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FBH in Sanierobjekt EFH - nass oder trocken?
Verfasser:
amethrux
Zeit: 20.04.2017 14:49:48
0
2501398
Hallo zusammen,

wir haben mit der Sanierung unseres EFH BJ 1976 begonnen.
Geplant sind sowohl Dämmmaßnahmen (neue Fenster, Kellerdecke, oberste Geschossdecke, WDVS evtl. wenn noch im Budget) als auch ein neues Heizsystem.
Vorzugsweise natürlich eine WP mit Erdkollektor, aber das ist noch offen.

Im EG möchten wir die HK durch eine FBH ersetzen. Es geht um 96 qm Wohnfl.
Aktuell liegen auf der 20cm Betondecke 3 cm EPS+5cm Zementestrich.

Nun meine Frage:

Empfiehlt sich eher ein Nass-System - sprich alten Estrich raus, 2 cm PUR-Dämmung, Noppenmatte mit 16er Verbundrohr und Zementestrich (oder Fließestrich??) rein

oder ein Trockensystem wie zb Lithotherm?

Beschränkt es sich letztendlich auf die Frage ob der Estrich als Speicher genutzt werden soll oder nicht - bzw. wie schnell die FHB reagieren soll?

Danke im Voraus für eure Anregungen.

Gruß Micha
Verfasser:
horsti07721
Zeit: 21.04.2017 17:11:50
1
2501773
Hallo Micha,

du hast es ja schon gesagt, der Wesentliche Unterschied von trocken oder nass, ist die Aufheizzeit, zu mindesten bei dem von dir genannten System.

Die Vorteile bei trocken, z.B. sind verkürzte Bauzeit, keine Nässe im Haus, was bei Umbauten eine Rolle spielen kann, ob die schnelle Aufheizzeit ein Vorteil ist, kann man so oder so sehen, denn was schnell aufheizt kühlt auch schnell wieder aus. Was dann irgendwann wieder aufgeheizt werden muss. Ein großer Vorteil ist das die meisten Trocken FBH selber verlegt werden können.

Was bei FBH mit z.B. Fließestrich sehr schwierig ist und der Estrich von Fachfirmen gemacht werden sollte!

Ein großer Nachteil bei Trockensystem ist auch die kleineren Rohrdurchmesser bei deinem Beispiel 14 x 2 mm, das gute bei dem es ist wenigsten Verbundrohr!

Vorteile beim Nasssystem, das hohe Speichervolumen, bei Nassestrich ist man, was den Verlegeabstand ( VA ) betrifft, flexibler. Man könnte auch 5cm VA realisieren. Bei Trockenestrich FBH ist man auf das Verlegeraster der Platten angewiesen (meist 12,5cm und 25cm), den Grundsätzlich gilt, je geringer der VA, desto niedriger kann ich die Vorlauftemperatur wählen.
Ein Nassestrich umschließt das Rohr fast vollständig und verbessert somit die Wärmeübertragung.

Hier ein Rechenbeispiel (gem. Datenblatt eines Trockenbausystems).

Mittl. Heiztemperatur 30°C, VA12,5cm, Spreizung 5K, Oberbelag Fliesen Raumtemperatur 24°C (Bad), Wärmeleitbleche. Das ergibt 22,9W/qm und eine Oberflächentemperatur von 26,4°C. dto. mit Fliesestrich 37,7W/qm und Oberflächentemperatur 27,7°C

Ein Takkersystem 16 x2 mm Verbundrohr mit Fließestrich erreicht unter diesen Bedingungen 40W/qm.

Ich würde in deinem Fall ein Nasssystem vorziehen.

Gruß Horst
Verfasser:
Motzi1968
Zeit: 21.04.2017 19:48:38
0
2501813
Ergänzend, weil es hier passt und ich den gerade geschrieben habe:
http://www.haustechnikdialog.de/Forum/p/2501809

Du kannst auch raumweise Trocken/Nass FBH und Trocken/Nass WH kombinieren, das eröffnet oft ungeahnte neue Möglichkeiten im Bestand.
Die Leistungsabgabe der Flächenheizungen sollte aber schon in etwa zu den entsprechenden Räumen und deren Nutzung/Wunschtemperaturen liegen.

Grundsätzlich gilt:
Mehr erschlossene Fläche ist wertvoller als ein geringerer Verlegeabstand.

Und:
Ein Badezimmer kann nie genug Rohr und erschlosssene Flächen haben (jahrelange Forumserfahrung). ;-)


Grüße
Motzi1968
Verfasser:
Motzi1968
Zeit: 21.04.2017 19:56:39
0
2501815
Zitat von horsti07721 Beitrag anzeigen
Ein großer Nachteil bei Trockensystem ist auch die kleineren Rohrdurchmesser bei deinem Beispiel 14 x 2 mm, das gute bei dem es ist wenigsten Verbundrohr!


16er MSVR passt auch in die 14er Klemmschinen und Wärmeleitbleche.
Habe ich damals "falsch" zusammengestellt, fiel mir beim Verlegen der WH aber erst bei den letzten m² auf... :-))


Grüße
Motzi1968
Verfasser:
amethrux
Zeit: 22.04.2017 21:16:13
0
2502082
Danke für eure Antworten.
Den Wärmeübergang hatte ich nicht mitbedacht... Für mich aber nun ein Top-Argument für das Nasssystem. Jedes Grad VL weniger kommt der WP zu Gute und die sechs Wochen Trocknungszeit spielen für uns eine eher untergeordnete Rolle.

Den Estrich wird natürlich ein Profi machen, das Verlegen der Dämmung und der Rohre möchte ich selbst machen. Mir schwebt vor: auf der gesamten Grundfläche VA 10 (oder 5 ??) und im 5 qm Bad zusätzlich WH ebenfalls mit 10er VA. Anschluss und Befüllung dann wieder durch einen Fachmann (wenn es denn einer macht...)

Ist ein bestimmtes System empfehlenswert? Würdet Ihre unter den künftigen Küchenzeilen ebenfalls verlegen?


Gruß Micha
Verfasser:
Whistler81
Zeit: 12.05.2017 22:24:13
0
2508577
Habe bei mir gerad einen ähnlichen Fall (Baujahr 1975, FBH im EG gewünscht, Gebäude nicht unterkellert).

Wir haben uns für das Roth Quick Energy System entschieden. MIt Estrich hat dies 60mm Aufbauhöhe (wir werden 65 haben, da wir den Estrich eher etwas dicker lassen) und darin sind schon 25mm Dämmung integriert. Da der Estrich vorraussichtlich erst Freitag reinkommt kann ich leider nocht nichts zur Funktion sagen.
Bei uns ist aber nach dem Entfernen des alten Estrichs aufgefallen, dass der Boden doch sehr uneben war (+/- 2-3cm). Dies sollte auf jeden Fall berücksichtigt werden, bei uns wurde dann der Beton abgeschliffen um eine vernünftige Höhe zu erhalten.



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vielleicht_hilfts schrieb: Bei mir 1 Jahr alter Geberit Duofix Kasten mit UP320 lief ab und zu nach. Nach dem auseinanderbauen konnte ich feststellen, dass alle Komponente in Ordnung waren. Die Ursache für das Nachlaufen bei mir...
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