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Merkwürdiges 3-Wege-Ventil
Verfasser:
daibutsu
Zeit: 03.02.2006 14:00:18
0
335836
In unserer kürzlich samt Haus gekauften Heizung, bestehend aus Viessmann Vitola Ölkessel, Viessmann Longola und 600 l Puffer (alles Einbau 1993), befindet sich ein 3-Wege-Ventil, das sich irgendwie seltsam verhält. Es ist folgendermaßen angeschlossen (Orientierung wie ein T):

Mitte (T-Fuß): Vorlauf von Longola mit Pumpe
Links: zum Puffer
Rechts: zum Rücklauf Longola, dient als Rücklaufanhebung
Der Steller-Knebel mit Skala zeigt in Richtung des T-Fußes. 1 ist links, 10 ist rechts. Links und rechts sind direkt nach dem Ventil Thermometer angebracht.

Was daran merkwürdig ist: Wenn der Knebel auf 1 steht, steigt die Temperatur sowohl links als auch rechts. Auf 10 fällt die Temperatur im Rücklauf relativ rasch, außerdem steigt das Pumpengeräusch deutlich an, wie wenn die Pumpe plötzlich gegen einen hohen Widerstand arbeiten muß. Die Rücklaufleitung selbst hat aber Durchgang - bei 1 wird sie ja durchströmt, wie das Thermometer durch schnelles Steigen beweist, außerdem pflanzt sich die Wärme sehr schnell im Rohr fort.

Nach meinem bescheidenen Verständnis eines 3-Wege-Ventils müßte das Teil aber doch so arbeiten: Auf 1 voller Strom zum Puffer, auf 10 voller Strom zum Rücklauf, auf 5 50/50. Das tut es aber eindeutig nicht. Wenn es richtig arbeiten würde, müßte die Temperatur doch im rechten Abzweig bei 10 schnell steigen und nicht fallen. Warum verhält sich das Ventil nicht so?

Die ganze Anlage ist sowieso nicht sonderlich intelligent installiert - der damalige Installateur gehört gehörig am Ohrläppchen gezupft. Z.B. wird der Ölbrenner nur durch einen lose angebrachten Abgasthermostaten im Feststoffkessel-Abzugsrohr abgeschaltet (Jeder Kessel hat einen eigenen Schornstein, als diesbezügliche Sicherung braucht man den Thermostaten also definitv nicht). Hat eine Weile gedauert, bis wir dahinterkamen, warum der Ölkessel trotz aufgeheiztem Feststoffkessel immer weiter lief (und sich die Vorlauftemperatur bedrohlich den 100 Grad näherte - bei der Gelegenheit fanden wir auch heraus, daß die Übertemperatursicherung blockiert worden war): der Thermostat war mangels Befestigung so weit rausgezogen/-gefallen, daß er gar nicht ins Abgas tauchte. Dem Staub und den Spinnweben nach zu urteilen, war das schon ewig so. Keine Ahnung, wie der Vorbesitzer damit geheizt hat. Vermutlich gar nicht.
Außerdem ist fast alles Handbetrieb - man braucht eigentlich einen Vollzeit-Heizer mit Speizialausbildung in Schwerkraft-Hydraulik.
Der Longola fliegt aber spätestens im April-Mai zugunsten eines Holzvergasers mit 2500 l Puffer raus. Bis dahin würden wir aber gern soweit möglich trotzdem mit Holz heizen, weshalb ein Tip bezüglich des merkwürdigen Ventils hilfreich wäre...


Verfasser:
Der Helfende
Zeit: 03.02.2006 15:02:34
0
335900
Schonmal versucht ob man die Skala drehen kann sodaß die Einteilung entgegengesetzt zeigt ?
Verfasser:
daibutsu
Zeit: 03.02.2006 16:30:19
0
335957
Hatte ich noch nicht versucht - aber jetzt. Danke für die Ermutigung.

Die Skala samt Knebel kann man nach Lösen von ein paar Schrauben abnehmen. Der Knebel greift in einen Stift auf der Ventil-Achse. Nun hat der Knebel aber 3 um je 120 Grad versetzte Schlitze, und den Stift auf der Achse kann man rausnehmen und um 180 Grad versetzt wieder einschieben. Die Ventilachse selbst kann man um volle 360 Grad drehen. Es gibt also eine ganze Menge möglicher Ventilstellungen, in denen man den Knebel aufsetzen kann, während der Knebel selbst nur um 120 Grad drehbar ist (Anschlag auf der Skala).

Nach einigen Probieren und Beobachten, was ohne Skala und Knebel bei verschiedenen Achsstellungen passiert, stellte sich heraus, daß der Knebel bei einer falschen Achsstellung aufgesetzt worden war. Ich habe das korrigiert, und seitdem funktioniert das Ventil erwartungsgemäß und einwandfrei...

Den Ablagerungen hinter der Skala zufolge muß der Knebel schon ewig so falsch aufgesetzt gewesen sein. Ich faß es nicht. Der Vorbesitzer hat behauptet, er hätte immer mit dem Holzkessel geheizt. Kann eigentlich nicht sein. So, wie wir die Anlage übernommen haben, wäre ihm das Ding um die Ohren geflogen.