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Grabenkollektorprojekt (EFH; Neubau; Mittelhessen; LDK)
Verfasser:
oimime
Zeit: 28.11.2016 12:47:46
0
2439837
Hallo Forumsgemeinde,
wir planen in Januar 2017 mit dem Projekt Hausbau zu starten.

Vor knapp zwei Monaten bin ich durch den Hausbau-Blog von Konstantin auf das Thema Grabenkollektor gestoßen und bin sehr angetan von. Entsprechend würde ich auch recht gerne einen Grabenkollektor nach Forumsart bei uns realisieren, brauche natürlich euch Unterstützung!

Grundstück:
Größe: 1014m²
Lage: Süd/West Hang, von Süd/West(unten) nach Nord/Osten(oben) haben wir einen Höhen Unterschied von ca. 1,90m. Im Osten grenzt das Grundstück an die Straße.
Bodenart: Bodengutachten folgt in den nächsten Wochen.

Objekt:
Grundfläche. 12m x 14m
Fläche: 228,32m² Haus in Massivbauweise ohne Keller
Zu beheizte Fläche: 208,21m²
Standort: Mittelhessen, Kreis LDK, nähe Wetzlar (PLZ: 35764) Norm-AT: -12° C
Personen: 2 Erwachsene, 2 Kinder
Lüftung: KWL mit WRG ist geplant

Heizung:
Fußbodenheizung im EG und OG
Raumtemperatur: ca. 22°C; 23.5°C (Bäder)
Heizlast: Heizlastberechnung folgt in den nächsten Wochen.
Hatte bisher mit Nibe(Angebot: F1155-12) sowie Watterkotte(Angebot: Ai1 Geo 5008.5) Kontakt, wobei die Heizlast auf ca. 10,5KW geschätzt wurde.

Welche Wärmepumpe wäre zu empfehlen, da bin ich zurzeit noch offen.

Passt mein Entwurf v1.0? -> http://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=z5W3MbcEXYri6jzXoMTT
Verfasser:
Werner Hübner
Zeit: 28.11.2016 18:23:40
0
2439983
Hallo!
Bin nicht sicher, ob ich das mit dem geplanten Graben richtig verstanden habe, aber normalerweise benötigt man zunächst die Heizlast und dann erst kann der Grabenkollektor vernünftig geplant werden.
Soll mit dem Grabenkollektor auch Warmwasser erzeugt werden, so kann man in erster Näherung die berechnete Auslegungsheizlast durch 20 dividieren (20 Watt Entzugsleistung pro qm thermisch erschlossene Fläche) und erhält dann die nötige Kollektorfläche.
Sparfüchse mögen auch wie folgt rechnen: Heizlast mal 0,75 geteilt durch 20, weil die 20 Watt sich auf die Entzugsleistung bezieht - und die beträgt typisch nur 75 - 80 % der Heizlast.
Die zugrunde liegende VDI 4640 wird seit Jahren "renoviert" und die neue Ausgabe hat aktuell leider immer noch Entwurfsstatus. Aber letztendlich hängt es entscheidend auch an der thermischen Leitfähigkeit des Bodens. Und diese Einschätzung erfolgt in der Praxis nicht selten nach "Bauchgefühl". Eine absolut "richtige" Wattzahl pro Quadratmeter gibt's ohnehin nicht. Letztendlich gibt es zu jeder angesetzten Wattzahl bei der Kollektorplanung auch eine sich darauf einstellende Jahresstromrechnung. Dabei gilt: Je geringer die angesetzte Entzugsleistung, desto kleiner ist am Ende auch die Stromrechnung.
Übrigens: Stark wurzelnde Bäume, Wasser- und Abwasserleitungen haben im Bereich eines Grabenkollektors nichts verloren.
Und: Sehr gute Wärmepumpen brauchen tendenziell mehr Kollektorfläche, weil die weniger Anteil am Gesamtwärmebedarf aus der Steckdose und mehr Anteil aus dem Kollektor holen.

Hoffe, damit geholfen zu haben.
Grüße aus Konstanz!
Verfasser:
oimime
Zeit: 29.11.2016 09:38:04
0
2440222
Hallo Werner,
erstmal vielen Dank für die Antwort und ich gehe dir recht, dass einige zentrale Angaben fehlen. Diese werden aber asap nachgereicht.

Da wir aber demnächst anfangen möchten (zumindest die Kollektoren zu verlegen), wollte ich schon den Thread erstellt haben ;)
Verfasser:
crink
Zeit: 29.11.2016 11:00:39
3
2440269
Hi oimime,

mit einem so schön großen Grundstück sollte die Realisierung eines Ringgrabenkollektors bei Dir kein Problem sein. Wobei die Jahreszeit natürlich nicht die richtige ist für große Buddeleien im Garten - wenig Tageslicht, evtl. gefrorener Boden und schlecht biegbare Rohre. Deshalb empfehle ich Dir, mit der Realisierung so lange wie möglich zu warten - in der Praxis bis 3 Tage vor der Vorbereitung der Bodenplatte. Denn der Bagger, der zuerst den Graben aushebt und wieder zuschüttet, kann direkt danach auch die Bodenplatte und die Hausanschlüsse realisieren, dann wirds ein wenig kostengünstiger.

Wenn der Kollektor wirklich im Kernwinter realisiert werden soll, dann sollte die Grabenbreite bei etwas mehr als dem durch den Ringbund vorgegebenen Rohrdurchmesser liegen -> 1,6 m sind hier perfekt (je nach Breite der Baggerschaufel auch gerne 1,7 m, zur Not 1,5 m). Den Aufwand solltest Du auf das Nötigste beschränken, das Tageslicht ist einfach zu kurz... Deshalb erstmal eine sinnvolle Heizlastabschätzung abwarten (bei -12 Norm-AT und KWL sind über 10 kW zu viel, das erreichst Du nur mit einem Glaspalast).

Dein erster Vorschlag passt in Bezug auf den Verlauf sehr gut - nur weniger tief bitte. Am besten 1,5 m Tiefe, dann ist der Abböschungsaufwand gering (nur die obersten 25 cm müssen dann abgeböscht werden) und die Arbeit im Graben ungefährlich. Deine eher milde Gegend kommt gut mit so einem flach liegenden Kollektor klar. Bitte erstmal 3 Solerohre mit je 300 m Länge einplanen - das ist die übliche Menge für eine WP mit 7 - 10 kW Heizleistung. Mit ein wenig Vereinfachung wird daraus Vorschlag 2 (mit der Annahme, dass die Heizlast nicht über 8,5 kW liegt).

Die Nibe 1155-12 würde in jedem Fall passen (es sei denn, die Heizlast liegt nachher unter 7 kW, dann würde die kleinere 1155-6 passen, die bis 7,5 kW Heizleistung hinbekommt). Die Ai1 Geo 5008.5 gibts in der BAFA-Liste zweimal, einmal als "Basic Line" mit 7,6 kW Heizleistung und einmal als "EcoTouch" mit 7,9 kW Heizleistung - beide wären für die bisherige, wahrscheinlich falsche Heizlastabschätzung zu klein.

Mit einer Empfehlung für eine bestimmte Sole-WP oder Marke halte ich mich zurück, da die meisten von den größeren Firmen angebotenen Modelle mit COP ab 4,8 empfehlenswert sind - je nach Ausstattung allerdings mit unterschiedlichem Preis. Ob nun Nibe/AI/Novelan, Waterkotte, Stiebel/tecalor, Vaillant, Viessmann oder Dimplex/Weishaupt solltest Du nach persönlichem ausführlichem Studium des jeweiligen Benutzerhandbuchs und des Angebots (speziell die Zahl unten rechts) entscheiden.

Viele Grüße
crink

Ps: Werner, es geht hier um den Ringgrabenkollektor. Dessen Auslegung geschieht nicht nach der VDI 4640, sondern nach den Berechnungen von Frank, ausführlichen Simulationsergebnissen und Praxiserfahrungen, die im oben verlinkten TrenchPlanner implementiert sind. Deine Daumenformeln sind da wenig hilfreich und verwirren eher. Weitere Infos zum Ringgrabenkollektor findest Du auf der Homepage und im Supportthread.
Verfasser:
oimime
Zeit: 29.11.2016 13:55:32
0
2440353
Hallo crink und danke für die schnelle Antwort sowie den Vorschlag!!!

In der Tat könnte die Jahreszeit ein wenig besser sein, aber hatten wir letztes Jahr zur Silvester knapp 16°C. Entsprechend hoffe ich, dass es dieses Jahr so ähnlich sein wird.

Die Realisierung des Ringgrabenkollektors plane ich mit einem Bekannten, der den Bagger (12t) bedienen wird und natürlich paar Helfern, anschließen möchten wir dann die Erdarbeiten (Mutterboden abtragen, Auffüllung, Verdichtung etc.) durchführen, für diese beide Aufgaben haben wir ca. bis Mitte Februar Zeit, dann wird der Rohbau gemacht.

Mittlerweile liegt auch die Baugrund- und Gründungsbeurteilung vor, es wurden zwei Rammkernsondierungen gemacht und das Ergebnis sieht folgendermaßen aus:

2. Baugrund
2.1 Schichtenfolge

Unter einer ca. 0,30 m starken Oberbodendeckschicht folgt eine Schluffschicht mit steinigen und feinsandigen Anteilen in steifer Konsistenz. Die steinigen Anteile wurden im Bereich zur Straße hin (nördlich) stärker angetroffen als hangabwärts.
Im Sinne der DIN 1054 waren keine tiefer reichenden Aufschlüsse erforderlich. Die Schlagzahlen zeigen ab rund 0,50 m unter Gelände eine mitteldichte und ab ca. 1,80 m Tiefe eine dichte bis sehr dichte Lagerung.

2.2 Wasserführung
Grund-/ bzw. Schichtwasser wurde zum Zeitpunkt der Bohrdurchführung nicht angetroffen.

2.3 Organoleptik
Bei dem untersuchten Bodenmaterial konnten keine veränderten Merkmale gegenüber normalem Boden festgestellt werden. Eine chemische Analyse des anstehenden Bodenmaterials war nicht Gegenstand dieser Begutachtung.

2.4 Frostempfindlichkeit
Das anstehende Schluffmaterial (UL-TL) ist als sehr frostempfindlich
einzustufen und somit der Frostempfindlichkeitsklasse F 3 zuzuordnen.


Ich kann die Bodenart (Schicht DIN 4022/4023 Schluff, steinig, feinsandig, steifkonsistent) schlecht einordnen (für den Rechner meine ich), wobei der Gutachter (nachgefragt) das eher als „Ton und Schluff ist richtig...“ einstufen würde.

Verfasser:
crink
Zeit: 30.11.2016 11:18:54
1
2440812
Hi,

nimm Lehm als Bodeneinstellung für den TrenchPlanner, das passt auf jeden Fall und bietet noch eine kleine Reserve in Deinem Fall. Allerdings musst Du mit den Steinen aufpassen, in Rohrnähe sollten keine Steine mit mehr als 2 cm Durchmesser im Boden vorhanden sein. Im Zweifelsfall brauchst Du einen von Steinen befreiten Grabenboden und ein Sieb für die Verfüllung der ersten Schicht auf den Rohren.

Bagger mit Fahrer im Bekanntenkreis ist natürlich perfekt. Baggerschaufel mit 1,4 - 1,6 m Breite vorhanden? Das wäre optimal.

Viele Grüße
crink
Verfasser:
Natha
Zeit: 14.12.2016 17:24:50
1
2448294
Hallo oimime

Hatte versucht Dich schonmal direkt anzuschreiben, aber irgendwas ging da anscheinend schief.
Bin aufjedenfall ein aufmerksamer Verfolger von Grabenkollektorprojekten. Komme aus deiner Nähe (20km), und wollte deswegen mal fragen wie Stand der Dinge ist mit deinem Kollektor? Hätte Interesse daran auch praktisch Erfahrung zu sammeln😉.

Gruß Nathanael
Verfasser:
oimime
Zeit: 20.12.2016 08:27:11
0
2450276
Guten Morgen,
aktuell beschäftige ich mich mit der BAFA Förderung bzw. den Antrag und komme irgendwie nicht weiter. Habe schon mehrfach versucht die BAFA-Hotline zu erreichen, ist aber ein hoffnungsloser Fall. Auch konnte ich bis jetzt hier im Forum leider nur wenige Infos finden.

Ein „Schwedenangebot“ Nibe F1255 3-12KW inkl. Wärmemengenzähler EMK 300 liegt vor, habe keinen offiziellen Heizungsbauer. (Wird ein Kumpel sein, der früher 20 Jahre als Heizi tätig war)

Auch der richtige Antrag: „Antrag auf Innovationsförderung für eine effiziente Wärmepumpe“ liegt ausgedruckt vor!

Fragen:
a. Brauche ich einen Heizungsbauer für den Antrag?
b. Brauche ich einen Heizungsbauer später um die JAZ nachzuweisen?
c. Ist der Antrag „Antrag auf Innovationsförderung für eine effiziente Wärmepumpe“ der richtige?
(Wenn c. richtig?!) Was wird bei dem Punkt 5 "Details zur Innovationsförderung (Art der Wärmepumpe)" angekreuzt.
(Wenn c. richtig?!) Was kommt bei Punkt 8 "Angaben zum Gebäude" als Baujahr rein unf ff.?


Kann mir jemand weiter helfen? Möchte gerne dieses Jahr noch den Antrag abschicken.
Danke mich im Voraus!
Verfasser:
oimime
Zeit: 20.12.2016 08:27:43
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2450277
@Nathanael: Habe dir eine Nachricht gesendet!
Verfasser:
crink
Zeit: 20.12.2016 09:24:19
0
2450301
Hi,

liegt das "Schwedenangebot" in Deutscher Sprache vor? Das ist notwendig für den Antrag.

a. Ja - und sei es nur für den Willi unterm Antrag
b. Ja - allerdings kannst Du das komplett vorbereiten mit dem JAZ-Rechner des BWP, der alle namhaften WP anbietet und gleich einen BAFA-Antrag ausspuckt. Als Eingabeparameter nimmst Du für einen Neubau eher pessimistische Werte wie "35"/"28", "Nibe", "F1255-12", "Erdreichkollektor", "0 Grad" und "30"% WW-Anteil, dann bekommst Du ein JAZ-Ergebnis mit weit über den notwendigen 4,5. Dieser BAFA-Antrag muss dann noch von Dir vollständig ausgefüllt werden und von dem a.-Heizi unterschrieben werden.
c. siehe b. und dann noch den JAZ-Report, der auch vom JAZ-Rechner erzeugt wird, beiliegen.

Punkt 8/9: Baujahr 2017, keine vorherige Heizung, den Rest sinnvoll ausfüllen.

Evtl. kannst Du noch den Lastmanagementbonus beantragen: Die WP ist Smart-Grid-Ready und enthält mit dem eingebauten WW-Speicher mehr als 30 l "Puffer" pro kW Heizleistung bei 5,01 kW Nennleistung laut BAFA-Liste. Details dazu kann ich Dir allerdings nicht nennen, da muss dann die BAFA-Hotline mitspielen...

Viele Grüße
crink
Verfasser:
oimime
Zeit: 20.12.2016 11:46:47
0
2450364
@crink Vielen Dank für deine Hilfe ;)
Verfasser:
oimime
Zeit: 21.12.2016 07:44:30
0
2450782
Wer befüllt eigentlich den Grabenkollektor mit der Sole?
Macht das der Heizungsbauer oder kann man das auch selbst machen? Und welche Sole brauche ich bei der Nibe F1255?
Verfasser:
oimime
Zeit: 22.12.2016 10:38:22
0
2451303
Zitat von oimime Beitrag anzeigen
Wer befüllt eigentlich den Grabenkollektor mit der Sole?
Macht das der Heizungsbauer oder kann man das auch selbst machen? Und welche Sole brauche ich bei der Nibe F1255?


...damit wollte ich erfragen ob das der "NIBE"-Servicetechniker bei der IBN macht oder der Heizungsmonteur beim Anschließen der WP?
Verfasser:
oimime
Zeit: 28.12.2016 08:05:33
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2453330
Hallo @All,
ich möchte über einen Teil des Grabenkollektors ein Versickerungsrohr verlegen (siehe Bild), vorausgesetzt das bring was ;)

Variante 3 mit Versickerungsrohr

Wie meinerseits im ersten Beitrag schon erwähnt, haben wir bei uns auf dem Grundstück einen Höhen Unterschied von ca. 2 Meter, entsprechend möchte ich später aufschütten. (Im unteren Bereich auf dem Bild)

Konnte ich hier im Forum lesen, dass eine Aufschüttung bzw. höhere Tiefe des Grabenkollektors sich zwar positiv in der kalten aber negativ in der warmen Jahreszeit auf die JAZ (zumindest auf Warmwasser) auswirkt. Entsprechend wuchs der Gedanke dem entgegen zu wirken und so kam ich auf das Versickerungsrohr über den Grabenkollektor.

Unserseits ist eine Zisterne (6m³ ~ 8m³) eingeplant. Gehe davon aus, dass diese ab und an volllaufen wird und anstatt direkt in den Kanal abzuleiten, soll das Regenwasser dann lieber über den Grabenkollektor versichern. Wobei ich das eine Ende an den Überlauf der Zisterne und das andere an die Kanalisation anbinden möchte (siehe Bild).



Meine Frage ist, ob das überhaupt sinnvoll ist? Rechne mit ca. 1000,- Euro kosten für meine Lösung bzw. Versickerungsanlage.
Verfasser:
oimime
Zeit: 10.01.2017 14:58:04
0
2461100
So... das gesamte Projekt hat sich um zwei Monate nach hinten verschoben.

Der Stand aktuell:
1. BAFA Förderung mit dem "Schweden Angebot" eingereicht, Eingangsbestätigung erhalten.
2. Angebote bzgl. der RC Rohr eingeholt, auch einige Lokale. Da man aber immer die Versandkosten mit tragen muss, kommt das "beste" Angebot von http://santherr-geothermietechnik.com.

Bzgl. Versickerungsrohrs bin ich mir noch unschlüssig, werde dann spontan entscheiden.
Verfasser:
crink
Zeit: 16.01.2017 10:38:58
1
2464224
Hi,

Befüllung: Das kann der Sole-WP-erfahrene Heizi, das kannst Du aber auch selber machen. Wenn Du Dich selbst um Hauseinführung und Montage der Soleverteiler kümmerst, dann besorg Dir eine selbstansaugende Gartenpumpe, die mit kurzem Gartenschlauchstück mit dem Soleverteiler bzw. mit der Befüllmöglichkeit des Solekreises verbindest. Die Pumpe in eine Wanne, da ordentlich Wasser rein und das nacheinander in die Solekreise drücken bis es am anderen Ende wieder rauskommt. Nun andere Seite dicht machen und Drucktest durchführen (Druck aufbauen, absperren, 3 Std warten, Druck ablesen, 24 Std warten, nochmal Druck ablesen. Wenn gleich, dann ok). Danach Solekonzentrat in die Wanne und in die Rohre drücken - fertig.

Da die Befüllung am besten inkl. Drucktest (falls der nicht schon vorher stattgefunden hat) einige Zeit dauert muss das unbedingt vor der Inbetriebnahme erledigt werden.

Solekonzentrat: Entweder Ethylenglykol oder Bio-Ethanol. Andere sind unüblich. Je nach WP-Hersteller sind nur bestimmte für die Garantie zugelassen. Gibt einen Thread zum Thema.

Regenwasserversickerung über dem Kollektor: Kaltes Ende ja, warmes Ende nein. Dein Boden hat sowieso eine gute Wärmespeicherfähigkeit, deshalb würde ich das hier komplett weglassen, da die Mehrkosten von 1000 EUR sich niemals lohnen. Ansonsten einfach kaltes und warmes Ende des Kollektors tauschen.

Kollektortiefe: Nach Aufschüttung zwischen 1,5 und 2 m ist super. Tiefer als 2 m kann minimalen Mehrverbrauch bedeuten wenn Du sehr viel WW brauchst - ist nicht der Rede wert.

Viele Grüße
crink
Verfasser:
oimime
Zeit: 17.01.2017 10:44:15
0
2464753
Hallo crink,
vielen dank für die hilfreiche Antwort!!!
Verfasser:
oimime
Zeit: 14.02.2017 12:04:36
0
2478079
Hallo Forumsgemeinde,
erstmal wollte ich mich für die bisherigen Tipps und Antworten bedanken!

Leider wurde unser Bauvorhaben nicht Genehmigt, was wir aber schon im Vorfeld befürchtet hatten. Entsprechend haben wir uns von Anfang über eine Alternative Gedanken gemacht und parallel erarbeitet. Von unserer Alternative „ein Bungalow“ sind mir momentan noch mehr angetan und sind sogar froh, dass es so gekommen ist. Entsprechend möchte ich diesen Thread aktualisieren.

Zusammengefasst:
Grundfläche: 13m x 18m
Fläche: 181m² Haus in Massivbauweise ohne Keller
Zu beheizte Fläche: 177m²
Standort: Mittelhessen, Kreis LDK, nähe Wetzlar (PLZ: 35764) Norm-AT: -12° C
Personen: 2 Erwachsene, 2 Kinder
Lüftung: KWL mit WRG ist geplant
Heizlast ist noch nicht erstellt.

Grabenkollektor Bungalow Version 1

1. Ich werde 3 Solekreise verlegen und muss zugeben, dass mir die Berechnung der Rohrverteilung nicht 100%ig schlüssig ist. Habe bis jetzt leider keine Dokumentation zu finden können, habe ich die Doku übersehen? Kann mir ggf. einer dem Link zu senden?

2. Wie viel Meter Roh soll ich an beiden Enden als Übergang ins Haus kalkulieren, die WP würde an der Außenwand stehen?

3. Die kalte Seite wird vom Haus weg verlegt, sodass die warme Seite unterhalb der Garage und der Einfahrt verlaufen wird, entsprechend möchte ich diesen Teil mit einem Kabuflex-Rohr dämmen. Welches Kabuflex-Rohr ist zu empfehlen? Reicht dieses hier aus: Kabuflex-R DN 50, Bl. 50m
Verfasser:
crink
Zeit: 14.02.2017 12:24:57
0
2478091
Hi,

1. Drei Solekreise sind eine gute Planungsgrundlage. Rohrberechnung und -verteilung ist hier beschrieben.

2. Je nach Dicke der Wand, Höhe der WP im Vergleich zum Verlegetiefe im Garten usw. durchaus unterschiedlich - einfach 3 m an jedem Ende übrig lassen und zur Not abschneiden, wenn es zu viel war. Oder genau nachrechnen.

3. Warme Seite schön tief unterhalb der Garage verlegen, 2 m wäre optimal. Und dann ein Rohr mit mindestens 10 cm Innendurchmesser, damit die drei Rohre durchpassen. Schau Dir auch KG-Rohr an.

Ist der Boden sicher Ton&Schluff? Beim letzten Vorschlag war es noch sandiger Lehm? Mit Ton&Schluff könntest Du den Grabenverlauf noch vereinfachen.

Viele Grüße
crink
Verfasser:
oimime
Zeit: 14.02.2017 15:11:26
0
2478164
Hi crink,
vielen Dank für die schnelle Antwort!!!

Zu1: Danke, werde es mir durchlesen.

Zu 2: Die Dicke der Wand beträgt 36,5 cm. Wollte es so planen, dass die Rohrenden ca.0,5~0,75 Meter von der Wand aus der Erde rauskommen und mir noch ca. 1,80m zur Verfügung steht. Meine Frage ist, wie plane ich das bzgl. der Slinkysberechnung bzw. Rohrverteilung ein? Oder muss ich einfach auf den letzten Meter das Ganze abschätzen?

Zu 3: Wollte in der Tat unter der Garage und der Einfahrt das Ganze min. 2m tief vergraben und dämmen. In der Einleitung bei dem Beispiel wird als Dämmung das Kabuflex-Rohr verwendet/erwähnt, entsprechend auch meine Frage. Soll ich stattdessen ein DN 100 KG-Rohr oder ein Kabuflex-Rohr verwenden?

Bzgl. dem Boden hat sich nichts verändert ;)

Unter einer ca. 0,30 m starken Oberbodendeckschicht folgt eine Schluffschicht mit steinigen und feinsandigen Anteilen in steifer Konsistenz. Die steinigen Anteile wurden im Bereich zur Straße hin (nördlich) stärker angetroffen als hangabwärts.
Im Sinne der DIN 1054 waren keine tiefer reichenden Aufschlüsse erforderlich. Die Schlagzahlen zeigen ab rund 0,50 m unter Gelände eine mitteldichte und ab ca. 1,80 m Tiefe eine dichte bis sehr dichte Lagerung.


Der Gutachter (nachgefragt) hat das eher als „Ton und Schluff ist richtig...“ eingestuft. Entsprechend würde ich gerne erfragen, was du mit "Ton&Schluff könntest Du den Grabenverlauf noch vereinfachen." meinst bzw. würde über eine Optimierung freuen.
Verfasser:
oimime
Zeit: 15.02.2017 11:35:01
0
2478484
Habe momentan noch eine offene Frage bzgl. des Abstands:

In der Anleitung/Planung steht "Unterhalb von Terrasse, Einfahrt und Wegen sowie weniger als 2 m nah am Haus sollten die Rohre gerade statt in Schlaufen verlegt werden"

Bin teilweise <2 Meter Anstand (Siehe Bild) muss ich in diesem Bereich die Rohre gerade statt in Schlaufen verlegen oder kann ich den gepflasterter Weg dämmen oder irgendwie schützen?

Verfasser:
crink
Zeit: 15.02.2017 12:02:54
0
2478495
Moin,

2. Innerhalb der thermischen Hülle sollten die Leitungen so kurz wie möglich sein, also Soleverteiler möglichst nah an die Hauseinführung - dann musst Du nicht so viel Rohr dämmen. Du kannst das im Grabenmaltool in der Rohrverteilung berücksichtigen, indem Du die Soleverteiler an ihren wirklichen Platz packst und dann noch ca 1,5 m weiter ins Garageninnere ziehst, damit hast Du dann den Höhenunterschied simuliert.

In der Rohrtabelle erscheinen dann die Teilstücke "Kalt-A" und "L-Warm", die Dir den Abstand angeben, der vom Graben bis zum Soleverteiler überwunden wird. In der rechten Spalte erkennst Du, dass sowieso nicht das komplette Rohr verplant wurde, im letzten Vorschlag sind noch 1,23 m am Ende übrig. In der Praxis wirst Du feststellen, dass das dann doch noch anders ausfallen wird, je nachdem, ob der Graben eher 1,47 oder 1,53 breit geworden ist. Erdarbeiten sind halt keine ganz exakte Wissenschaft...

3. Aufgrund der erwarteten Soleeingangstemperatur kannst Du das Isolierrohr unterhalb der Garage auch komplett weglassen - wenn die Solerohre wirklich in 2 m Tiefe liegen. Denn dort ist außerhalb der Solerohre auch bei wider Erwarten schlechterer Bodenqualität kein Eisansatz in Sicht.

Boden: Schluff mit feinsandigen Anteilen ist irgendwo zwischen Ton/Schluff und sandigem Lehm angesiedelt, je nach Größe der Anteile. Wenn der Gutachter Ton/Schluff richtig findet - wunderbar. Sind sowieso noch Reserven.

Abstand zur Wegen: Am warmen Ende bei Dir völlig unproblematisch, siehe die Bemerkung oben zu den Rohren unterhalb der Garage.

Alternativvorschlag mit weniger Buddelaufwand: Bungalow Version 2.

Viele Grüße
crink
Verfasser:
oimime
Zeit: 15.02.2017 12:22:10
0
2478504
Hallo crink,
und wieder vielen Dank für deine Antwort!!!

Habe noch ein Verständnisproblem mit der Rohrverteilung. Habe zwar den oben angegebenen Link durchgelesen und kann das Meiste nachvollziehen, habe aber dennoch Lücken. Das was ich nicht verstehe, habe ich gelb markiert (Siehe Bild). Könntest du mir das evtl. noch kurz erläutern?

Verfasser:
oimime
Zeit: 17.02.2017 08:37:54
0
2479181
Wollte mich nochmal nach der Frage bzgl. der Rohrverteilung erkundigen. Könne mir das jemand kurz erläutern?

Weil ich unter anderen schon die Rohre bestellt habe. Kurze Info zu den Rohren, diese habe ich bei Bau- und Sanitärhandels-GmbH in 35236 Breidenbach bestellt. Geliefert werden Frank Erdwärmesondenrohr PE 100-RC 32x3mm SDR11 (Ringe a 300Meter) inkl. Werksversandkosten und 3% Skonto für 929,21 Euro.
Verfasser:
crink
Zeit: 17.02.2017 11:37:43
0
2479244
Hi,

Rohre und Preis klingen sinnvoll. Zu der Rohrverteilungstabelle:
- Die erste gelb von Dir markierte 4,4 ist die Länge des Grabenteilstücks in Metern.
- Zweiter gelber Wert (1) ist die Anzahl der Slinkies pro Solerohr in diesem Teilstück.
- Dritter Wert (1,5) ist der Abstand des Slinky-Anfangs von Rohr 1 zum Slinky-Anfang von Rohr 2 in Metern. Oder Abstand der Slinky-Mitten. Von Rohr 2 zu Rohr 3 dann noch mal der gleiche Wert.
- Vierter Wert (4) ist die Anzahl der Rohrmeter pro m² Grabenboden. Am kalten Ende geringer (hier ist die Differenz von Soletemperatur zur Bodentemperatur größer) und zum warmen Ende hin dann steigend (damit dem Erdreich die Wärme gleichmäßig entzogen wird).

Viele Grüße
crink



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Grabenkollektorprojekt (EFH; Neubau; Mittelhessen; LDK)
Verfasser:
crink
Zeit: 17.02.2017 11:37:43
0
2479244
Hi,

Rohre und Preis klingen sinnvoll. Zu der Rohrverteilungstabelle:
- Die erste gelb von Dir markierte 4,4 ist die Länge des Grabenteilstücks in Metern.
- Zweiter gelber Wert (1) ist die Anzahl der Slinkies pro Solerohr in diesem Teilstück.
- Dritter Wert (1,5) ist der Abstand des Slinky-Anfangs von Rohr 1 zum Slinky-Anfang von Rohr 2 in Metern. Oder Abstand der Slinky-Mitten. Von Rohr 2 zu Rohr 3 dann noch mal der gleiche Wert.
- Vierter Wert (4) ist die Anzahl der Rohrmeter pro m² Grabenboden. Am kalten Ende geringer (hier ist die Differenz von Soletemperatur zur Bodentemperatur größer) und zum warmen Ende hin dann steigend (damit dem Erdreich die Wärme gleichmäßig entzogen wird).

Viele Grüße
crink
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