| | | | Zeit:
22.11.2009 19:47:12 |
Hallo,
ich überlege, ob ich mir eine Solaranlage auf ein nach Süden geneigtes Dach, ca. 35 m² nutzbare Fläche, zulege. Wohnort in Sachsen, Raum Dresden Habt Ihr Tipps, ob sich dies rentiert (kein Kredit notwendig) und wo ich eine fachkundige Beratung bekomme. Gibt es empfehlenswerte Hersteller, auf was ist bei den Anbietern zu achten und was sind die ungewähren Investionskosten.
|
| | Zeit:
22.11.2009 20:10:41 |
Moin, hier wirst Du bestens geholfen ;-) Grüße Michael
|
| | Zeit:
22.11.2009 21:03:42 |
Zitat von Karsten7  Hallo,
ich überlege, ob ich mir eine Solaranlage auf ein nach Süden geneigtes Dach, ca. 35 m² nutzbare Fläche, zulege. Wohnort in Sachsen, Raum Dresden
In Dresden zahlt Dir die DREWAG unter betsimmten Bedingungen 400€/kWp In Sachsen bekommst Du bis 15kWp 250€/kWp von der Sächsischen Aufbaubank -SAB Die durchschnittliche Eintsrahlung in Dresden laut DWD zwischen 1990 und 2005 lag bei 1080kWh/m²*a. (die Daten von 1981-2000 liegen bei nur 1030kWh/m²*a, aber das ist inkl des DDR smogs) Der Ertrag sollte bei einer guten Anlage bei 920-950kWh/kWp liegen Wenn Du Dich nicht voll über den Tisch ziehen lässt rentiert sich das derzeit wahnsinnig gut. Investitionskosten für 2010 kann man derzeit nur raten, im mittleren Preissegment (das billigste ist selten das preiswerteste) sage ich mal 3.200 Euro/kWp. Zitat: ... und wo ich eine fachkundige Beratung bekomme.
Lass Dir im Januar/Februar 2010 ein paar Angebote machen. Jetzt wirdd as eh nix mehr, die sind alle ausgelastet bis zum Letzten. Zitat: Gibt es empfehlenswerte Hersteller, auf was ist bei den Anbietern zu achten und was sind die ungewähren Investionskosten.
Solarworld und Solarwatt sind Modulhersteller aus Sachsen. Bei den Wechselrichtern z.B. SMA. Das ist beispielsweise etwas, was ich mir drauf bauen würde, wenn ich ein Dach hätte. mfg
|
| | Zeit:
22.11.2009 21:16:10 |
Hallo,
ich habe auch gleich ein paar Fragen zum Thema. Zuerst möchte ich Dich aber fragen, investieren worin? Möchtest Du, dass etwas dabei für Dich herausspringt, oder möchtest Du in die Zukunft investieren?, ist der Interesse halber und nicht sarkastisch gemeint.
Hier aber die Fragen, die sich mir schon lange stellen:
Der Stromzähler einer Photovoltaikanlage sitzt üblicherweise, vom Haus aus gesehen, vor dem "öffentlichen Anschluß" . Nehmen wir an, man hat eine Anlage von 10m2. Wie weit kommt mein eingespeister Strom? Meiner Kenntnis nach speist man in das Niederspannungsnetz, dass einen begrenzten Umfang hat, je nach Lage, Stadt .... Wovon hängt ab, wie weit der eingespeiste Strom kommt?, von der Spannung, dem Strom (Amper), von der Frequenz ?
Können sich unterschiedliche Spannungen im Netz addieren, oder ist es möglich, dass sie sich gegenseitig behindern?
Bei einem durchschnittlich bewölkten Tag: Kommt der eingespeiste Strom irgendwo an, oder versickert er im Netz, kommt er über die Grundstücksgrenze hinaus und kann man den (schwachen "bewölkten" Strom) überhaupt nutzen. Ich sehe, dass sich in Deutschland eine Euphorie ausgebreitet hat. Bei den staatlich verordneten Zuschüssen, kein Wunder.
Da Du keinen Kredit benötigst, steht die Möglichkeit des finanziellen Gewinns, bei ca. 40 cent pro KW, nicht schlecht. Ich möchte aber zu denken geben, dass sich das bald ändert, da es meiner Meinung keinen Sinn macht in den Breiten (meiner Meinung und ich bin nicht vom Fach ). Lass Dir aber lieber die Rechnung mit 30 cent pro KW machen, weil die werden nämlich nächstes Jahr beschlossen und weiter sinken.
Weiter gelten Fragen, welche Qualität haben die Stromleitungen in Deiner Umgebung? Vielleicht arbeiten bei Dir die Stadtwerke sowieso schon mit umweltfreundlichen Energien und können diese effizienter herstellen? also wie ist die regionale Bestückung? Nach meiner Einschätzung kommt Dein eingespeister Strom nicht weiter als ca. 2 km, wenn überhaupt? Also da gibt es eigentlich viele Fragen zu klären, die bisher ziemlich vernachlässigt wurden, meines Wissens.
Viele Grüße
Sternentau
|
| | Zeit:
22.11.2009 21:40:37 |
Der meiste Strom in Dresden kommt von der Nossener Brücke, einen GuD Kraftwerk (das unterhalb von +5°C Außentemperatur die Wärme optimal wegbekommt). Photovoltaik ist eine optimale Ergänzung zu einem GuD, das eben im Winter am effizientesten arbeitet, wenn die Wärme gebraucht wird.
http://www.drewag.de/media/pdf/de/drewag_treff_infomaterial/nossener.pdf
CO2 Ausstoß des Drewag Standardmixes ist irgendwo knapp über 300g/kWh, wer's genauer wissen will muss googeln.
Solarstrom ist selbstverständlich stets nutzbar, dafür sorgt der Wechselrichter. Bildlich gesprochen fließt Strom vom hohen Spannungsniveau zum niedrigen, der Wechselrichter erzeugt also stets die passende Spannung.
"Stets" bedeutet je nach Wechselrichter üblicherweise bei irgendwas um die 0,1%-0,3% der maximalen Einstrahlung. Manche Wechselrichterhersteller werben damit, sogar bei Vollmond schon Strom einspeisen zu können. Auf die Jahreserträge hat das aber keinen Einfluss...
mfg
|
| | Zeit:
22.11.2009 23:07:52 |
Danke für Deine Antwort.
Der Wechselrichter wandelt den Gleichstrom in den Wechselstrom. Da gibt es tatsächlich welche mit hohem Wirkungsgrad, was bedeutet, dass ca. 90 %- 97% des erzeugten Gleichstromes in Wechselstrom/ Spannung ( zerhackt ) werden. Soweit so gut. Frage vielleicht anders: Wieviel Arbeit, also KWh produzieren 10 m2 Photovoltaik an einem trüben Tag in Dresden und wieviel verbraucht man?
Also der eingespeiste Strom gelangt max. bis zur nächsten Travostation. ? Spannungsungleichheiten müssen ausgeglichen werden, bei wechselndem Wetter? Was passiert mit dem Strom, wenn bei stechender Sonne mehr Strom in das Netz gespeist werden, als abgenommen? Wenn der Wechselrichter sich bei Schwankungen ausschaltet, Wie verändert das die Gesamtbilanz? Gibt es Erfahrungen?
Gibt es Planungen, die sinnvollerweise ein ganzes regionales Niederstromnetz mit einbeziehen? Ich bin Architekt, viele Leute fragen mich, wie sinnvoll wirklich eine Photovoltaikanlage ist. Alle die ich bisher kenne, mit einer gebauten Anlage, sind enttäuscht. Vielleicht kann mir jemand helfen, wo man unabhängige "Runduminformationen" erhält, die eben ein bisschen mehr als die kleine Anlage auf dem Dach beschreiben, den Kontext erklären zur Umgebung und auch zu den Stadtwerken.
Vielen Dank
|
| | Zeit:
22.11.2009 23:28:50 |
Zitat von Sternentau  Danke für Deine Antwort.
Der Wechselrichter wandelt den Gleichstrom in den Wechselstrom. Da gibt es tatsächlich welche mit hohem Wirkungsgrad, was bedeutet, dass ca. 90 %- 97% des erzeugten Gleichstromes in Wechselstrom/ Spannung ( zerhackt ) werden.
90% Europäischer Wirkungsgrad ist schon längst nicht mehr Standard. Zitat: Soweit so gut. Frage vielleicht anders: Wieviel Arbeit, also KWh produzieren 10 m2 Photovoltaik an einem trüben Tag in Dresden und wieviel verbraucht man?
Mit kristalinen Zellen sind das grob 1,3kWp. "Trüber Tag" kann vieles bedeuten. Hier kannst Du Dir verschiedene Szenarien anschauen: http://www.solarlog-home.de/ Zitat: Also der eingespeiste Strom gelangt max. bis zur nächsten Travostation. ? Spannungsungleichheiten müssen ausgeglichen werden, bei wechselndem Wetter? Was passiert mit dem Strom, wenn bei stechender Sonne mehr Strom in das Netz gespeist werden, als abgenommen?
Steigt bei Kleinanlagen die Netzspannung in der Phase in der eingespeist wird auf über 253V (230V + 10% Toleranz), dann schaltet er ab, die Anlage erzeugt dann keinen Strom mehr. Wird Dir in Dresden so schnell nie passieren, auch nicht bei 10x soviel PV Leistung auf den Dächern. Zitat: Wenn der Wechselrichter sich bei Schwankungen ausschaltet,
Wieso soll er sich bei "Schwankungen" ausschalten? Zitat: Wie verändert das die Gesamtbilanz? Gibt es Erfahrungen?
Garnicht. Zitat: Gibt es Planungen, die sinnvollerweise ein ganzes regionales Niederstromnetz mit einbeziehen?
Natürlich gibt es ein Netzmanagement. Das braucht es seit zig Jahren. Zitat: Ich bin Architekt, viele Leute fragen mich, wie sinnvoll wirklich eine Photovoltaikanlage ist. Alle die ich bisher kenne, mit einer gebauten Anlage, sind enttäuscht.
Wieso? Zitat: Vielleicht kann mir jemand helfen, wo man unabhängige "Runduminformationen" erhält, die eben ein bisschen mehr als die kleine Anlage auf dem Dach beschreiben, den Kontext erklären zur Umgebung und auch zu den Stadtwerken.
die Drewag macht regelmäßig "Energiestammtische" im WTC zu unterschiedlichen Themen. Vielleicht ist das Netzmanagemnt auch mal ein Thema... Morgen Nachmittag sind einige Leute zum Thema E-Mobilität "greifbar" http://www.solar-driver.dasreiseprojekt.de/hauptbericht.php?id=1725&ok=13&uk=68&uuk=13&uuuk=0&typ= mfg
|
| | Zeit:
23.11.2009 08:37:44 |
Und dann noch einmal der Hinweis auf das bessere Forum, um dich in die Materie einzuarbeiten. Und noch ein Link als Tipp zum reinlesen. Sehr kompakt und umfassend zusammengetragen - Empfehlenswert in meinen Augen als Einstiegsübersicht. Was die Frage der Novembererträge betrifft, lässt sich über das PVGIS monatsgenau auf Basis der Wetterdaten der letzen 20 Jahre Prognosen erstellen - basierend auf Deiner persönlichen Ausrichtung, Lage, Dachneigung, Anlagentype, etc. Viel Spaß beim Einarbeiten - ich fand's bzw. finde, dass das ein extrem spannendes Thema ist!
|
| | Zeit:
23.11.2009 19:57:10 |
"Ich bin Architekt, viele Leute fragen mich, wie sinnvoll wirklich eine Photovoltaikanlage ist. Alle die ich bisher kenne, mit einer gebauten Anlage, sind enttäuscht."
Also, ehrlich gesagt interessiert es mich nicht primär, was mit dem Strom "geschieht", mir geht es ehrlicherweise um eine "Geldanlage". Daher meine Frage: waren die Leute aus ökonomischen oder ökologischen Gesichtspunkten enttäuscht?
|
| | Zeit:
23.11.2009 20:09:01 |
hi karsten... eine pv-anlage bringt renditen von minus x bis plus 6 prozent..... es ist also alles möglich... habe selbst eine anlage und bin zufrieden, habe aber selbst recherchiert, gekauft, beantragt und montiert, und damit mindestens 80 prozent einbaubare fehler vermieden... wirtschaftlich kommt es drauf an, was du steuerlich jedes jahr los wirst... ökologisch passt es auch, vorausgesetzt,es wurde optimal gefertigt, berechnet, ausgelegt und montiert und nicht zu vergessen, im nachhinein die ständige kontrolle und überwachung der anlage ... eine eierlegendewollmilchsau gibt es leider noch nicht.. wenn du selbst investieren willst, schau dich im photovolatikforum um, da sitzen die vollprofis für deine fragen....
grüße kd-gast
|
| | Zeit:
23.11.2009 22:59:42 |
Hallo Karsten,
ich finde den Beitrag von kd-gast gar nicht so übel. Deine Zufriedenheit wird wahrscheinlich eintreffen, wenn Du Dir die Anlage selbst baust. Somit wirst Du nat. Kosten sparen. Cephalotus hat sehr gute Seiten beigesteuert. Die habe ich mir mal genauer angesehen und das solltest Du auch tun. Ich habe mir gleich die Erträge der Solaranlagen in BW angesehen, da dort am meisten Sonnentage sind (Deutschland).
Durchschnittlich speisen Familien mit Photovoltaikanlagen nicht mehr Strom in das Netz, als Sie selbst verbrauchen, also im Jahresschnitt um die 5000 kWh, bei Anlagen von 4- 6 kWp. der "Gewinn" stellt sich eben nur ein, da die Stadtwerke Dir mehr als doppelt so viel zahlen würden, als wenn Du selbst verbrauchst. Hier darf man aber auch nicht vergessen, Netzgebühren ? , Steuern ?...
Wie schon oben erwähnt, wird dieser Preis nicht mehr lange gezahlt werden, nicht nur weil dieser schwachsinnig ist, sondern auch aus politischen Gründen. Dieser Punkt ist entscheidend für alle Berechnungen.
Aber selbst mit dem geschenkten Geld gibt es bessere Anlagemöglichkeiten, die sogar ökologischer sind.
Auch aus ökologischen Gründen sehe ich die Anlage auf dem eigenen Dach kritisch, aber das interessiert Dich nicht, hattest Du ja geschrieben.
Die Bekannten waren über die Erträge enttäuscht. Aber der kd-gast ist zufrieden. Mit einigen Tricks und Selberbau könnte ich mir das auch vorstellen.
Was ich mir bei Solarzellen sehr gut vorstellen könnte, ist z.B. einen Niedrigspannnungskreis (24 Volt oder 48 Volt) im Haus. Aber das sprengt vielleicht den Rahmen.
Viel Glück bei der Entscheidung
|