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Haustechnikforum
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50er Ziegel oder 25er Ziegel mit VWS?
Verfasser:
vantage
Zeit: 24.02.2016 21:11:18
0
2343671
Hallo zusammen,

die Meinungen gehen stark auseinander. Zum einen wird der 50er Ziegel (natürlich von den Ziegelproduzenten angetrieben) und zum anderen der 25er Ziegel mit VWS empfohlen.

Oftmals hab ich gehört, dass beim 50er Ziegel der Vorteil daran liegen soll, dass dieser einen homogeneren Wärmeausgleich zwischen Innen und Außen herbeiführt - im Winter als auch im Sommer. Natürlich dann auch ohne VWS (kenn auch welche die trotzdem einen VWS haben).
Natürlich benötigt man eine größere Grundplatte.

Beim 25er Ziegel mit VWS soll es nicht so einen guten Wärmeausgleich geben. Weiters soll der Bau entsprechend schneller ablaufen, da Ziegel auch kleiner bzw. leichter sind. Das ist ja alles klar. Beim VWS wird dann vorgworfen, dass dieser - sollte er zukünftig getauscht werden müssen - als Sondermüll deklariert werden kann -- ist dem wirklich so?
Außerdem könnte es sein, dass ein Specht das Unwesen treibt und einem den VWS sukkzessive aushöhlt? Ob das den wahr ist?

Unter Strich sollte man sich nach einigen Aussagen bei ca. 150m² Wohnfläche ca. € 8.000.- bis € 10.000.- beim 25er Ziegel im Gegensatz zum 50er Ziegel einsparen.

Bin schon auf eure Meinungen gespannt.
Verfasser:
mrtux
Zeit: 24.02.2016 21:28:32
0
2343680
25er Ziegel und hinterlüftete Vorhangfassade! Da ist der sommerliche Hitzeschutz inklusive und die Gestaltungsmöglichkeiten sind auch groß.

Kein VWS, kein Putz, deutlich robuster, wenn man mal ein Elektrokabel umlegen will, geht das super einfach.

Nummer 2 wäre 50er Ziegel.

VWS beim Neubau ist eine Sparbrötchen Lösung, die man bei genügend Geldmitteln nicht wählen sollte.
Verfasser:
wildbarren
Zeit: 24.02.2016 23:13:19
0
2343736
mrtux,

....Elektrokabel umlegen will...

In der Senkrechten bei Boden - Schalung von der Leiter aus, oder wie meinst Du das.

WB
Verfasser:
winni 2
Zeit: 24.02.2016 23:19:11
0
2343740
Hallo,

kann ich mir nicht vorstellen, das Ziegel, plus WDVS, soviel, wenn über-
haupt, billiger sein könnte?

Es gibt auch monolitisches Mauerwerk mit U-Wert 0,14 in 36,5 cm...

Grüsse

winni
Verfasser:
tipvonthomson
Zeit: 25.02.2016 03:53:39
0
2343764
Das wird wohl immer eine sehr persönliche Entscheidung bleiben: Platzbedarf, Geld , Zeit, persönliches Wärmeempfinden, persönliche Überzeugung. 50er Ziegel sind schon eine Hausnummer.Aber zwischen den schwarz-weiß Positionen gibt es auch noch viele Grautöne: 30er, 36,5erMauerwerk plus VWS mit HolzfaserDämmung geht in Richtung eines Kompromisses, der den Aspekt der Wärmespeicherung und natürliche Baustoffe berücksichtigt. HolzfaserDämmung haben auch einen besseren Klimaausgleich im Sommer und sind Naturstoffe wie der Ziegel .
Gruß tvt
Verfasser:
Lupo1
Zeit: 25.02.2016 06:03:20
0
2343767
Hallo vantage,

alles hat Vor- oder Nachteile, persönlich bevorzuge ich monolitschen Aufbau und Stoffgleichheit.
Bei 50er Ziegel erhält man eine größere Hüllfläche, bei 25er mit WDS weniger das theoretisch deinen Energiebedarf senkt. Ein 50er wird neben dem 38er Ziegel in Ö oft verwendet, die Zwischenlösung mit 42,5er T7 sollte aber auch möglich sein.
Den Preisunterschied von 8-10Mille kann möglich sein, es dürfte aber nur in Verbindung mit dem günstigeren EPS sein. Dieses Material würde ich gegen vieler Befürworter weder auf ein altes Haus oder Neubau kleben. Habe hier kürzlich einen Bericht gelesen der meine Auffassung noch bestärkt. Hier wird darauf hingewiesen, von welche Zeitdauer man ausgeht bis eine Sanierung anstehen könnte, wie diese aussieht und welche Maßnahme am Schluss folgen dürfte. Letztendlich ginge man zum Schluss von einer Verbrennung aus, was man aus jetziger Sicht als optimalste Lösung erachtet wird.
Als Alternative zu Ziegel und finde diese auch vom gesamten Ablauf sehr interessant ist Kreuzlagenholz mit außen aufgebrachter Holzfaserdämmung. Hier hängen die Preise sehr stark von der Region und Hersteller ab. Der zeitliche Ablauf ist hier wesentlich schneller als bei Ziegel, kein Schlitzen für E-Leitungen auf der Baustelle, hoher U-Wert möglich, hohe Masse unsw.

Wolfgang
Verfasser:
Snachez
Zeit: 25.02.2016 10:45:31
0
2343885
Servus zusammen,

jetzt erklär mir doch mal bitte einer, was ein homogener Wärmeaustausch ist. Glaubt Ihr wirklich der Ziegelindustrie die Mär vom atmenden Haus??? Oder den Argumenten eines Konrad Fischer, dass ein Haus direkt anfängt zu Schimmeln, wenn es den Dämmstoff schon sieht???

Ich selber wohne in einem Haus aus den 1960ern mit Stahlbetonfertigteilen und einer 18 cm "Plastiktüte" drumherum. Und ob die Skeptiker es glauben oder nicht: Es gibt weder Schimmel, noch habe ich Kopfschmerzen, noch leiden die 30 Jahre alten Rosen, deren Beet direkt an Haus reicht (also in dem Bereich, wo es die ganzen Gifte aus der Fassade rausspült).

Auf der Nordseite des Gebäudes, steht sogar noch ein großer Baum, der auch hier die restliche Sonne abhält. Und siehe da, auch hier gibt es keine Algenbildung oder sonstige Verfärbungen.

Wenn ich neu bauen würde, würde ich einen 17,5 er Ziegel oder auch Kalksandsteinne (besser für den Schallschutz, weil schwerer) nehmen und ein WDVS draußen draufpappen. Ob nun aus Polystyrol, Holz- oder Mineralfasern hängt natürlich vom persönlichen Gefühl und dem Geldbeutel ab. Dämmen tun sie alle. Und Sondermüll sind sie auch alle. Was übrigens nicht am Stoff selber liegt, sondern weil es Mischmüll ist, der übrigens auch recht schnell (maschinell) getrennt werden kann.

Der übliche Hinweis: Wer billig kauft, kauft zweimal. Also nicht unbedingt den billigsten Verarbeiter nehmen, sondern den, der den profesionellsten Eindruck macht. Lass Dir ruhig mal ein paar Referenzobjekte in der Nachbarschaft nennen. Und auch ein Sachverständiger zur Begleitung der Baumaßnahme kann nicht schaden. Kostet zwar Geld, spart aber Ärger und kann auch in Haftung genommen werden, für Fehler, die er übersieht!!!

Wenn die Spechte in der Umgebung Bäume finden, werden die einen Teufel tun und in der Fassade nisten.

Grüße aus der Plastiktüte

Snachez
Verfasser:
HFrik
Zeit: 25.02.2016 10:58:11
1
2343891
Also die grössere Wärmespeicherung bietet die Variante mit dem dünneren, aber stabileren Ziegel und dem wDVS. Da ist das MAuerwerk auch besser vor thermischen Spannungen geschützt und wird entsprechend Älter.
Das WDVS wäre in dem Sinne SOndermüll, weil es kompressibel ist und desegen nicht auf eine Deponie für mineralischen Bauschutt darf weil dann der Deponiekörper instabil werden könnte. Daher muss es geSondert entsorgt werden - entweder durch verbrennen (wie Hausmüll) oder durch direktes Recykeln, was bei WDVS mit Lösungsmittel und Ausfällen leicht möglich ist
Allerdings halten korrekt aufgebrachte WDVS so lange, das bisher keine nennenswerten Mengen anfallen.
In einem Hochdämmenden Ziegel sind die Ziegelstege so hauchzart, dass man effektiv keinen Dübel mehr in der Wand verankern kann. Bei der 24cm (oder 17cm) Variante mit tragfähigen Ziegeln geht das.
Auch das Überdämmen der Fenster geht in der Kombination von Ziegel und WDVS wärmebrückenfrei, in der reinen Zeieglwand gibts um die Fenster herum ein Problem.
Daher würde ich die 50cm Ziegelwand nicht empfehlen, die Trennung der Funktionen Tragen und Dämmen führt zu besseren Ergebnissen. Ob man dann lieber eine Vorhangfassade hat, mit Mineralwolle (aus den gleichen harmlosen Gründen Sondermüll wie Neopor) Oder eine Putzfassade mit WDVS bleibt dem Einzelgeschmack überlassen.
Verfasser:
HFrik
Zeit: 25.02.2016 11:09:53
0
2343897
Ich würde 15-17cm (weitgehend) unarmierten Beton mit eingelegten Heizungsrrohren in 30cm Abstand nehmen, sowie mit eingelegter Elektroverrohrung, und anbetoniertem WDVS. Wenns preiswert werden soll mit Tapezierfertiger Innenseite. Aber das dürfte für Viele noch zu gewöhnungsbedürftig sein. Darauf 25-30cm Neopor. Dämmt besser als 50cm Ziegel, hat zusammen mit einer BKA in den Decken die Flächenheizung schon mit drin, bei niedrigsten Vorlauftemperaturen (25° - bester COP der Wärmepumpen), durh hohe Masse beste Wärmespeicherfähigkeit, sowie Schalldämmung nach Aussen, durch die extrem hohe Tragfähigkeit und Steifigkeit auch leicht besserer Trittschallschutz im inneren.
Zeit: 25.02.2016 13:01:39
0
2343956
HFrik hat mir quasi die Wörter aus dem Mund genommen.

Bei mir wird das folgendermaßen aussehen:

Sichtbetonoberfläche
Thermisch aktivierter Beton
PU-Dämmplatten
Hinterlüftete Vorhangfassade aus Holz

Falls du keine Fassade aus Holz, Kunststoff oder Faserzement willst, könntest du auch zweischalig betonieren und den Beton außen verputzen/streichen.

Alternativ zum Tapezieren würde innen auch ein Streichputz funktionieren. Wenn dir tapezierter Beton oder Sichtbeton baubiologisch gar nicht zusagt, könntest du einfach eine Schicht Lehmputz drauf setzten.

Wenn du mehr wissen willst, helfe ich gerne weiter.

Grüße
Verfasser:
freigeist
Zeit: 25.02.2016 17:16:07
0
2344065
Hallo,

@Hfrik und @Wissbegierighochzehn

Ich sammle gerade Infos zum Thema Hausbau (Baustoffe und/mit ein gutes Preis/Leistungsverhältniss) und finde eure Ausführungen sehr interessant.
(Momentan bin ich bei 17,5 oder 24KS mit 20er WVDS stehen geblieben)
Könntet ihr nochmals näher auf den Wandaufbau eingehen?!
Besonders das Thema Betonwände (BKA) finde ich äusserst spannend, da mir der Schall/Wärmeschutz/Speicherung sehr wichtig ist.
Ich habe eigtl nur Fertigteile von Dennert gefunden (AlfaBlueTec, dürfte aber eher teuer sein) und gehe davon aus, dass Du (Wissbegierighochzehn) das alles in Eigenregie machen würdest oder hast du eine Firma zur Hand die es umsetzt ?! Und wie schaut es preislich aus? Hast du dahingehend einen ungefähren wert VS. normales Mauerwerk?

sollte dazu schon ein Thread geöffnet sein, dann habe ich ihn noch nicht gefunden und würde mich über eine verlinkung freuen.
:-)

grüße,
Marcel
Zeit: 26.02.2016 00:39:24
0
2344241
Also bei Fertigteilen bist du auf dem falschen Weg. Um die BKA günstig und hydraulisch sinnvoll umzusetzen, sollten die Wände vor Ort geschalt und betoniert werden. Die Rohre kannst du einfach selbst mit Kabelbindern an der Armierung fixieren. Um Kosten zu sparen, würde ich 25er Rohre nehmen und auf einen VA von 300-350 gehen.

Ich werde die Außenwände (und die Bodenplatte) mit der Unterstützung eines Betonbauers selbst schalen und betonieren. Das kann dir aber auch jedes Unternehmen, dass im Betonbau tätig ist, ohne Eigenleistung ausführen. Die BKA würde ich jedoch zwingend selber machen.

Preislich kann ich dir keine sinnvolle Auskunft geben, da ein Bekannter von mir im Betonbau tätig ist und ich die Schalungselemente kostenlos geliehen bekomme. Meine Kosten belaufen sich somit nur auf den Beton (rund 100 €/m3 bei uns), die Armierung (kommt auf das Material und die Menge an), die BKA-Rohre, die Kabelbinder und die Selbstkosten für die Arbeitszeit seines Mitarbeiters.

Durch die BKA ist im Gegenzug natürlich eine ordentliche Einsparung bei den Heizfläche möglich.

Die genauen Maße kann ich dir nur vom Dämmstoff sagen, aber das bringt dir reichlich wenig. Wie dick die Betonwand genau werden muss, hängt von der Statik des Hauses, aber du kannst mit dünneren Wänden im Vergleich zu KS rechnen.

Ich würde den Innenausbau übrigens hauptsächlich im Trockenbau ausführen.

Wende dich am Besten an ein/zwei örtliche Betonbauer und frage deren Preise ab. Von Region zu Region variiert der Preis natürlich auch.

Grüße
Verfasser:
HFrik
Zeit: 26.02.2016 06:19:21
0
2344253
Bei der Statik kann man sagen, dass da wo 17cm KS reichen eine unarmierte 17cm Wand aus C20/25 mit sicherheit auch hält. Ansonsten kann man Betondecken in Betonwende eingespannt anbinden, was grössere Spannweiten erlaubt - oder dünnere Decken.
Rüttelgassen einzuplanen ist noch ein Punkt, ich schätze die BKA wird deswegen bevorzugt in vertikalen Mäandern in die Wand kommen.