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Grabenbauprojekt - EFH Neubau Bayerischer Wald - "Woidpumpe"
Verfasser:
denis_m
Zeit: 29.09.2016 16:20:37
3
2413447
Hallo zusammen,

Nachdem ich nun unzählige Threads zu den diversen Grabenkollektoren nach Forumsart durchgelesen habe, würden wir gerne unser in 2017 bzw. 2018 entstehendes EFH ebenfalls mit einer SWWP + Grabenkollektor nach Forumsart ausstatten. Um auf alle Dinge achten zu können, möchte ich mich jetzt schon mit dem Kollektor und möglichen Fallstricken unseres Grundstückes beschäftigen.

Hier sind die ganz grob geplanten Eckdaten des Hauses:

- Holzständer Haus als Ausbauhaus (Angehörige arbeiten für das ausführende Unternehmen)
- ca. 170qm Wohnfläche
- Grundfläche ca. 9,50m x 12,5m
- 1 1/2 Geschosse
- kein Keller
- möglichst ein Ht Wert auf mind. KFW55 Niveau nach ENEV 2016 (sprich <= 0,28)
- Heizlast <= 6kW wird angepeilt
- 2 Personen Haushalt (+ 1-2 in Planung ;)) - also 4 Personen
- PV Anlage wird nur vorbereitet (wird wohl erst später kommen, wenn auch die Speicher preislich interessant werden)
- KWL m. WRG ist geplant
- Flächenheizung im EG und OG
- Macht eine Betonkernaktivierung der Bodenplatte hier Sinn? (die Zwischendecke ist ja eine Balkendecke und kann dann wohl nicht aktiviert werden :-))
- Schwimmende Bodenplatte mit Glasschaumschotter Unterfütterung (steht aber noch nicht 100% fest, hier werden wir erst die ersten Termine mit unserem Bauunternehmen abwarten müssen)

Grob geplantes Erdgeschoss

Grob geplantes Obergeschoss

Hier sind die Eckdaten des Grundstückes:

- 690qm
- Ost Hang
- von Westen (oben) nach Osten (unten) haben wir einen Höhen Unterschied von 1,80m
- im Norden jenseits der Grundstücks Grenze, befindet sich eine Feldsteinmauer mit davor stehenden Bäumen (innerhalb unserer Grenzen werden die Bäume an dieser Grenze entfernt)
- im Süden befindet sich die Straße
- Norm AT wird wohl bei -16 Grad liegen (PLZ: 94261)

Bild des Grundstückes von der Straße aus (Bäume im Norden und Neigung sind zu sehen)

Grob geplanter Querschnitt nach Abfangung der Neigung

Nach dem lesen der unzähligen Themen würde ich schon mal auf folgende Punkte achten:

- Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 - ohne Sicherheitsreserven oder Angstzuschläge (Temperaturen für die einzelnen Räume festlegen und die Lüftungsanlage in die Berechnung mit einbeziehen lassen)
- Berechnung der Wärmebrücken nicht nur mit dem Standard Wert von 0,05, sondern genaue Bestimmung
- Bodengutachten erstellen lassen, wobei die Tiefe von 1,50m besonders interessant sein dürfte
- Kollektor wird nach dem erstellen des Planum (heißt es so? :-)) gelegt und erst danach kommt die Bodenplatte und das Haus
- Einführung der Solekreise über KG Rohre in der Bodenplatte
- der HB sollte dann mit anschließen des Soleverteilers seine Arbeit beginnen
- FBH: keine Zirkulationspumpe
- FBH: WW möglichst kurze Rohrwege und kleine Rohrdurchmesser
- FBH: Möglichst gleich lange Heizkreise zwischen 80 und 100m
- FBH: Auslegung der Räume auf 21 und die Bäder auf 23 Grad
- FBH: Möglichst niedrige VT/RT, so um die 30/26
- FBH: Heizkreise sollen bei Auslegungstemperatur und ohne Drosselung die Heizleistung erbringen, welche nach der raumweisen HLB für den Raum benötigt wird
- FBH: von der ERR sollte man eine Befreiung anstreben

Nun habe ich schon mal versucht einen Graben auf verschiedene Art und Weisen in das Trenchtool zu zeichnen:

Versuche ohne die Ostseite des Hauses mit einzubeziehen

Versuch ohne die Ostseite aber mit umgekehrter Warm und Kalt Richtung

Ich habe versucht alles einzuzeichnen was relevant sein könnte. Wo genau die Wasser/Abwasser Leitungen entlang laufen kann ich noch nicht wirklich sagen. Ich habe darauf geachtet, dass ich den hinteren Bereich (Norden) möglichst frei von Slinkys lasse um keine Probleme mit möglichen Wurzeln von den bestehenden Bäumen jenseits der Grundstücks Grenze zu bekommen. Außerdem habe ich versucht die Ostseite so gut es geht auszusparen und nur in gerader Weise verlegt. Hier haben wir nicht viel Platz mit den ca. 3m und einer in den 3m unterzubringenden Stützmauer. An Abständen habe ich versucht immer mind. 1m einzuhalten.

Hier schon mal die ersten Fragen die mir beim erstellen schon gekommen sind:

- Sind die 1,60m Grabentiefe noch in Ordnung, wenn man sie abböscht?
- Muss ich einen bestimmten Abstand von Slinky Graben zu Stützwand einhalten? (im Osten und Westen)
- Ist die Neigung in irgendeiner Weise ein größeres Problem?
- Nach was sollte ich im Trenchplaner auslegen, empfohlene Heizlast oder maximale Heizlast? (bei der empfohlenen Heizlast tue ich mir schwer über den 6kW zu bleiben)
- Sind solch kurze Gräben wie Abschnitt I überhaupt sinnvoll
- Macht die gerade Verlegung im Osten des Hauses, so überhaupt Sinn unter Beachtung des Querschnittes

Mir ist klar dass eine genauere Abschätzung erst mit genauem Plan und Berechnung möglich ist, aber mir geht es um eine grobe Abschätzung von den Profis hier ob ein Graben bei uns generell Sinn macht oder eher nicht. (als Bleistift Spitzer tue ich mir hier schwer das ganze realistisch einzuschätzen :-))
Auch Einschätzungen zur BKA wären mir sehr recht.

In den weiteren Schritten würde ich alles sauber mit Fotos dokumentieren und wahrscheinlich lässt sich auch eine Drohne auftreiben, die den ganzen Spaß dokumentiert, sollte es zu einem Grabenbau kommen. ;)

Vielen Dank im voraus, ich freue mich über alle Antworten.

Viele Grüße,

Denis
Verfasser:
denis_m
Zeit: 02.10.2016 10:38:14
0
2414154
Fehlt hier noch was oder kann man schon eine erste grobe Einschätzung geben?

Vielen Dank!
Verfasser:
crink
Zeit: 02.10.2016 12:50:59
0
2414188
Hi,

sieht machbar aus. Du bekommst in den nächsten noch eine ausführlichere Stellungnahme von mir.

Viele Grüße
crink
Verfasser:
denis_m
Zeit: 02.10.2016 13:04:16
0
2414190
Hallo crink,

Vielen Dank für Deine erste Einschätzung. Ich freue mich schon auf das weitere Feedback. Keine Eile.

VG Denis
Verfasser:
crink
Zeit: 13.10.2016 13:07:35
1
2418739
Hi Denis,

nun etwas ausführlicher. Du bist ja schon sehr gut informiert und vorbereitet.

PV: Die lohnt sich bei Südausrichtung des Daches und genügend Neigung von Anfang an, erstmal ohne Speicher.

Betonkernaktivierung: Ja, macht Sinn und senkt die Heizwassertemperaturen. Gut realisierbar bei schwimmender Bodenplatte. Die Frage ist, wieviel Zusatzkosten das verursacht und ob Du die Rohre vielleicht in Eigenleistung verlegst. Wie das genau geht bei schwimmender Bodenplatte hab ich keine Ahnung, da müssen andere mehr zu sagen.

Heizunghydraulik: Perfekt, Deine Planung.

Gefälle des Grundstücks ist kein Problem.

Deine Grabenpläne gefallen mir beide gut. Welche Laufrichtung Du wählst ist eigentlich egal, wegen der Mauer an der Ostseite ist dort die kalte Seite vielleicht ein klein wenig besser aufgehoben. Die Leistung ist sehr großzügig, ich hab den Graben mal auf 1,6 m gestutzt, dann passen einige Engstellen und der Verlauf entlang der Wasserrohre besser: Vorschlag 3.

Oder Du verlegst Wasser/Abwasser unter den Weg und die Einfahrt, dann bist Du noch freier in der Nutzung der Gartenfläche.

Zu Deinen Fragen:
- 1,6 m Grabentiefe ist in Ordnung und in Deiner kalten Region sinnvoll. Zumindest die obersten 35 cm des Grabens müssen dafür abgeböscht werden.
- Hängt von der Höhe der Stützwand ab, sorge einfach dafür, dass mindestens 1,6 m in jede Richtung zwischen Rohr und Luft liegt.
- Neigung ist kein Problem: Ist ja nur wenig und die Slinkies erlauben es eventuellen Luftblasen sozusagen Treppenstufen zu steigen. Wichtig sind nur Soleverteiler mit einzeln absperrbaren Solekreisen.
- Der Trenchplanner zeigt inzwischen nur noch eine Leistung an (dauernd die gleiche Frage...), nach der wird ausgelegt.
- Kurzer Slinkyabschnitt nördlich des Hauses ist sinnvoll, da passen mindestens 2 Slinkies pro Solekreis rein.
- Gerade Verlegung im Osten macht Sinn, wenn sichergestellt ist, dass zwischen den Solerohren und der Luft auf der anderen Seite der Mauer mindestens die 1,6 m liegen (naja, am kalten Ende lasse ich mich auf 1,4 m runterhandeln...)

Viele Grüße
crink
Verfasser:
denis_m
Zeit: 14.10.2016 11:47:17
0
2419237
Hi crink,

Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort.

Ich habe nach deinen Vorschlägen, dann gleich mal in Version 4 kaltes und warmes Ende getauscht. (um auf der schmalen Ostseite das kalte Ende zu haben)

Ich werde dann auf der Ostseite auf jeden Fall versuchen, die 1,6m hangabwärts vom gerade laufenden Sole Rohr Abstand in Richtung Luft einzuhalten.

Der Verlauf von Wasser/Abwasser wäre wirklich schlauer direkt unter dem Weg. Ist ebenfalls notiert und wenn es fest steht, dann passe ich den Grabenplan nochmal an.

Da nur das Garagendach in Richtung Süden ausgerichtet werden kann (Hausdach ist im Bebauungsplan festgelegt), bin ich mir noch nicht sicher ob die Grundfläche des Daches sinnvoll für die PV Anlage reicht.

Jetzt habe ich noch eine Frage zum Thema "Energieeffizientes Haus" + Wärmepumpe + Kaminofen.

Meine Frau und ich tun uns schwer sich das Temperatur Gefühl in einem sehr gut gedämmten Haus vorzustellen. Bisher lieben wir es auch einmal vor dem Kaminofen zu sitzen und das brennende Feuer zu genießen. (allerdings in einem eher schlecht gedämmten Haus mit Feldsteinmauern)
Nun sind wir uns nicht sicher, ob der Kaminofen eher kontraproduktiv im Zusammenspiel mit der Wärmepumpe + FBH Kombination ist? Einbinden in den Heizkreislauf würden wir den Ofen nicht, wir machen uns aber schon Gedanken ob die Hitze dann negative Auswirkungen auf die FBH hat. (z.B. Böden werden kühl, weil die Raumtemperatur durch den Ofen schon lange erreicht ist)

Ich hätte rein aus dem Bauch gesagt, dass es durch die FBH in Kombination mit der guten Dämmung schon so warm ist, dass man gar nicht auf die Idee kommt den Ofen anzuheizen. (auch wenn es nur aus Genuss Gründen der Fall wäre) Außerdem müsste ich dann nicht die Gebäudehülle mit dem Kamin durchbrechen und würde mir die Kaminkehrer Kosten sparen. Nun ist meine Frau noch nicht wirklich überzeugt.

Vielleicht könnt ihr uns hier ein paar Gedanken zu diesem Thema da lassen, die uns vielleicht in der Entscheidung ein wenig weiterhelfen.

Vielen Dank.

VG Denis
Verfasser:
crink
Zeit: 14.10.2016 12:41:03
0
2419265
Moin,

Version 4: Ja, das sieht richtig aus so, ich hatte vergessen, die Laufrichtung umzudrehen.

PV-Anlage: Die südlicher ausgerichtete Seite des Daches und das Garagendach komplett nutzen, dann könnte das passen. Kennst Du PVGIS? Damit kannst Du die PV-Leistung gut abschätzen. Im PV-Forum findest Du weitere Beratung zum Thema.

Ofen: Im gut gedämmten Neubau wird das Wohnzimmer sehr schnell zu warm, deshalb brauchst Du einen Ofen mit wenig Leistung und viel Speichermasse, sonst heizt Du zum offenen Fenster raus.
Zusammenspiel mit FBH und WP klappt gut wenn die Heizkreise des Ofen-Raums nicht per ERR geregelt sind und die Systemtemperatur der FBH möglichst niedrig ist -> strebe am besten 32 Grad oder weniger als nötige Vorlauftemperatur bei Norm-AT an.

Wenn Du dann den Ofen anmachst und das Wohnzimmer deutlich wärmer wird als der Rest des Hauses, dann sorgt der Selbstregeleffekt der FBH dafür, dass hier keine zusätzliche Wärme an das Wohnzimmer abgegeben wird, der Rest des Hauses aber trotzdem von der WP gewärmt wird. Im Extremfall wird die Wärme per FBH aus dem Wohnzimmer in die anderen Räume verlagert und die WP läuft automatisch weniger - das alles ohne irgendwelche regelungstechnischen Eingriffe. Hauptsache, die Heizwassertemperatur ist möglichst niedrig.

Im modernen Neubau spielen die Fensterflächen für die Behaglichkeit eine wesentliche Rolle. Die Wände sind sowieso gut genug gedämmt, Luftdichtigkeit sollte per Blower Door Test auch sichergestellt werden. Wenn Du nun direkt neben dem Wohnzimmersofa großzügige Fensterflächen planst und diese nur zweifach verglast sind, dann es trotz guter Dämmung unbehaglich sein. Also das Sofa etwas weiter weg von den Fenstern, diese nicht zu groß und mit sehr guten Dämmwerten - dann klappts auch mit der Behaglichkeit ohne Ofen.

Noch behaglicher wird es, wenn neben dem Fußboden noch weitere Flächen aktiviert werden, also Deckenheizung, Wandheizung, Betonkernaktivierung. Das senkt gleichzeitig die Heizwassertemperatur unter 30 Grad, was in Kombination mit WP einen sehr sparsamen Betrieb verspricht - informiere Dich in diese Richtung.

-> Gib das Geld für Ofen, Schornstein und Schorni lieber für bessere Fenster und bessere und mehr Flächenheizung aus.

Viele Grüße
crink
Verfasser:
Bernd 79
Zeit: 14.10.2016 12:52:39
0
2419267
Mal etwas zum so schlimmen Ofen:

Wir haben einen 9kW-3-Seiten-Kamin bei uns drin - und man geht trotz 5h heizen (wirklich heizen) nicht nackt durchs Wohnzimmer.

Natürlich wird es wärmer, natürlich ist es vor den Scheiben schon sehr heiss - aber eingegangen sind wir nicht.

Hatte mich auch erst überrascht, weil ich schon etwas Schiss hatte, wenn man die ganzen Warnungen in den Foren so liest.

Und das ist ein 2016er KfW70-Neubau...verzichten würde ich auf das Teil nie wieder, so schön ist es :).
Verfasser:
dyarne
Zeit: 14.10.2016 13:18:57
1
2419281
Zitat von crink Beitrag anzeigen
-> Gib das Geld für Ofen, Schornstein und Schorni lieber für bessere Fenster und bessere und mehr Flächenheizung aus...
kann das nur unterschreiben...

bei den meisten neubauten die ich verfolge steht der kamin dann nur mehr als (teures) möbelstück herum.

habe das bei uns in der sanierung (70-er jahre 2-familienhaus) gerade erlebt.
meine mutter in der eg wohnung hat jetzt nachdem ich die externe zuluft installiert habe (raumluftunabhängiges system) gemeint wir brauchen keinen ofen mehr einbauen.

holz liegt zwar noch im garten, es ist aber einfach nicht mehr ungemütlich mit den warmen flächen rundum (wände, fenster...) ohne strahlungsassymetrien...

ich würde eher zu einem tischofen mit bioethanol raten.
wenig aufwand, man spart sich den kamin, kann feuerschauen und die leistung paßt auch zum effizienten neubau ... ;-)

>>> tischofen <<<
Verfasser:
winni 2
Zeit: 14.10.2016 14:01:43
1
2419300
Südausrichtung der PV ist für maximalen Strom-Ertrag gut, aber
für maximalen Eigenstromverbrauch oder die Wirtschaftlichkeit nicht
unbedingt:
http://www.sma-sunny.com/3-tipps-wie-sich-ost-west-anlagen-rechnen/

Grüsse

winni
Verfasser:
KlausK
Zeit: 14.10.2016 14:16:58
2
2419307
Wir haben 2005 leider den Schornstein eingebaut, bis heute steht kein Ofen im Wohnzimmer! Es ist wirklich ein ganz anderes Wohlfühlklima als in einem Altbau. Freunde, die seit 3 Jahren in ihrem neuen Haus wohnen, haben den Ofen tatsächlich genau ein mal angehabt...
Grüße
Klaus
Verfasser:
denis_m
Zeit: 14.10.2016 15:10:53
0
2419324
Vielen Dank für Eure ganzen Links und Antworten. Ich muss mich erstmal durch alles durcharbeiten. :-) Es bestätigt sich aber für mich so langsam, dass wir nicht wirklich einen Kamin brauchen. (mal sehen was meine Frau dazu meint) Im Wohnzimmer werden wir natürlich auch 3fach Verglasung haben.

Kann mich jemand in die richtige Richtung zum Thema Betonkernaktivierung schubsen? (in unserem Fall wäre es ja eine Bodenplatten Aktivierung) Je mehr ich quer lese desto mehr halten sich Begeisterung und Skepsis darüber die Waage. Als Laie tue ich mir da schwer zu entscheiden ob ich es brauche. Wenn ich es richtig sehe wären es ja nur weitere Heizkreise im Beton der Bodenplatte und damit unterhalb der ebenfalls vorhandenen FBH im Estrich. Kostenmäßig dürften es ja nur die Rohre sein. Vielleicht habt ihr mir da noch ein paar heiße Links zum Thema. :-) (die vielleicht auch für den Laien gut zusammenfassen auf was man achten muss)

VG Denis
Verfasser:
Bernd 79
Zeit: 14.10.2016 19:33:03
0
2419425
Schreiben komischerweise immer die Leute, die gar keinen haben ;)

Unser Kamin brennt nun zum sechsten Mal in diesem Monat - ALLE Nachbarn haben in ihren Neubauten hier einen Ofen eingebaut. Und auch die laufen...

Also pauschalisieren würde ich da nicht und gerade in dee Übergangszeit ist ein Ofen toll.
Verfasser:
denis_m
Zeit: 14.10.2016 19:47:57
0
2419433
Ich möchte ihn für uns auch noch nicht ausschließen. Mir ging es hauptsächlich auch darum, wie er dann am besten in das System aus WP + FBH eingebunden wird. Dass dann ohne gezwungen zu sein ihn dauernd brennen zu haben und ohne die Funktion der WP+FBH zu torpedieren. Crink hat es ja oben sehr schön beschrieben.
Da wir mehr oder weniger kostenlos an Holz kommen, schließen wir es im Moment noch nicht kategorisch aus.
Verfasser:
winni 2
Zeit: 14.10.2016 19:54:14
1
2419437
Dann rechnen wir mal, Bernd:

Angenommen Dein 9 kW-Ofen brennt im Schnitt der 5 Stunden
mit 5 kW Leistung in den Raum und der ist 50 m2 gross.

also 25 kW in 5 Stunden
geteilt durch 50 m2
= 0,5 kWh/m2
geteilt durch 5 Stunden
= 100 Watt/Stunde/m2

Das ist eine Menge Holz für einen Neubau, zumal in der Übergangs-
zeit...
Aber vielleicht entsorgt Dein Ofen die meiste Leistung durch den
Schornstein?

Grüsse

winni
(Der mit seinem 7 kW Kaminofen im ersten OG auch im tiefsten
Winter Wohnzimmer/Küche/offener Flur zur Sauna machen kann.
Im einigermassen energetisch sanierten Haus von 1800irgendwas)
Verfasser:
denis_m
Zeit: 14.10.2016 19:57:39
0
2419439
Ich würde es für uns auch nicht rein rechnerisch angehen. Für uns wäre es mehr ein Genuss/Gemütlichkeits Gefühl, was wir durch den Ofen erzeugen. Ob sich das in irgendeiner Weise positiv auf die Heizkosten auswirkt würde ich eher ausschließen. (soll auch nicht das Ziel sein) Du merkst wir sind noch hin und her gerissen. Behaglichkeit ist halt schwer zu in Zahlen zu fassen.
Verfasser:
Hopfensack
Zeit: 14.10.2016 20:26:35
0
2419455
@Denis

Lass dich nicht von deiner Idee abbringen.

Wie du schon sagst, die Behaglichkeit die durch den Ofen entsteht ist nicht in Zahlen zu fassen.

Gerade von man von einem schönen Winterspaziergang kommt oder an einem schmuddliegen Herbsttag, den Ofen anheizt ist das einfach ein schönes Gefühl. Es ist halt Luxus in einem energetischen Haus.

Ich würde ihn aber komplett aus der Betrachtung der Heizungsanlage weglassen.
Verfasser:
Bernd 79
Zeit: 14.10.2016 20:31:05
0
2419457
Ich brauch da nicht rechnen - ich sehe ja, was ich da habe.

Und ja, ich habe keinen Speicherkamin - obwohl Betonsteine darum sind. Einen mit Schamottsteinen umrahmten Kamin würde ich auch nicht empfehlen.

Aber ein knisterndes Feuer, eine Wärmestrahlung, die einfach schön ist - da kannst Du noch so eine tolle Heizungsanlage haben ;).

Und: Männer müssen Feuer machen :D
Verfasser:
winni 2
Zeit: 14.10.2016 20:51:20
0
2419466
Ja, sicher ich bin auch ein kleiner Pyromane..:-)

Aber wenn, dann sollte man sich in einem Neubau leistungs-
mässig beim Ofen nach ganz unten orientieren.
Also möglichst unter 5 kW, obwohl die Auswahl da dünn
wird.

Grüsse

winni
Verfasser:
Bernd 79
Zeit: 14.10.2016 21:48:17
0
2419483
Hätten wir auch gerne gemacht, aber Du sagst es ja schon: Auswahl wird echt dünne - daher auch anfangs die Bedenken.

Aber ist ja alles gut gegangen - es hängt sogar die Raumaufschaltung neben dem Kamin, aber da kommt die warme Luft wohl irgendwie gar nicht hin :D
Verfasser:
denis_m
Zeit: 15.10.2016 17:17:25
0
2419709
Hallo zusammen,

Nachdem wir heute nochmal einige Häuser in einer Fertighaus Ausstellung gesehen haben und eigentlich alle per LWWP beheizt wurden, kam mir so die Frage welche Argumente den Ausschlag für euch gegen die LWWP hin zur SWWP gegeben haben und wie ihr heute bei einem Neubau entscheiden würdet.

VG Denis
Verfasser:
Hopfensack
Zeit: 15.10.2016 22:20:44
1
2419774
Abend Denis,

hier die Punkte die für meinen Fall gegen eine LWWP sprachen.

- höherer Invest für das Gerät, man bedenke auch, dass man bei Austausch wieder höherer Investkosten haben wird. Die Quelle bei der SWWP bleibt bestehen

- erhöhte laufende Kosten über das Jahr gesehen

- stärkere Beeinflussung von Temperaturdifferenzen, vorallem im Winter (Heizperiode)

- Wartung (Reinigung des Verdampfer), im Extremfall sind mit Effizienzeinbußen zu rechnen

- Lärmpegel, auch wenn sie schon leise sind, aber es kann zum Problem werden

- SWWP in Verbindung mit Flächenkollektor oder Ringgrabenkollektor Effizienter bei gleichem Invest


Wie bereits geschrieben, dass waren meine Entscheidungskriterien.


Ach ja und was mich am meisten nervt, ist dass fast jeder Heizi versucht dir das Ding einzureden. Ist ja auch klar, er verdient ja mehr dran ;-)
Verfasser:
crink
Zeit: 17.10.2016 14:25:28
1
2420438
Hi,

je nach Bedingungen kann eine LWP durchaus eine sinnvolle Alternative zur Sole-WP sein - bei mildem Klima, wenig Wärmebedarf und genügend Platz zum Nachbarn, damit evtl. Geräusche der LWP kein Nachbarschaftsproblem werden. Es gibt ja inzwischen sehr sinnvolle modulierende bezahlbare Luft-WP-Modelle, die auch bei niedrigen Außentemperaturen mit guter Arbeitszahl arbeiten (siehe Geisha).

Das oftmals pro LWP angeführte Argument der kostengünstigeren Realisierung fällt bei Sole-WP + Grabenkollektor + Eigenleistung + BAFA-Förderung weg.

Und die Verbrauchswerte speziell im Kernwinter sind natürlich ein starkes Argument pro Sole-WP - speziell bei steigenden Strompreisen oder variablen Tarifen, die zukünftig speziell bei hoher (Heiz-)last die Luft-WP-Betreiber bestrafen.

So lange der Platz vorhanden ist für den Grabenkollektor und der Garten zerstört werden kann würde ich immer eine Sole-WP wählen. Leider gibt es das nur sehr begrenzt aus einer Hand ohne Eigenleistung, bisher ist das das Hauptproblem. Wir arbeiten dran...

Viele Grüße
crink
Verfasser:
denis_m
Zeit: 17.10.2016 18:29:04
0
2420521
Vielen Dank für Eure beiden Meinungen. Interessant fand ich das die Verkäufer/Berater alle von der Schall Emission der LWWP nichts wissen wollten. ("ist mir noch gar nicht untergekommen", "ist heute kein Problem mehr")

Da wir uns hier im Bayerischen Wald befinden (ca. 700m) und ich nicht unbedingt von den mildesten Bedingungen ausgehen kann, wäre somit meine Tendenz immer noch bei der Grabenkollektor + SWWP Kombination.

Gibt es schon Erkentnisse darüber, wie LWWP im Vergleich zu SWWP im Bereich der Haltbarkeit abschneiden?

Und kann man sagen ab welcher Heizlast man über eine LWWP nachdenken sollte?
Verfasser:
Hopfensack
Zeit: 17.10.2016 19:41:12
0
2420553
Ich sag es mal so:

Wie Crink schon schreibt, es hängt ganz vom Bedarf ab. Bei einem zwei Personen Haushalt und einem sehr gut gedämmten Haus würde ich vielleicht auch zur LWWP greifen.

Bei deinem Profil würde ich dir aber zur SWWP raten. Die Quelle ist erstmal egal, natürlich ist der Flächenkollektor oder der Ringgrabenkollektor in Eigenregie die kostengünstigste Variante.

Und wir Crink schon angemerkt hat, die SWWP ist mit mindestens 4.000Euro Förderfähig. Selbst wenn die Geräte für SWWP oder LWWP gleich viel kosten, hast du bei der SWWP immer noch 4.000Euro die du für die Quelle ausgeben kannst. Das Material kostet dich vielleicht 1.000-1.500 und da bleiben immernoch 2.500-3.000 für einen fähigen Baggerfahrer. In den meisten Fällen kommt man aber mit der Hälfte aus.

Im Endeeffekt hast du im schlechtesten Fall (gleicher Invest) aber die bessere und beständigere Quelle erschlossen.

Von der Langlebigkeit würde ich ebenfalls auf die SWWP setzen. Du hast keinen Lüfter oder Verdampfer der kaputt gehen kann und die SWWP ist nicht solchen Temperaturschwankungen ausgesetzt.
Weniger Wartung/Reinigung ist ebenfalls ein Punkt.



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Rastelli schrieb: Hallo. Deine Spreizung, resp. Dein Vorlauf ist zu hoch. du brauchst mehr Volumenstrom. Erhöhe die Spannung von 8,5 auf...
Schwierig schrieb: Als erstes würde ich mal die Brennertaktsperre (HG09) auf Maximun (30 Minuten) setzen. Bei Dir vermutlich auf 7 Minuten (Werkseinstellung)....
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Grabenbauprojekt - EFH Neubau Bayerischer Wald - "Woidpumpe"
Verfasser:
Hopfensack
Zeit: 17.10.2016 19:41:12
0
2420553
Ich sag es mal so:

Wie Crink schon schreibt, es hängt ganz vom Bedarf ab. Bei einem zwei Personen Haushalt und einem sehr gut gedämmten Haus würde ich vielleicht auch zur LWWP greifen.

Bei deinem Profil würde ich dir aber zur SWWP raten. Die Quelle ist erstmal egal, natürlich ist der Flächenkollektor oder der Ringgrabenkollektor in Eigenregie die kostengünstigste Variante.

Und wir Crink schon angemerkt hat, die SWWP ist mit mindestens 4.000Euro Förderfähig. Selbst wenn die Geräte für SWWP oder LWWP gleich viel kosten, hast du bei der SWWP immer noch 4.000Euro die du für die Quelle ausgeben kannst. Das Material kostet dich vielleicht 1.000-1.500 und da bleiben immernoch 2.500-3.000 für einen fähigen Baggerfahrer. In den meisten Fällen kommt man aber mit der Hälfte aus.

Im Endeeffekt hast du im schlechtesten Fall (gleicher Invest) aber die bessere und beständigere Quelle erschlossen.

Von der Langlebigkeit würde ich ebenfalls auf die SWWP setzen. Du hast keinen Lüfter oder Verdampfer der kaputt gehen kann und die SWWP ist nicht solchen Temperaturschwankungen ausgesetzt.
Weniger Wartung/Reinigung ist ebenfalls ein Punkt.
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