| | | | Zeit:
02.05.2010 23:20:36 |
Um nochmal auf die Rechnung zurück zu kommen: HeiZie hat einen hervorragend klingenden Parameter für die Wärmeverteilung gegeben. Dass schlechte Anlagen eine unnötig hohe Heizkurve brauchen, ist einsichtig. Die Frage ist, wie gut kommt man im Regelfall an das Optimum heran?
Wüsste man das, wäre es doch kein Thema, das für eine Anlage mal fix zu berechnen und dann zu sagen: "Katastrophale hydraulische Mängel", "nicht toll, aber auch nicht schlimm" oder "ist abgeglichen".
Was die Einsparung angeht, darf man sich nicht am Abgleich, d.h. dem Feintuning, festbeissen. Hydraulische Mängel können sicher mehr als 6% kosten!
Zu witterungsgeführten Steuerungen: Wer seine Heizkurve über ein Diagramm, statt iterativ, ermittelt, der sieht auch, wie gut eine witterungsgeführte Steuerung ist. In der Regel passt es schon, aber hin und wieder versaut sie es auch. Manche Hersteller bieten inzwischen einen kleinen Integraleinfluss an, was hilft, bei plötzlichen Temperaturänderungen besser zu reagieren. Unsere Steuerung hat sowas leider nicht, da greife ich dann von Hand ein, aber das ist auch nicht oft.
Michael
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| | Zeit:
03.05.2010 12:00:25 |
hallo
nachdem es am Wochenende mal ein bischen kalt war hat meine heizung etwas geheizt. dabei habe ich festgestellt, das bis auf einen HK keine Strömungsgeräusche zu hören waren. selbst wenn man das Ohr ein das HK ventil drückte hörte man nur ein ganz minimales Geräusch. Nur ein HK hatte ein deutlich lautes Geräusch. Müsste man da jetzt die Voreinstellung zurückdrehen oder weiter aufdrehen? Was hilft hier erfahrungsgemäss?
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| | Zeit:
04.05.2010 12:22:48 |
@ichkannnichts
Erfahrungsgemäß hilft, die Vorlauftemperatur soweit runter zu stellen, wie es für die Wärmeversorgung der "kälteren" Räume gerade noch reicht.
Die Vorlauftemperatur wird bei der jetzigen milden Witterung mit dem Fußpunkt der Heizkurve eingestellt (oder mit der "Parallelverschiebung", wenn es in der Regelung keine separate Fußpunkteinstellung gibt).
Wenn das nicht hilft, mit verkleinerter Pumpenleistung das gleiche noch mal.
Erst danach geht es an die hydraulische (Vor-)einstellung am HK, nämlich auf die nächst kleinere Zahl stellen usw.. Wenn das nicht hilft, ist mindestens ein HK am Strang zu klein und kein hydraulischer Abgleich hilft.
Wolfgang Frenzel
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| | Zeit:
04.05.2010 14:41:57 |
Erst danach geht es an die hydraulische (Vor-)einstellung am HK, nämlich auf die nächst kleinere Zahl stellen usw.. ______________
Das ist so nicht richtig. Die Vorgehensweise ist der umgekehrte Weg:
1.) hydr. Abgleich durchführen
2.) Heizkurve anpassen*
3.) ggf. Pumpe austauschen (oder Drehzahl anpassen)
Im anderen Fall kann die Heizkurve niemals optimiert eingestellt werden, denn die pumpennahen Heizflächen werden überversorgt (oft mit 300...400% der notwendigen Wassermenge), und die ungünstiger gelegenen Heizflächen werden unterversorgt.
*Vorgehensweise zur Heizkurvenanpassung:
Vollständige Ventilöffnung an Heizkörpern herstellen
Heizkurve schrittweise absenken
Raumtemperaturen in allen Räumen messen (wird Wunschtemperatur erreicht?)
Wenn Raumtemperatur in allen Räumen stimmt, Thermostatregler wieder anbringen und auf Wunschtemperatur einstellen.
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| | Zeit:
04.05.2010 14:54:53 |
Ist das Alles getan, kann man einen thermohydraulischen Abgleich voraussetzen, den die Gesetzgebung wohl eigentlich fordert/voraussetzt!?
Gruß Karl
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| | Zeit:
04.05.2010 14:59:16 |
Der Gesetzgeber schreibt kein Verfahren vor.
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| | Zeit:
04.05.2010 15:55:01 |
@Hitzschlag
Der von Dir vorgesehene Weg funktioniert m.E. eher, wenn die Heizkörper auf die Raumheizlast abgestimmt sind - wenigstens relativ. Das ist bei Ichkannnichts aber offensichtlich nicht der Fall.
In Altanlagen - insbesondere nach einer thermischen Sanierung des Hauses - sind die Heizkörper leider nicht gleichmäßig zu groß oder zu klein. (Meist waren sie es vorher schon nicht.)
Ich ziehe in solchen thermisch nicht abgeglichenen Anlagen den von mir vorgeschlagenen Weg vor, weil in vielen Fällen schon das Herunterstellen der Vorlauftemperatur ausreicht, die Strömungsgeräusche des Thermostatventils wegzukriegen. Es hilft nicht weiter, durch zu frühen Eingriff in die hydr. Voreinstellung am Heizkörper möglicherweise das Strömungsgeräusch vom Thermostatventil auf das Voreinstellventil zu verlagern.
Wolfgang Frenzel
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| | Zeit:
04.05.2010 16:06:23 |
Ok, wir sind beeinander und halten fest:
Ein Griff zur Heizkurveneinstellung (und zwar nach unten!!!) kann niemals schaden!
Grüße, Jürgen
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| | Zeit:
04.05.2010 16:20:40 |
So ist es!
Wolfgang Frenzel
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| | Zeit:
04.05.2010 18:05:02 |
Ich kann es nicht verstehen! Wir Spielen an der Pumpe rum, der Massenstrom ist uns egal und ob dieses andere Bauteile mögen könnten, oder was wir wirklich brauchen. Dann spielen wir an der Heizkurve rum. OK [fürleicht ja noch mal Pumpe] Welche Übertemperatur brauchen wir denn ? Wie lange soll denn das Spielen gehen? Und wenn zum Schluss, es überall endlich nur wieder warm ist, freuen wir uns, dass es nicht mehr pfeift. Zitat von Kaffetasse  Hallo
Jeder der einen hydraulischen Abgleich durchführt sollte wissen was er macht.
Eine Heizungsanlage besteht nicht nur aus Heizkörpern sondern auch anderen einzelnen Bausteinen die bestimmte Parametern bedürfen. Die einzelnen Bausteine sollten so mit einander verbaut werden, dass jene auch die Möglichkeit haben mit einander zu harmonieren.
Ein Mensch der den Versuch unternimmt, einen hydraulischen Abgleich durchzuführen, sollte unbedingt sich mit dem „Anlagenkonzept“ befassen, anders gesagt damit befassen, was die Anlage dazugeführt hat, wie sie heute ist und dieses Schema hinterfragen.
Hängen ersteinmal die Heizkörper und wir nehmen an, das jene richtig ausgelegt worden sind, stellt sich ersteinmal die Frage nach „was“. Eine Bestandsaufnahme ist also unumgänglich, man muss bei ihnen diesen gemeinsamen Punkt finden. Hat man einen gemeinsamen Nenner gefunden sollte man schauen, wie dieser Nenner sich mit dem anderen Teil der Anlage verhält und gegebenerfalls nach einem neuen Nenner suchen oder Änderungen vornehmen.
Mir stellt sich nur manchmal die Frage: Warum verwehren sich einige so dagegen? Schwerkraftheizungen hatten bestimmt Probleme nicht, sie gaben auch nicht die „schrecklich Möglichkeit“ die Pumpe höher zu stellen.
mfg ulli Hier noch einmal ein anderer Ansatzich glaube danach könnte man mit einer Ventilscheibe und Fachverstand einen einfachen Abgleich vornehmen. mfg ulli
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| | Zeit:
04.05.2010 23:41:25 |
Was ist an dem Ansatz anders? Die Daten fallen nicht vom Himmel und im Bestand schmeißt eine Fehlerrechnung bei der Heizlastberechnung schnell alles über den Haufen - deswegen wird auch keine Fehlerrechnung gemacht.
Für Neubauten ist der theoretische Ansatz gut, aber im Bestand muss ein praktisch anwendbares Verfahren inkl. verifizierbarer Erfolgskontrolle her. Im Grunde gibt es das auch, leider ist es nirgends für Praktiker verständlich aufgeschrieben, sondern wird nur von ein paar erfahrenen Leuten praktiziert.
Seit HeiZies Beitrag frage ich mich: Woher weiß ich bei einem Heizkörper, welche Leistung er bei welcher Temperatur hat? Gibt es irgendwo eine Kennzeichnung oder kann man es durch Größe und Bauart mit geringen Fehlern abschätzen?
Michael
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| | Zeit:
05.05.2010 01:01:50 |
Hallo Michael,
ich weiss auch nicht, warum man bei einem "Bestandsabgleich" Dinge berechnen soll, die man nicht kennt.
Das einzige, was ich im Altbau weiss, sehen und zuverlässig ermitteln kann, sind die Heizkörpergrößen und vielleicht das enge oder weite Rohrnetz im Gesamtbild, das dann doch in einer flachen oder steilen Rohrnetzkennlinie berücksichtigt werden sollte.
Und wir reden ja hier von Heizkörpern, Konvektoren, Radiatoren und anderen Heizelementen, die Temperaturen benötigen, die höher als die für Flächenheizungen sind.
Mehr weiss ich nicht !
Pumpenleistungen, Volumenströme, notwendige Druckdifferenzen usw. LEGE ICH EINFACH FEST !
Und da liegt genau der Knackpunkt im hydraulischen Abgleich. Was will ich überhaupt wie abgleichen.
WIE funktioniert die Anlage am effizientesten ?
Und es gibt sehr viele verschiedene Anlagen !
Hohe Volumenströme für kleinvolumige Wärmeerzeuger, geringere Volumenströme für ungestörte Temperaturschichtungen in vorhandenen Puffern, - muss ich hohe Sytemtemperaturen bei Festbrennstoffen berücksichtigen, welche Regelautoritäten (Druckdifferenzen) "gönne" ich den Regelorganen, welche Regelautoritäten haben vorhandene Regelorgane.
DANN berechne ich den hydraulischen Abgleich und führe ihn durch.
Und DANN prüfe ich das Ganze und vergleiche ganz einfach das sich ergebene Ergebnis mit dem Ergebnis, dass ich vorher ausersehen habe.
Ich stelle einen Betriebszustand her, der diesen Vergleich zulässt.
Es müssen nur alle Heizkörperventile geöffnet sein !
Die Volumenströme prüfe ich ganz einfach an der Temperaturspreizung im Heizkörper. Dafür muss ich auch nicht die Anlage brüllen lassen. Sicher macht dies aber auch nur Sinn, wenn ordentlich geheizt werden muss.
Jeder hier kennt das Diagramm der Heizkurve. Wenn man da einfach die Rücklauftemperaturlinie zur Vorlauftemperaturlinie einzeichnet, vom gemeinsamen Ausgangspunkt beider Linien bis zur Temperaturdifferenz im Auslegungsfall, erkennt man die Spreizung, die sich bei der jeweiligen sich ganz normal im Heizbetrieb ermittelten Vorlauftemperatur ergibt. Dazu könnte man dann auch noch die Aussentemperatur beobachten, mit der die Rgelung rechnet.
Nebenbei erkennt man dann auch vorhandene Fehldimdionierungen der Heizkörper. DEREN Räume werden dann nämlich zu warm oder zu kalt.Es kann auch die Heizkurve korrigiert werden.
Bei überdimensionierten Heizkörpern ergeben sich natürlich geringere Temperaturspreizungen, weil der Heizkörper im wärmeren Raum weniger leistet, umgekehrt sind es höhere Spreizungen, - obwohl an sich genau die Wassermengen fließen, die ich festgelegt habe.
Dann weiss ich aber, was der Heizkörper leistet, momentan (!) weitgehend im Beharrungszustand, der sich natürlich nicht in wenigen Minuten herstellen lässt.
Fenster und Türen zu, - und ganz normal zwei drei Stunden die Heizung im Normalbetrieb laufen lassen.
DANN kommt der Feinschliff, wenn der denn auch noch genau festgestellt werden soll. Damit ist nicht der "Feinschliff" gemeint, der den hydraulischen Abgleich überhaupt anspricht, sondern dann eben der feinschliff vom "Feinschliff".
Drossele ich tatsächlich überdimensionierte Heizkörper, - oder soll der mit Rücksicht auf einen gewollten Wiederaufheizfaktor so bleiben.
Dann drosselt eben das Ventil im Regekzustand ein wenig mehr.
Spätestens jetzt stellen sich bei den perfekten Hydraulikrechnern die Nackenhaare auf, - denn ich weiss ja nicht, wieviel das oder die Ventile drosseln.
Ich habe aber insgesamt einen Betriebszustand hergestellt, mit dem die Anlage trotzdem rundum glücklich wird.
Die Ober- und die Untergrenze ist festgelegt, - dazwischen befindet sich die Anlage sowieso im permanenten Regelzustand, in dem sie sich auch befinden soll, bei der Ausregelung von Fremdwärmegewinnen unter minimalstem und kontrolliertem Einfluss der übriggebliebenen Anlagenunzulänglichkeiten, die ich nun kenne !!
Welche Maßnahmen dann weiterhin getroffen werden sollten, kann dann ebenso gezielt umgesetzt werden, oder auch nicht, wenn resultierende "Verbesserungen" dann vielleicht Betriebszustände schaffen, die dem Anlagenbetreiber vielleicht gar nicht gefallen.
Vielleicht möchte dieser ja den einen oder anderen Raum etwas schneller aufgeheizt haben. Und dann erhöhen sich die Raumheizlasten schon erheblich !
Wichtig ist, dass die jeweiligen Betriebszustände erkannt und ausgewertet werden können. Und da gehört schon ein wenig Nachdenken dazu, - ebenso die Verknüpfung der Theorie mit der Praxis, denn DIE Theorie, von der hier alle reden, ließe sich nur unter Laborbedingungen prüfen.
Mancher Planer, der alle Zeta-Werte von Formstücken im Kopf hat, ist sicher bei der Inbetriebnahme überfordert, weil er die Umstände mancher Betriebszustände einer Heizungsanlage nicht erklären kann, weil er das Zusammenspiel von äusseren wie inneren Einflüssen in einer Heizungsanlage nicht erkennt. Der kennt nämlich nur momentane und recht kurzlebige Festzustände und nicht das Zusammenspiel ständig wechselnder SINNVOLLER Betriebszustände.
Mancher Heizungsbauermeister, der wie wir alle die Berechnung von Heizungsanlagen gelernt haben sollte, kann bei fehlender Theorie allerdings dann gar nichts erklären. Der hofft nur, dass alles so funktioniert, wie es immer funktioniert hat und warm macht.
Viel gesabbelt, - also kurz:
Ich nehme das auf, was genau ermittelt werden kann, lege alles andere sinnvoll fest, prüfe es anschließend (!), weil ich jetzt etwas zu prüfen habe, lebe damit oder korrigiere es, weil ich nicht nur weiss, was ich jetzt korrigieren muss, sondern weil ich auch weiss, wie ich es korrigieren kann.
Eigentlich ganz einfach.
Grüße HeiZie
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| | Zeit:
05.05.2010 01:15:56 |
Ach so:
Das gibt es natürlich nicht für 150 bis 300 Euro, - und schon gar nicht nach Quadratmeter, wobei sich mir der wie so oft kaufmännisch zufällige Bezug auf eine Fläche völlig verschließt.
Wieviel Wert hat denn so ein Abgleich einer völlig versauten Anlage, - die dessen Bedarf ja oft erst deutlich macht -, bei einer "Ersparnis" von 10% und einer üblichen Amortisationszeit von z.B. einer Photovoltaikanlage von 15 bis 20 Jahren und deutlicher Behaglichkeitssteigerung bzw. Aufwertung,
um jetzt doch einmal kaufmännisch zu werden ?
Grüße HeiZie
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| | Zeit:
05.05.2010 16:38:04 |
Hallo HeiZie,
verstehe ich dich richtig: Pumpenleistungen, Volumenströme, notwendige Druckdifferenzen usw. LEGE ICH EINFACH FEST ! Zuerst? Und ... DANN berechne ich den hydraulischen Abgleich ??? Was du da vorher festlegst, sind doch üblicherweise die Ergebnisse einer Hydraulikberechnung.
Na gut, man kann ja auch mal rückwärts rechnen. Aber was kriege ich dabei für ein Haus heraus? Was machst du, wenn das gar nicht das ist, was der Kunde da stehen hat? ;-)
Jetzt mal ohne Flachs:
Klar ist: eine Hydraulikberechnung ist nicht so schwer, wenn die Heizkörper korrekt bemessen sind. Dazu brauchte man eine Einzelraum bezogene Heizlastberechnung. Wir wollen hoffen, dass die wenigstens für einen Neubau vorliegt.
Im Altbau ist das normalerweise nicht der Fall. Es gibt Kunden, die bereit sind, für eine planerische Leistung auch einen angemessenen Preis zu bezahlen. "Angemessen" heißt: das mehr investierte Geld für eine seriöse Planung muss sich für ihn in einer überschaubaren Zeit finanziell rechnen. (Ja, das gibt es, aber diese Feinheiten lasse ich hier mal weg.)
Solchen Kunden biete ich nach einer thermischen Sanierung ihres Hauses eine Einzelraum bezogene Heizlastberechnung an. Mit deren Ergebnissen und in Verbindung mit den real verbauten Heizkörpern kann ich in einen hydraulischen Abgleich rechnerisch derart optimieren, dass möglichst wenig Heizkörper durchgetauscht bzw. weggeworfen werden müssen.
Denn es ist wirklich so, wie einige hier schon deutlich gesagt haben, dass der hydraulische Abgleich seine Grenzen hat - übrigens nicht nur bei zu kleinen, sondern im Einzelfall auch bei zu großen Heizkörpern. (Grundsätzlich ist klar: zu große HK sind eher tolerierbar als zu kleine.)
Eine solche Rechnung spart neben Gas oder Öl eben auch Material- und Lohnkosten. Alle diese Einsparungen zusammen stehen meinen Rechenkosten gegenüber.
Meine Optimierung funktioniert mit separaten Rechendurchläufen für verschiedene Vorlauftemperaturen bzw. Spreizungen.
Danach geht es weiter wie bei dir: - Einstellen (Voreinstellungen an den Heizkörperventilen, Pumpe(n), Strangregulierer usw.) - Nachjustieren in der Anlage
Bevor ich allerdings nachjustiere, habe ich den Kunden gebeten, seine Heizkurve richtig einzustellen. Dazu gebe ich ihm ein paar Zeilen, die er versteht und die auf seine Regelung zugeschnitten sind.
Nachjustieren ist erforderlich und gehört deswegen zu meinem Service, weil gerade in Altanlagen einige Überraschungen schlummern, wie z.B. zugesetzte Rohre, Querschittssprünge in Mauerwerkschlitzen usw..
Übrigens: Zitat von dir: "Bei überdimensionierten Heizkörpern ergeben sich natürlich geringere Temperaturspreizungen ..." Ich nehme an, dass es umgekehrt ist, weil ein größerer Heizkörper stärker abkühlt (mehr Wärme abgibt) als ein kleinerer.
Von deinem Beitrag nehme ich aber folgende ernsthafte Überlegung mit: Wenn keine Einzelraum bezogene Heizlastberechnung vorliegt, trotzdem rechnerisch einfach so tun, als ob die Heizkörper korrekt auf eine angenommene Vorlauftemperatur und Spreizung bemessen sind.
Anschließend einstellen und nachjustieren. Falls das nicht zu einem akzeptablen Brennwerteffekt führt, den Kunden fragen, ob er ein paar (zu kleine) HK austauschen will oder ein Heizungsleben lang mit deutlich zu hoher Vorlauftemperatur und erheblichen Einschränkungen im Brennwertbetrieb leben will.
(Da taucht wieder die Frage auf: wie groß sollen die neuen HK denn sein, wenn doch keine Einzelraum bezogene Heizlastberechnung vorliegt. Daumenpeilung?)
So - und nun wieder zum Ausgangspunkt dieses Threads und zur Wirklichkeit mit den meisten Kunden wie Ichkannnichts:
Sie wollen möglichst wenig Geld ausgeben, weil sie glauben, sie würden damit Geld sparen. Das stimmt zwar nicht, aber ich helfe ihnen trotzdem. Entweder mit einem (kostenlosen) Rat oder mit ein oder zwei Arbeitsstunden Aufwand vor Ort. Der Kunde ist happy, wenn schon mal die Strömungsgeräusche weg sind, ohne dass ein Installateur zum Heizkörper Wechseln kommen muss.
Und das ist das von einigen Fachleuten hier verdammte "Gefummel". "Zaubern" kann auch ich nur mit Rechnen - alles andere sind Kompromisse, die ich nicht zu sehr verteidigen will.
Wolfgang Frenzel
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| | Zeit:
05.05.2010 16:55:21 |
Pardon - ich habe vergessen:
Meine Optimierung funktioniert mit separaten Rechendurchläufen für verschiedene Vorlauftemperaturen bzw. Spreizungen.
Anschließend werden in Zusammenhang mit der Neuinstallation von Kessel, Pumpen usw. auch die fälligen Heizkörper durchgetauscht bzw. gewechselt.
Danach geht es weiter wie bei dir: - Einstellen (Voreinstellungen an den Heizkörperventilen, Pumpe(n), Strangregulierer usw.) - Nachjustieren in der Anlage
Wolfgang Frenzel
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| | Zeit:
05.05.2010 17:19:31 |
Hallo Enberat,
wenn mein Beitrag da oben schlüssig sein soll, kann ich unbekannte Dinge natürlich nicht willkürlich festlegen.
Wenn die eingebaute Heizkörperleistung insgesamt meinetwegen bei 70/55/20°C 20kw beträgt, die Heizlast jedoch halbwegs zuverlässige 10kW beträgt, dann wähle ich Systemtemperaturen, die eben nur die halbe Leistung übertragen.
Mit diesen Systemtemperaturen erhalte ich dann auch die Wassermengen, die ich auf die Heizkörper aufteilen kann.
Welcher Parameter dabei anlagenbedingt unverändert bleiben muss, kann immer berücksichtigt werden: Q = m * c * (tv - tr).
Damit habe ich Grundlagen, mit denen man arbeiten kann, - oder nicht ?
Die verschiedenen "Hydraulikstrategien" können damit auch umgesetzt werden.
Natürlich beginnt erst dann das "Fleissrechnen", Datenschieberlesen und Diagrammstöbern, - nach dem Nachdenken mit seiner rechnerischen Umsetzung.
Grüße HeiZie
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| | Zeit:
05.05.2010 19:03:40 |
@ HeiZie
Sehe ich auch so. Gute Idee, die geschätzte Systemtemperatur über die Übertemperatur-/Gebäude-Heizlastrelation bzw. die bekannten Tabellen zu ermitteln. Hätte ich ja auch mal drauf kommen können. :-))
Gruß - Wolfgang Frenzel
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| | Zeit:
05.05.2010 23:49:29 |
Hallo Enberat,
diese Idee halte ich auch für gut, wenn ich mir dieses Selbstlob einmal ausstellen darf.
Leider kommen/kamen andere nicht darauf !!
Warum soll ich die Wärmeleistungen nicht vorrangig und ganz sicher sinnvoller mit dem Temperaturniveau korrigieren, um DANN mit angemessenen Wassermengen "operieren" zu können.
ALLE Hinweise und Verbrauchertipps gehen NACHVOLLZIEHBAR, logisch und sinnvoll in Richtung der "Erarbeitung" und Feststellung einer vernünftigen Reglereinstellung, sprich: "Heizkurve runter!"
Das Optimus-Programm z.B., das hier von mir schon öfters scharf angegriffen wurde, geht genau den anderen Weg. Kaputtgedrosselte Wassermengen stehen dabei völlig irrsinnigen Systemtemperaturen gegenüber, die schon auf einem, - auf dem ersten - Blick völlig unnormal wirken und jede Anlage, jeden Wärmeerzeuger, jedes Regelorgan ÜBER die Grenzen der Funktionsfähigkeit treiben.
Seltsam, - oder ?
Deren Heizkurven verursachen doch regelrechtes Unbehagen, - spätestens dann, wenn man erkennt, wie sich Wärmeerzeuger, Regler und Hydrauliken quälen müssen.
Mit geringstmöglicher Heizkurve soll eine sinnvolle Anlagenfunktion hergestellt werden. DAS ist das Ziel !
Grüße HeiZie
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| | Zeit:
06.05.2010 05:58:01 |
Hallo @ HeiZie, so ganz alleine mit Deiner Idee bist Du da nicht. Ändert man die Spreizung am kleinst demensionierten Heizkörper, bekommt man somit Einfluss auf die Systemvorlauftemperatur/Heizkurve und die benötigten Massestrom. mfg ulli |
| | Zeit:
06.05.2010 07:20:32 |
Ihr immer mit euerm dämlichen Brennwerteffekt .... Bringt erst mal die Takteimer zum so dass sie stundenlang modulierend betrieben werden konnen .... und DANN aber erst DANN verschwendet einen Gedanken dann den Brenntwerteffekt.
Gruß Achim Kaiser
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| | Zeit:
06.05.2010 07:58:34 |
Mit geringstmöglicher Heizkurve soll eine sinnvolle Anlagenfunktion hergestellt werden. DAS ist das Ziel !
Ist das eine Neuigkeit? Das galt schon immer.
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| | Zeit:
06.05.2010 10:19:50 |
Zitat von Hitzschlag  Mit geringstmöglicher Heizkurve soll eine sinnvolle Anlagenfunktion hergestellt werden. DAS ist das Ziel !
Ist das eine Neuigkeit? Das galt schon immer. ... wird aber meistens nicht gemacht. Bin wieder wech :>))
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| | Zeit:
06.05.2010 10:21:25 |
@ HeiZie
Ausgerechnet das OPTIMUS Programm ist nur für Leute, die wissen, was sie tun. Interessant ist der Ansatz, die Spreizung so weit zu treiben, dass sich auch für kleine Heizkörper noch ein Brennwerteffekt ergibt (also genau das Richtige für "sparsame" Bauherren, die sich um das Auswechseln der HK drücken wollen).
Aber wer nicht weiß, dass man mit zu hohen Drücken und zu geringen Durchflussmengen keine stabile Hydraulik hinkriegt und in der Übergangszeit des Heizbetriebs 20 Grad Rücklauftemperatur nicht zu erzielen sind, wird mit OPTIMUS keine Freude haben.
Dann lieber stabile Verhältnisse zu Lasten von Brennwert. Am liebsten natürlich einsichtige Bauherren, die nicht nur einem neuen Heizkessel sondern auch einer Heizkörperoptimierung zugunsten des Brennwertnutzens aufgeschlossen gegenüberstehen. Genau das will auch die KfW mit ihrer Förderung des hydraulischen Abgleichs.
Wolfgang Frenzel
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| | Zeit:
06.05.2010 10:26:42 |
... wird aber meistens nicht gemacht.
Von den "Fachfirmen" übrigens, Bruno. Was ich da jeden Tag zu hören bekomme ist schlicht eine Katastrophe. Denken in Zusammenhängen gleich Null. Die "Päcklessuppen" haben ihren Beitrag dazu geleistet!
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| | Zeit:
06.05.2010 10:27:57 |
Hallo Achim,
wie kommst du jetzt auf den Brennwerteffekt ?
Von dem ist doch überhaupt nicht die Rede!
Wenn du du auf geringe Rücklauftemperaturen anspielst, sind wir doch wieder bei hohen Spreizungen, hohen Vorlauftemperaturen, geringen Wassermengen, - und Anlagen, die oft (nicht immer!) keiner haben will.
Es werden SIE Betriebszustände gewählt, die der Anlage gut tun !
Der Brennwerteffekt, den ich mit einem Brennwertgerät nutzen kann, falls vorhanden, stellt sich dann von ganz allein ein.
Grüße Heiko
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| | Zeit:
06.05.2010 10:30:23 |
Zitat von HeiZie  Hallo Achim,
wie kommst du jetzt auf den Brennwerteffekt ?
Grüße Heiko Ich nehme an, wel es das Brennwertthema ist. Da sind wohl Besonderheiten zu beachten. Gruß Karl
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| | Zeit:
06.05.2010 10:30:26 |
"Dann lieber stabile Verhältnisse zu Lasten von Brennwert."Was ist denn wichtiger? Eine ordentlich funktionierende Anlage ohne Geräusche, mit möglichst niedriger Systemtemperatur, die evtl. keine ERR braucht oder eine Anlage die mit Krampf den letzten Tropfen Wasser aus den Rauch- bzw. Abgasen quält? Gruß Bruno Bosy... der die Finger bei diesem Thema doch nicht ruhig halten kann
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| | Zeit:
06.05.2010 10:32:33 |
Eine ordentlich funktionierende Anlage ohne Geräusche, mit möglichst niedriger Systemtemperatur,
Beides geht problemlos zusammen, und das Tüpfelchen auf dem i der Energieeinsparung ist die ERR.
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| | Zeit:
06.05.2010 10:37:31 |
Zitat von Enberat  Genau das will auch die KfW mit ihrer Förderung des hydraulischen Abgleichs. Moin Wolfgang, bist Du Dir sicher, dass die überhaupt wissen, was sie wollen. Das ein Abgleich schon seit Jahrzehnten gemacht werden muss, will ich eigentlich nicht wieder in den Ring schmeißen. :>)) Gruß Bruno |
| | Zeit:
06.05.2010 10:52:12 |
Ja, Bruno, wenn man das genau wüsste ...
Aber ich nehme an, die wollen ihr billiges Geld auch für Sachen ausgeben, die eigentlich schon seit Dscharendennn überfällig sind, aber ohne Förderung wohl nicht gemacht werden. ;-(
Will jetzt aber nicht auch wieder einen Nebenkriegsschauplatz zum Thema selbstverständlicher Lohn für selbstverständliche Arbeit (hydraulischer Abgleich durch den Kesselinstallateur) eröffnen.
Gruß - Wolfgang
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| | Zeit:
06.05.2010 11:05:09 |
P.S. zum Brennwert
Der hydraulische Abgleich soll - die Systemtemperatur runterdrücken, und damit die Kessel- und Verteilverluste vermindern, - die Einstellung der Heizungsregelung erleichtern, - Strömungsgeräusche gar nicht erst aufkommen lassen und - die Rücklauftemperatur so weit runterdrücken, dass sich möglichst viel Brennwerteffekt für die gesamte Heizperiode ergibt.
Was soll das Geld für einen neuen Brennwertkessel, wenn man ohne vernünftige Hydraulik den Brennwertnutzen hinterher wegschmeißt.
Ich finde deshalb schon, dass der hydraulische Abgleich auch in das Unterforum "Brennwert" gehört.
Wolfgang Frenzel
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| | Zeit:
06.05.2010 11:16:20 |
"- die Rücklauftemperatur so weit runterdrücken, dass sich möglichst viel Brennwerteffekt für die gesamte Heizperiode ergibt."
Der Brennwerteffekt ist nicht von der Rücklauftemperatur abhängig, sondern von der mittl. Temperaturdifferenz über den Wärmeerzeuger, das ist ein großer Unterschied. Deshalb soll die VL-Temp. möglichst niedrig gehalten werden, was relativ hohe Volumenströme über den Wärmeerzeuger bedingt.
Der Brennerspezialist
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| | Zeit:
06.05.2010 11:36:49 |
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| | Zeit:
06.05.2010 11:49:23 |
@ Brennerspezialist
Ich gehe davon aus, dass der Brennwerteffekt von der mittleren Temperatur des Brennwertwärmetauschers im Kessel abhängt. Und der sitzt im allgemeinen im Rücklauf. (Ins Mollier-Diagramm gehe ich mit dieser Temperatur und nicht mit einer Temperaturdifferenz.)
Noch ein Zusatz zu den aktuellen Brennwertkesseln: Kleine Heizkörper und Kessel mit hohen Umlaufströmen passen nicht zusammen! Das sollten auch die Installateure ihren Kunden nahebringen, bevor sie solche Kessel einbauen. Es gibt definitiv keinen hydraulischen Abgleich dafür - weder gefummelt noch gerechnet!
Wolfgang Frenzel
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| | Zeit:
06.05.2010 12:03:03 |
Zitat von Brennerspezialist  "...Der Brennwerteffekt ist nicht von der Rücklauftemperatur abhängig, sondern von der mittl. Temperaturdifferenz über den Wärmeerzeuger, das ist ein großer Unterschied. Deshalb soll die VL-Temp. möglichst niedrig gehalten werden, was relativ hohe Volumenströme über den Wärmeerzeuger bedingt... mal wieder in dieser pauschalen Art und Weise falsch. Selbstverständlich gilt obige Aussage nur für Kesselkonstruktionen mit sehr knapp bemessener Tauscherfläche. Was praktisch für alle wandhängenden "Thermen" gilt. Kesselkonstruktionen mit rücklaufgekühlten Abgaswärmetauschern (häufig bei Öl-Brennwertkesseln) leben hinsichtlich Brennwertausnutzung praktisch ausschließlich von der Rücklauftemperatur. Da ist die Abgastemperatur z.T. deutlich unter der Kesseltemperatur und nur knapp über der Rücklauftemperatur. Einfach mal auch mal in die Hersteller-Datenblätter gucken. Oder die realen Verhältnisse im Heizraum betrachten. Gruß Ratzeful
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