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Bungalow 150m2, ENEV2014 Gas oder LWP?
Verfasser:
Powermichi
Zeit: 28.02.2016 13:53:26
0
2345071
Hallo liebes Forengemeinde,

dieses ist mein erster Beitrag hier im Forum also nehmts mir nicht übel wenn ich noch nicht alle Gepflogenheiten drauf habe.

Zum Gebäude: Winkelbungalow 150m2, Enev 2014 Standard, Wandaufbau monolitisch, 36,5er Porenbeton 0,09er, Decke mit 24cm Wolle gedämmt, am Haus steht noch eine Garage mit 55m2 diese ist aber nicht geheizt. Ein Kamin wird aufgestellt (ohne Wassertasche) dieser steht im Wohnessbereich (46m²), Nutzung vorraussichtlich in den nächsten Jahren 1-2x die Woche), Erdgas liegt in der Straße.

Die Energiebedarfsberechnung sagt Heizwärmebedarf: 10673kwh (Ist das viel?)

Jetzt stehe kurz davor mich für ein Heizsystem zu entscheiden zu müssen:

Ich möchte keine falsche Entscheidung zu treffen, weil ich einen Teil nicht bedacht habe, daher wollte ich nochmal eure Meinung hören. Mir geht es vor allen Dingen um die Kosten, diese möchte ich bei der Investition sowie bei der späteren Nutzung (Heizung) gering halten.

Zur Wahl standen:

Sole WP= viel raus, da zu teuer, ca. 18-20T€ netto nur für die reine Wärmequelle ist einfach kostenmäßig zu teuer.

Schleifen WP = viel raus da Grundstück zu klein 816m2 - 260m²(Grundfläche Gebäude) - ca. 150m2 (gepflasterte Flächen) - 30m2 (Ahorn) = macht wenn ich jeden restlichen m2 ausreize noch 376m² Fläche für einen Flächenkollektor(Preis 13-14T€ netto)

im Rennen sind noch:

Luft-Wasser WP mit 11 kw von Weishaupt(8,3t€ netto), eine von Viessmann Vitocal 222-S (5,6kw) (9,3t€netto) oder eine Alpha Innotec LWD 90 (9kw) (10,1t€ netto) - alles an KW Stufen dabei aber was ist jetzt die richtige?
wobei ich bei der LWP Angst habe, dass das Haus nachher nicht warm wird, wir mögen es eher warm, derzeit sind wir nur zu zweit aber das wird sicher bald mal ändern, ich denke da werden die Heizkosten noch leicht nach oben gehen.
Kann einer eine Referenz an Heizkosten nennen für eine LWP im Bungalow mit molliger Wärme - 22°C?

und die Gas-Brennwert-Therme mit Solarunterstützung für Warmwasser (Keine Heizungsunterstützung) bei der Gastherme sind die Kosten dank der sooo tollen Solaranlage höher als bei der LWP und da ist der Gasanschluss (ca. 1500€) noch nicht mit drin. Hier kann ich aber sicher sein, dass das Haus warm wird wenn ich das will. Und ich denke dass die laufenden Kosten (Wartung, Schornsteinfeger) höher sind als bei der LWP.

Pelletheizung usw, kam für mich nicht in Frage.

Gestern Abend erzählte mir ein Heizungsmeister(fast Familie), dass ich mit Heizkosten von 1500-2000€ p.A. bei Gas rechnen könne, bei der LWP bei definitiv darunter. Wenn dann die Installation schön günstiger ist und die Heizkosten auch, dann sollte es ja keine Frage sein.
Ein anderer Heizungsbauer widerum (der von der LWD 90) sagt zu einer LWP, da kannst auch gleich mit einem Elektroheizstab heizen (er favorisiert die Erdwärmevarianten).
Der Heizungsbauer von der Weishaupt hat sich selbst letztes Jahr bei seinem Bungalow eine 11kw eingebaut aber dazu ne Solaranlage weil er Bedenken mit der Wärme hatte, (Sein Haus ist auch noch kleiner als unser Haus, aber sonst ähnliche Bauweise). Jetzt als es vor ein paar Wochen so kalt war, hatte er die Sicherungen von den Zuheizern entfernt also lief sie durch.
Mein Kumpel hat eine LWP von Waterkotte und ist zufrieden und hat 152m2 bei 700€ -800€ Heizkosten, aber irgendwie frieren wir immer leicht bei Ihm.


Wenn ihr noch was an Daten braucht für Aussagen gebe ich die natürlich gerne durch.

Ich möchte halt gute Heizkosten und ein warmes zu Hause.

Sind jetzt die ca. 1500-2000€/Gas zu hoch oder die ich sag mal 1000€ der LWP zu wenig?


m Dämmstandard lässt sich jetzt nichts mehr ändern, also Tipps die da hin gehen bringen mich nicht wirklich weiter.

Gruß Michi
Verfasser:
nixahnung
Zeit: 28.02.2016 14:22:24
1
2345094
Hallo, Im Moment kann man sagen, dass bei gleicher Abnahme im Haus und bei gleicher sorgfältiger Einstellung der Heizsysteme die Kosten für Energie identisch sind.

Wo soll der Vorteil der WP herkommen? je nach Versorgungsgebiet zahlt der WP Kunde 22-24ct/KWh für Strom.
Dei Kilowattstunde Gas liegt um 7ct.
Bei realistischem Verhältnis der Luftpumpe von 1:3,5 ist sie nur ganz knapp im Vorteil.
In der Praxis stimmt das fast nie.
Hast du es gerne mollig warm verschiebt sich das Verhältnis sehr schnell in Richtung Gas.
Hat die Wärmepumpe mehr als 3kg Kältemittel ist eine jährliche Prüfung vorgeschrieben.

Vorteil wäre, keinGas und Abgassystem und Stromanschluss zahlst du sowiso.
Die meisten alternativen Energien werden in Zukunft ins Stromnetz eingespeist.
Die WP lässt sich an eine Photovoltaikanlage anschließen falls das später mal eine Option wäre.

Nachteil, mal eben schnell das Haus aufheizen ist mit WP nicht möglich. das dauert.
Aber dafür hast du einen Kamin. Und Reparaturen sind enorm teuer und aufwändig.
Für einen Kompressortausch haben manche schon den Gegenwert von einem kompletten Gasbrennwertkessel abdrücken müssen.

Und WP lohnt nur mit sehr niedrig berechneter Flächenheizung.
Verfasser:
lowenergy
Zeit: 28.02.2016 14:43:26
0
2345114
Verfasser:
DV-Gergen
Zeit: 29.02.2016 09:08:03
1
2345482
nixahnung: Wo kommt der VORTEIL einer WP her? Ganz einfach: Deine Rechnung ist falsch.
Du stellst fest dass das Gas 7 ct/kWh kostet, Strom dagegen 22 bis 24 ct/kWh. Hast aber vergessen dass Deine Gasheizung 1:1 heizt, eine guten Erdwärmepumpe aber 1:5. Das heißt: teile mal die 22 ct durch 5. Na - wie siehts jetzt aus?
Ach ja, wie ist das eigentlich mit dem Nachweis der Nutzung regenerativer Energien (bei Gas??) Und der Gasanschluß - gibts den für nix?
Die jährlichen Verbrauchskosten einer Gasanlage gegenüber einer ErdWP sind erheblich (!!) höher (schau mal in den Verbrauchskostenrechner von www.klima-innovativ.de rein)
Kurt
Verfasser:
rony
Zeit: 29.02.2016 10:32:52
1
2345523
vielleicht geht deine Frage eher in die Richtung ob der Gas- oder der Strompreis künftig steigen wird. Gehst du in das nächste Politik-Forum, und schaust da.

Wegen dem Energiebedarf: Ich staune etwas, ein kleines Haus soll so viel verbrauchen? Ist jetzt mein Schätz-Eisen ein wenig falsch kalibriert? (Habe ich richtig verstanden, du hast keinen Keller?)

Ich rechne immer etwa so: Heizung ist 1500 Stunden pro Jahr im Betrieb, also Verbrauch durch 1500. Das würde bei dir einen Erzeuger von 7 kW ergeben. Achte darauf dass LWP bei tiefen Außentemperaturen die kleinsten Wärmeleistungen haben.

Mein Haus hat 10 x 10 meter, Keller, EG, OG. Ab Erdgeschoss nach oben mit Holzkonstruktion mit 8 cm Steinwolle, und aussendrauf ca. 12 cm Styropor-ähnlichen Dämmstoff. Decke über OG (nicht Dach) auch so ca. 24 cm Steinwolle. Keller 24 cm Kunstoffisolation.
Meine Stiebel Eltron LWZ 404 reicht vollkommen für Lüftung, Warmwasser und Heizung. Alles in einem Gerät.

--> Jetzt ist bald der 4. Winter durch, und meine Wärmepumpe zeigt eine gesamtenergie Bodenheizung von knapp 20'000 kWh an.
--> Ich habe eine Solaranlage 12 m2 die Heizungs-unterstützend wirkt. Bringt aber nicht sooo viel, da im Winter die Sonne so tief steht, und sehr kurz auf den Kollektor scheint. Zudem ist er mit nur 15° sehr flach aufgestellt, was die blödste Idee war, die ich je hatte. (Bringt im hochsommer maximalen Ertrag, wenn ich nichts brauche)

Ich bin in der Schweiz, in der nähe Basel. Bei uns ist es Verhältnissmässig warm.

Wo steht das Haus? nördlich? Klimabedingungen?

Könnte jemand der Regelmässig Wärmebedarfsberechnungen macht mal abschätzen wieviel das wirklich sein wird, oder eben mein Schätzverstand krumm ist?

Ich würde mal von 5 bis 7'000 kWh pro Jahr ausgehen. Eine 6 kW LWP oder 5 kW Gastherme sollte ausreichen.
Verfasser:
Powermichi
Zeit: 29.02.2016 11:53:13
0
2345553
Hallo Jungs,

ich hatte gestern die Heizlast berechnet und kam auf eine Heizlast von 6598Watt.

Nein, wir haben keinen Keller.

[img]
[/img]


@DV Gergen
Wir sind hier aber mit LWPs unterwegs und nicht mit Sole, die Sole WP stehen besser da keine Frage.

In dem anderen Thread von gestern:

Erreiche ich aber mit einer LWP eine JAZ von 4, also mal realistisch gesehen, ich hätte Sie jetzt eher mit 2,75-3,5 gesehen oder liege ich da falsch?

Demnach würde die Rechnung wie folgt aussehen:

bei einen JAZ von 2,75 11000/2,75 -> 4000kwh Strom bei 0,25€ -> 1000€
bei einer JAZ von 3,5 11000/3,5-> 3143kwh Strom bei 0,25€ -> 786€

oder sehe ich das alles zu eng, ich bin der Meinung dass ich bei der Wärmepumpenverbrauchsdatenbank LWP mit noch weniger als 2,75 gesehen habe.
Verfasser:
Turbotobi76
Zeit: 29.02.2016 12:09:54
1
2345560
Hi,

im Neubau mit optimal ausgelegter Wärmeverteilung und mit einer modernen LWP sollte eine "4" +/-eigentlich drin sein. Hängt natürlich auch von den Temperaturen ab, wenn es längere Zeit sehr kalt ist geht es natürlich runter mit dem JAZ.

In der Verbrauchsdatenbank sind natürlich auch viele ältere LWP drin und viele altere Häuser bei denen die Wärmeverteilung nicht Wärmepumpentauglich ist. Natürlich muss auch der Nutzer sein verhalten anpassen.

Das übliche Verhalten, Heizung Nachts und bei Abwesenheit abdrehen und dann wenn man nach Hause kommt soll es gefälligst in einer halben Stunde mollig warm sein funktioniert nicht mit Wärmepumpe und der Versuch wird mit hohem Verbrauch bezahlt ;)

Gruß Tobias
Verfasser:
nixahnung
Zeit: 29.02.2016 19:59:56
0
2345795
Zitat von DV-Gergen Beitrag anzeigen
nixahnung: Wo kommt der VORTEIL einer WP her? Ganz einfach: Deine Rechnung ist falsch.
Du stellst fest dass das Gas 7 ct/kWh kostet, Strom dagegen 22 bis 24 ct/kWh. Hast aber vergessen dass Deine Gasheizung 1:1 heizt, eine guten Erdwärmepumpe aber 1:5. Das heißt: teile mal die 22 ct[...]


Ich gebe dir recht bei Wasser-Wasser oder Sole-Wasser. Hier steht aber eine Luftpumpe im Raum.
Und da sind 1:5 absolut unrealistisch.
Verfasser:
lowenergy
Zeit: 29.02.2016 20:37:18
0
2345817
Zitat von nixahnung Beitrag anzeigen
... bei Wasser-Wasser oder Sole-Wasser. Hier steht aber eine Luftpumpe im Raum.
Und da sind 1:5 absolut unrealistisch.

Aber 1:4,x bei modulierender korrekt dimensionierter und vernünftig betriebener Luft-Wasser-Wärmepumpe an entsprechend ausgelegter Senke keine unmögliche Sache! .>)
Verfasser:
molly78
Zeit: 29.02.2016 21:02:06
0
2345834
Zitat von Powermichi Beitrag anzeigen
Hallo liebes Forengemeinde,

Ich möchte halt gute Heizkosten und ein warmes zu Hause. [...]


Was sind denn gute Heizkosten für dich? Das definiert ja jeder etwas anders.
Verfasser:
nixahnung
Zeit: 29.02.2016 21:06:48
0
2345838
Zitat von lowenergy Beitrag anzeigen
Zitat von nixahnung Beitrag anzeigen
[...]

Aber 1:4,x bei modulierender korrekt dimensionierter und vernünftig betriebener Luft-Wasser-Wärmepumpe an entsprechend ausgelegter Senke keine unmögliche Sache! .>)


Ich stimme zu. Aber die Betonung liegt auf Luft-Wasser und auf gerne auch mollig warm in der Wohnung.
Und da muss ich bei den hier genannten Heizkostenunterschieden von 750 zu 2000,-€ warnen.
Die stellen sich in der Regel nicht ein.

Ich gehe aber auch davon aus, dass das Gasheizsystem genauso optimiert wird wie es bei der WP zwingend erforderlich ist.
Verfasser:
Joerg Lorenz
Zeit: 01.03.2016 06:36:54
1
2345932
Zitat von nixahnung Beitrag anzeigen
Wo soll der Vorteil der WP herkommen? je nach Versorgungsgebiet zahlt der WP Kunde 22-24ct/KWh für Strom.


Denk mal nach.
Strom gibt es in D immer. Gas? Von den Russen? Zu welchem Preis langfristig?
Und eine WP produziert am Standort kein CO2 und ist absolut geruchs- und feinstaubfrei.

Wer heute in einem Neubau oder bei einer Sanierung ohne zwingende technische Gründe Gas oder Oel einsetzt, denkt kurzfristig und nicht sehr umweltbewusst.

Jörg
Verfasser:
molly78
Zeit: 01.03.2016 07:19:52
0
2345941
Deine Erdwärme Angebote sind auch recht teuer angeboten worden. Lies noch etwas hier im Forum quer und Du hast eine andere Diskussionsgrundlage mit deinen Heizungsbauern. Oder bist schon an einen gebunden durch Bauträger etc?
Auch mit LWP sollte heutzutage mindestens AZ 3.5-4.x angestrebt werden.
Frieren muss man da auch nicht.
Bei den WP Systemen auch noch an die derzeit mögliche BAFA Förderung denken.
Verfasser:
nixahnung
Zeit: 01.03.2016 08:30:07
0
2345967
Zitat von Joerg Lorenz Beitrag anzeigen
Zitat von nixahnung Beitrag anzeigen
[...]


Denk mal nach.
Strom gibt es in D immer. Gas? Von den Russen? Zu welchem Preis langfristig?
Und eine WP produziert am Standort kein CO2 und ist absolut geruchs- und feinstaubfrei.

Wer heute in einem Neubau oder bei einer Sanierung ohne zwingende technische[...]


Hallo Herr Lorenz, der Strom kommt ja aus der Steckdose.
Die Stromerzeugung erfolgt leider immer noch überwiegend durch Kohlekraftwerke.

Das diese im Schnitt von allen Energieträgern den höchten Ausstoss an Gift und radioaktivem Partikeln haben, sagt hier niemand gerne.
Ja Kohlekraftwerke tragen mehr zur freigesetzten Radioaktivität bei als Kernkraftwerke.
Die Energiegewinnung aus Kohle frisst die meisten Menschenleben pro Terrawattstunde.
(etwa100)

Auch in ihrer wasserkraftverwöhnten Schweiz atmen sie diese Luft.
So lange die Grundvorraussetzungen noch so sind, ist Gas immer noch sauberer und auf die Lebenserwartung der Technik eine preisliche Alternative.
Verfasser:
Turbotobi76
Zeit: 01.03.2016 09:05:17
0
2345997
Hi,

mit rund 32% liegt Kohle zwar noch an der Spitze aber die Erneuerbaren sind mit 30% dicht dran.

Wenn die Planungen nur halbwegs umgesetzt werden dürfte sich das Verhältnis innerhalb der Laufzeit eine Wärmeerzeugers (15-20 Jahre) stark verschieben.

Gas ist relativ sauber,aber ob es eine finanzielle Alternative bleibt ist leider nicht so sicher. Die derzeitigen politischen Rahmenbedingungen erlauben da leider keine zuverlässige Preisprognose für 5,10 oder gar mehr Jahre.

Das betrifft zwar grundsätzlich auch den Strom aber es besteht doch Grund zu Hoffnung das der Strom nach den großen Investitionen der nächsten Jahre wieder etwas billiger wird, zumindest Zeitweise.

Gruß Tobias
Verfasser:
crink
Zeit: 01.03.2016 09:18:34
1
2346010
Moin,

der Ausstoß von Quecksilber, radioaktiven Partikeln, Ruß und ähnlichem Dreck ist eher ein politisches Problem - technisch lässt sich das alles ziemlich gut aus den Abgasen rausfiltern. Auch Gas ist für die Förderländer oft nicht problemfrei, aber wir sitzen nur am Ende der Pipeline. Primärenergetisch ist der heutige Kraftwerksmix (Wirkungsgrad ca. 40%) zusammen mit einer einigermaßen sinnvoll ausgelegten WP und Flächenheizung der Gasheizung überlegen:

Gasheizung hat, wenn sie perfekt geplant, ausgelegt und ausgeführt wird, einen Jahresnutzungsgrad von 95% - soviele Prozent der Primärenergie des Gases werden in für das Haus nutzbare Wärme umgewandelt. Dabei noch nicht betrachtet wird der zusätzlich notwendige Strom. Für einen typischen Neubau mit 10.000 kWh Wärmebedarf bekommst Du bei 200 kWh Stromverbrauch für Heizungssteuerung und Umwälzpumpen einen Primärenergiebedarf von 11.000 kWh.

LWP-Heizung mit JAZ=3,5 (für LWP im Neubau problemlos machbar) braucht nur 10.000 / (3,5 * 0,4) = 7.150 kWh Primärenergie. Mit Sole-WP entsprechend geringer.

CO2-mäßig sieht das ähnlich aus (Gas 230 g CO2 pro kWh, Strom 600 g CO2 pro kWh):
Gas: (10.000 / 0,95) * 0,23 + 200 * 0,6 = 2.500 kg/a
LWP: (10.000 / 3,5) * 0,6 = 1.700 kg/a

Viele Grüße
crink
Verfasser:
Powermichi
Zeit: 01.03.2016 10:33:59
0
2346051
Hallo,

@molly: nein ich bin an keinen HZBauer gebunden.

Aber die Bafa macht doch nur die Tasche auf wenn ich eine JAZ von 4,5 erreiche.

Heute morgen kam mir noch die Idee die Geisha mit ner Gastherme zu kombinieren, aber mehr dazu in einem eigenen Thread.


@crink: "LWP-Heizung mit JAZ=3,5 (für LWP im Neubau problemlos machbar) braucht nur 10.000 / (3,5 * 0,4) = 7.150 kWh Primärenergie. Mit Sole-WP entsprechend geringer. "

Ich habe noch Nachholbedarf was die Fachbegriffe angeht, mit Primärenergie ist doch hier die Leistung aus dem Stromnetz gemeint oder? Aber sind die 7150kWh etwas viel oder hab ich es nur falsch verstanden?
Verfasser:
crink
Zeit: 01.03.2016 13:01:44
2
2346174
Hi,

Primärenergie ist die Kohle, das Gas oder auch der Wind, der für die Stromerzeugung eingesetzt wird. Bei Erneuerbaren ist die Primärenergiebetrachtung müßig, für Kohle oder Gas ist der Wirkungsgrad entscheidend.

Beispiel Kohle: Aus 10.000 kWh Kohle (Primärenergie) wird bei 35% Wirkungsgrad 3.500 kWh Strom erzeugt. Mit einem WP-COP von 3 kannst Du daraus dann wiederum 10.500 kWh Wärme produzieren. Würdest Du die Kohle direkt verbrennen, bekommst Du weniger Wärmer, nämlich maximal die anfänglichen 10.000 kWh. In der Praxis wird Dir einige Wärme durch den Schornstein entfleuchen, so dass ein moderner Kohleofen im Vergleich zu einer eher schlechten Luft-WP in Verbindung mit einem alten Kohlekraftwerk trotzdem mehr Primärenergie verbraucht.

Und nun stell Dir einen modernen Kraftwerkspark in Verbindung mit 30% erneuerbarer Energie und einer sinnvoll ausgelegten Sole-WP vor...

Viele Grüße
crink

Ps: Im obigen Beispiel würden 10.000 / 3,5 = 2.857 kWh aus dem Stromnetz gezogen.
Verfasser:
rony
Zeit: 01.03.2016 14:13:39
1
2346220
@powermichi:
1.----------------------------
- Mit was hast du die Heizlast berechnet? Ich kenn diesen Rechner nicht. Hast du mir mal einen Link?

Zu den verwendeten Daten:
Die norm-Temperatur ist wenn ich das richtig verstehe diese Temperatur, die bei drei Tagen Einwirkzeit die Raumtemperatur um ein Grad sinken lassen darf.

--> Wann hast du das letzte mal bei dir drei Tage am Stück -12 erlebt? Täusche ich mich oder kommt das alle 20 Jahre vor?
--> Wenn das so selten ist, und es dein Eigenheim ist, wäre es dann zumutbar im Kamin ein Feuer zu machen?
--> Wäre es nicht auch zumutbar wenn in diesen Tagen die Raumtemperatur (ohne dass du feuerst) auf 19° zusammenfällt?

Das heisst für mich, ich würde für die Leistungsberechnung (Nicht die Jahresenergieberechnung) 20° Raumtemperatur und -8° Norm-Aussentemperatur einsetzen, und dann mal schauen was dabei rauskommt.

--> Bei einer Luft-Wärmepumpe würde ich aber im Gegenzug drauf achten, dass diese Leistung auch erbracht werden kann bei -7° ohne dass die zusätzliche Widerstandsheizung losgeht.
--> Habt ihr in Deutschland auch Sperrzeiten? (Bei uns kann je nach Tarif das E-Werk bis 3 x pro Tag für eine gewisse Zeit die Wärmepumpe ausschalten, um die Spitzenlast abzuregeln). Wenn ja, hat der Tag dann nicht mehr 24 Stunden, sondern z.B. nur noch 21 Stunden. (Dreisatz einbauen in deine Leistungsauslegung)
--> Meine Wärmepumpe schaltet jedesmal nach der Erzeugung von Warmwasser ab, auch wenn sie direkt auf Heizung übergehen sollte. Dies aufgrund der internen Regulierung. (Ist wohl nicht mit Parametern beizukommen, sondern ein Konstruktionsfehler). Bei durchschnittlicher Nutzung durch uns 4 und dem kleinen Brauchwasserspeicher von 200 Liter kommt das etwa 4 mal am Tag vor.
Nach jedem ausschalten bleibt der Kompressor für 20 Minuten gesperrt.
Das heisst der Tag ist nicht mehr 21 Stunden lang, sondern nur noch 19.7 Stunden.
--> Inwiefern die Hersteller der Wärmepumpen die Abtauzyklen in die Leistungsangaben schon hineinrechnen kann ich dir nicht sagen. Ist es aber wirklich sehr kalt aussen, kann da nochmals eine Stunde pro Tag flöten gehen (Die Leistung mitgerechnet, die während der Abtauphase vom Heizkreis entnommen wird um abzutauen)

2.-----------------------------
Die Diskussion entwickelt sich je länger je mehr dazu was grün und was noch grüner ist.
Jetz überlegst du dir schon eine LWP und eine Gastherme einzubauen.

--> Deine Frage war aber am Anfang was nun sinnvoll ist, und dir vom Invest und vom Betrieb her die geringsten Kosten bringt.

--> Wenn du zusätzlich was ausgeben möchtest, dann bau eine Wohnungslüftung ein. Dürfte bei deinem Haus nicht so aufwendig werden, bringt aber auf jeden Fall etwas. Etwas Energieinsparung, und Komfortgewinn.
Verfasser:
Powermichi
Zeit: 01.03.2016 14:52:00
0
2346247
Ich habe die Heizlast mit Crinks Heizlasttool berechnet

http://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/enev-heizlast.html
Verfasser:
molly78
Zeit: 01.03.2016 18:44:56
0
2346358
Wenn dein "Schleifenkollektor" 14T€ kosten soll gehen doch 4000€ BAFA ab. Dazu PV und fertig.
Alternativ LWP mit reduziertem BAFA mit PV. Oder auch ein DV Angebot
Ist deinnSchleifenkollektor schon als Grabenkollektor geplant?

Sollten bei deinen Gas Investkosten alles sinnvolle Alternativen sein.

WP Tarife mit Sperrzeiten machen in Neubauten keinen Sinn. Dafür ist der absolute Verbrauch zu niedrig und die fehlende Möglichkeit PV des PV Eigenstromverbrauchs fehlen dafür.
Verfasser:
Powermichi
Zeit: 01.03.2016 22:03:55
0
2346504
Was ist ein DV?
Verfasser:
lowenergy
Zeit: 01.03.2016 22:10:57
2
2346509
DV = Direktverdampfer!!!

Gibts auch bei allen Luft-Wp´s kostenlos dazu ... wenn keine Sole-Luft-Technik!!! .>)
Verfasser:
DV-Gergen
Zeit: 02.03.2016 08:29:31
0
2346583
low: jetzt irritierst Du den Powermichi aber: molly meinte natürlich die Direktverdampfertechnik in Verbindung mit Erdwärme - und keine Luft-Wärmepumpens.
Powermichi kann sich hier eingehend informieren, was es mit der DV-Technik (höchste COP-Werte, Effizienzlabel A***) auf sich hat:
www.pro-dx.de oder www.gergen-geothermie.de
Kurt
Verfasser:
Powermichi
Zeit: 02.03.2016 08:37:11
0
2346585
Wieviel Fläche wird benötigt?

Wie sehen die kosten aus gegenüber den anderen systemen
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