-Aufheizung.

Zuerst mal das Lüften:

Man geht hier von einem Luftwechsel von 0,3 aus, d.h. es wird pro Stunde im Schnitt 30% der Luft im Haus ausgetauscht …z.B. über Fensterlüftung oder auch mechanische Lüftung (Lüftungsgeräte).

Also wird 30% der Luft im Raum (hier drschn. 21°C) gegen Außenluft (hier -12°C) ausgetauscht.

Zur Erinnerung: Wir rechnen hier mit den max. Temperaturwerten*, da die Heizung ja auch an den kältesten Tagen im Jahr das Haus warm machen muß – und auch dann wenn ein ordentlicher Mindestluftwechsel eingehalten wird.
(* heißt hier: am Standort wird es im 3-Tages-Mittel nicht kälter als -12°C)

Hier kommt das beheizte Volumen zum tragen.

Und noch etwas, nämlich ein Faktor 0,34, der für die Eigenschaften der Luft steht (Luft nimmt ja Wärme auf, speichert sie, gibt sie wieder ab …ein paar Prozesse, die ich hier rechnerisch nicht darstellen möchte …keine Ahnung ob ich das überhaupt noch zusammen bringen würde …fragt einen „Experten“!).

Die Formel lautet also:
(Experten verzeiht: ich verwende auch für den Lüftungswärmeverlust nicht Hv sondern einfach P für Leistung.)

P = V x n x 0,34 x (RT – AT)

Verlustleistung gleich Raumvolumen mal Luftwechselrate mal Faktor 0,34 für die Eigenschaften der Luft mal Differenz aus Raumtemperatur und Außentemperatur.

P = 391,3025m³ x 0,3 x 0,34 x (21°C – (-12°C)) = 39,912855 x 33°K = 1317,124215 Watt also ca. 1,32 kW Lüftungswärmeverlust

So, jetzt das noch draufzählen, ergibt insgesamt bis hier her 4,24 kW für Transmission und Lüftung.

Nun zum Schluß noch einen pauschalen Aufschlag für Aufheizung und Verteilungsverluste.

Für Neubauten die mind. nach EnEV gedämmt sind (vor allem auch Warmwasser- und Heizungsrohre, die zugehörigen Armaturen, Wasser- und evtl. Pufferspeicher, etc. ordentlich gedämmt!) kann man hier einen Aufschlag von ca. 15% annehmen.

Sind die eben genannten Maßnahmen nur zum Teil möglich, muß eben ein höherer Aufschlag erfolgen:
z.B. 20% bei einigermaßen guter Dämmung aller Leitungen (vor allem in kalten Bereichen und in Wänden die auf einer Seite gegen kalt sind (Keller, Außenwand, Boden gegen Erdreich) und wenn die Technik großteils auf neuesten Stand gebracht ist.

Für nicht/kaum renovierte Altbauten und alte, ungedämmte Leitungssysteme sind da schon höhere Werte anzunehmen …die man hier nicht im Detail darstellen kann. Aber gesagt sei: da kann ohne Weiteres auch mal ein Zuschlag von 30, 40 oder mehr % nötig sein!

Also wir betrachten hier einen Neubau, mind. nach EnEV gedämmt und gehe, somit gilt:

4,24 kW +15% = 4,87kW Heizlast ohne Warmwasser – geschafft!

Nun noch die Sache mit dem Warmwasser.

Hier gibt es viele verschiedene Ansichten, was man da einrechnen soll.
Meine Meinung dazu:

Bei Gas/Öl/Holz/Pelletsheizung ab ca. 15kW keinerlei weitere Zuschläge für Warmwasser, wenn man nicht gerade eine Wellness-Oase für sich und die Nachbarn betreibt oder ein Schlachthaus mit Warmwasser versorgen muß, etc.
Hier reicht die Leistung der Heizung aus um das „bisserl“ Warmwasser nebenbei zu machen.

Für alle anderen rate ich wie folgt:
(immer ausgehend von der max. möglichen/realistischen Belegung des Hauses)

Pro Person folgende Zuschläge:

- Bei extrem sparsamen „Warmwasser-Verbrauchern“ und solange nicht die Waschmaschine oder andere größeren WW-Geräte (nicht Spülmaschine – die braucht weniger als wenn man von Hand abspült) angeschlossen werden je 0,15kW Aufschlag pro Person.

- Bei normalem WW-Verbrauch 0,2 bis max. 0,25kW pro Person zuschlagen.

- Bei sehr hohem WW-Verbrauch ca. 0,4kW pro Person zuschlagen …im Einzelfall auch mehr.

In unserem Fall gehe wir von einer 4-köpfigen Familie mit normalen Gewohnheiten als max. Belegung aus, was dann einen Zuschlag von 4x 0,25kW = 1kW bedeuten würde.

Somit wären wir inkl. WW bei etwas 5,87kW Heizlast.

ACHTUNG!
Meine Berechnung ist eine „vereinfachte“ Berechnung und entspricht nicht den vorgeschriebenen Normen.
Bei meiner eigenen Berechnung nach dieser Art, ist die Differenz zur später durchgeführten „Raumweisen Heizlastberechnung“ sehr gering ausgefallen (ich glaube es war ein Fehler von 0,15kW).
Obwohl ich versucht habe sehr sorgfältig zu arbeiten, kann ich für die Richtigkeit der Berechnung an sich, der Formeln und der Beschreibung keinerlei Haftung übernehmen … ich denke das versteht sich von selbst.

Zur „vereinfachten Berechnung mit Lüftungsanlage + WRG“ bitte extra nachfragen …dazu hab ich nur eine Berechnung die auf meine eigenen Gedankengänge hin entstanden ist.

Viel Spaß beim Rechnen!

Gruß
-Martin-
Verfasser:
EIBUBU
Zeit: 24.02.2009 17:35:43
0
1071775
@martin

ok ok ok

Das mit den Lüftungsverlusten habe ich vergessen. Ich bin Selbstständiger Elektromeister und mußte mich bis dato nur mit Berechnungen für Nachtspeicherheizungen rumschlagen. Da wurden Lüftungsverlust nicht mitgerechnet.

Ich warte daher gespannt auf den 3. Teil.

Zum Thema Kreuz:
Als Bandscheibenvorfallgeschädigter rate ich Dir, ab und zu mal Aufzustehen und dann ein paar Übungen zu machen.Hilft bestimmt.
Verfasser:
Martin206
Zeit: 24.02.2009 17:49:42
0
1071792
Teil 3 ist doch "längst" da!

(immerhin 21 Sekunden vor Deinem Posting :o)

Ich hab Elektoniker gelernt und da in der Praxis eigentlich nie was mit Wärmeberechnung zu tun gehabt.

Die Bauplanung fing vor gut 4 Jahren (Dez04) an und seit dem bin ich "über den Zahlen rund um's Haus".

Das was ich mir in der Zeit (in hunderten von Stunden) angeignet hab, möcht ich halt jetzt nicht sang-und-klanglos verpuffen lassen. So versuch ich was geht "weiter" zu geben.

Und das mit der fehlenden Heizlast und daß man die Wichtigkeit den Laien oft nicht verklickern konnte, hat mich schon lange gestört. Jetzt hab ich halt mal 2 Tage geopfert...

Auf der Arbeit hab ich guten Stuhl, höhenverstellbaren Tisch, abwechselnde Arbeitshaltung ...nur eben die letzten 2 Tage hier zuhause am Esstisch geht's auf den Rücken.
Danke für den Rat.

Gruß
-Martin-
...der jetzt Nachschub an Süssigkeiten und Wasser kauft :o)
Verfasser:
wingforce
Zeit: 24.02.2009 17:50:17
0
1071793
Hallo Martin206,

echt fette Sache die du da abgeliefert hast.

Schade das solch Beiträge hier im Forum nicht on Top gepinnt werden können.
Freue mich schon auf den dritten Teil.
Verfasser:
wallhall
Zeit: 24.02.2009 17:52:41
0
1071797
@Martin206

Auf der Arbeit hab ich guten Stuhl...

Hört sich nach Beamter an ;))))


Quatsch, vielen Dank für Deine Arbeit!!!
Verfasser:
Martin206
Zeit: 24.02.2009 19:31:57
0
1071899
@wingforce

Danke.

Aber guck mal meinen Beitrag von 17:35 Uhr ... das steht als Überschrift "Teil 3" :o).

@wallhall

Nee, nee, nur vom Arbeiter zum "Angestellten" aufgestiegen und nun halt ein mehr-oder-weniger kuscheliges Büro-Plätzchen :o).

Gruß
-Martin-
Verfasser:
EIBUBU
Zeit: 25.02.2009 17:49:11
0
1072697
@martin

nochmals vielen Dank für den Beitrag.
Ich habe anhand Deiner Information unser Haus nachgerechnet un komme nun auf 9051W.
Zusammen mit unserer neuen Werkstatt und Büro habe ich dann insgesamt 12,2 KW bei ca. 340 qm beheizter Fläche.

Gruß

Thomas
Verfasser:
Hebbet
Zeit: 25.02.2009 18:34:45
0
1072734
@Martin206

Für diese ausführliche Darstellung des Rechenweges kann man nur Dank sagen und Respekt haben. Der Weg gilt für Bauten aller Art - egal ob es erst noch errichtet werden soll oder schon besteht.

Will man eine WP für ein schon existierendes Gebäude mit vorhandener Wärmeerzeugungsanlage dimensionieren, die dafür richtige (nicht zu kleine und nicht zu große) WP-Leistung ermitteln, dann gibt es ein preiswertes Verfahren, welches jedem Rechenverfahren überlegen ist - und sei das Rechenprogramm auch noch so modern und teuer:

Altbau: Aus dem Jahresverbrauch an Heizöl/Gas die Heizlast zu berechnen, das ist so, als würde man aus dem Temperatur-Minimum und -Maximum im Winterhalbjahr den Ölverbrauch berechnen wollen. Das kann nicht gut gehen, wobei die Betonung auf GUT liegt.

Was ist GUT? GUT ist, wenn am kältesten denkbaren Wintertag - auch wenn es wie in diesem Januar 2009 eine Woche lang ununterbrochen so kalt bleibt - die Bude warm bleibt und das benötigte WW erzeugt werden kann. An diesem diesem kältesten Tag, ggf. 7 Tage lang, muss die WP rund um die Uhr laufen. Nur dann ist sie richtig dimensioniert!

Vorherrschend ist die Angst bei allen sog. Beratern, Rechenkünstlern mit PC, dass die Bude nicht warm werden könnte, wenn es mal richtig kalt wird. Daher wird zulasten des Bauherrn - wie bei einer klassischen Ölheizung - die WP-Anlage viel zu groß gewählt. Was sie aber zulasten des Bauherrn sehr viel zu teuer macht. Unnötigerweise.

Dabei gibt es bei einem Bestandsbau eine sehr viel elegantere und vor allem sichere Methode, die benötigte Leistung der WP zu ermitteln. Man baut - das geht ruckzuck - am jetzigen Wärmerzeuger in den Heizkreis-RL einen Wärmezähler - den zweiten T-Fühler in den VL, schreibt in 2 kalten Monaten - jetzt bis April genügt - morgens früh täglich zur gleichen Uhrzeit die Außenfühler-Temperatur und den Stand des Wärmezählers auf. Die resultierenden Zahlen als Punkte auf mm-Papier aufgetragen (kWh-Verbrauch auf der Y-Achse, AT-F °C auf der X-Achse) ergeben eine Punkte-Wolke, durch die sich eine Gerade (Linie) ziehen lässt, die dann in den Minusgrade-Bereich verlängert den kWh-Verbrauch auch für einen beliebigen Auslegungspunkt, z.B. -10°C (=Heizlast), zeigt. Diese Zahl durch 20, 22 oder 24 geteilt - je nach Geschmack, ich habe 24 genommen, ergibt dann die Leistung der WP.

Diese Methode ist für einen Bestandsbau die allerbeste. Es gibt keine bessere. Jede andere Methode liefert entweder einen zu kleinen (Ärger mit der Frau) oder einen zu großen kW-Wert (Geldverschwendung) für die benötigte WP-Leistung. Und: Der Wärmezähler muss kein neuer, mit gerade beginnender Eichfrist zu sein. Ein Ladenhüter, der 1-2 Jahre seiner Eichfrist im Regal beim Händler verschlafen hat, tut's genau so. Solche Schlafmützen kosten dann keine 200 €, sondern im Internet nur 20-40 €.
Verfasser:
Martin206
Zeit: 25.02.2009 20:13:00
0
1072819
@Arbortus

Sicher gibt es im Altbau und Bestandsbau mehrere Methoden die Heizlast zu berechnen.
Soll einfach nur das Gerät (Brenner, WP, etc.) getauscht werden, find ich Deine Methode gar nicht so schlecht.

Wird aber auch an der Verteilung, der Isolation oder den Wärmequellen was gemacht, dann muß man halt beachten, daß die Verluste zukünftig geringer sind ...dadurch auch die Heizlast.

Ich würd empfehlen beides durchzuführen ...aus den Ergebnissen dann entspr. Schlüsse ziehen ...evtl. auch Rechenfehler somit zu erkennen.

@all

Natürlich will ich wissen ob/wie Ihr mit der Beschreibung zurecht kommt und wo noch Fragen sind.

Was sagen die Fachleute denn dazu ...ist diese "einfache" Berechnung ok, oder würdet Ihr wo optimieren?

Gruß
-Martin-
Verfasser:
Mac69
Zeit: 25.02.2009 20:33:57
0
1072849
Hi,

Himmel... da hast du dir aber ne Menge Arbeit gemacht!!

Bin mal gespannt was die Rechenkünstler (Meister und E-Berater) dazu noch schreiben......;-)))
Übrigens nach meiner Praktischen Erfahrung werden WP in der Regel eh mit ziemlich spitzem Bleistift gerechnet( cop-jaz etc.)

Was mich jetzt als Praktiker interessiert:
Was war der Anlass dich da so reinzuwühlen?
Misstrauen?
Kontrolle?

ACHTUNG!
Meine Berechnung ist eine „vereinfachte“ Berechnung und entspricht nicht den vorgeschriebenen Normen.....finde ich prima das du drauf hinweisst!!-Respekt dafür!

Nur tut euch einen Gefallen - versucht das Rad nicht neu zu erfinden,und quält jeden E-berater und HBler mit euren evtl. abweichenden Ergebnissen ;-))

Gruss
Mac
Verfasser:
kehd
Zeit: 25.02.2009 21:36:35
0
1072941
Ich habe das ganze mal für unser noch zu erstellendes Haus durchgerechnet. 5kW für 135m² DHH auf 3 Etagen und kalter Keller. Was mich überrascht ist der starke Einfluß der Lüftungsverluste. Meine Frage: Ist mit einem Luftwechsel von 0,3 der Wert gemeint, der mit dem Blower-Door Test bestimmt wird? Man wird ja nicht jede Stunde die Fenster öffnen und ein Drittel der warmen Luft herauslassen.
Verfasser:
Martin206
Zeit: 25.02.2009 22:56:48
0
1073010
@Mac69

Hallo,

Misstrauen.

Mir wurden Anlagen von 4,2kW (Buso) bis 11,5kW (Nibe) für eine und das selbe Haus angeboten ...Heizlastberechnung war nicht vorhanden - aber sonst alle Daten des Hauses inkl. der U-Werte.

Selbst Fachleute die aufwändig zu rechnen angefangen haben oder ihren Computer bemühten kamen auf recht unterschiedliche Werte.

Als dann nicht klar war ob der Heizi oder die Baufirma die Heizlast berechnen soll, hab ich mich selbst auch mal schlau gemacht und nach der einfachen Berechnung (bei den Schweizern abgeschaut - also eher nach deren Norm) hab ich mich sogar an die raumweise Heizlast rangemacht.

Heizi hat dann parallel annähernd das gleiche Ergebnis berechnet.
Baufirma hat gesagt: keine Heizung von uns - keine Heizlast von uns.

Ich wollt mit dem Beitrag auch nicht den Fachleuten "Ärger" machen ... sondern denen, die bei der Frage nach der Heizlast gegen Windmühlen kämpfen unter die Arme greifen :o).
___

@kehd

Als Hygienischen Mindesluftwechsel wird 0,3 angenommen. Wenn Du die Fenster bei Wind ein paar Minuten auf Durchzug hast, bist Du weit über 0,3. Dann machst Du mal die Haustür noch auf, die Dunstabzugshaube zieht viel Wärme raus - die durch gekippte Fenster oder andere "Öffnungen" (Ritzen, Briefschlitz, Kamin, angelehntes Kellerfenster...) wieder rein muß. Auch ein Abluftventilator im WC bewirkt ähnliches.

Deine Heizung muß das Haus auch beheizen können, nachdem Ihr im kalten Winter mal ordentlich gelüftet habt ...oder willst Du da 3 Std. warten bis es wieder einigermaßen warm wird?

PS: ist Dir aufgefallen, daß keine extra Reserven in die Heizlast mit reingerechnet wurden? ...nur die Verluste die anderweitig auftreten.

Der Luftwechsel bei Blower-Door ist wieder was ganz anderes.

Gruß
-Martin-
Verfasser:
kehd
Zeit: 26.02.2009 08:47:40
0
1073159
Die Lüftungsverluste betragen bei einer Luftwechselrate von 0.3 1,4kW. Wenn ich jetzt eine Lüftungsanlage mit WRG einbaue (Wirkungsgrad 70%) reduziere ich die Lüftungsverluste um 1kW. Bei einer Heizlast von 5-6kW ist das schon eine Menge. Ich habe die Daten mal in ein Excel Worksheet eingetragen und mit den U-Werten der Fenster und der Wände gespielt. Um damit 1Kw rauszuholen, muß man schon ganz schön investieren. Eine Lüftung mit WRG scheint schon das Günstigste zu sein.
Vielen Dank für die Berechnungsanleitung.
Ich werde auch mal versuchen eine EnEV-berechnung zu machen.
Verfasser:
Hebbet
Zeit: 26.02.2009 13:48:56
0
1073424
Dem Martin206 kann nicht genug dafür gedankt werden, dass er mit seinem kritischen Geist und gesunden Menschenverstand, der sich an den eingesprenkelten Kommentaren erkennen lässt, allen Interessenten guten Willens einen gangbaren Weg gezeigt hat, den jeder allein gehen kann, wenn er die 4 Grundrechenarten noch im Kopf hat. Und alles auch ohne PC und ein ausgefeiltes, u. U. teures Programm.

Zu den Stichworten Blower-Door-Test und Luftwechselraten kommt mir noch in den Sinn: Man stelle sich einen mit Wasser gefüllten 10 l Plastikeimer vor, bohre gedanklich ein 2 mm-Loch hinein. Was passiert? Antwort überflüssig.

Einsicht: Wenn man nicht aufpasst beim Bau eines neuen Hauses oder nicht genau untersucht bei einem Altbau, dann wird trotz schönster Wärmebedarfsberechnung die Bude kalt.

Man muss die "Bohrlöcher" finden, durch welche die Wärme aus dem Haus wie Wasser aus dem Eimer herausfließt.

Natürlich kann man durch Luftwechselraten - das sind immer willkürliche Annahmen mit mehr oder weniger großer Realitätsferne - Zuschläge errechnen. Das sind aber immer "dumme" Kunststückchen, die in der Realität zur Überdimensionierung der Anlage führen (=kostet viel Geld, einmal ausgegeben = immer weg!!!) und in fast allen Fällen zu dauern (=ewig und drei Tage) höheren laufenden=variablen Kosten. So wie wenn man Elektrodurchlauferhitzer zur WW-Bereitung anstelle einer Kombi-WP à la VWS 102/2 nimmt, wo dann die laufenden WW-Bereitungskosten nur 25% so hoch sind (zusätzliche kostenlose Voraussetzungen in anderem Thread).

Für Neubauten gibt es zur Berechnung, etwa nach Martins Methode, keine Alternative!

Ich klopfe mir selbstgefällig auf die Schulter, dass ich für mein Haus auf Basis der kostenlosen HEA-Broschüre von 1984 (Hauptberatungsstelle für Elektrizitätsanwendung, Ffm.) - lag bei der RWE-Verbraucherberatung in Brühl herum - die Wärmebedarfsberechnung zur Wärmeschutzverordnung vom 24.02.1982 gemäß DIN 4108, Teil 5, selbst durchgeführt habe.

Meine damalige Ausrechnung ergab 336 Watt, effektiv sind es - wie ich erst seit Einbau der WP wirklich weiß - ca. 300 Watt (pro °dT) = 8 kWh/°dT, macht 240 kWh Wärmebedarf pro 24 Stunden bei -10° AT.

Und ich habe damals ohne Luftwechsel gerechnet, aber 1986 lange herumgesucht, bis ich einen großen Schreinerbetrieb fand, der dauerdichte Fenster und Türen nicht nur gepriesen, sondern gezeigt, gebaut und geliefert hat. Heute, nach 23 Jahren, ist immer noch jedes der 31 Fenster in meinem 2FH dicht wie am ersten Tag. Damals habe ich dafür incl. 1,3 K-Scheiben 5.000 DM als Aufschlag bezahlt. Lediglich die Rolladenkästen habe ich letztes Jahr vor Einbau der WP nachisoliert mit 2 Packen 60er Platten Glaswolle.
Verfasser:
kehd
Zeit: 26.02.2009 15:55:25
0
1073557
@martin206: das mit den Luftwechselraten verstehe ich nicht.
Ob ich nun Fenster aufmache um eine Luftwechselrate von 0,3 zu erreichen oder ob Lecks in der Gebäudehülle vorhanden sind die auch 30% der Luft tauschen dürfte energetisch doch egal sein.
in http://www.umweltmarkt.org/cms/images/stories/download/uci/09Blower.pdf steht, daß ein Haus die Blower-Door Prüfung bestanden hat, wenn die gemessene Rate 0.3 beträgt. Dann kann man für das Haus eine Luftwechselrate von 0,6 für den EnEN-Nachweis annehmen.
Wenn ich diese Zahl bei der Heizlastberechnung einsetze, bekommt man ja gewaltige Lüftungsverluste. besonders, wenn man dann noch lüftet.
Wo ist mein Denkfehler?
Verfasser:
rennog
Zeit: 27.02.2009 09:44:13
0
1074135
Was Martin206 da kurz und bündig zusammengefasst hat: RESPEKT!!!

Auch ich stand vor Jahren auch vor dem Problem und musste mir alles mühevoll zusammengoogeln, was wirklich nicht einfach ist, da vieles nur sehr verstreut im Internet zu finden ist.
Einige Universitäten, aber auch Internetseiten wie Heizungsoptimierung haben hier gute Dienste geleistet.

Man sollte sich das Ganze aber nicht zu einfach machen, Allzugerne werden die Werte "schön" gerechnet, mal nach oben, mal nach unten.
Häufige Fehler sind das falsche Ansetzen der erforderlichen Temperaturen, jaja die gute DIN, sie ist aber nicht des Weisheits letzter Schluss.

Es bringt nichts die Temperaturen z.B. für den Keller zu tief anzusetzen, zum Einen weil er dann schleichend feucht wird, zum Anderen weil Wärme wie Wasser, bergab, also von Warmen zum Kalten fließt, sprich eine schlecht gedämmte Kellerdecke "saugt" die Wärme des darüber liegenden Geschosses auf.

Hier kann man z.B. auch den Keller etwas Wärmer halten (gute Perimeterdämmung vorausgesetzt) und man lässt bewusst durch eine schlechtere Kellerdeckenisolierung die Wärme in das darüber liegende Stockwerk "entkommen", Vorteil trockener Keller und das darüber liegende Stockwerk wird mit geheizt; geht natürlich nur im Eigenheim, wer will schon für den anderen Mieter mit bezahlen.

Bekanntlich ist ja nur die Wärme als Verlust anzusetzen, welche das Haus verlässt, innerhalb des Hauses kann man sie ja bedingt steuern.
Auch muss die Heizung nicht unbedingt dafür ausgelegt sein um an den kältesten Tagen des Jahres eine Woche lang die ganze Bude voll (d.h. Heizlast gemäß DIN) zu heizen, da kann man dann auch mal den ein oder anderen Raum (Diele etc.) etwas kühler halten, das steckt ein Haus (und dessen Bewohner) locker weg.

Aber Ätsch, reingefallen, die Winter werden insgesamt kälter (sofern die Klimaforscher Recht behalten), wenn man sich jetzt etwas Reserve zulegen möchte, was ja auch sinnvoll erscheint, reißt man dummerweise ein neues Loch auf, die liebe Geschichte mit dem Takten der Heizung, hier gibt es aber auch wieder Lösungen.

Auch bringt es gar nichts, da so eine superduper runter reduzierte suboptimierte Heizanlage à la 5-6KW für z.B. einen 5 Personenhaushalt zu haben, bei denen 3-5 Personen Morgens Duschen wollen (aus Kindern werden Leute :-) , da gibt es nur eins, jede Menge kaltes Wasser oder kurzduschen, also nichts für Warmduscher.

Der Rechenweg von Martin206 kann auch prima für eine Modernisierung verwenden werden, einfach mal den U-Wert für die bestehenden Fenster gegen den der geplanten neuen Fenster ersetzen (geht am Besten wenn die Berechnung z.B. per Excel gemacht wurde) und schon kann man die Einsparung sehen; dem gegenüber stehen dann natürlich die Kosten für die neuen Fenster.
Das ist dann schon erschreckend, wenn man z.B. bei einer Renovierung eines Hauses feststellen muss, dass die neuen Fenster bessere U-Werte als die Mauern haben…

Nur die Harten kommen in den Garten:
Da gibt es eine Menge Software im Internet, wo man z.B. ein gesamtes Haus erfassen kann (jedes Zimmer einzeln, ist eine Menge Arbeit, aber es lohnt), sich z.B. neben den Vorhandenen auch individuelle Baustoffkataloge anlegen kann und durch Ändern der einzelnen Baustoffe (Aufbau und U-Werte von Mauern, Putze, Isolierung, Fenster etc.) die jeweilige Heizlast auf Knopfdruck ausrechnen kann.

Damit kann man richtig spielen und sich so den Aufbau z.B. einer Mauer (Poroton, Vollstein, Klinker etc.) ohne oder mit WDVS (natürlich dann auch mit verschiedenen stärken) und dessen Einsparung im Vorfeld anzeigen kann; für eine Renovierung oder Neubau, einfach genial.

Es gibt sogar Software die dann die Heizkörperauslegung gleich mit erledigt, Sachen gibt es und das auch noch gratis...

Nochmals vielen Dank an Martin206, hätte ich nur ein paar Jahre früher gebrauchen können ;-)
Verfasser:
kehd
Zeit: 27.02.2009 13:19:56
0
1074363
@rennog: Wenn Du weißt, wo es diese Software im Internet gibt, dann gebe bitte auch die links an. Es ist schon eine ganz schöne Arbeit, es herauszufinden. Es ist ja soviel Müll im Internet.
Verfasser:
rennog
Zeit: 27.02.2009 14:26:25
0
1074408
Wie man’s macht, macht man’s falsch ;-)

Ich wollte hier nicht gleich geköpft werden, von wegen Schleichwerbung oder so, hab´ mit dem Laden nichts am Hut, also mal googeln nach „mh-software“.

Macht aber bitte nicht die Fehler, die mir in der Lernphase unterlaufen sind:

Legt eigene Baustoffe im lokalen Baustoffkatalog durch kopieren an. So kann man z.B. je eine Definition für die Außenwand für den Keller, Erdgeschoss und Dachgeschoss erstellen; will man dann ein WDVS für z.B. das Erdgeschoss planen, braucht man nur diese Außenwand abzuändern und die Software übernimmt vollautomatisch die neuen Werte für das Erdgeschoss(praktisch fand ich die automatisch mitgeführten Grafiken für den Temperaturverlauf und ganz wichtig die Glaserdiagramme, nichts ist schlimmer als eine nasse Wand). Gleiches gilt für Fenster wenn z.B. sich die Kellerfenster vom Rest der Fenster des Hauses unterscheiden.

Meinem Wissen nach ist die Software Stand 2006, sollte aber heute noch passen, auch kann man “nur“ 25 Räume definieren, wenn man jeden Erker oder Winkel als eigenen Raum definiert, kann das schon mal knapp werden…

Man sollte unbedingt die U-Werte im Baustoffkatalog beachten, nicht das die falsch sind, aber ein Hochlochziegel von 1970 hat ganz andere Werte als die aktuellen Porotonziegel, wenn das nicht berücksichtigt wird, ist die ganz Berechnung für den Eimer. Notfalls die Werte erfragen, googeln oder sonstwie in Erfahrung bringen, teilweise hab ich die Hersteller angeschrieben, hat zwar etwas gedauert, bis das die die alten Prospekte gescannt hatten, aber in der Regel waren die sehr hilfsbereit.

Für die Heizkörperermittlung packt die Software diese automatisch unter die Fenster der Räume, ist eigentlich sehr praktisch, aber bei Vorlauftemperaturen von 50 Grad, kann das auf Grund der Größe der Heizkörper schon mal schief gehen, will sagen die Software findet dann keinen passenden Heizkörper. Das kann man aber der Software irgendwie austreiben, ich glaub da gab´s so eine Optimierungsfunktion auf Länge oder Breite des Heizkörpers, ist schon eine Weile her…

Ist halt ein bisschen Arbeit, macht aber echt Spaß sich anschließend z.B. die Außenwand selbst zu konstruieren und zu sehen wie die Werte sich verändern, daraufhin konnte ich der Firma genau sagen, wie sie eine bestimmte Außenwand und die Fenster zu renovieren hatten . Anschließend habe ich eine sündhaft teure Kontrollmessung mit ein paar alten Radiatoren, die Vernichten die Energie am Besten in Wärme, gekoppelt mit einem Stromverbrauchsmesser bei ca. Null Grad Außentemperatur über eine Woche in einer 60m2 Wohnung durchgeführt und das hat doch tatsächlich gepasst.



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Heizlast-Berechnung - was ist das und wie geht das?
Verfasser:
rennog
Zeit: 27.02.2009 14:26:25
0
1074408
Wie man’s macht, macht man’s falsch ;-)

Ich wollte hier nicht gleich geköpft werden, von wegen Schleichwerbung oder so, hab´ mit dem Laden nichts am Hut, also mal googeln nach „mh-software“.

Macht aber bitte nicht die Fehler, die mir in der Lernphase unterlaufen sind:

Legt eigene Baustoffe im lokalen Baustoffkatalog durch kopieren an. So kann man z.B. je eine Definition für die Außenwand für den Keller, Erdgeschoss und Dachgeschoss erstellen; will man dann ein WDVS für z.B. das Erdgeschoss planen, braucht man nur diese Außenwand abzuändern und die Software übernimmt vollautomatisch die neuen Werte für das Erdgeschoss(praktisch fand ich die automatisch mitgeführten Grafiken für den Temperaturverlauf und ganz wichtig die Glaserdiagramme, nichts ist schlimmer als eine nasse Wand). Gleiches gilt für Fenster wenn z.B. sich die Kellerfenster vom Rest der Fenster des Hauses unterscheiden.

Meinem Wissen nach ist die Software Stand 2006, sollte aber heute noch passen, auch kann man “nur“ 25 Räume definieren, wenn man jeden Erker oder Winkel als eigenen Raum definiert, kann das schon mal knapp werden…

Man sollte unbedingt die U-Werte im Baustoffkatalog beachten, nicht das die falsch sind, aber ein Hochlochziegel von 1970 hat ganz andere Werte als die aktuellen Porotonziegel, wenn das nicht berücksichtigt wird, ist die ganz Berechnung für den Eimer. Notfalls die Werte erfragen, googeln oder sonstwie in Erfahrung bringen, teilweise hab ich die Hersteller angeschrieben, hat zwar etwas gedauert, bis das die die alten Prospekte gescannt hatten, aber in der Regel waren die sehr hilfsbereit.

Für die Heizkörperermittlung packt die Software diese automatisch unter die Fenster der Räume, ist eigentlich sehr praktisch, aber bei Vorlauftemperaturen von 50 Grad, kann das auf Grund der Größe der Heizkörper schon mal schief gehen, will sagen die Software findet dann keinen passenden Heizkörper. Das kann man aber der Software irgendwie austreiben, ich glaub da gab´s so eine Optimierungsfunktion auf Länge oder Breite des Heizkörpers, ist schon eine Weile her…

Ist halt ein bisschen Arbeit, macht aber echt Spaß sich anschließend z.B. die Außenwand selbst zu konstruieren und zu sehen wie die Werte sich verändern, daraufhin konnte ich der Firma genau sagen, wie sie eine bestimmte Außenwand und die Fenster zu renovieren hatten . Anschließend habe ich eine sündhaft teure Kontrollmessung mit ein paar alten Radiatoren, die Vernichten die Energie am Besten in Wärme, gekoppelt mit einem Stromverbrauchsmesser bei ca. Null Grad Außentemperatur über eine Woche in einer 60m2 Wohnung durchgeführt und das hat doch tatsächlich gepasst.
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