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Seite 1 von 56 [Beitrag 1 bis 25 von 1384]erste <12345>letzte 
Luftkollektorbau, ich mache Ernst!
Verfasser:
quax011
Zeit: 13.12.2006 21:32:27
0
529777
Hallo an alle Luftkollektorexperten!

Ich werde im nächsten Jahr einen Lufkollektor bauen. Dieser soll ausschließlich für die zusätzliche Raumheizung in der Übergangszeit eingesetzt werden.

Der Kollektor soll direkt in das Dach integriert werden, statt der Eindeckung mit Berliner Welle werde ich ca. 20 qm mit Glas eindecken, darunter, zwischen den Sparren kommt ein Absorberblech, mir schwebt ein unterströmter Kollektor vor. Die Einspeisung mit Warmluft soll direkt über Ventilator in die darunter liegenden Wohnräume laufen.

Nach 1 Jahr Test, will ich dann eine passende Murokauste im Wohnraum darunter installieren um die Effektivität zu erhöhen.

Nun meinen Fragen:

Wer hat schon einmal einen Selbstbau-Lufkollektor zum Leben erweckt bzw. direkt ins Dach integriert? (Das Schweizer Berghäuschen im Internet kenn ich)

Wie hoch können maximale Stillstandstemperaturen werden (Südaussrichtung 30° Dachneigung) Könnte das problematisch für die Sparrenkonstruktion werden (Brandgefahr)?

Gibt es eine zu empfehlende Regelung?

Kann jemand Ventilatoren bzw. Lüftungskomponenten empfehlen?

Welches Glas sollte man nehmen( Solarglas o. einfaches Sicherheitsglas)?

Welche Konstuktion kann zum Befestigen des Glases empfohlen werden?

Ich bin für jede Antwort dankbar!


Gruß aus Hessen

Peter Wagner

Verfasser:
clevertherm
Zeit: 13.12.2006 21:45:04
0
529795
Moin!

Bevor Du an die praktische Umsetzung gehst, solltest Du ein paar Versuche machen. Wenn man das ganze Dach als Versuchsobjekt nimmt, kann es schnell sehr teuer werden.

Hier mal eine ganz andere Idee:
Unterschicht: wärmeisolierendes Material (Holz....)
Oberschicht: schwarzes Trapezblech
Der Hohlraum dazwischen wird von der Sonne erwärmt. Es sollte doch mit dem Teufel zugehen, wenn die Sonne es in der Übergangszeit nicht schafft, den Luftspalt von 10 °C (= Umgebungstemperatur) auf 21 °C (= Raumtemperatur zu erwärmen. Jetzt muß man nur noch die Luft oben einfangen.

viele Grüße
Arnt
Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 13.12.2006 21:50:34
0
529802
@quax011

Der Spezialist in D, siehe

http://www.google.de/search?hl=de&q=grammer+Solar&btnG=Google-Suche&meta=cr%3DcountryDE

Vor Selbstbau dort informieren

Dietmar Lange
Verfasser:
Rudolf Rippler
Zeit: 13.12.2006 23:22:59
0
529864
@muselmaus

ich habs zwar nicht durchgerechnet, aber ich befürchte, dass in der Übergangszeit (wenn die Lufttemperaturen schon recht kühl sind) die Wärmeverluste durch den direkten Aussenluftkontakt des Blechs bei dem von Dir beschriebenen Aufbau schon recht hoch sind. Die Sonne heizt - aber gleichzeitig kühlt die Aussenluft durchs Blech hindurch.

Man könnte bei Deinem Aufbau jetzt noch eine Glasabdeckung drübermachen. Aber dann wird das nicht einfacher, sondern aufwendiger als das Konzept von PeterWagner, und der Charm ist perdu.

Anregung an Peter Wagner:
Vielleicht sind statt Glas Doppelstegplatten bzw Hohlkammerplatten aus Acryl oder besser Polycarbonat (googeln!) geeigneter, da sie den Wärmeverlust per Kühlung durch die Aussenluft vermindern. Ich weiss aber nicht, ob diese Acryl- oder Polycarbonatplatten nicht etwa im Infrarotbereich stark absorbieren oder reflektieren (was schlecht wäre) oder im Sonnenlicht schnell altern (zumindest Polycarbonat ist einigermassen stabil).
Verfasser:
Heizer129
Zeit: 14.12.2006 06:22:46
0
529913
@quax011

denke an viellllllllllll Speichermasse im beheizten Raum und das zu und Abluft gemeinsam geschlossen sind wenn der Kollektor keine Leistung hat ;-))

und schreibe wie es geklappt hat ;-)))

Gruß Thomas Rawe
Verfasser:
quax011
Zeit: 14.12.2006 08:16:47
0
529938
Hallo,

erst mal danke für die Tipps.

Über mein Absorberblech kommt natürlich Glas, das Blech kommt zwischen die Sparren, die Luft darunter (selektives Blech, Tinox) dient als Wärmeträger und wird abgesaugt bzw eingeblasen. Unter dem Absorberblech, von innen auf den Sparren wird natürlich eine Dämmung aufgebracht. Der entstehende Kanal zwischen Unterseite Absorberblech und Dämmung dient dann als Luftkanal. Ein Sammelkanal an der Unterseite (Zuluft) und der Oberseite (Abluft) dient dazu die warme Luft zu kanalisieren und in das Gebäude über Rohrleitungen einzubringen. Die Wohnräume darunter (2) bekommen ZU - und Abluft wobei Abluft wieder in den Kollektor geht. Im Sommer wird durch eine Klappe am oberen Sammelkanal gewährleistet, das der Kollektor seine unbenötigte Energie ins Freie abgibt. Nach Auswertung der Energiegewinne wird eine Murokauste mit entsprechender Masse an einer Wohnraumwand, mit hauptsächlich Speckstein realisiert.

Experimente werde ich vorher keine machen, der Kollektor ist das Experiment! Ich denke ich habe genug Infos, dass ich das wagen kann. Das Finanzielle habe ich auch schon grob kalkuliert, mit entsprechender Eigenleistung ist das alles (für mich) halb so wild.

Mich interessiert auch ob schon mal jemand einen Kollektor bzw eine Heizung in dieser Art gebaut hat, und wie die Erfahrungen sind. Die im Internet eingestellten Beiträge kenne ich, da hab ich mich schon schlau gemacht.

Die "käuflichen" Systeme (Gammer, Solar Venti) kenne ich auch wobei dies reine Luftheizungen ohne zusätzliche Speicherung und in sich geschlossene Aufdachsysteme sind.

Über Erfahrungen kann ich dann, wenns funzt, berichten.

Gruß

Peter Wagner
Verfasser:
Solarteur 1
Zeit: 14.12.2006 09:22:49
0
529973
Ich denke, wenn man eine Jahresbilanz machen kann, wird das Ergebniss negativ sein.

In Hessen (ist lang...) sind die 30° zu wenig für die Übergangszeit, die Erträge also kaum nennenswert. Im Sommer wird dann aufgrund der hiefür optimalen Bedinungen es sicherlich zeitweise zu heiss und im Winter aufgrund der jetzt vorhandenen Lücken in der Dämmung, Raum wärme entweichen können. Da man auch noch Strom-Energie für den Lüfter braucht oder bei diesem Prinzip ihn nicht nutzt, wenn er massenweise zur Verfügung steht (Solarstrom im Sommer), stehen Gesamtaufwand und evtl. doch nachweisbare Einsparung in keinem vernünftigen Verhältnis.

Richtig gut dämmen (bis Jahresende mit 35 Euro Förderung bei Naturdämmstoffen) bringt da viel mehr, an jedem Tag des Jahres, ohne Gefahr irgendwelcher Nebenwirkungen! Gut gedämmte Häuser kennen keine Übergangszeit, dort heizt man nur von Mitte November bis Mitte März - basta.
Verfasser:
stefans
Zeit: 14.12.2006 09:46:51
0
529989
Servus quax011,


vielleicht findest du hier noch ein paar Anregungen.

Schau speziell unter der Rubrik Gebäudeheizung nach, möglicherweise sind da brauchbare Infos für dich dabei...

Aber komm auf jeden Fall nochmal vorbei und berichte über die Resultate, egal ob gut oder schlecht.
Das kommt dann in die Schublade " Besonders wertvoll".

Viel Spass, viel Glück und viel Erfolg.




Stefan


P.S. Ach ja, und pass auf mögliche Schwitzwasserbildung auf, da wird es sicher irgendwo in deiner Anlage sensible Bereiche geben.
Verfasser:
quax011
Zeit: 14.12.2006 12:28:44
0
530116
@ Solateur 1

Du denkst, es wird negativ sein, weißt es aber nicht. Ich denke es wird positiv sein, weiß es aber nicht. Uns beiden kann nur der Versuch helfen, dann wissen wir beide mehr!

Das Dämmen viel bringt weiß ich auch, hab letztes Jahr mein Wohnhaus mit 14 cm Styropor gedämmt und mit einer Lüftungsanlage versehen, bei dem Gebäude, für das ich die Luftheizung plane steht aber Kosten/Nutzen nicht im Verhältnis, die Dämmung dort ist auch nicht soooo schlecht (36 cm Poroton-Wände, Dach mit 17 cm Styropor gedämmt. Es gibt an dem Bau einige energetische Baumängel (auskragende Betondecke) aber die kenne ich, und da kann ich schlecht was machen.

Das der Luftkollektor nichts bringt glaube ich nicht. Ich hab nun über einige Jahre die Übergangszeiten bei uns beobachtet und habe damit ca. 50 Heiztage/Jahr (eher mehr). Das Problem bei meinen Räumen ist, dass der solare Ertrag durch die Fenster der Südseite durch ein davor stehendes Gebäude (mein Wohnhaus) gering ist. Auf dem Dach sieht es dagegen ganz anders aus.

Dort habe ich auf den plazierten Kollektoren für die Brauchwassererwärmung ab Ende Januar 60 - 70°
Ich habe auch schon mit der Überlegung gespielt diese Anlage zu erweitern, was aber einiges an Mehrkosten verursacht (zusätzliche Kollektoren, zusätzlicher Speicher, neue Regelung), und das ist mehr als die Lufkollektoranlage kostet.

Ich werde den Luftkollektor bauen, auch auf die Gefahr hin, das es nix bringt (was ich nicht glaube)

Komischerweise kommen die pessimistischen Stimmen immer von denen, die so was noch nie gemacht haben...........

Eins ist mal klar, unsere Brennstoffkosten werden eher teurer als billiger.

Als ich 1994 meine Solaranlage zur Brauchwassererwärmung aufs Dach baute (die seit dieser Zeit störungsfrei läuft) gab es sehr viele Skeptiker und wenige, die auch eine bauten, das Öl kostete 30 Pf/Liter.............

So ein Projekt ist auch immer ein wenig Spielerei, die sich wenns gut läuft sich irgendwann mal rechnet.........


@ stefans

vielen Dank für die Info



Gruß


Peter Wagner
Verfasser:
quax011
Zeit: 14.12.2006 12:32:58
0
530123
@ stefans

Das Projekt kannte ich auch schon, es zeigt, was ein Luftkollektor mit super einfachen Mitteln erstellt leisten kann!

Gruß

Peter Wagner
Verfasser:
FraJo
Zeit: 15.12.2006 14:13:07
0
530981
moins,

ich habe mir vor einiger Zeit für unser Wochenendhaus auch einige Luftkollektoren nach diesem System gebaut.

Das Material habe ich mir auf diversen Baustellen zusammen "geschnorrt". Als Abdeckung habe ich allerdings eine 4mm Doppelstegplatte genommen.

Bei klarem, sonnigen Winterwetter mit Aussentemperaturen um 5 Grad ist es für die 6 qm Luftkollektoren kein Problem, unsere 40 qm molligst warm zu bekommen.

Verfasser:
clevertherm
Zeit: 15.12.2006 16:32:40
0
531049
Moin FraJo!

Das sieht ja fast wie eine Tombé-Wand mit Rohren aus.
Mit einfachen Mitteln kann man schon was erreichen.

viele Grüße
Arnt
Verfasser:
quax011
Zeit: 15.12.2006 21:10:40
0
531208
@ frajo


Hallo,

ich hab schon nicht mehr dran geglaubt, dass es jemanden gibt, der so etwas schon mal gebaut hat!

Das beste ist, es funtioniert wohl nicht schlecht!

Ein schöner Plan, danke!

Ich werde jedoch den Zwischenraum zwischen den Sparren als Kollektor nutzen und so den Kollektor ins Dach integrieren.
Wenn bei dir 6qm mit Doppelstegplatten als Abdeckung ausreichen um 40 qm zu erwärmen, dann sollten bei mir 20qm Kollektorfläche ausreichend sein! Weißt Du die Maximaltemperaturen im Kollektor?

Gruß

Peter
Verfasser:
Solarteur 1
Zeit: 16.12.2006 09:14:12
0
531308
Quax, "denke" war abschwächend gemeint. Ich bin kein Skeptiker, sondern seit sehr vielen Jahren Solarteur, der schon alle möglichen Systeme gemacht hat und die vielen Fehlerwartungen der Kunden kennt.
Verfasser:
Rudolf Rippler
Zeit: 16.12.2006 10:09:17
0
531323
@quax

Dein Aufbau:
- Glas (einfach)
- Luftschicht (Dicke?)
- Blech
- Luftkanal (Heizungsluft)
- Dämmung

bedeutet, dass ein großer Teil von der vom Blech absorbierten Wärme nicht nach unten in den Luftkanal gelangt (wo sie hin soll), sondern nach oben in den Zwischenraum Glas/Blech, wo sie von der dort relativ kühlen Luft (Übergangszeit, Einfachglas) effizient per Konvektion weggekühlt und durch Wärmestrahlung des warmen Blechs zusätzlich auch noch nach aussen als Wärmestrahlung abgegeben wird:

-------- Einfachglas -----------------
O O O Konvektion O O O
-------- Blech -------------------------
<<<< Heizluft Durchlauf <<<
XXXX isolierung XXXXXXXXXXXX


Eine Optimierung wäre vielleicht wie folgt:
* statt Einfachglas eine Doppelstegplatte (s.o.) oder noch besser Isolierglas. Das hat auch einer der hier geposteten Links so realisiert.
* Wenn das Einfachglas durch Isolierglas ersetzt ist, dann könnte man den oberen Luftkanal als Heizluft-Eingangskanal (angesaugte kalte Innenraumluft) und den unteren (Rückstrom) als Heizluft Ausgangskanal (( warme Heizluft in den Wohnraum) gestalten. Dann hat man beide Seiten des Blechs zur Aufheizung der Heizungs-Luft genutzt.

===== isolierglas ==========
>>> Heizluft Rücklauf >>>> V
-------- Blech ------------------ V
<<<XXXX isolierung XXXXXXXXXXXX

Dadurch würde der Wärmeverlust nach oben (aussen) gedämpft (aber nicht komplett unterbunden).

Ich habe allerdings keine praktische Erfahrung damit - ich sehe das rein vom Konzept her.

Verfasser:
Rudolf Rippler
Zeit: 16.12.2006 10:12:03
0
531325
Oh, da ist doch in der Zeichnung was böse verrutscht.
ich versuchs nochmal:

===== isolierglas ==========
>>> Heizluft Rücklauf >>>> V
-------- Blech ------------------- V
<<< Heizluft Rücklauf <<<XXXX isolierung XXXXXXXXXXXX
Verfasser:
Rudolf Rippler
Zeit: 16.12.2006 10:14:26
0
531328
Aha, es ist also die Software hier, die mir das Layout zerstört.
Also versuch ichs mal mit leerzeilen dazwischen

===== isolierglas ==========

>>> Heizluft Rücklauf >>>> V

-------- Blech ------------------- V

<<< Heizluft Rücklauf <<<
XXXX isolierung XXXXXXXXXXXX
Verfasser:
Rudolf Rippler
Zeit: 16.12.2006 10:15:48
0
531329
Beinahe ...

===== isolierglas ==========

>>> Heizluft Rücklauf >>>> V

-------- Blech ------------------- V

<<< Heizluft Vorlauf <<<<

XXXX isolierung XXXXXXXXXXXX
Verfasser:
Hendrik42
Zeit: 16.12.2006 12:51:57
0
531370
Peter,

wie oben schon gesagt würde ich bei den Materialien auf jeden Fall darauf achten, dass diese Wärmestrahlung absorbieren und nicht reflektieren. Wie man das allerdings feststellen kann, ist mir nicht klar. Kann man das für verschiedene Stoffe irgendwo nachlesen?

Ich hatte auch mal daran gedacht, für die optimalen Solargewinne im Wohnraum im Winter extra Gardinen aufzuhängen, die besonders gut Wärmestrahlung absorbieren und bloß nicht reflektieren.

Gruß, Hendrik
Verfasser:
Peter Wagner
Zeit: 16.12.2006 15:42:04
0
531419
@ rudolf Rippler @ hendrik 42

Als Blech verwende ich selektiv beschichtetes Absorberblech der Firma Tinox. Dieses Blech zeichnet sich gerade dadurch aus, dass bei einer sehr hohen Energieaufnahme > 95% nur geringe Abstrahlung (5%) der selektiv beschichteten Fläche stattfindet, aus diesem Grund muss meiner Meinung nach der Kollektor unterströmt sein., Der Luftspalt zum Glas kann relativ klein sein. Wie das mit dem selektiven Blech funktioniert, kann man bei der Fa. Tinox nachlesen (ich hoffe, dass ich das alles auch richtig verstanden habe und es so geht)

Ich will zunächst nur das Absorberblech als "Heizelement" für den unteren Kanal verwenden. Effektiver wäre es mit Sicherheit von unten an das Blech noch Blechrippen zur Vergrößerung der Fläche anzuhängen. Aber erst mal sehen, was so Temperaturmäßig passiert.........

Mit normalem schwarzen Blech ist natürlich die Lösung von Rudolf am effektivsten, sie macht die Konstruktion aber aufwändiger.

Kann mir jemand sagen, welche Temperaturen ein für Wasser ausgelegter Kollektor erreicht, wenn er ohne Wasser der Sonne ausgesetzt wird?

Ansonsten bin ich in der Planungsphase.


Gruß

Peter Wagner
Verfasser:
Frank Jackenkroll
Zeit: 16.12.2006 16:37:13
0
531448
Wenn du diese hochwertigen Bleche nimmst dürften die Stillstandtemperaturen wie bei wassergefürten Kollektoren auf über 200 Grad ansteigen !!!
Das muß die Konstruktion auf alle Fälle abhalten können.

Ich würde gleich mit Innenblechen arbeiten.

Sonst wird die Wärmeabgabe an die Umgebung zwangsläufig innen wie außen den gleichen Wert annehmen müssen. Nur durch das geringere Temperaturniveau im Nutzteil des Kollektors wird sich die Sache etwas zugunsten des Ertrages verschieben.

Es hat schon einen Grund das Lufterhitzer immer mit sehr großen Oberflächen arbeiten zum Wärmeaustausch. Viel Oberfläche ist also wichtig, die reine Tinoxfläche ist nicht so toll.

Da gefällt die Lösung mit dem Aluluftrohr schon besser, erstens turbulente Strömungen, nicht unwichtig, zweitens doppelte Oberfläche zum Glattrohr, drittens beträgt das Verhältniss der bestrahlten Oberfläche zur abgebenden Oberfläche 1 : Pi. Das bedeutet die ca. 6,3-fache Luftwärmetauscherfläche im Verbleich mit einer glattwandigen Tinoxlösung.

Unterhalte dich eventuell doch mal im Lüftungsforum etwas über dein Anliegen. Die Kollegen dort sollten noch bessere Tips geben können wie man einen ordentlichen Wärmeübergang zur Luft hinbekommt.

Mit freundlichen Grüßen

Frank
Verfasser:
Peter Wagner
Zeit: 16.12.2006 18:55:47
0
531523
@ frank

Danke für Deinen guten Beitrag!

Die Sache mit den Lüftungsrohren sind eine sehr gute Idee um den Ertrag zu steigern, Ich werde mir das mal durch den Kopf gehen lassen, diese einfach unter dem Absorberblech in der Art des amerikanischen Kollektors einzubringen, die Frage ist nur, ob ich auf den Mehrertrag angewiesen bin.

Ansonsten leuchten die Vorteile ein.

Gruß

Peter Wagner
Verfasser:
stefans
Zeit: 16.12.2006 19:23:31
0
531534
Servus Peter,


ohne die Kugeln meiner Rechenmaschine hin-und hergeschoben zu haben und rein vom Gefühl ;-) würde ich als transparente Abdeckung das für diese Aufgaben bewährte Solarglas einsetzen.
Das hält den Elementen stand und kann mit den (hochwertigen) Kunststoffplatten auch preislich gut mithalten.
Und Billigkunststoff kann man für solche Einsätze in der Pfeife rauchen.

Meine 1.te Wahl wäre Glas, das die einfallenden Strahlung möglichst wenig
behindert ...Wärmedämmung ist da wohl nicht ganz so wichtig. Bringt der Kollektor wegen ungnügender Einstrahlung nicht die Leistung, wird er sowieso abgeschaltet und bei voller Einstrahlung kann man die erhöhten Wärmeverluste durch die Einfach-Verglasung verschmerzen bzw. zum Teil gegen die erhöhte wirksame Einstrahlung verrechnen...


http://www.solarwall.de/BINELUFT.pdf

http://www.arsenal.ac.at/downloads/luftkoll.pdf

http://www.grammer-solar.de/downloads/ts/ts_handbuch_twinsolar.pdf

Wiegesagt, ich würde ich mich zunächst ein wenig an den komerziellen Lösungen orientieren, die werden sich schon ein, zwei Gedanken gemacht haben...;-)




Stefan
Verfasser:
Rudolf Rippler
Zeit: 16.12.2006 20:31:31
0
531571
"Dieses Blech zeichnet sich gerade dadurch aus, dass bei einer sehr hohen Energieaufnahme > 95% nur geringe Abstrahlung (5%) der selektiv beschichteten Fläche stattfindet, aus diesem Grund muss meiner Meinung nach der Kollektor unterströmt sein.,"

Deine Schlussfolgerung hier ist nicht ganz richtig.
Das (so Petrus will) heisse Blech verliert seine Wärme auf zwei unabhängigen Wegen:
1. Luftkonvektion (das ist die ungenutzte Luft von oben, und von unten Deine Heizluft)
2. Wärmestrahlung (die geht entweder zurück ins Weltall oder wird absorbiert, z.B. in Deiner Unter-Dämmung)
Die Aussage "geringe Abstrahlung (5%) " bezieht sich nur auf die Strahlung. Nicht auf die Konvektion!

Ich befürchte, dass bei Deiner Konstruktion in der Übergangszeit das Blech mehr Wärme nach oben abgibt als nach unten (an Deine Heizluft). Und wenn Du nach oben nur dämmen würdest (zB durch Stegplatten) ohne die Wärme abzuführen, dann könnte im Sommer das Glas sehr heiss werden.

Der Hinweis von Stefans ist ganz richtig: "... an den komerziellen Lösungen orientieren". Bzw. an den realisierten Beispielen in den beiden hier geposteten Links, besonders das Modell mit den Wellblechrören drin scheint mir ein gelungener praxistauglicher Kompromiss zwischen Einfachheit, Effizienz und Stabilität.

Auf jeden Fall ist das ganze ein sehr spannender Ansatz :-)
Verfasser:
quax011
Zeit: 16.12.2006 21:20:40
0
531593
@ stefan

Danke für die Infos werde mich mal um Solarglas bemühen, ansonsten einfaches Sicherheitsglas (ca. 50€/qm) Die komerziellen Lösungen kenne ich, auch Deine Links, aber ich bin trotzdem für jeden Tipp dankbar. Auffallend bei den komerziellen Lösungen ist, dass sie relativ einfach gehalten sind.


@ rudolf

Ich häng dir mal einen Link von Tinox an. Im Bereich bis 100° ist der Absorber wenn ich es richtig verstehe eine regelrechte Wärmefalle, der die Sonnenenergie aufnimmt und nicht nach oben abgibt. Das ist ja der Trick an einer selektiven Fläche.

Guckst Du : http://www.sonne.de/index.php?selektivitaet

Demnach muss, wenn mit selektivem Blech gearbeitet wird < 100°, der Kollektor unterströmt werden.

Ganz anders sieht es mit stinknormalem schwarzem Blech aus, da wäre es sinnvoller den Kollektor zu überströmen bzw beidseitig zu umströmen.

Ich werde wegen dieser Geschichte aber nochmal mit Tinox telefonieren und das Ergebnis bekanntgeben. Noch kann ich alles (über/Unterströmt, beidseitig) realisieren. Ich tendiere jedoch (bis jetzt) zur Unterströmung.

Danke für die Infos und Anregungen!

Peter Wagner

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