Alle
Foren
Heiztechnik für Neubau
Verfasser:
Lipperhandwerker
Zeit: 13.09.2017 21:48:07
0
2546253
Hallo zusammen.Da wir ein neues Haus bauen beschäftigt mich das Thema Heizung immer wieder.Ich bin mir immer noch nicht sicher welche Technik zum Einsatz kommen soll. Kurze Angaben zum Haus:175qm Wfl. Standort NRWEnergiebedarf laut ENEV NachweisEndenergiebedarf 18,03 kWh/qmaPrimärenergiebedarf 32,46 kWh/qmaAusschließen tun wir Wärmepumpe da wir mit unserer jetzigen Luftwärmepumpe unzufrieden sind. Was rein soll ist ein Wasserführender Kaminofen.Eigentlich war auch schon festgelegt das dazu eine Gasbrenntwert Heizung rein soll damit es halt auch wirklich immer warm ist, auch wenn man mal den Ofen nicht anmacht oder im Urlaub ist. Heute habe ich mich mal wieder intensiver mit dem Thema beschäftigt und mir folgende Frage gestellt, ob die folgende Zusammenstellung eine gute und mögliche Alternative ist. Statt dem Wasserführenden Kaminofen kommt ein Wasserführender Pelletofen ins Wohnzimmer der ja automatisch angeht und alle 1-2 Tage befüllt werden muss. Auf die Gasheizung wird dann kpl. Verzichtet. Für die Urlaubszeit lässt man die Grundversorgung damit es nicht auskühlt durch einen Heizstab erledigen.Wenn ich mir die Gasheizung zzgl. Gasanschluss kpl. spare könnte ich mir auch gut eine Photovoltaikanlage vorstellen die dann ja auch wieder ausreichend Strom für den Heizstab im Sommer für Warmwasser liefern würde wenn der Ofen nicht an ist.Ist die Idee vernünftig???Sind Pelletöfen zuverlässig genug für den Alltag?Ich freue mich auf eure Antworten, Ideen, Anregungen und alle anderen Komentare. Gruß Markus
Verfasser:
Fritzli
Zeit: 13.09.2017 22:52:26
2
2546265
Suche hier nach "Geisha", damit heizen hier einige ihr Haus. Einen Neubau bekommt man problemlos mit einer LWWP warm. Das wäre die günstigeste Lösung.

Besser und etwas teurer der Ringgrabenkollektor/Slinky mit SWWP. Findest du auch mit der Suche.

Gas kann man machen, ist aber im Neubau nicht besonders sinnvoll wegen Installationen und Fixkosten und auch vom Konzept her überholt.

Die ganze Biomasse-Geschichte würde ich eher für die Gemütlichkeit machen. Wenn als Ganzhausheizung dann eher als Kessel im Keller. Gas brauchst du dann nicht. Ist halt das Thema Bedienung/Unterhalt bei Abwesenheit. Bivalenz, d. h. Zwei versch. Systeme macht es komplexer und teurer.

Meine erste Wahl: SWWP mit Slinky, richtig dimensionierter Grundofen/Kachelofen ohne Wasser für die Gemütlichkeit.

Grundsätzlich: Besser dämmen als heizen.
Verfasser:
FranksBude
Zeit: 13.09.2017 23:03:22
2
2546269
Zitat von Lipperhandwerker Beitrag anzeigen
[...]Ausschließen tun wir Wärmepumpe da wir mit unserer jetzigen Luftwärmepumpe unzufrieden sind.[...]

Der rostige Polo aus den 90ern läuft schlecht, daher kaufe ich kein Auto mehr?

Ansonsten volle Zustimmung für Fritzli - außer beim Ofen...da hat mMn auch der kleinste zu viel Leistung für einen Neubau. Dann lieber einmal im Jahr beim Zelten ein Lagerfeuer, um auch mal zu zündeln. :)

Nimm den Grabenkollektor mit SWP und lass die FBH auf WP anpassen - mit Kontrolle und Tipps aus dem Forum.

Gruß
Frank
Verfasser:
gnika7
Zeit: 13.09.2017 23:26:51
0
2546272
Hi,

Zitat von FranksBude Beitrag anzeigen
Zitat von Lipperhandwerker Beitrag anzeigen
[...]

Ansonsten volle Zustimmung für Fritzli - außer beim Ofen...da hat mMn auch der kleinste zu viel Leistung für einen Neubau.[...]


So pauschal würde ich das nicht sagen. Wenn man einen ofenen Grundriss hat und einen Grundofen nimmt kann man das schon machen. So ein Grundofen hat ein Leistung von 2kW nach anfeuern und das relativ konstant über 12h. Damit sollte man bei Neubau mit offenem Grundriss ganz gut hinkommen.

Bei einem wasserführendem Ofen können (so weit ich mich erinner) 70% ins Wasser geleitet werden. Bei einem 10kW Ofen hätte man für den Raum 3kW, was bei einem ofenem Grundriss ebenso ok wäre.

Grüße
Niko
Verfasser:
Nicole4711
Zeit: 13.09.2017 23:57:35
2
2546277
Was war / ist denn das Problem der alten LWP? Und wie alt ist sie? Man sollte nicht unterschätzen, dass sich im Bereich WP grundsätzlich viel getan hat in den letzten Jahren.

Wichtig ist vor allem eine vernünftige Auslegung der FBH. Kommt auch einer Gasbüchse zu Gute (wenn man n Faible für antike Ausrüstung hat ;-) )
Verfasser:
Solarzelle
Zeit: 14.09.2017 07:22:16
1
2546293
Zitat von Fritzli Beitrag anzeigen
Suche hier nach "Geisha", damit heizen hier einige ihr Haus. Einen Neubau bekommt man problemlos mit einer LWWP warm. Das wäre die günstigeste Lösung.

Besser und etwas teurer der Ringgrabenkollektor/Slinky mit SWWP. Findest du auch mit der Suche.

Gas kann man machen, ist[...]



Dem kann man eigentlich nichts mehr hinzufügen.

Bei dem geringen Energiebedarf dürfte in Sachen Anschaffungskosten eine kleine Luft-Wärmepumpe wirtschaftlicher sein.

Der Grundofen ist die beste Alternative für einen Neubau mit geringem Wärmebedarf.
So etwas kann man vom Fachbetrieb genau ausrechnen und bauen lassen.

Das geht dann aber locker bei 8000€ los.

Je nachdem wo in NRW, kann ich diese Ofenbauer nur sehr sehr empfehlen:

Kaminecke LIBO


Die verkaufen auch Kaminöfen, aber deren Hauptgeschäft ist echte Öfen bauen.
Verfasser:
lowenergy
Zeit: 14.09.2017 08:11:07
0
2546315
Zitat von Lipperhandwerker Beitrag anzeigen
... Da wir ein neues Haus bauen beschäftigt mich das Thema Heizung immer wieder.
Ich bin mir immer noch nicht sicher welche Technik zum Einsatz kommen soll ...
Bei zukunftsorientiertem Neubau bitte die Heiztechnik nicht separat betrachten!
Grundsätzlich sollte das neue Haus nicht nur auf dem Papier energetisch gut dastehen!

Perfekt ist eine entsprechend von unten gedämmte Gründung, in die im Idealfall die nötige wasserführende hausinterne Wärmeverteilung integriert ist ...



Wirklich aussagekräftig ist dann der theoretische Transmissionswärmeverlust des Gebäudes, der als H'T-Wert in den Berechnungen zu finden ist.
Mit dem H'T-Wert und ein paar weiteren Daten aus der EnEV-Berechnung ist entsprechende überschlägige Heizlastabschätzung möglich: Link zum Tool

Wenn die oben genannten Besonderheiten neben der Wohnraumlüftungsanlage mit Wärme- und Feuchterückgewinnung sowie der Niedertemperaturwärmeaustauschflächen möglichst passend realisiert sind, dann kann man eine sinnvolle Entscheidung für den Wärmeerzeuger treffen. .>)
Verfasser:
Fritzli
Zeit: 14.09.2017 08:54:22
0
2546333
Zitat von Solarzelle Beitrag anzeigen
(...) Der Grundofen ist die beste Alternative für einen Neubau mit geringem Wärmebedarf.
So etwas kann man vom Fachbetrieb genau ausrechnen und bauen lassen.

Das geht dann aber locker bei 8000€ los. (...)


In einem Passivhaus das um den Ofen herum gebaut wird, wäre das eine Möhlichkeit, weil man damit die FBH einspart. Grundofen schwer, 2-3 kW, einmal pro Tag anfeuern. In der Übergangszeit mit halber Auflage, im Kernwinter mit ganzer Auflage. Muss man aber wirklich wollen, wegen Arbeitsaufwand/Heizung bei Abwesenheit. Etwas ausserhalb, idealerweise auf dem Land mit eigenem Holz eine gute alternative Lösung, im dicht überbauten Siedlungsgebiet wegen Anlieferung und Lagerung nicht ideal.

Dazu kommt, dass man fürs Warmwasser ein zweites System braucht. Die ganze Geschichte Wasserführend mit Speicher, ST/Heizstab/BWWP etc. fürs Warmwasser im Sommer, womöglich Abbrandsteuerung und Steuerung nimmt meiner Meinung nach etwas den Reiz einer Lösung die seit Jahrhunderten ohne Strom unabhängig funktioniert und wirkt etwas erzwungen.

Pelletofen im Wohnzimmer ist auch so eine Sache, muss man auch nachfüllen, macht u. U. Geräusche und ist halt kein richtiger Ofen wie ein Kachelofen/Grundofen. Wenn es eine Ganzhausheizung sein soll, wäre der Holz-/Pellets-Kessel im Keller sinnvoller, man kann aber das Feuer nicht mehr sehen und bei Pellet hat man ein System das auch ein paar Tage unbeaufsichtigt läuft. Aber diese Kessel sind für einen Neubau zu gross und man ist immer noch in der Brauchwasser-im-Sommer-Geschichte drin.

Deshalb würde ich für die Beheizung und Warmwasser auf WP gehen und einen rein mechanisch bedienten Ofen nur fürs Feuerschauen und benutzen. Alternativ kann man es auch bivalent auslegen und die WP nur fürs Brauchwasser und zur Grundtemperierung nutzen und den Rest mit dem Ofen zuheizen wenn man Freude daran hat. Von der Heizlast und den Investitionen ist das aber nicht nötig sondern Luxus.

So wie ich es aber heraus lese, ist es nicht primär der Wunsch einen Ofen zu haben, sondern die Angst mit einer Wärmepumpe zu frieren. Das wird in einem Neubau wo nicht alles fahrlässig falsch gemacht worden ist, aber kein Problem sein.

Hier im Forum findest du Anleitungen zur Auslegung der FBH und Tipps zum sinnvollen Dämmen der Gebäudehülle. Wenn du es hier richtig machst, kommst du auf so tiefe maximale Vorlauftemperaturen (<30°C) im Winter, wo selbst eine günstige LWWP sehr schön läuft. KWL nicht vergessen, Haus, Heizung und Lüftung sind ein einziges Konzept, keine einzelnen Gewerke!
Verfasser:
Lipperhandwerker
Zeit: 14.09.2017 09:33:07
0
2546345
Schönen Dank erstmal für die vielen und schnellen Komentare. Zur jetzigen LWP, Brötje BWL7, 8Jahre alt. Werkskundendienst und Heizungsmonteure unfähig, ich selber habe sie jetzt endlich soweit das sie diesen Winter Störungsfrei gelaufen ist. Allerdings ist es immer malwieder passiert das das Duschwasser zu kalt war oder die Badewanne für die kleinen nicht warm wurde.Ich bin von der Technik überzeugt und wäre zu Stiebel Eltron (ist nicht weit von uns) gefahren und hätte versucht als Händler direkt eine zu kaufen.Allerdings wird es auch keinem von euch möglich sein meiner Frau diese Technik Nähe zu bringen, die mit LWP nur zu kaltes Wasser in Verbindung bringt :-)Zur Bauweise, der Grundriss unten ist komplett offen, von Flur über Küche und Wohnessbereich. Nach oben könnte die Wärme sich auch schon so über die Galerie verteilen, und bei einem Wasserführenden Ofen werden die anderen Zimmer eh über die Fußbodenheizung geheizt. Der Ofen soll auf jedenfall kommen, ob nun Pellet oder scheitholz auf jedenfall Wasserführend. Die Frage ist halt was nimmt man für die Tage wo der Ofen nicht an ist??Wie mache ich den das Wasser warm bei einer LWP mit 30grad Vorlauf???GrußMarkus
Verfasser:
Turbotobi76
Zeit: 14.09.2017 09:56:14
2
2546351
Hi,

auch eine LWP kann das Warmwasser auf 45-50° hochheizen.

Wenn ihr Probleme mit dem WW hattet war wahrscheinlich einfach euer Speicher zu klein und nicht dem bedarf angepasst.

Beim Neubau bietet sich derzeit aber eine Sole WP mit Grabenkollektor an, der Grabenkollektor lässt sich meistens während der Bauphase sehr günstig realisieren und es gibt aktuell wohl 4000€ Förderung.

Ansonsten gibt es auch noch reine WW Luftwärmepumpen oft mit Speicher die darauf spezialisiert sind Wasser mit relativ hoher Temperatur zu erzeugen.

GRuß Tobias
Verfasser:
Solarzelle
Zeit: 14.09.2017 09:58:41
0
2546353
Also wenn vom Konzept her Holz gewünscht ist, dann ist denke ich ein vernünftiger Grundofen die erste Wahl.

Da ist es uU nur erforderlich, den Ofen alle 2-4 Tage anzufeuern.

Aber dazu kann wirklich ein echter Ofenbauer mehr sagen, gehen tut das, das haben mir die "Jungs" aus dem Fachbetrieb gesagt.

Meine laienhafte Rechnung für das Gesamtkonzept:

Grundofen
10.000€

Luft-WP Panasonic Aquarea inkl. Warmwasser
Split Luft/Wasser Wärmepumpe Panasonic Aquarea LT Generation „H“ (KIT-WC0HE Serie)

5.000€

Mit Einbau vom Fachbetrieb ~7500€?

Es sollte in JEDEM Fall eine Vorrüstung für Photovoltaik bedacht werden.
Sollte sich im Bereich unter 1000€ bewegen.
Verfasser:
gnika7
Zeit: 14.09.2017 10:02:13
1
2546355
Hi Lipperhandwerker,

Zitat von Lipperhandwerker Beitrag anzeigen
meiner Frau diese Technik Nähe zu bringen, die mit LWP nur zu kaltes Wasser in Verbindung bringt [...]

Ok, ich habe angenommen, dass dir die LWP-spezifischen Probleme (Schall, schlecht AZ bei niedrigen Temp, etc) nicht zusagen. Das was du schilderst ist nix LWP-spezifisches. Offensichtlich wurde bei dir irgendwas verbockt. Das kann aber auch mit einer EWP passieren. Gastherme ist da etwas unempfindlicher und verzeiht eher die Installaionsfehler zu Lasten der Effizienz.

Zitat von Lipperhandwerker Beitrag anzeigen

Zur Bauweise, der Grundriss unten ist komplett offen, von Flur über Küche und Wohnessbereich. Nach oben könnte die Wärme sich auch schon so über die Galerie verteilen, und bei einem Wasserführenden Ofen werden die anderen Zimmer eh über die Fußbodenheizung geheizt. Der Ofen soll auf jedenfall kommen, ob nun Pellet oder scheitholz auf jedenfall Wasserführend. [...]

Das solltest du auf jeden Fall nochmals überdenken und durchrechnen. Ich wollte das auch so machen und habe mich dagegen entschieden und auf einen nicht wasserführenden Grundofen gesetzt. Gründe waren:
1. Aufpreis für den wasserführenden Ofen und die Technik, Puffer zur Einbindung waren höher als die Ersparnisse über 20 Jahre, auch wenn man den Ofen relativ oft anheizt. Üblicherweise lässt der Elan mit der Zeit nach und man heizt den Ofen nicht an. Im Sommer möchte man den Ofen im WoZi auch nicht warm haben.
2. Wasserführender Ofen braucht für die Heizunng einen Pufferspeicher. In Kombination mit WP (egal ob Luft oder Erde) ist es eher kontraproduktiv
3. Das eingesparte Geld von dem wasserführendm Ofen habe ich in PV gesteckt. Habe mehr davon. Die WP wird durch PV auch unterstützt und den Strom kann ich sonst auch ganz gut gebrauchen/einspeisen.

Aus meiner Perspektive wäre in deinem Fall ein Grundofen sinnvoller. Ofener Grundriss und 18kWh/m² sind gute Voraussetzungen. Außerdem ist dann dein ganzes Heiz- und WW-System technisch einfacher, da der Ofen nicht eingebunden werden muss.

Bzgl. WW mit LWP. Eine LWP kann ganz normal dein WW auf ca. 50°C (oder meher) heizen. Bei der Heizung würde diese natürlich mit einer möglichst niedrigen Vortlauftemp laufen.

Aber grunsätzlich wäre eine EWP natürlich besser. Je nach Normaussentemperatur ist eine LWP aber rentabler.

Grüße
Niko



Aktuelle Forenbeiträge
Ich_habe_Feuer_gemacht schrieb: Wenn eine PV angedacht ist, ist eie Leistungsreglung der WP doppelt sinnvoll. Im On/Off-Betrieb kann in den Pausen logischerweise kein PV Strom genutzt werden und in der Verdichterlaufzeit ist der Strombedarf...
Sinus1986 schrieb: Hallo zusammen, Ist es normal, dass der Kältemittelverdichter ununterbrochen läuft? Habe die Einstellungen wie eingangs erwähnt eingestellt... Geht das nicht auf Kosten der Haltbarkeit? Auch...
ANZEIGE
Hersteller-Anzeigen
UP-fix
Messstationen
Verteilerstationen
Regelstationen
Pumpen, Motoren und Elektronik für
Steuerung und Regelungen
Website-Statistik