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3,9kW Heizung sinnvoll?
Verfasser:
Sven Kunz
Zeit: 23.10.2014 09:04:22
0
2132178
Ich bin noch immer auf der Suche nach einem BimschV-tauglichen Ersatz des alten Kessels. Da ich die Idee eines Wohnzimmer-Kamins am selben Zug inzwischen aufgegeben habe, werde ich mich wohl eher in Richtung nächstes Jahr, also BimschV 2 orientieren.

Das Haus mit ca. 150 qm wird hauptsächlich über die Gasheizung geheizt. Der Holz/Kohle-Kessel ist nur zur Unterstützung da und weil auch immer mal irgendwelche Holzreste anfallen. (Und man weiss ja nie, wie sich die Gaspreise in Zukunft entwickeln werden...)

Ein Händler wollte mir jetzt einen 3,9kW-Kessel aufschwatzen, da diese nicht messpflichtig sind.

Macht das überhaupt Sinn? Kriege ich mit 4kW die Bude überhaupt ansatzweise warm?

Außerdem meinte er, bei modernen Holzvergaser-Kesseln kann man nur noch großes Stückholz verheitzen. Stimmt das?

Sven
Verfasser:
Texlahoma
Zeit: 23.10.2014 10:37:02
0
2132232
Wie hoch ist denn der durchschnittliche Gas- und Holzverbrauch mit dem alten Kessel im Jahr?

Es gibt durchaus Holzvergaseer, die 30er Scheite verbrennen. Diese sind oft aus osteuropäischer Produktion.

Wenn Dir das nicht so zusagt, Holzvorrat aus 30er Scheite verkaufen und dafür einen Holzvorrat mit 50er Scheiten kaufen oder tauschen.
Verfasser:
Peter_Kle
Zeit: 23.10.2014 11:19:36
3
2132252
Geh in den Baumarkt und kauf dir einen 3kW Heizlüfter

Den dann einfach mal 5 Stunden laufen lassen
Verfasser:
JoRy
Zeit: 23.10.2014 11:29:15
1
2132256
"" Da ich die Idee eines Wohnzimmer-Kamins am selben Zug inzwischen aufgegeben habe, werde ich mich wohl eher in Richtung nächstes Jahr, also BimschV 2 orientieren.""

Das heist also du willst einen extra Kaminzug bauen ?
Für < 4 kW Ofen ?
In den nicht mal Normholz (1 Fuß) reingeht.??

Du hast einen alten (? veralteten) Gaskessel.

Den willst du jetzt "entlasten".

Mach doch was Richtiges.
Nägel mit Köpfen und keine halben Sachen.

Erst käme eine Bestandsaufnahme. Danach eine Optimierung der
bestehenden Heizung und dann kommen die Optionen, wie man
bivalent fahren könnte -----

Nicht das Pferd von hinten aufzäumen.

Gruß JoRy
Verfasser:
mrtux
Zeit: 23.10.2014 16:00:44
0
2132372
Jenachdem wie viel Holz anfällt ist der 3,9KW Kessel auch eine gute Wahl.
Dadurch brennt er lange und du kannst durchheizen.

4KW sind schon einiges an Heizleistung wenn der Kessel lange durchgehend betrieben wird.

Also wie hoch ist dein Gasverbrauch und wie Alt ist deine Gasheizung?
Verfasser:
Sven Kunz
Zeit: 23.10.2014 18:15:14
0
2132445
Den Gasverbrauch hab ich gerade nicht im Kopf. Muss ich mal nachschauen, wenn ich wieder zu Hause bin.

@JoRy: Nein ich will keinen extra Zug bauen. Im Moment gibt es einen Zug für den Gaskessel und einen für den alten Holz/Kohle-Kessel. An letzteren wollte ich evtl. zusätzlich einen Wohnzimmerkamin anschliessen, was aber nur mit einem Naturzug-Kessel im Keller ginge deswegen lasse ich das sein.

Der Gaskessel ist nicht veraltet, sondern der Holz/Kohle-Kessel der parallel läuft (= über die Vorlauftemperatur im Holzkessel wird der Gaskessel abgeschaltet, wenn mit Holz gefeuert wird.)

Der Holzkessel muss halt wegen BimschV nun ausgetausch werden und ich suche adäquaten Ersatz um auch kleine Holzstücke und Holzrester verbrennen zu können.
Meist läuft der Holzkessel im Winter nur am Wochenende - als eher unterstützend.
Verfasser:
schorni1
Zeit: 23.10.2014 20:22:17
0
2132511
WAS für ein 3,9kW Kessel soll das denn bitte sein??
Verfasser:
Reinhard Fro
Zeit: 17.12.2015 19:45:46
1
2308664
Holzheizung 3,9 kW sinnvoll?
Die Randbedingungen: Wir übernahmen vor 10 Jahren ein Einfamilienhaus, mit über 1000 qm Garten, mit altem Baumbestand.
Ein Herbststurm legte vor 8 Jahren den ersten Baum um, das Holz habe ich verschenkt. Als nächstes folgte eine 23 m Tanne, die ich zunächst in Scheiben gelagert habe. Kurz, es ging immer so weiter, es sammelte sich eine große Menge Holz an (im Wert von ca. 1000 €). Einige Bäume habe ich auch gefällt (mit Genehmigung (örtliche Baumsatzung)).
Das Haus wurde 1950 gebaut, es ist ein Holz-Fertighaus aus dem Schwarzwald, die Außenwände bestehen aus 3-fach- Schindeln.
Die Heizungsanlage ist eine Zentralheizung, ursprünglich mit Kohlekessel und Schwerkraft- Umwälzung. Entsprechend großvolumig sind Rohre und Heizkörper ausgelegt (offenes System mit Ausdehnungsgefäß unterm Dach). Bereits in den 60-ziger Jahren wurde der Kohlekessel gegen einen Ölkessel getauscht (mit Nachrüstung Tankanlage).
Jetzt wurde eine Umwälzpumpe installiert, der Vorteil, aufgrund der großzügig ausgelegten Heizanlage konnte schon damals mit relativ niedriger Vorlauftemperatur gefahren werden.
Nun zu meinem Holzkessel. Ich stand vor der Entscheidung, die angesammelten Holzmengen zu verschenken, zu entsorgen (verbunden mit erheblichen Kosten) oder selbst zu verwerten.
Stellten sich folgende Fragen:
Was kostet ein Holzkessel?
Welche Leistung sollte er haben?
Brauche ich einen Wärmespeicher?
Was kostet die Installation?
Welche Folgekosten?
Wie Integriere ich den Holzkessel in die bestehende Ölheizung, dass ich beide Anlagen sowohl mono, als auch bivalent betreiben kann?
Was sagt der Schornsteinfeger?
Das Haus ist voll unterkellert, es besitzt 2 Schornsteine. Davon wurde einer von Anfang an genutzt, der andere nie. So ergab sich die Möglichkeit diesen auch zu nutzen. Nachteil, er befindet sich in einem anderen, 8 m vom Ölkessel entfernten Raum. Als sich der Schornsteinfeger zur turnusmäßigen Überprüfung des Ölbrenners anmeldete, ließ ich von ihm den unbenutzten Schornstein sichten (kostenlos), er hatte keine Bedenken.
Nach sehr langer Überlegung und Recherche, entschloss ich mich zum Kauf eines 3,9 kW Kessels, für 750,-€. (ECO 3,9 kW mit wasserdurchströmtem Rost).
Grundsätzlich ging's mir ums Verwerten der Holzbestände, sodass nicht die Bedingung war, das ganze Haus damit zu beheizen.
Vorteile, keine Vorschriften bezüglich Messpflichten und Ruß-Filter. Außerdem, Verzicht auf Wärmespeicher, da die anfallende Wärme komplett im Haus verteilt wird, es somit zu keiner Überhitzung, bzw. Überheizung kommt.
Die Installation: Für mich war Bedingung, die bestehende Öl-Heizanlage auf keinen Fall zu verändern. Es ergab sich als Lösung, Vorlauf- und Rücklaufleitung zu durchtrennen und T-Stücke einzusetzen. Hier ließen sich die Leitungen des Holzkessels anschließen. In die Rücklaufleitung zum Holzkessel habe ich eine Widerstand freie Rückschlagklappe eingebaut, um zu verhindern, dass bei mono-Betrieb des Ölkessels, sein Vorlauf über den Holzkessel strömt und diesen mit beheizt (Wärmeverlust). Auch in die Vorlaufleitung des Ölkessels habe ich eine Rückschlagklappe eingesetzt (vor dem T-Stück) um zu verhindern, dass der Holzkessel den Ölkessel beheizt.
Lt. Recherche soll ein Heizkessel ständig eine Temperatur halten, die 60°C nicht unterschreitet, um ein Verschlammen zu verhindern. Dazu wird empfohlen, ein „Ladeventil“ zu installieren. Darauf kann verzichtet werden, wenn der Holzkessel mit einem Thermo-Schalter mit einstellbarer Schalttemperatur, ausgerüstet wird. Eine Möglichkeit ergibt sich, anstelle eines Feuerzugreglers die Bohrung zu nutzen und den Schalter dort einzubauen. Der Thermoschalter regelt den Zulauf zum Holzkessel aus dem Rücklauf, durch ein-und ausschalten der Umwälzpumpe. Vorteil, die Pumpe läuft nicht dauernd, sonder nur, wenn die Aufheizung des Kesselwassers den eingestellten Wert überschritten hat und aus dem Rücklauf kälteres Wasser beigemischt werden muss. Somit wird Wärme ins System transportiert, kurz das Haus wird beheizt. Der Thermoschalter weist eine Schalthysterese von ca. 2° auf. Der eingestellte Temperaturwert von 60° lässt die Kesseltemperatur zwischen 60- und 62°C pendeln. Das ist somit die Vorlauftemperatur, das Wasser fließt periodisch. Der Schaltzyklus beträgt ca. 10 min, die ED der Pumpe beträgt dadurch ca. 30% (sie ist auf mittlere Stufe eingestellt).
Mit dieser Konzipierung beheize ich das ganze Haus! Die Wärmeverteilung ist hervorragend. Das hätte ich nicht für möglich gehalten.
Weitere Vorteile: Der Schornstein wird vom Rauchgas aufgeheizt, dadurch wirkt er in der darüber liegenden Küche und dem darüber liegenden Bad wie ein Kachelofen, so dass dies als Heizung fast ausreicht. Außerdem wird der Fußboden der Küche leicht Warm (das Ofenrohr im Keller heizt die Betondecke des Kellers auf), das wirkt wie eine Fußbodenheizung).
Weiteres zur Installation: Da es sich um ein offenes System handelt, kann auf ein Sicherheitsventil und ein Ausdehnungsgefäß verzichtet werden. Würde die Umwälzpumpe ausfallen, könnte bei Überhitzung, der sich bildende Dampf in die Vorlaufleitung entweichen (somit kann kein hoher Druck entstehen). Ich denke darüber nach, für die Umwälzpumpe, bei Stromausfall eine Möglichkeit mittels Autobatterie und Wechselrichter eine Notversorgung zu schaffen, denn wenn der Kessel unter Feuer steht, muss die Wärme abgeführt werden!
Als Rohrleitungen zur Überbrückung der Räumlichen Entfernung habe ich ca. 26 m Kupferrohr 22 X 1 mm installiert. Der Querschnitt ist völlig ausreichend.
Die Abnahme: Der Schornsteinfeger nahm Die Feuerungsanlage ohne Beanstandungen ab. Außer einer jährlichen Kehrung sind keine weiteren Prüfungen vorgesehen. Das jährliche Kehren kostet unter 10 €.
Die Entscheidung einen 3,9 kW Kessel zu installieren, war goldrichtig. Die Investition von rund 1000 € habe ich schon im ersten Winter wieder rein geholt, da ich kein Holz kaufen musste, jedoch ca. 2000 l Heizöl eingespart habe. Lediglich meine eigene Arbeitsleistung musste ich investieren, man sollte das Ganze als Hobby sehen, dann macht's auch noch Spaß.
Mittlerweile habe ich Holzbriketts getestet, sie heizen sehr gut und es rechnet sich trotz des derzeitig niedrigen Ölpreises immer noch.
Alles in Allem, wer ein paar tägliche Arbeiten nicht scheut, wie Asche aus dem Ofen entfernen (bei täglicher 8 Stunden Beheizung sind das in der Woche ca. 10 l Asche), 2 Körbe Holz ran schaffen und wer außerdem bereit ist ca. alle 90 min Holz nachzulegen, der wird seine Freude haben an der wohligen Wärme beim gemütlichen Fernsehabend, auch wenn's draußen unter 0° hat. Außerdem sollte man alle 4 - 6 Wochen das Ofenrohr reinigen (mit Wasserstrahl im Garten).
So, ich hoffe, ich konnte euch meine Erfahrung mit dem kleinen Holzkessel aus Polen übermitteln.
Verfasser:
Olit16
Zeit: 20.09.2016 01:29:17
0
2410347
Ich befinde mich in der gleichen Situation wie Reinhard Fro. Ich würde mir ebenfalls einen 3,9 kW Kessel für die Übergangszeit in den Keller stellen nur leider besteht der Schorni auf Nachweis von Bimsch 2. Da wird nun eine Verordnung erlassen und keiner weiss was richtig ist. Vielleicht hat jemand einen Rat. Offensichtlich kann hier jeder Schorni machen was er will.
Verfasser:
Bummi91
Zeit: 06.11.2016 20:40:38
2
2428729
Ich habe im September nach langem Streit mit meinem Schorni endlich und auch dank meines Klempners einen 3,9kw Kessel im Heizraum stehen. Er läuft zuverlässig in Kombination mit einem 800l Puffer als Ergänzung zur bestehenden Ölheizung. Mit etwa 6 Eimern Holz komme ich bei einer Außentemperatur von um die 0* gut über den Tag und fast die halbe Nacht. Die Ölheizung läuft eigentlich nur an wenn der Puffer früh leer gezogen ist. Vorher habe ich mein Haus (etwa 150qm) statt mit dem Holzkessel mit zwei Kaminöfen plus Ölheizung beheizt. Wenn ich diese Situationen gegenüberstelle ergibt sich in meinem Beispiel folgendes: - Komfortgewinn da ich den Heizkessel nur für etwa 4 Stunden befeuern muss, -Ersparnis an Feuerholz gegenüber den zwei Kaminöfen um etwa ein Drittel und gleichzeitig bessere Wärmeverteilung und weniger Dreck im Haus selber.
Alles in Allem bereue ich die kleine Investition von rund 1000€ für den Kessel und Nochmal 2000€ für den Rest plus Installation, keine Sekunde.
Verfasser:
Rudi Weis
Zeit: 16.12.2016 16:08:34
0
2449111
Wenn der Wärmebedarf des Hauses das zulässt, Hersteller geben ca. 80 m² bei sehr guter Wärmedämmung an! Also ich habe ein Haus 75 m2 , super gedämmt 20-25 cm, 4-fach Verglassung, da würde er ausreichen1
Seid 2 Jahren versuche ich dafür eine Genehmigung vom Schornsteinfeger zu bekommen, sie wird abgelehnt mit der Begründung, in Deutschland nicht zugelassen! Streit über die erforderliche Kennzeichnung (CE oder CEÜ) würde angeblich fehlen?! Alle Bemühungen im Internet waren vergebens, die Ursachen für die nicht Zulassung zu finden, keine Antwort von der Innung Deutschland der Schornsteinfeger, keine zugelasse Liste von 3,9 kw Heizkesseln gefunden. Umweltfreundlich heizen mit Holz nicht erwünscht! Ich kann eine technische Ursache mir nicht erklären, aber wirtschaftliche Interessen bzw. EU-Recht mit DE-Recht nicht geklärt! Vielleicht kann jemand helfen!
Verfasser:
zirkuszansiba
Zeit: 18.01.2017 00:06:49
0
2465140
Reinhard Fro,

kannst Du das mit dem Thermoschalter noch mal genauer erklären, bzw Fotos einstellen?

Was für ein Schalter ist das?

MFG Felix
Verfasser:
Reinhard Fro
Zeit: 05.02.2017 15:48:17
0
2473389
Hier meine Antwort:
Der Schalter nennt sich "Tauchthermostat DC100/A" (bitte ins Suchfeld eingeben)
Er funktioniert seit mehr als 2 Jahren einwandfrei, eine bessere Regelung für den kleinen Holzkessel kann ich mir nicht vorstellen.
Er ist anstelle des Feuerzugreglers eingebaut (er passt genau), der bei einem solch kleinen Kessel ohnehin keinen Vorteil bringt, denn wenn das Feuer im Kessel durch Drosselung der Luftzufuhr eingeschränkt wird, um dadurch eine längere Brenndauer zu erreichen, reicht die Heizleistung nicht mehr aus, um die Wohnung warm zu kriegen.
In diesem kalten Winter habe ich ausschließlich Holzbriketts verheizt, Mein Holzkessel hat genügend Wärme geliefert (im Wohnzimmer 25° C), sodass die Ölheizung ausbleiben konnte.
Reinhard Fro

Zitat von zirkuszansiba Beitrag anzeigen
Reinhard Fro,

kannst Du das mit dem Thermoschalter noch mal genauer erklären, bzw Fotos einstellen?

Was für ein Schalter ist das?

MFG Felix
Verfasser:
schorni1
Zeit: 05.02.2017 17:17:46
1
2473433
Wer mit einem 3,9 kW Heizkessel ein ganzes Haus älterer Bauart beheizt beweist dóch ganz klar diesen BESCHISS mit der Leistungsangabe. Das ist BETRUG a la "Des Kaisers neue Kleider"!
Verfasser:
Texlahoma
Zeit: 05.02.2017 19:04:59
0
2473502
Diese Kessel nutzen gleich zwei "Schlupflöcher" in aktuellen Normen und Verordnungen:

- BImSchV
Durch eine max.-Leistung von < 4 kW sind diese Kessel nicht messpflichtig

- DIN EN 12809 Heizkessel für feste Brennstoffe, Nennwärmeleistung bis 50 kW Anforderungen und Prüfung
Normalerweise müssen Heizkessel für feste Brennstoffe nach dieser Norm typgeprüft werden (was teuer ist), um das CE-Kennzeichen zu erhalten. Jedoch betrifft diese Norm NICHT solche Kessel mit einer max.-Leistung unter 5 kW.

Hersteller solcher 3,9 kW-Kessel stecken nun in dem Dilemma, dass solche Kessel nur mit CE-Kennzeichen in Verkehr gebracht werden dürfen.

Bliebe zu beweisen, dass die max.-Leistung lt. Typenschild auch tatsächlich die max.-Leistung des Kessels ist.

Ist das nicht der Fall (und die tatsächliche max.-Leistung ist größer als 4 kW bzw. größer als 5 kW), sind die Dinger nach BImSchV messpflichtig und benötigen eine (teure) Typprüfung, um sie in Verkehr bringen zu dürfen.
Verfasser:
zirkuszansiba
Zeit: 06.02.2017 21:45:57
0
2474076
Hallo Reinhard Fro,

vielen Dank für Deine Beiträge - ich denke die bringen mich in der Sache weiter.

Mein Schornsteinfeger und Heizungsbauer haben für den kleinen Ofen grünes Licht gegeben.

(Lieber würde ich Dir eine Persönliche Mail schicken - aber das scheint in dem Forum nicht möglich zu sein??)

Also beschäftige ich mich jetzt weiter damit:

Ich habe Dein Thermostat unter Tauchthermostat TC 100A gefunden ( nicht DC). So ein orangenes Kästchen mit Drehschalter und Tauchfühler...

Ich versuche mal zu schreiben wie ich Dich verstanden habe - den Kessel habe ich ja noch nicht und weiß nicht wie der im Detail aussieht:

Ich nehme an der Feuerzugregler hat auch einen Tauchfühler und ist mit einem Gewinde in den Wasserkanal des Ofens eingeschraubt. Anstelle dieses Feuerzugreglers hast du den TC 100A eingesetzt.

Was ich nun nicht so ganz klar verstehe - ich habe mit Heizungsbau bisher nichts am Hut: Die Heizungspumpe ist im Rücklauf eingebaut.? D.h. Du hast 2 Pumpen - eine für die Ölheizung und eine zusätzliche für den Holzkessel.?

Das Tauchthermostat steuert nun die Pumpe im Rücklauf zum Holzkessel an. Somit mischt sie kaltes Rücklaufwasser in den Ofen dazu. - wenn die Temperatur unter 60 Grad absinkt. Dann springt sie für 10 Minuten an und wartet auf aktuelle Messergebnisse und Anweisung....
Habe ich das richtig verstanden?

Wie hast Du die Leistung für die Pumpe ermittelt? Hast Du eine Pumpe mit der selben Leistung wie die Pumpe der Ölheizung genommen?

Kannst Du den Typ und Bezeichnung der Pumpe nennen? Da gibt es ja bestimmt endlos viele.... Von energiespar bis energieverbrauch....
Die 100A beim Tauchthermostat -die stehen für die Leistung? Das passt dann alles zusammen?

Die ED der Pumpe - damit meinst Du die Einschaltdauer?

Wenn ich das einigermaßen richtig verstanden habe, dann klingt das ja alles recht einfach... Was ich mich nur frage: Wenn die Pumpe 10 min angesteuert wird - hat dann das Heizungswasser für diese 10 min 60 Grad? Wie ist das bei voller Flamme?

Aber warmes Duschwasser bekommst Du nicht durch den Holzkessel?

Bei mir ist es so, dass in dem Raum in dem der Holzkessel stehen soll, Heizungsrohre unbenutzt enden.
An die möchte ich den Kessel anschließen.

Vielen Dank schon mal für die Antworten - ich muss mich damit beschäftigen um durchzublicken.... Alles Neuland für mich...

Gruss
Verfasser:
zirkuszansiba
Zeit: 06.02.2017 21:56:46
0
2474084
Reinhard Fro,

hast Du auch eine thermische Ablaufsicherung eingebaut? Was für eine? Wie und was? Ist die notwendig?

Der Hersteller des Kessels ist Elektromet? Es gibt nämlich noch einen anderen EKO 3,9 KW -allerdings mit K
Verfasser:
Reinhard Fro
Zeit: 10.02.2017 19:18:45
0
2475804
Zitat von zirkuszansiba Beitrag anzeigen
Reinhard Fro,

hast Du auch eine thermische Ablaufsicherung eingebaut? Was für eine? Wie und was? Ist die notwendig?

Der Hersteller des Kessels ist Elektromet? Es gibt nämlich noch einen anderen EKO 3,9 KW -allerdings mit K


Reinhard Fro:
Antwort auf die Fragen von Zirkuszansiba
Das man auf diesem Portal anonym bleibt hat auch Vorteile, gerne würde ich Dir persönlich Antworten, doch evtl. interessiert das, was hier besprochen wird auch andre.
O.K. das ist richtig der Schalter heißt „TC 100A“, ja, er passt genau in die vom Kesselhersteller eingebrachten Bohrung, in der ein Feuerzugregler vorgesehen ist. Es ist ein Wechselschalter, ich nutze folgende Schaltstellung: „Bei erreichen der eingestellten Temperatur schließt der Kontakt“, die Pumpe läuft an. Ist der Kessel durch das eingemischte Rücklaufwasser kühler, öffnet der Kontakt, die Pumpe steht. Nun steigt die Temperatur wieder, der Zyklus beginnt erneut, er dauert im Mittel ca.10min, davon läuft die Pumpe nur ca. 3min. So „Fahre“ ich den Kessel nun schon den 3. Winter, das System funktioniert absolut zuverlässig.

Mein Kessel ist ein Elektromet mini 3,9.
(genial, das Wasser durchströmte Rost)
Kleiner Tipp: Der Kesselhersteller schreibt vor, den Kessel auf einen gemauerten, mindestens 10 cm hohen Sockel zu stellen. Ich habe ihn auf 2 Betonplatten (50X50X5 cm) aus dem Baumarkt, die ich übereinander gelegt habe, gestellt. Durch sein Eigengewicht, steht absolut sicher.

Die Umwälzpumpe ist eine „OMNI (OMIS) 25-60 180 230V“ Sie ist in die Rücklaufleitung installiert, sie führt dem Kessel das Wasser durch den unteren Anschluss zu. Die Stromaufnahme ist so gering, dass Du den Thermoschalter auf keinen Fall überlastest. Für die Heizanlage eines normalen Einfamilienhauses kannst du getrost die kleinste Pumpe nehmen, die bringt immerhin bis zu 50l in der Minute, damit wälzt Du genügend Wasser um (meine Erfahrung bestätigt dies). Die Pumpe der Ölheizung entspricht ungefähr diesen Daten. Eine „Energiesparpumpe“, die sich der Heizsituation anpasst, ist für meine Schaltung nicht zu verwenden, ist auch nicht nötig, weil sie nur bedarfsweise anläuft.
Ich habe die Pumpe deswegen in den Rücklauf gebaut, weil ich ein Ladeventil (72°) mit installiert habe (auf Rat eines Heizungsfachmannes). Zum Glück habe ich einen Bypass installiert, sodass ich das Ladeventil umgehen kann. Später habe ich gemerkt, dass die Anlage ohne Ladeventil viel besser funktioniert. Die empfohlene Kessel- Mindesttemperatur von 60°C wird ja durch den Thermoschalter garantiert. Außerdem muss beim Ladeventil die Umwälzpumpe ununterbrochen laufen, da sie ja ständig mischen muss. Das Ladeventil hätte ich mir sparen können, es ist seit einer kurzen Testphase nach der Inbetriebnahme vor 3 Jahren, überflüssig. Da es einmal installiert war, lasse ich es jetzt so, der Bypass ist immer geöffnet.

Zur Thermischen Ablaufsicherung: Ich habe keine installiert, da ich, wie bereits erwähnt, annehme, dass evtl. sich bildender Dampf, ins Rohrsystem entweichen kann.
Doch Deine Frage veranlasste mich doch mal den „Ernstfall“ sprich Stromausfall zu simulieren. Ich zog den Stecker der Umwälzpumpe und legte noch Briketts nach, um zu sehen, was jetzt passiert. Nach 20min war die Kesseltemperatur auf 80° angestiegen. Doch erstaunlicherweise sank sie jetzt langsam wieder ab und blieb nach 30min konstant bei 75° stehen. Jetzt zeigte sich, dass das vor fast 70 Jahren ursprünglich konzipierte Prinzip der Schwerkraftumwälzung noch zuverlässig funktionierte und das, trotz der langen Leitungen die ich installieren musste. Allein, die Wärmeverteilung stimmte nicht so ganz, die Heizkörper der oberen Etage waren zu warm, die im Erdgeschoss blieben zu kühl. Daher erfüllt die Pumpe schon Ihren Sinn, denn damit ist die Wärmeverteilung gleichmäßig und die Kesseltemperatur pendelt um die 60°C (von mir so eingestellt). Fällt sie tiefer, weiß ich, dass ich nachlegen muss.
(Ich habe statt des mitgelieferten Thermometers eine Sonde mit Sender installiert und bekomme so die Kesseltemperatur ins Wohnzimmer geliefert)
Das Experiment hat mir gezeigt, ich muss mir keine Sorgen machen, falls der Strom mal ausfällt, vielen Dank für Deine Frage.

Nein, die Warmwasseraufbereitung ist nicht mit dem Holzkessel verbunden, weil mir bei der Planung schon klar war, dass man von knapp 4kW nicht all zu viel erwarten kann.

Ja, ED heißt Einschaltdauer pro Stunde. ED 30% bedeutet, dass die Pumpe ca. insgesamt 18min in der Stunde läuft (6X3min, das sind ungefähre Werte, hängt in starkem Masse vom Wärmeaufkommen des Ofens ab).

Eines ist sicher, wer einen größeren Holzkessel plant, der muss unbedingt einen großzügig ausgelegten Pufferspeicher investieren, denn der Holzkessel ist nur bedingt zu regeln. Überschüssige Wärme, die ein großer Heizkessel bringt, muss gespeichert werden, sonst wird die Wohnung zu warm.
Mein kleiner Holzkessel gibt seine Wärme 1:1 direkt, verlustfrei, ins Rohrnetz ab. Ein Wärmespeicher, so sinnvoll er auch ist, bringt auch Verluste, in der Größenordnung von ca. 5 -10%. Wer eine Fußbodenheizung betreibt, der muss in jedem Falle einen Wärmespeicher einsetzen um die anfallende Wärme auf das niedrige Vorlauftemperaturniveau zu mischen. Das alles brauche ich nicht, Nachteil, ich muss spätestens alle 90min Brennstoff nachlegen.
So, ich hoffe Dir die wichtigsten Fragen beantwortet zu haben, Hast Du weitere, zögere nicht, sie mir zu stellen.

Noch was persönliches: Ich bin kein Heizungsbauer. Habe aber über 50 Jahre einen technischen Handwerksberuf, der artverwandt ist, ausgeübt. Fachleute sind evtl. manches mal anderer Ansicht als ich, ich gebe hier nur meine persönlichen Erfahrungen, zur Kenntnis. Es bleibt Jedermann selbst überlassen, ob er daraus Anregungen zieht.
Verfasser:
zirkuszansiba
Zeit: 10.02.2017 22:08:34
0
2475869
Hallo Reinhard Fro,

danke für die umfassende Antwort und das Angebot weitere Fragen stellen zu können.

Auf das Angebot greife ich doch gleich zurück - haben sich doch neue Fragen aus deiner Antwort ergeben:

Was ist ein Ladeventil?

Ist das eine Rücklaufanhebung?
Die wurde mir von dem Kesselvertrieb - die Verkaufen den Kessel und alle notwendigen Bauteile - dringend empfohlen, da sonst Kondenswasserbildung im Kessel diesen ziemlich schnell zerstören würde...
Man hat mir erklärt, dass eine Rücklaufanhebung immer etwas Vorlaufwasser in den Rücklauf führt, sodass dieses aufgewärmt wird und somit weniger Kondenswasser entsteht und der Kessel länger hält.

Das möchte ich nicht einbauen - oder sollte das unbedingt rein? Hast Du das?


Den Aspekt mit der Schwerkraft habe ich mir auch schon überlegt - auch im Falle eines Stromausfalls oder Defekts.
Allerdings habe ich meinen Heizungsbauer gefragt. Der sagt, dass durch die Umwälzpumpe kein Wasser fließen kann - also durchströmen - die ist dicht. Da kommt nur Wasser durch wenn die sich dreht.
Diese Aussage widerspricht Deinem Experiment. Klappt das also doch - dass Wasser durch die Pumpe strömt auch wenn diese nicht arbeitet?
Ich hatte schon überlegt die Pumpe mit einem Bypass zu überbrücken - inkl. Rückschlagventil in dem Bypass?? Ist das notwendig?
Dass Dein Experiment funktioniert hat macht mir ja Mut - vielleicht klappt es dann bei mir auch.
Allerdings verstehe ich Dich so, dass Du zuerst die Pumpe in Betrieb hattest und dann ausgeschaltet hast. Ich reime mir zusammen: Dann war das Wasser wohl schon in Bewegung, im Fluss? Wie wäre es wenn die Anlage komplett still steht? Kommt diese alleine durch Schwerkraft in Bewegung - in Fluss?? Also: alles ist kalt, ich mache den Ofen an und ohne Strom habe ich warme Heizkörper?( Klar werden nicht alle Heizkörper jemals durch Schwerkraft erreicht - aber vielleicht einige?)

Zur Thermischen Ablaufsicherung: Der Kesselvertrieb hat gesagt es muss unbedingt eine thermische Ablaufsicherung rein -sonst nimmt der Schornsteinfeger die Anlage gar nicht ab.
Hat Dein Schornsteinfeger die Anlage also auch ohne abgenommen? Die muss gar nicht sein?

Ich bin gespannt auf Deine Antworten - am Montag kommt der Schornsteinfeger zur Vorort-besichtigung...
Liebe Grüße und schönes Wochenende
Verfasser:
Onkel2012
Zeit: 11.02.2017 05:16:17
1
2475916
Eine TAS ist eine sicherheitstechnische Einrichtung und Vorschrift!!
Ohne besteht akute Explosionsgefahr! Es hat schon etliche Unfälle in der Art gegeben.Klick! Daher kann ich nur dringendst davon abraten, einen Ofen ohne thermische Ablaufsicherung in Betrieb zu nehmen.
Verfasser:
Expert35
Zeit: 11.02.2017 12:04:49
0
2476008
Es giebt auch Anlagen, die laufen ohne TAS und ohne Überdruckventil und das sogar völlig eigensicher. ( drucklose Anlagen mit Überlauf Ausdehnungsgefäß incl. 50 Lieter Kühlwasserreserve)
Verfasser:
Onkel2012
Zeit: 11.02.2017 13:24:31
0
2476041
Ja, gibt's. Ist hier aber nicht die Rede von.
Verfasser:
Reinhard Fro
Zeit: 11.02.2017 16:45:15
0
2476118
Zitat von zirkuszansiba Beitrag anzeigen
Hallo Reinhard Fro,

danke für die umfassende Antwort und das Angebot weitere Fragen stellen zu können.

Auf das Angebot greife ich doch gleich zurück - haben sich doch neue Fragen aus deiner Antwort ergeben:

Was ist ein Ladeventil?

Ist das eine[...]


Antwort auf die Fragen vom 10.02.17
Ja, mit „Ladeventil“ meine ich „Rücklaufanhebung“.
Ich habe schon erwähnt, dass die erforderliche Mindesttemperatur von = > 60° durch das Tauchthermostat (Thermoschalter) sichergestellt ist. Ich kann den Wert am Schalter auch höher einstellen, 60° haben sich aber bei mir bestens bewährt. Selbst wenn die Kesseltemperatur zwischenzeitlich mal tiefer fällt, weil ich zu spät nachgelegt habe, schadet das dem Kessel garantiert nicht.
Dass die Rücklaufanhebung ständig eine geringe Menge Wasser aus dem Rücklauf in den Kessel fördert, stimmt so nicht. Das Ventil ist rücklaufseitig absolut dicht . Es besteht lediglich eine Zirkulation von der Kesselleitung „Warmwasserausgang“ über Ventil und Pumpe, zum Eingang „Kaltwasser“ des Kessels. Die Pumpe muss daher dauernd laufen, weil das aufzuheizende Wasser, das Dehnelement, das sich im Ventil befindet, umströmen muss. Das Dehnelement öffnet dann bei erreichen der vom Hersteller eingestellten Öffnungstemperatur das geschlossene Rücklaufventil und dadurch erfolgt eine Vermischung mit dem sich im Kessel befindlichen Wasser. So reguliert das Ladeventil Die Kesseltemperatur. Denn fällt die Temperatur im Kessel, schließt das Dehnelement den Rücklauf wieder, bzw. es pendelt sich eine Erhaltungstemperatur ein. Das aus dem Rücklauf eingemischte Wasser drängt das aufgeheizte Kesselwasser in den Vorlauf (daher hat der Kessel 2 Ausgänge, einer für das Ladeventil, der andere direkt zur Vorlaufleitung).
Nochmal: Ich habe das so installiert, aber fahre den Kessel den 3. Winter über den Bypass, das Ventil ist zu 100% außer Funktion, ich könnte es ausbauen, ist mir jedoch zu viel Fummelei.

Zur Umwälzpumpe:
Hier irrt sich dein Fachmann aber gewaltig: Es handelt sich um eine Kreiselpumpe, die außer einem Flügelrad auf einer Welle, wasserseitig keine weiteren Bauteile hat. Muss ich denn an dieser Stelle noch das Prinzip dieser Pumpe erklären, Dein Fachmann kann ja mal bei „Wikipedia“ nachsehen, leider steht dort nicht, dass eine Kreiselpumpe, wenn der Rotor steht, vom Wasser durchströmt werden kann, weil sie keine Ventile hat. Du kannst ja mal, falls Du eine Pumpe zur Hand hast, in den Leitungsanschluss pusten, dann weißt Du's.

Zur Schwerkraftumwälzung:
Da das einmal während der Beheizung funktioniert hat bin ich sicher, dass das auch bei kaltem System funktioniert. Der Kaltwassereingang ist am Kessel unten, der Warmwasserausgang oben. Warmes Wasser steigt auf, kaltes Wasser strömt (über die ausgeschaltete Pumpe) unten ein. Das brauche ich nicht auszuprobieren das Funktioniert!
Aber eines ist sicher, wenn mal, wie auch immer, der Strom für längere Zeit ausfallen sollte, würde ich ohne Bedenken anheizen, ich könnte sogar durch zu drehen der oberen Heizkörperventile die Wärme nach unten kriegen, da bin ich absolut sicher.

Nochmal zur Thermischen Ablaufsicherung:
Mein Schorsteinfeger hat sich Hauptsächlich für die „Feuerungsanlage“ interessiert, er fragte, wer das alles installiert habe, ich sagte „ich“, da meinte er anerkennend „sehr gut gemacht“ (hatte ihm schon gesagt, das ich beruflich vorbelastet bin).
Er nahm die Papiere des Kessels, die mitgeliefert wurden mit und sandte mir alles, einschließlich der Urkunde der Betriebsgenehmigung per Post zurück. Die Rechnung lag auch bei.
Nach der thermischen Ablaufsicherung hat er nicht gefragt, nachdem er sich die Installation angesehen hatte. Solltest Du ein offenes Rohrsystem, mit Ausdehnungsgefäß unterm Dach haben, brauchst Du bei diesem kleinen Kessel das Ventil nicht. Es ist nur bei geschlossenen Systemen vorgeschrieben. Wenn Du ein solches System haben solltest, musst Du es einbauen bzw. ein Sicherheitsventil. Der Absicherungsdruck müsste dann auf dem Ausdehnungsgefäß der Heizanlage stehen, auf keinen Fall höher als 2,5 bar, denn sollte es zum Überdruck kommen, müssen Deine Heizkörper auch diesem Druck standhalten. Letztendlich bestimmt die schwächste Stelle im System den Absicherungsdruck.
Weitere Ratschläge zum Thema Absicherung kann und will ich Dir hier nicht geben. Ich teile nur meine eigenen Erfahrungen mit. In diesem Forum soll es doch wohl über Erfahrungen mit 3,9kW Heizkesseln gehen. Eine Bauanleitung zum Bau einer Heizanlage ist wohl nicht Sinn der Sache.
Soviel für heute, ich nehme an es werden sich noch weitere Fragen ergeben.
Stelle sie mir,
Reinhard Fro.
Ich werde später mal versuchen, Fotos von meinem Kesselchen einzubringen.
Verfasser:
zirkuszansiba
Zeit: 11.02.2017 20:40:56
0
2476200
Vielen Dank!

Noch mal zur Erklärung für Dich, Reinhard:

Mein "Heizungsbauer" ist gelernter Klempner oder besser: Gas Wasser Installateur. er arbeitet aber nicht mehr in dem Beruf hauptberuflich - er hat aber schon eine komplette Heizungsanlage installiert in einem andern Haus.
Aber Löten usw kann er - mit Heizungspumpen kennt er sich vielleicht nicht so gut aus - deshalb wohl die Falschaussage. Aber genau aus diesem Grund frage ich Dich ja so viel -dann können wir uns ( Klempner und ich) ein Bild machen und entscheiden was wir einbauen.


Da ich kein Ausdehungsgefäß unter dem Dach habe und keinen Schaden riskieren möchte werde ich die th Ablaufsicherung wohl auf alle Fälle einbauen, ich werde aber auch noch mal mit dem Schornsteinfeger am Montag sprechen.

Deshalb bin ich erst mal sehr froh über all die Infos, rechtzeitig vor Montag um dann alles absprechen zu können!

Vielen Dank
Verfasser:
jogi54
Zeit: 11.02.2017 22:42:13
0
2476227
Ich vermute mal, dass der Sinn und die Notwendigkeit einer Rücklaufanhebung nicht wirklich bekannt ist.

Die übliche Rücklaufanhebung geht mit 60°C in den Kessel/Wassertasche. Damit wird verhindert, dass der Schwefelsäuretaupunkt von 70°C auf der Rauchgasseite sicher nicht unterschritten wird.

Da die Kessel nicht aus schwefelkorrosionsbeständigem Stahl gebaut werden (das wären sehr hoch legierte NiCr - Stähle) handelt ihr euch durch das getaktete Einspeisen von kälterem Heizungwasser eine frühzeitige Korrossion ein. Des weiteren führen solche dauernd wechselnden Temperaturen bei normalem Kesselstahl zu vorzeitigem Altern und vorzeitig zu Ermüdungsbrüchen an den am höchsten belasteten Stellen - meist an den Schweißnähten (was zu solchen "explosiven" Unfällen führen kann).

Noch ein Wort zur Schwerkraftumwälzung. Die kommt nur dann sicher in Gang, wenn der Vorlauf vom Kessel zum Heizungssteigrohr kontinuierlich ansteigt und zwischendrin kein Hochpunkt vorhanden ist. Zusätzlich sind die Durchmesser der Rohre und die Isolierung entscheidend. Wenn die Schwerkraftumwälzung mal im Gange ist, dürfte sie dann ohne Hilfe einer Pumpe weiterfunktionieren. Allerdings ist eine RL Anhebung bei Schwerkraftumwälzung ohne Pumpe nur sehr schwierig zu realisieren.

Nebenbei - den Schornsteinfeger interessiert ausschließlich der rauchgasseitige Teil der Feuerungsanlage - von Kesseln hat der keine Ahnung, ist auch absolut nicht seine Aufgabe, den Kesselschutz zu überprüfen.

Die Versicherung dürfte im Schadensfall jegliche Zahlungen verweigern, weil bei der Feuerungsstätte zwei wesentliche sicherheitstechnischen Einrichtungen - TAS und RL-Anhebung nicht installiert sind (auf dem untersten Niveau Stand der Technik) und kein rechnerischer Nachweis einer dafür zertifizierten Institution (z.B. TÜV als NoBo = Notified Body) vorhanden ist, dass auf diese beiden Einrichtungen verzichtet werden kann.

Der Tagessatz vom TÜV dürfte derzeit bei 1200€ - 1500€ liegen - für einen Tagessatz wird der TÜV sowas nicht machen können, da folgende Tätigkeiten notwendig sind:
- genaue Aufnahme der Geometrie der Heizwasserleitungen - Pumpe, des Kessels, Geometrie des Wasser- und Verbrenungsraums incl. Anbindung an den Kamin und der Kamin, Lage des Thermostatschalters etc..
- Erstellen eines Berechnungsmodells an Hand der aufgenommen Daten.
- Simulationsrechnungen an Hand des erstellten Modells.
- Verbale Beschreibung der Aufgabenstellung, des Modells (ggf. mit Vereinfachungen), Beschreibung der Randbedingungen für die Simulationen und die Ergebnisse der Simulationen.
- Ergebnis der Untersuchung mit Handlungsempfehlung, oder was halt dabei rausgekommen ist.
- Das Ganze wird dann von einem zweiten Ing korrekturgelesen und einem dritten Ing., ebenfalls nach nochmaliger Durchsicht freigegeben.
- Da es sich um Dampf und mögliche Personenschäden handelt, wird da ganz sicher nix durchgewunken.

Wenn ich bei einem TÜV wäre und du mit sowas bei mir ankämst, würde ich dir 2 Dinge schriftlich geben - erstens, unter 6000€ nicht zu machen - und damit wäre die Einhaltung des Standes der Technik viel billiger als so eine Studie, die zweitens sehr wahrscheinlich damit enden wird, dass du entweder Stand der Technik einbauen oder einiges Umbauen must und zudem im nicht Standardfall regelmäßige Prüfungen erforderlich sind.

Bedenke dabei, dass aus 1 l Wasser grob 1670 l Dampf (in Worten eintausendsechshundertsiebzig Liter) entstehen - glaubst du wirklich, dass du diese Menge bequem über deine Leitungen bis zum offenen Ende abgeleitet bekommst, ohne dass da ein heftiger Druck entsteht, der deinen Kessel verreißt ?

OK - ihr könnt jetzt mal darüber nachdenken und überlegen, welche Risiken ihr für euch und eure Mitmenschen und zudem ohne Versicherungsschutz einzugehen bereit seid.

(mein background: ich habe u.a. mehrere Kraftwerke bis 444MW als verantwortlicher Gesamtinbetriebnahmeleiter in Betrieb genommen ... )

LG jogi



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maja5 schrieb: Hallo Jogi, Dass die Aussentemperaturführung alleine nicht ausreicht nehme ich bereits bei meiner teilgedämmten Hütte wahr. Die Sonne "stört" mit bis zu 4kw, dann wird ja der Haushaltsstrom auch überwiegend...
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3,9kW Heizung sinnvoll?
Verfasser:
jogi54
Zeit: 11.02.2017 22:42:13
0
2476227
Ich vermute mal, dass der Sinn und die Notwendigkeit einer Rücklaufanhebung nicht wirklich bekannt ist.

Die übliche Rücklaufanhebung geht mit 60°C in den Kessel/Wassertasche. Damit wird verhindert, dass der Schwefelsäuretaupunkt von 70°C auf der Rauchgasseite sicher nicht unterschritten wird.

Da die Kessel nicht aus schwefelkorrosionsbeständigem Stahl gebaut werden (das wären sehr hoch legierte NiCr - Stähle) handelt ihr euch durch das getaktete Einspeisen von kälterem Heizungwasser eine frühzeitige Korrossion ein. Des weiteren führen solche dauernd wechselnden Temperaturen bei normalem Kesselstahl zu vorzeitigem Altern und vorzeitig zu Ermüdungsbrüchen an den am höchsten belasteten Stellen - meist an den Schweißnähten (was zu solchen "explosiven" Unfällen führen kann).

Noch ein Wort zur Schwerkraftumwälzung. Die kommt nur dann sicher in Gang, wenn der Vorlauf vom Kessel zum Heizungssteigrohr kontinuierlich ansteigt und zwischendrin kein Hochpunkt vorhanden ist. Zusätzlich sind die Durchmesser der Rohre und die Isolierung entscheidend. Wenn die Schwerkraftumwälzung mal im Gange ist, dürfte sie dann ohne Hilfe einer Pumpe weiterfunktionieren. Allerdings ist eine RL Anhebung bei Schwerkraftumwälzung ohne Pumpe nur sehr schwierig zu realisieren.

Nebenbei - den Schornsteinfeger interessiert ausschließlich der rauchgasseitige Teil der Feuerungsanlage - von Kesseln hat der keine Ahnung, ist auch absolut nicht seine Aufgabe, den Kesselschutz zu überprüfen.

Die Versicherung dürfte im Schadensfall jegliche Zahlungen verweigern, weil bei der Feuerungsstätte zwei wesentliche sicherheitstechnischen Einrichtungen - TAS und RL-Anhebung nicht installiert sind (auf dem untersten Niveau Stand der Technik) und kein rechnerischer Nachweis einer dafür zertifizierten Institution (z.B. TÜV als NoBo = Notified Body) vorhanden ist, dass auf diese beiden Einrichtungen verzichtet werden kann.

Der Tagessatz vom TÜV dürfte derzeit bei 1200€ - 1500€ liegen - für einen Tagessatz wird der TÜV sowas nicht machen können, da folgende Tätigkeiten notwendig sind:
- genaue Aufnahme der Geometrie der Heizwasserleitungen - Pumpe, des Kessels, Geometrie des Wasser- und Verbrenungsraums incl. Anbindung an den Kamin und der Kamin, Lage des Thermostatschalters etc..
- Erstellen eines Berechnungsmodells an Hand der aufgenommen Daten.
- Simulationsrechnungen an Hand des erstellten Modells.
- Verbale Beschreibung der Aufgabenstellung, des Modells (ggf. mit Vereinfachungen), Beschreibung der Randbedingungen für die Simulationen und die Ergebnisse der Simulationen.
- Ergebnis der Untersuchung mit Handlungsempfehlung, oder was halt dabei rausgekommen ist.
- Das Ganze wird dann von einem zweiten Ing korrekturgelesen und einem dritten Ing., ebenfalls nach nochmaliger Durchsicht freigegeben.
- Da es sich um Dampf und mögliche Personenschäden handelt, wird da ganz sicher nix durchgewunken.

Wenn ich bei einem TÜV wäre und du mit sowas bei mir ankämst, würde ich dir 2 Dinge schriftlich geben - erstens, unter 6000€ nicht zu machen - und damit wäre die Einhaltung des Standes der Technik viel billiger als so eine Studie, die zweitens sehr wahrscheinlich damit enden wird, dass du entweder Stand der Technik einbauen oder einiges Umbauen must und zudem im nicht Standardfall regelmäßige Prüfungen erforderlich sind.

Bedenke dabei, dass aus 1 l Wasser grob 1670 l Dampf (in Worten eintausendsechshundertsiebzig Liter) entstehen - glaubst du wirklich, dass du diese Menge bequem über deine Leitungen bis zum offenen Ende abgeleitet bekommst, ohne dass da ein heftiger Druck entsteht, der deinen Kessel verreißt ?

OK - ihr könnt jetzt mal darüber nachdenken und überlegen, welche Risiken ihr für euch und eure Mitmenschen und zudem ohne Versicherungsschutz einzugehen bereit seid.

(mein background: ich habe u.a. mehrere Kraftwerke bis 444MW als verantwortlicher Gesamtinbetriebnahmeleiter in Betrieb genommen ... )

LG jogi
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