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Altbausanierung - Sole-WP/Grabenkollektor auf sehr kleinem Grundstück möglich?
Verfasser:
mausc
Zeit: 17.03.2016 15:14:23
0
2353488
Liebe Grabenkollektor-Experten,

wir möchten im Zuge einer energetischen Sanierung unseres um 1900 gebauten (Fachwerk-)Hauses eine mit 25 Jahren ebenfalls in die Jahre gekommene Öl-Heizung austauschen. Nach mehrmonatiger Analyse des Bestands und der Möglichkeiten sehe ich in einer Wärmepumpe die zukunftssicherste Variante. Dabei kommt aufgrund der Begebenheiten eigentlich nur eine Luft-WP in Frage, wenn man nicht etwas tüftlerisch, DIY-mäßig veranlagt ist. :)
Deshalb habe ich mir den Kopf zerbrochen, ob es nicht doch eine Möglichkeit gibt, eine besonders in der Heizperiode und bei niedrigen AT effizientere Sole-WP einzusetzen.

Letztendlich bin ich dabei bei einem Eisspeicher-Konzept nach „Punktwissen“-Vorbild stehengeblieben und habe auch einen WP-Installateur in der Region gefunden, der den Spaß mitmachen würde. Steinigt mich ruhig, aber ich sehe in einem Eisspeicher ein sinnvolles Wärmequellenkonzept, dass in beengten Verhältnissen durchaus Sinn machen kann. So gesehen handelt es dabei ja nur um einen kompakt gefassten Erdkollektor bzw. „Wärmepuffer“, der bei richtiger Auslegung, Einbindung und Regelung, sowie mit vollwertiger(!) Regenerationsquelle auch äußerst effizient sein kann.
Trotzdem ist so ein System gewissermaßen (noch) ein Experiment mit vielen Stellschrauben, das zwar funktioniert, dessen Performance aber nur schwer abzuschätzen ist.

Deshalb bin ich bei der Kalkulation der Kosten des noch zu schaffenden Eisspeichers nun doch ins Grübeln gekommen, ob es nicht etwas günstiger und mit weniger Aufwand geht. Daher möchte ich vorher nochmal bei Grabenkollektor-Fraktion anfragen, ob es nicht doch noch eine Möglichkeit in diese Richtung gibt.

Bevor jetzt alle ihre Hände über dem Kopf zusammenschlagen, hier erstmal ein paar Fakten:
- 180m2 Wohnfläche
- Standort ist Nordhessen, Norm-AT -12°C
- kleines, eng bebautes Grundstück im Ortskern, geschützte Lage
- bisheriger Öl-Verbrauch des Niedertemperaturkessels ca. 2.100L (inkl. Warmwasser), entsprechend ca. 21.000kWh Heizenergiebedarf
- nach weiteren Sanierungsmaßnahmen (Dämmung obere Geschossdecke, neue 2-fach Wärmeschutzverglasung) geschätzter zukünftiger Heizenergiebedarf 16.000kWh (BAFA-Energieberatung wurde durchgeführt)
- Heizlast nach EB-Bericht ca. 8kW, nach Grabenkollektor-Heizlastabschätzung (mit Ht = 0,372, Ah = 452m2, Ve = 624m3 aus EB-Bericht) ca. 7,3kW
- berechnete Leistung des Heizkörperbestands (durchgehend PKKP, einmal PKP, einmal „Hühnerleiter“) bei 75/65/20 ca. 20kW, bei 50/40/20 ca. 8kW (insofern müsste man die Wärmepumpe ansich meiner Meinung nach nicht in Frage stellen)

Zur besseren Übersicht habe ich das Grundstück im Grabenkollektor-Tool gezeichnet (Zeichnung). Der Schuppen auf der rechten Seite ist baufällig, wenig genutzt und könnte abgerissen werden. Gleiches gilt für den linken Teil der Werkstatt, was aber wegen der massiven Bauweise und der Funktion als „Carport-Stütze“ deutlich aufwendiger wäre und zunächst nicht in Betracht gezogen wird. Der Bach an der hinteren Grundstücksgrenze (Nordseite) liegt gut 2m tief in einem gemauerten Graben.

Ist ein Grabenkollektor für die benötigte Heizlast hier realisierbar?
(evtl. in Kombination mit einem zusätzlichem „Energiezaun“?!)

Ich freue mich auf eure Rückmeldungen!

Gruß
Martin
Verfasser:
fdl1409
Zeit: 17.03.2016 15:30:40
0
2353498
Hallo Martin,

wo bist du denn da in Nordhessen. Wohne nahe der nordhessischen Grenze, Biedenkopf ist 20km von hier, Marburg 50km.

Wie ist der Boden?
Kommt man da mit einem Minibagger rein?

Anspruchsvolle Aufgabe auf jeden Fall.

Gibt es in der Gegend Wasser-Wasser-Wärmepumpen?

Grüße
Frank
Verfasser:
mausc
Zeit: 17.03.2016 20:55:06
0
2353599
Hallo Frank,

wir wohnen etwa 20km nördlich von Kassel.

Der Boden geht hier in Richtung Lehm oder Ton, auf jeden Fall kein Sand. Einen Minibagger würde ich bis 2,40m Höhe (oder mit abnehmbarer Kabine) durch die im Haus liegende Garage bekommen.

WW-WPs sind mir hier keine bekannt. Mir ist auch nicht bekannt, dass es hier im Dorf einen Brunnen oder so gibt. Habe gerade mal im Netz recherchiert und über eine HLNUG-Seite (Klick) herausgefunden, dass der Grundwasserpegel hier mind. 50m tief im Boden liegt. Da ist eine Brunnenbohrung dann wohl auch recht aufwendig. Inwiefern der Bach am Grundstück eine Auswirkung auf das Grundwasser hat: keine Ahnung. Der Wasserstand im Bach ist aber meist nur etwa knöchelhoch. :)

Gruß
Martin
Verfasser:
crink
Zeit: 18.03.2016 09:10:01
0
2353731
Moin,

ohne Schuppen und mit gut sickerfähigem Material für Hof und Stellplatz wäre so was möglich: Vorschlag 1. Hängt auch davon ab, was jeweils jenseits der Grundstücksgrenzen liegt. Das Grabenmaltool ist bzgl. Lehm etwas pessimistisch, bis 7,5 kW Leistung klappt das so. Ob allerdings ein kleiner Minibagger, der durch die Garage passt, 2,5 m tief buddeln kann weiß ich nicht.

Viele Grüße
crink
Verfasser:
HFrik
Zeit: 18.03.2016 09:28:35
0
2353748
Ansonsten wird man die Anlage knapp auslegen müssen, und dann im weiteren "gegeandämmen". D.h. das HAus nach weiteren Optimierungsmölichkeiten absuchen und noch das eine oder andere kW an heizleistung wegbringen. Wäre z.B. eine 3-Fach verglasung möglich, und in Teilen eine KWL?
Nur um Denkanstösse zu geben. Je Früher man geplante Elemente einer thermischen Sanierung im Auge hat, desto eher kann man sie bei allfälligen Zimmerrenovierungen schon gleich mit berücksichtigen.
Bei einer KWL im bestand ist ja das schwierige das Leitungsnetz, bringe ich das auf einen sChlag ein ist das ganze Haus Baustelle. Muahce ich das, wie z.B. auch die Umstellung der ELektrik von klassischer Nullung (TN-C ) auf saubere Erdung (TN-S bzw. TNC-S) dann ist das nicht weiter Tragisch - wenn eh Tapete und z.B. Bodenbelag getauscht werden, fällt zusätzlicher staub kaum ins Gewicht.
Bedeutet aber auch, dass ein Einbau der KWL bis ins letzte Zimemr dann etliche Jahre dauert.
Verfasser:
mausc
Zeit: 18.03.2016 13:23:14
0
2353870
@crink:
Der Vorschlag sieht gut aus, wird aber so nicht umzusetzen sein.
Der Hof ist betoniert und der Carport befindet sich über einer mit Erde verfüllten, ehemaligen Mistgrube, dh. auf ca 50-80cm Tiefe müsste da eine Betonwanne kommen.

Effektiv sind wohl nur 20 - 30 Grabenmeter ohne große Eingriffe in die bestehenden Strukturen möglich (vom Schuppen habe ich mich schon verabschiedet). Der perfekte Grabenkollektor wird also nur mit größeren Tiefen oder eben Abstrichen in der Performance/Soletemperatur machbar sein.

Ich habe mir folgende Variante gedacht: Variante 2
Liegen die Außentemperaturen über der Soleeingangstemperatur würde ich einen Luft-Kollektor (so in Richtung 700m Ripp-Rohr-WT * 10W/m = 7kW Kälteleistung) in Reihe vor den Erdkollektor schalten und das Erdreich so als eine Art "Erdakku" benutzen. Ist das so praktikabel?

Rechnen wir die Wärmespeicherkapazität im direkten Umfeld des Kollektors (Variante 2: 33,6m * 0,5m * 2,5m = 42m3):
- feuchtes Erdreich: 0,7kWh/(K*m3) * 42m3 = 29,4kWh/K
- Latentwärme Wasser: 92kWh/m3 * 42m3 * 20% (Feuchtigkeitsanteil Erdreich) = 772,8kWh

Da wären also ein paar Tage "Erdkollektor-only"-Betrieb in der Erde gespeichert, sogar ohne das erweiterte Umfeld des Kollektors zu betrachten. (Wie sieht eure Faustformel dafür aus?)
Hebungen durch das gefrierende Erdreich müsste man dann in härteren Wintern wohl in Kauf nehmen. Daher auch das kalte Ende des Kollektors möglichst von den Gebäuden fernhalten.

Wie verhält sich der kleine Kollektor, wenn ich ihn alleine mit einer größeren Leistung beanspruche?
Oder müsste man mehr Grabenmeter legen (die sich dann untereinander beeinflussen), um die Entzugsleistung zu vergrößern?

Wegen der Baggergeschichte müsste ich mich in den nächsten Tagen mal mit einem Kumpel kurzschließen, der besitzt so ein Gerät...
Verfasser:
mausc
Zeit: 18.03.2016 13:31:00
0
2353873
@Hfrik:
Die anstehenden Maßnahmen sind so die, die von den Kosten her sinnvoll sind. Innen ist eigtl. alles schick gemacht, da werden keine größeren Umbauten mehr kommen. Eine dezentrale KWL (oder evtl zentral über die dann nicht mehr benötigten Schornsteinzüge) könnte man in Zukunft noch installieren, da haben wir schon drüber nachgedacht. Bringt aber hinsichtlich der Heizlast dann auch nicht soooo viel und würde erst über die nächsten 5 bis 10 Jahre mit den üblichen Zimmerrenovierungen peu á peu vorbereitet werden.
Verfasser:
winnman
Zeit: 18.03.2016 13:40:54
1
2353877
Du sagst: Der Hof ist betoniert

muss das so bleiben?

Wäre da möglich den Beton herauszureißen und was versickerbares (Rasensteine, . . .) da einzubauen?

Dann hättest du wohl eine wesentlich größere Einzugsfläche für einen Erdkollektor.
Verfasser:
HFrik
Zeit: 18.03.2016 13:48:08
0
2353884
Naja, so um 1kW kann eine KWL noch einbringen, bei besserer Luftqualität - und wo man sonst noch in den nächsten JAhrzehnten dann herankommt wird sich weisen.
Aber wenn der Grabenkollektor zu eng wäre wäre die fRage ob man sowas wie eine Sole-Luftpumpe macht, die dann sowohl als auch anzapfen kann. Z.B. unter Einsatz von PKW-Kühlern und eines oder zwei Ersatzlüftern einer Geisha. Wäre dann aber eine Konstruktion für Technikbegeisterte :) D.h. man spart sich die Erdwärme für die kältesten Tage auf, holt sonst bis z.B. -3° die Wärme aus der Luft (Die Wärmetauscher können dann auch auf der Rükseite des Dachsstehen , um die Phantasie mal anzuregen), und würden z.B. bei unter -5° trockengelegt um Einfrieren zu vermeiden.
Verfasser:
feanorx
Zeit: 18.03.2016 14:14:30
0
2353904
In deiner Gegend (-12 NormAT) müsste man mal nachschauen wie lang die längste Periode durchgehend unter -5°C AT war.
Diesen Zetraum muss der Tiefenkolli abdecken können. Jetzt, ohne zu rechnen, bin ich mir zu 100% sicher dass der Tiefenkolli so reicht wie du ihn eingezeichnet hast.
Wenn man eine WP nimmt, die bis zu -10°C kann, dann hätte man dieses Jahr max. 1 Woche Laufzeit des Tiefenkollis gehabt. Den Rest hätte der Oberflächenkolli leisten können.
Wichtig ist nur in dem kurzen Graben die Rohrlängen beizubehalten ( Standardauslegung).
Verfasser:
jogi54
Zeit: 18.03.2016 17:15:10
0
2353990
Ich will nochmal die Idee mit dem Energiezaun aufgreifen.

in einem anderen thread hatte ich zum Thema Massivabsorber 2 links übermittelt:

Zitat von jogi54 Beitrag anzeigen
Zitat von DV-Gergen Beitrag anzeigen
[...]

Sieh mal das an Einsatz von Massivabsorber Wärmepumpen in Wohnanlagen.pdf - mit einigen Zahlen versehene Lösung

Effiziente-Solarwämenutzung-mit-Massivabsorbern mit Beschreibung von Aufbaudetails
[...]


Die Idee dahinter ist ziemlich pfiffig

Tagsüber wird in den Wandabsorber Energie aus der Konvektion und Strahlung im Beton eingespeichert, und ggf. soweit nicht direkt genutzt, in den Erdspeicher (Slinky) umgelagert. Richtig dimensioniert sollten da Traum COPs erreichbar sein.

LG jogi
Verfasser:
mausc
Zeit: 19.03.2016 16:11:43
0
2354346
@winnman:
Wenn da das liebe Geld nicht wäre, könnte man den Hof in Angriff nehmen. Aber ein neuer Belag, Drainage etc. für die Kellerwände,...

@HFrik & @feanorx:
In die Richtung "Sole-Luftpumpe" mit Grabenkollektor für die kälteren Tage habe ich schon gedacht, siehe meine vorherigen Posts. Eine Analyse der AT-Perioden unter 0°C ist in Arbeit. :)

Dazu aber meine Fragen:
Bezieht sich die berechnete Leistung eines Grabenkollektors auf die Entzugsfläche oder das erschlossene Erdvolumen?
Welches Verhalten ist zu erwarten, wenn ich eine "große" WP an einem "kleinen" Graben betreibe?
Fallende Soletemperaturen bereits während der WP-Laufzeit oder erst zum Ende des Winters hin?

@jogi:
Die Betonteile sind auf jeden Fall auch eine interessante Wärmequelle. Den PDFs nach aber nur mit südseitiger Positionierung und um die Tageswärme in die Nacht zu transportieren sinnvoll.
Müsste ich mir aber nochmal genauere Gedanken zu machen und evtl. mal überschlägig rechnen, welche Dimensionen da so notwendig sind.

Da meine WP aber zum Großteil mit PV-Strom laufen soll, ist ein normaler Energiezaun aus PE/PP-Rohr zum Einsammeln der Tageswärme (bzw. wenn die Nacht wärmer als das Erdreich ist, auch zur Regeneration des Erd-Akkus mit Nachtwärme) wohl ausreichend.
Verfasser:
Oeko2020
Zeit: 19.03.2016 16:42:19
0
2354364
Wenn der Erdkollektor zu klein wird, dann gibt es noch immer die Variante mit einer Hybridwärmepumpe. Hier kann das Erdwärmesystem auf 50-60% der Jahresentzugsenergie ausgelegt werden, die Restliche Energie kommt von einem Luftaussenmodul. In Verbindung mit einer modulierenden Wärmepumpe funktioniert auch das ohne Probleme. Die Kosten bewegen sich hier nicht viel über der Variante einer reinen Erdwärmelösung.
Verfasser:
jogi54
Zeit: 19.03.2016 17:23:41
0
2354390
Zitat von mausc Beitrag anzeigen

Die Betonteile sind auf jeden Fall auch eine interessante Wärmequelle. Den PDFs nach aber nur mit südseitiger Positionierung und um die Tageswärme in die Nacht zu transportieren sinnvoll.
Müsste ich mir aber nochmal genauere Gedanken zu machen und evtl. mal überschlägig rechnen, welche Dimensionen da so notwendig sind.
[...]


Klar ist es am Optimalsten, wenn man eine direkt bestrahlte Südmauer hat.
Aber - was hilft es, wenn es im November fast durchgehend wolkenbedeckten Himmel hat??
Funktioniert dann trotzdem, weil die diffuse Strahlung ja immer vorhanden ist. Dazu kommt der Strahlungswärmeaustausch mit den Flächen drum rum, und die Lufttemperatur spielt auch noch eine Rolle.

Zitat von mausc Beitrag anzeigen

Da meine WP aber zum Großteil mit PV-Strom laufen soll, ist ein normaler Energiezaun aus PE/PP-Rohr zum Einsammeln der Tageswärme (bzw. wenn die Nacht wärmer als das Erdreich ist, auch zur Regeneration des Erd-Akkus mit Nachtwärme) wohl ausreichend.
[...]


Ich würde mal sagen, die WP mit PV Strom laufen lassen zu können, ist, zumindest in den Monaten November bis Februar, ziemlich illusionär. Soviel PV wirst du kaum haben, damit du auch nur den Haushaltsstrom in den Monaten November bis Februar zu 100% bedienen kannst.

LG jogi
Verfasser:
jogi54
Zeit: 19.03.2016 17:29:37
0
2354393
Zitat von mausc Beitrag anzeigen
a meine WP aber zum Großteil mit PV-Strom laufen soll, ist ein normaler Energiezaun aus PE/PP-Rohr zum Einsammeln der Tageswärme (bzw. wenn die Nacht wärmer als das Erdreich ist, auch zur Regeneration des Erd-Akkus mit Nachtwärme) wohl ausreichend.
[...]


Nachtrag - da editieren ja nicht geht ...

Vorteil der Betonlösung gegenüber einem einfachen Energiezaun ist die bei der Betonlösung viel größere Fläche, um Wärme aufzunehmen und die Speicherfähigkeit des Betons - die beim Energiezaun ja überhaupt nicht gegeben ist.

lg jogi
Verfasser:
mausc
Zeit: 24.03.2016 18:06:40
0
2357343
@Oeko2020:
Welche Hybridwärmepumpe meinst du? Hersteller?

@jogi54:
Hast du Zahlen mit welcher Entzugsleistung pro Meter PE-Rohr in Beton gerechnet werden kann?
Die Speicherfähigkeit lässt sich mit den physikalischen Daten gut berechnen, der Energieentzug aus der Umgebungsluft (freie Konvektion) kann ebenfalls über die Fläche des Elements abgeschätzt werden. Der Übergang auf die Sole ist wohl nicht ganz so trivial. Könnte mir vorstellen, dass da auch nicht ein beliebiger Baumarkt-Beton verwendet werden kann (Spannungsrisse, Frostbeständigkeit, ...).

Zum Thema WP mit PV-Strom hast du natürlich recht. Habe das auch mal überschlägig gerechnet (rein mit Energiebedarf/-ertrag, ohne Leistungen zu simulieren). Mit einer EFH-üblichen 6-7kWp PV-Anlage, 15MWh Heizwärmebedarf und JAZ 4 kann man von November bis Februar tatsächlich nur mit einer Teildeckung rechnen, von März bis Oktober kann(!) man mit Volldeckung rechnen. Kommt natürlich auf die benötigte und erzeugte Leistung drauf an, sowie nicht zuletzt auf eine passende Steuerung des Verbunds, evtl. sogar mit Wetterprognose. Ein einfacher Wechselrichterkontakt ist für eine "PV-Strom-Vorrang-Steuerung" nicht ausreichend...

@Alle:
Variante 2 des Grabenkollektors würde ich dann mal als einzig sinnvolle Variante gesetzt sehen.
Um abzuschätzen, wie lange eine 8 oder 10kW WP an dem kleinen Graben nuckeln könnte, würde mich interessieren mit wieviel Stunden Entzug des Grabenkollektortool arbeitet. Das sollte sich doch linear herunterbrechen lassen können?!
Verfasser:
lowenergy
Zeit: 24.03.2016 19:17:54
0
2357364
Welche Systemtemperatur muss denn die WP-Anlage für ausreichende Heizleistung der Wärmeverteilung rocken?

Wäre denn nicht mit GK-Variante 2 auch eine Kaskadierung möglich!?
Praktisch die Erdwärmepumpe als Spitzenlastwärmeerzeuger unterhalb eines Bivalenzpunktes nutzen und bei geringerem Leistungsbedarf und höheren Außentemperaturen übernimmt z.b. eine 5 kW Geisha (2.900€) die Raumtemperierung und die Warmwasserbereitung!
Verfasser:
TOP COP
Zeit: 24.03.2016 23:20:59
3
2357450
Hallo

@ musc:
Zum Massivabsorber.
Starten wir mal Nachts.
Beton speichert die Kälte der Nacht auf den nächsten Morgen.
Sehr sinnvoll !
Während ein speicherloser Absorber schon mit purer Tageshelligkeit über Aussentemperatur liegen würde, liegt das Betongrab weit unter dem speicherlosen. So bleibt das den ganzen Tag auch bei voller Sonne !!
Da freut sich jede WP.
Wenn dir das zu denken gibt, dann kannst du ja mal meine HP lesen.
Die ist für Freidenker.
Da findest du völlig andere Wege und sicher viele Anregungen für dein Vorhaben.
Musst dir aber etwas Zeit nehmen.
Und keine Angst.
Ich will dir nichts verkaufen !
Nur zur Denkanregung, gegen oft viel Mainstreamgerede, ohne Hinterfragung.

TOP COP
WP Entwickler
www.dingler-solar-waermepumpe.de
Verfasser:
TOP COP
Zeit: 24.03.2016 23:53:15
3
2357456
Hallo

Zitat Jogi:
Vorteil der Betonlösung gegenüber einem einfachen Energiezaun ist die bei der Betonlösung viel größere Fläche,....

Hallo Jogi, ich weiss ja dass du eigentlich gut rechnen kannst.
Bei einem richtigen E-Zaun ist aber auch hier genau das Gegenteil der Fall.


TOP COP
WP Entwickler
www.dingler-solar-waermepumpe.de
Verfasser:
mausc
Zeit: 25.03.2016 00:16:26
0
2357462
@lowenergy:
Die Systemtemperaturen habe ich im Moment mit unserer Ölheizung schon testweise bei gut 55°C. Wie im ersten Post geschrieben sollten rein rechnerisch/theoretisch 50/40 machbar sein. Vielleicht sogar drunter.

In so einem System mit zusätzlicher Luftpumpe würde die Bivalenztemperatur geschuldet der hohen Systemtemperaturen ziemlich hoch liegen, was den zusätzlichen WE ad absurdum führt. Eine Sole-WP an einem vollwertigen Luft-Wärmetauscher wäre bei gleicher AT effizienter (B0 und A0 COPs von Luft-WPs und Sole-WPs verglichen).

@TOPCOP:
Naja. Man muss beachten, dass Beton neben seiner guten Speicherfähigkeit (0,7kWh/(K*m3)) auch eine gute Wärmeleitfähigkeit hat. Wasser hingegen (1,16kWh/(K*m3)) hat eine schlechte Wärmeleitfähigkeit. So gesehen also "schneller Speicher" vs. "langsamer Speicher" (oder elektrotechnisch: Kondensator vs. Akku). Daher weiss ich nicht, ob deine Annahmen(?!) von der Nachtkälte am Tag so treffend sind. Kommt wahrscheinlich darauf an wie massiv der Absorber wirklich ist. ;) Ich würde aber in Kombination mit einem Erdspeicher auch immer noch den "normalen" Energiezaun vorziehen. Als alleinige WQ wären mir die Massivabsorber im Eigenbau doch etwas zu experimentell...

Deine Homepage kenne ich schon. Interessante Ansätze, aber da muss mal Ordnung rein gebracht werden. ;)
Verfasser:
feanorx
Zeit: 25.03.2016 00:22:05
0
2357463
Sehe ich auch so wie TOPCOP.
Absorber oder ein Energiezaun bringen mehr wenn man die zum Tiefenkollektor umschaltbar installiert und der Absorber und Energiezaun nicht zu tief im Boden sitzen.
Die Konzepte wie zum Beispiel Buschbeck oder Hautec Energiemauer funktionieren zwar aber meiner Meinung nach nicht effizient genug weil da, wenn ich richtig informiert bin, nicht zwischen der Oberflächennutzung und dem tiefem Kollektor umgeschaltet wird.
Besser ist es einen Mischer einzusetzen und damit immer die optimale Quelle nutzen.
Verfasser:
TOP COP
Zeit: 25.03.2016 01:12:51
0
2357468
Hallo

Zitat mausc:
@TOPCOP:
Naja. Man muss beachten, dass Beton neben seiner guten Speicherfähigkeit (0,7kWh/(K*m3)) auch eine gute Wärmeleitfähigkeit hat. Wasser hingegen (1,16kWh/(K*m3)) hat eine schlechte Wärmeleitfähigkeit. So gesehen also "schneller Speicher" vs. "langsamer Speicher" (oder elektrotechnisch: Kondensator vs. Akku). Daher weiss ich nicht, ob deine Annahmen(?!) von der Nachtkälte am Tag so treffend sind. Kommt wahrscheinlich darauf an wie massiv der Absorber wirklich ist. ;) Ich würde aber in Kombination mit einem Erdspeicher auch immer noch den "normalen" Energiezaun vorziehen. Als alleinige WQ wären mir die Massivabsorber im Eigenbau doch etwas zu experimentell...

Du hast die Denkfehler leider überhaupt nicht verstanden !
Drum mach ichs kurz.
Was zählt am Ende ?
Höchste mittlere Quelltemperatur für die WP !
Oder ?

Zitat mausc:
Deine Homepage kenne ich schon. Interessante Ansätze, aber da muss mal Ordnung rein gebracht werden. ;)

Teilweise Ja !

Zitat mausc:
Interessante Ansätze...

Tatsächlich ? ;-)
Wieso hast du dann, den für dich nützlichen Rest nicht gelesen ?
Wenn du also die höchsten mittleren Solarluftsoletemperaturen zu geringsten Kosten wolltest, müsstest du dich nochmal durchs Dickicht quälen :-)

TOP COP
WP Entwickler
www.dingler-solar-waermepumpe.de
Verfasser:
dyarne
Zeit: 25.03.2016 07:31:52
0
2357478
Massivabsorber vereint die Nachteile von Erd- u Luft-WP in einem System ... ;-)

Man hat ein Sole-System und trotzdem im Winter eine kalte Quelle...

Um den COP einer Solemaschine im Winter zu knacken muss die Lufttemperatur >10 grad liegen ...
Verfasser:
lowenergy
Zeit: 25.03.2016 07:59:43
0
2357485
Zitat von mausc Beitrag anzeigen
Die Systemtemperaturen habe ich im Moment mit unserer Ölheizung schon testweise bei gut 55°C. Wie im ersten Post geschrieben sollten rein rechnerisch/theoretisch 50/40 machbar sein. Vielleicht sogar drunter.

In so einem System mit zusätzlicher Luftpumpe würde die Bivalenztemperatur geschuldet der hohen Systemtemperaturen ziemlich hoch liegen, was den zusätzlichen WE ad absurdum führt. Eine Sole-WP an einem vollwertigen Luft-Wärmetauscher wäre bei gleicher AT effizienter (B0 und A0 COPs von Luft-WPs und Sole-WPs verglichen).

10 K △T im Heizkörperkreis ist zu viel ... werden wirklich alle Heizkreise durchgehend und konsequent mit ausreichendem Wasserdurchsatz versorgt!?
Bei mir ist das △T höchstens 5 bis 6 Kelvin ... geht runter bis auf 3 bis 2 ... sogar nur 1 Kelvin wenn es draußen um / über +5 Grad sind ... dann aber auch nur etwa +25 bis +28 Grad Vorlauftemperatur!

Die mittlere Heizwassertemperatur ist auf verschiedenen Wegen auf's erforderliche Niveau zu bekommen!

Deine 50/40 sind 45 im Mittel ... wenn Du die Anlage dann mit höherem Volumenstrom betreiben könntest, würde bestimmt auch eine geringegere mittlere Heizwassertemperatur ausreichen ... dann z.b. mit △T = 5 K im Vorlauf +42 Grad an kältesten Tagen ... wenn 24/7 durchgehend +39,5°C durch die Wärmeverteilung zirkulieren!

PS: Plattenheizkörper mit geringer Systemtemperaturen und hohem Volumenstrom sind dann auch relativ einfach für Wp-Technik noch zusätzlich zu tunen ... siehe beispielsweise:

http://www.bosy-online.de/PHK_mit_Luefter-WolfK.htm

Edit: Wenn ich bei mir mit dem Fernwärmenetz keinen Abnahmezwang hätte ... könnte ich bei meinem Haus (HL ca. 9 kW/-14 AT) mit der Geisha bis etwa -2 Grad gehen! Da ich aber abnehmen muss (Wärme) ... ist der Bivalenzpunkt derzeit auf +6 Grad justiert.
Verfasser:
DV-Gergen
Zeit: 25.03.2016 09:38:57
0
2357514
ich werde bzgl. Massivabsorber kein neues Thema eröffnen - ich vertreibe reine Erdwärmepumpen, habe aber - wie schon gesagt - eine Reihe von Massivabsorberanlagen seit 20 Jahren (!!) laufen.
Jetzt kommen die Herren 'Spezialisten' mal wieder an Deck und verkünden die letzten Weisheiten.
Bevor man postet sollte man sich aber mal schlau machen (links sind ja hier veröffentlicht) JEDE MA-Anlage hat neben den exponierten Beton-Sandwichelementen auch einen Erdspeicher mit im System. D.h. Beton-Bodenplatte, Fundamente etc. werden mit Solerohren belegt und als Speicher herangezogen.
Wie schon gesagt, ich mache jetzt kein MA-Seminar, ich will nur auf Ungereimtheiten (dyarne und top cop) hinweisen.
Kurt



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Altbausanierung - Sole-WP/Grabenkollektor auf sehr kleinem Grundstück möglich?
Verfasser:
DV-Gergen
Zeit: 25.03.2016 09:38:57
0
2357514
ich werde bzgl. Massivabsorber kein neues Thema eröffnen - ich vertreibe reine Erdwärmepumpen, habe aber - wie schon gesagt - eine Reihe von Massivabsorberanlagen seit 20 Jahren (!!) laufen.
Jetzt kommen die Herren 'Spezialisten' mal wieder an Deck und verkünden die letzten Weisheiten.
Bevor man postet sollte man sich aber mal schlau machen (links sind ja hier veröffentlicht) JEDE MA-Anlage hat neben den exponierten Beton-Sandwichelementen auch einen Erdspeicher mit im System. D.h. Beton-Bodenplatte, Fundamente etc. werden mit Solerohren belegt und als Speicher herangezogen.
Wie schon gesagt, ich mache jetzt kein MA-Seminar, ich will nur auf Ungereimtheiten (dyarne und top cop) hinweisen.
Kurt
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