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Haustechnikforum
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Fußbodenaufbau bei Fußbodenheizung und hohem Aubau
Verfasser:
Ingeborg
Zeit: 24.02.2010 12:45:16
0
1322083
Hallo,

in unserem Neubau wurde von unserem Planer eine sehr großzügige Fußbodenaufbauhöhe (22cm!) gewählt, um das EG gut gegen den nichtgeheizten Keller zu dämmen. Jetzt ging es heute um das Thema "Auswahl der Fußbodenheizung". Im Hinblick auf den hohen Aufbau meinte unser Planer dann, dass der Estrich mindestens 9cm dick sein sollte, damit das Verhältnis Estrich zu Dämmung sich nicht zu weit von den eigentlich üblichen 1:1 entfernt. Jetzt haben wir bedenken, dass die Fußbodenheizung bei 9cm Estrich zu träge werden könnte. Klar, dass eine Fußbodenheizung träger als Radiatoren ist, aber es muß ja auch nicht schlechter als möglich werden und 9cm Estrich dürften vermutlich dtl. träger sein als 6cm, oder?

Kann man denn nicht noch irgendetwas anderes "festes" auf die Rohbetonplatte legen, um die Estrichdicke niedriger halten zu können?

Wir kamen dabei dann auch zum Vergleich von "Kunststoffverbundrohre mit normalem Estrich" und "Kupferrohre mit Gußasphalt". Bei letzterem scheint die Dicke der Dämmung nicht so relevant, die Gußasphaltschicht unabhängig davon immer gleich bei 4,5cm. Die geringere Dicke zusammen mit den Kupferrohren dürfte vermutlich dtl. weniger träge sein, als das uns eigentlich vorgeschlagene. Allerdings schrecken uns die höheren Kosten doch etwas ab.

Würde man den Unterschied im Alltag wirklich merken?

Sollen wir aufhören über die 9cm nachzudenken oder sollten wir doch nochmal rechnen, ob wir uns die Kupferrohr-Gußasphalt-Varianten leisten können?

Im Voraus vielen Dank für jede Antwort!
Ingeborg
Verfasser:
JoRy
Zeit: 24.02.2010 13:25:55
0
1322116
Hallo Ingeborg,

macht euch nicht zuviel Gedanken über die Sprüche zur Trägheit.

Diese altbekannte "Schwäche" ist keine wenn man eine FBH richtig auslegt.

Eine FBH soll ja nicht dumm im Stop and Go geregelt werden.

Dumm ist es ein Daumenmaß vorzugeben, der Estrich habe so dick zu sein wie die Isolierung.
Vergiß den Mann der sowas sagt.

Legt klassisch 5-6 cm Anhydrid oder Zement-Fließestrich und fertig.
Wenn der Verlegeabstand optimal ist und die Kreisberechnung und später
der Abgleich professionell gemacht wird hast du keinen Nachteil zwischen 6cm oder mehr im Estrich, sondern eine höhere Speicherkapazität.

Genau das will jemand ,der heute baut um in Super-Dämmstandart
mit minimalen Spreizungen komfortabel zu leben.

Wenn nun schon das Extrem von 22 cm vorgegeben ist müßt ihr nur darauf achten, dass die Dämmschichten für die Flächenlasten inkompressibel sind und nicht kompaktieren.
Sonst sackt mit der Zeit der Boden ab und Fußleisten und Badfugen
haben ein Problem.

Gruß JoRy
Verfasser:
crax
Zeit: 24.02.2010 14:54:41
0
1322178
Hallo,
Zitat von Ingeborg Beitrag anzeigen
....
in unserem Neubau wurde von unserem Planer eine sehr großzügige Fußbodenaufbauhöhe (22cm!) gewählt, um das EG gut gegen den nichtgeheizten Keller zu dämmen. Jetzt ging es heute um das Thema "Auswahl der Fußbodenheizung". Im Hinblick auf den hohen Aufbau meinte unser Planer dann, dass der Estrich mindestens 9cm dick sein sollte, damit das Verhältnis Estrich zu Dämmung sich nicht zu weit von den eigentlich üblichen 1:1 entfernt. `

Ein Haustechnikfachmann scheint Euer Planer ja nicht zu sein. Wie kommt man auf solche Schlußfolgerungen? Was hat die Estrichdicke mit der Dämmung gegen den unbeheizten Keller zu tun?
Zitat von Ingeborg Beitrag anzeigen

Kann man denn nicht noch irgendetwas anderes "festes" auf die Rohbetonplatte legen, um die Estrichdicke niedriger halten zu können?`
Ja, zusätzliche druckfeste Dämmung. Wirtschaftlich wird das allerdings kaum. Wie wird denn die lichte Raumhöhe im flächenmäßig größten Raum sein? 3 cm mehr bringen optisch sehr viel.
Zitat von Ingeborg Beitrag anzeigen

Sollen wir aufhören über die 9cm nachzudenken oder sollten wir doch nochmal rechnen, ob wir uns die Kupferrohr-Gußasphalt-Varianten leisten können?`
Darüber würde ich nicht nachdenken. Klassisch und es ist gut. Also bisschen umplanen.
Achtet vielmehr auf eine hinreichende Berechnung/ Dimensionierung der Haustechnik (Hzg.,WW-Bereitung, Lüftung). Lasst diese von einem unabhängigen Fachmann machen, nicht vom Anlagenbauer der die Anlage verkauft und installiert.

mfg
Verfasser:
Jojo_
Zeit: 24.02.2010 19:45:59
0
1322466
Hallo,

welche Dämmsschichten gibt es denn, die imkompressibel sind? Mir fällt da auch Anhieb nur ein Auslegen von Porenbetonsteinen oder Schaumglas ein. Alle Polystyrol basierten Dämmstoffe sind doch komprimierbar.

Grüße,

Jojo_
Verfasser:
martin.karstens
Zeit: 24.02.2010 20:40:18
0
1322530
Porenbeton hat einen zu schlechten U Wert, Schaumglas ist zu teuer.
Styrodur gibt es in unterschiedlichen Druckfestigkeiten. Für Estrich reicht das normale Styrodur.
Martin
Verfasser:
josef bley
Zeit: 25.02.2010 09:17:52
0
1322741
Hallo Ingeborg
Die zu große Höhe läßt sich ganz einfach beseitigen, in dem Ihr eine
Schicht Kies-Sand einfüllt. Damit können Unebenheiten ausgeglichen werden, und es sit billig und DRUCKFEST.
Mit freundlichen Grüßen
Josef
Verfasser:
Ingeborg
Zeit: 25.02.2010 10:05:53
0
1322780
hallo an Alle,
vielen dank für die vielen Antworten.

Interessant, dass keiner umschwenken würde auf gussasphalt und Kupferrohre.

Ob die Sandaufschüttung wirklich funktionieren würde? wird der nicht schnell feucht und gibt dann nie wieder die Feuchte ab?

Allen einen schönen Tag.
Gruß
Ingeborg
Verfasser:
Ingeborg
Zeit: 25.02.2010 20:43:30
0
1323178
Jetzt habe ich heute durch Zufall noch etwas ganz entdeckt:

Creaton Estrichziegel

Als Trockenestrich auf FB-Heizung, in glasierter Form als fertiger Boden oder als roher Ziegel als Unterlage für alle Sorten von Bodenbelägen.

Kennt sich damit jemand aus?
Wäre das vielleicht bei uns der "lachende Dritte"?

Gruß
Ingeborg
Verfasser:
erik söllner
Zeit: 25.02.2010 20:58:49
0
1323197
Ich habe ca.20cm Dämmung (Styorpor für Estriche). Darauf 7cm Estrich. Mit einer verstärkten Baustahlarmierung.

Der nasse Estrich drückt die Dämmung zusammen. Viel sollte sie später nicht mehr nachgeben. Bei mir hält alles. Ist aber nur ein Badezimmer.

1 cm ÜBERDECKUNG ist ca. eine Stunde Verzögerung.

Dickere Estrich ist auch mehr Speicher..
Verfasser:
erik söllner
Zeit: 25.02.2010 21:04:59
0
1323204
Ach ja - unter den anderen Fußbodenheizungen habe ich 12-14 cm Dämmung (PU-Schaum) . Da habe ich Flächen um die 50qm in einem Stück.
Verfasser:
L.Blum
Zeit: 26.02.2010 04:41:24
0
1323339
Lithotherm.

Gruß Lars.
Verfasser:
ChiChi
Zeit: 26.02.2010 08:58:43
0
1323393
Guten Tag zusammen,

wenn von Ihrem Planer bzw. Architekten ein Gesamtaufbau von 22cm festgelegt worden ist, kann das aufgrund vieler Faktoren von Bedeutung gewesen sein.
Da bei der Berechnung und Ermittlung der EP Zahl die gesamte beheizbare Gebäudehülle berücksichtigt wird, wirkt sich der groß gewählte Füßbodenaufbau positiv auf die Energiebilanz aus.

Was im Moment keiner berücksichtigt hat ist, das für die Funktionalität einer FBH neben dem Estrichaufbau, der gewählte Bodenbelag von entscheidener Bedeutung ist.
Durch die Wahl des Obderbodens darf einen Wärmedurchlaßwiderstand von 0.150W/m2k nicht überschreiten.

Die Trägheit ist sehr wohl ein Thema, da diese eine Symbiose aus Verlegeabstand, Estrichüberdeckung, hydraulischen Abgleich und Oberbelag darstellt.

Desweiteren wäre es wichtig zu wissen, welche Energieart sie wählen möchten und mit welchen maximalen Vorlauftemperaturen geheizt werden soll.

Zu der Dämmung ist zu sagen, das in der DIN 18560( Estrichnorm) verankert ist, das eine maximale Zusammmendrückbarkeit aller Dämmschichten von 5mm nicht überschritten werden darf.
Da es heute tragfähige Dämmstoffe, wie z.B. PUR WLG 025, Belastung 35 KN/m2, auf dem Markt zur Verfügung stehen, ist ein Aufabu von 22cm auch möglich.
Die Harte Dämmung sollte unten liegen und mit der eigentlichen FBH Trägermatte abschließen. Achten sie auf die ordnungsgemäße Verlegung des Randdämmstreifens.

On Kunststoffrohre oder metallische Rohre eingesetzt werden, ist aufgrund der Dichtigkeit der Kunsstoffrohre heute kein Thema mehr.
Es gibt auch heute Metallverbundrohre die zum Einsatz kommen, also Kunsstoffrohre mit Metallüberzug, aber generell sind die Rohrqualitäten alle gut, sofern sie einer DIN Norm zugehörig sind.
Achte nur auf die Temperaturangabe der Rohre ( 95°C kurzfristig 110°C und 6bar Druckbelastung)
Entscheidend ist der Fachhandwerker der die Anlage installiert.

Ausdehnungsfäßberechnung und Einstellung
Hydraulischer Abgleich
Berechnung der Heizlast nach DIN EN 12831
Entscheidung der Energieerzeuger


LG
und viel Erfolg.