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Selbstentzündung von Holzpellets
Verfasser:
Andreas Wünsch
Zeit: 08.02.2006 17:47:06
0
340114
Kennt sich jemand mit Selbstentzündung von Holzpellets aus? Wir hatten heute eine zähe Diskussion mit der Feuerwehr!
Wie häufig sind Brände in Pelletlagern und was sind die häufigsten Brandursachen?

Verfasser:
W. Mo.
Zeit: 08.02.2006 17:52:51
0
340127
denke nicht das die P. sich selbst entzünden können. Anders vielleicht der Staub, in Verbindung eines E.-Funken wie auch immer.
W. Mo.
Verfasser:
Martin Havenith
Zeit: 08.02.2006 17:56:35
0
340131
Trockenholz hat eine Zündtemperatur von ziemlich exakt 300 Grad!

Pellets werden sich wohl nicht selbst entzünden.

Feiner Holzstaub hingegen ist sogar explosiv...genau wie Kohle, Papier oder Getreide----Stäube!

Martin Havenith

Verfasser:
raffnix
Zeit: 08.02.2006 18:05:33
0
340142
nene,

selbstentzündung gibts nur bei zu feucht eingelagertem heu(fermentierung, kompostierung)

kannste mal testen,wenn du den gemähten rasen auf einen haufen schmeisst und nach 10 minuten mal die hand in die mitte des haufens gräbst...sauheiß...

das läuft aber über eine bakterielle schiene und führt dann schon mal zur selbstentzündung, manch eine scheune ist auf die art abgebrannt...das nannten sie früher den "roten hahn", sollten deine feuerwehrkumpels aber wissen, da der rote hahn ein feuerwehrlogo ist.

aber bei pellets...nee
Verfasser:
Uli
Zeit: 09.02.2006 08:31:43
0
340635
Bei Heu gibts Selbstentzündung schon, aber nicht bei nassem Gras. Das dampft zwar, entzündet sich aber nicht.
Zu Nass werden Pellets veilleicht warm werden, aber nicht anfangen zu brennen. Nur als Brennstoff werden sie auch nix mehr taugen. Und zerfallen zu Spänen werden sie auch.
Brennen denn Spänebunker der Sägewerke durch Selbstentzündung? Noch nie davon gehört. Wenn dann durch Funkenflug weil ein Nagel im Holz war.

Staub ist ein anderes Problem.

mfg
Verfasser:
bora33
Zeit: 09.02.2006 08:53:27
0
340652
Hallo,

die Selbstentzündung ist nicht nur ein bakterieller Prozess!

Bei oxidierbaren Stoffen ist das eine Frage der Oberfläche, Aktivierungsenergie und Wärmeabfuhr.

Bestes Beispiel sind die Kohlehalden im Ruhrpott! Wenn die nicht auf eine Mindestmaß an Feuchtigkeit (Wärmeabfuhr durch Verdunstung) gehalten werden, geht es ab! Andererseits hat Kohle, - speziell Koks - eine sehr hohe Oberfläche. Aktivkohle z.B. hat innere Flächen von bis zu 400-1200 m²/g (!!!)

Bei Sägemehl kann ein kombinierter Prozess schnell zu einer Katastrophe führen. Z.B. sorgen zuerst bakterielle Prozesse für ein rasches Ansteigen der Kerntemperatur auf 40-50°C, dann kommen Autoxidationsprozesse hinzu. Zusammen mit der schlechten Wärmeleitfähigtkeit des Holzmehlhaufens steigt die Temperatur rasch an, die Schwelgase treten an die Oberfläche und können sich dann bei Luftzutritt spontan entzünden.

ABER: Holzpellets haben eine so hohe Dichte und hoch verpresste Oberfläche, dass hier keine derartigen Probleme auftreten. Zumindest nicht bei den Haushaltsüblichen Mengen, außerdem ist die Feuchtigkeit so gering, dass als Initiator der zuerst bakterielle Schritt ausfällt. Somit müssten es riesige Halden sein, die alleine aufgrund der Autoxidation und dem Wärmestau auf eine Kerntemperatur kommen, die die Schwelprozesse einleitet.

Somit kein Grund zur Beunruhigung!

MfG,

R. Bogner
SOLABO Energietechnik
Verfasser:
polsprung
Zeit: 09.02.2006 14:00:30
0
340937
Selbstentzündung gibt es zB bei Hackschnitzelhaufen nicht, weil dort die bei der bakteríellen Tätigkeit entstehende Energie als Wasserdampf aus dem Haufen entweichen kann. Bei Heu zB geht das nicht, auch Rindenhaufen sind gefährdet (Rinde verbackt). Bei Pellets müsste wohl immer genügend Wärme entweichen können. Am besten nochmal nachfragen in Österreich und in Skandinavien, die haben sehr lange Erfahrung.

Aloa
Horst Bernauer
Verfasser:
browser
Zeit: 09.02.2006 15:01:04
0
340988
ich glaube eher an rückbrand vom kessel
oder an verpuffung
und nicht an selbstenzündung der pellets
Verfasser:
Schmudan
Zeit: 15.11.2010 18:35:53
0
1439808
Gerade in der Vorlesung gehört, dass es in bei Holzpellettlagerungen in Größenordnungen von 15-30qm und OHNE Frischluftzufuhr oder gelegentliche Umwälzung sehr wohl zu Selbstentzündungen kommen kann. Und zwar in der MItte des Pellethaufens. Durch biologischeUmwandlung des Sauerstoffs in Carbonmonoxid und Carbondioxid entsteht ein Energieüberschuss, der sich in der Mitte des Haufens soweit hochaddieren kann, dass es ein schwelenden brand geben kann. Kommt der dann zu besagtem Staub und/oder öffnet jemand die Tür und ein Sauerstoffschwall erreicht die hohe Temperatur in der MItte, kann es Feuer entstehen und sogar eine Explosion. Da spielen dann Dichte, Oberfläche und Feuchtigkeitsgehalt keine Rolle mehr - allenfalls das Material des Pellets. Aber auch da ist nicht die Frage ob, sondern wie schnell Feuer entstehen kann.

Also lieber für ausreichend Belüftung sorgen.

Grüße!
Verfasser:
Kalif Storch
Zeit: 15.11.2010 18:45:25
0
1439817
Hier

ist eine neuere Diskussion dazu...

Gruß