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Seite 1 von 2 [Beitrag 1 bis 25 von 31]erste <12>letzte 
Wandheizung, Grosseschmidt
Verfasser:
Bettina
Zeit: 31.03.2004 21:53:48
0
56755
vorangestellt, ich bin kein techniker sondern jurist, aber lernwillig :-)
ich plane ein mehrfamilienhaus (3 Etagen zu je 125qm + dach + keller) zu erwerben, komplett sanierungsbedürftig (Bj. 1924), ziegelmauerwek auf betonstreifenfundament.
seitdem ich jahr für jahr in meiner mietwohnung mit herkömmlichen heizkörpern nachzahlungen, die nicht von paape sind,leisten muss, suche ich nun nach einer enrgiesparenden heizvariante. fbh scheidet aus, da altes parkett und dielung vorhanden und aufgearbeitet werden soll.
problem 1: mansardgeschoß: nur eine wandstärke von 24 cm, außendämmung sollte aus kostengründen nicht erfolgen, das putz am gesamten gebäude intakt. beim thema innendämmung kräuselt sogar die archtektin die nase.
beim googeln bin ich auf die wandheizung noch grosserschmidt gestoßen, die eine dämmung überflüssig machen würde und wegen der geringen vt auch kostengüstig wäre.
sie würde dann wohl auch mein problem mit dem lokal durchfeuchteten keller (wahrscheinlich wegen ungenügender lüftung während des leerstandes)lösen. ich will hingegen auch keinen staubtrockenen keller (weinlagerung)
außerdem erhoffe ich mir einen positiven effekt nach einer schwammsanierung, die im 1.og nötig sein wird.
ist diese form der wandheizung eine alternative?
hat damit jemand erfahrung?
wer kann so etwas rechnen?
was wird so etwas kosten?

bettina
Verfasser:
Otto
Zeit: 01.04.2004 08:36:52
0
56756
@ Bettina

Liebäugele selbst mit dem Prinzip Großeschmidt in einem Fachwerkhaus mit ca. 300 m² Wohnfläche.
Dieses Thema wurde in diesem Forum bereits kontrovers diskutiert und sehr häufig ablehnend, weil sehr viele davon entweder überhaupt keine Ahnung haben und/ oder mit der Berechnung der Strahlungswärme ihre Schwierigkeiten haben. (Nicht-) Glaube und Beharrungsvermögen feiern halt manchmal immer wieder ihre Auferstehung.
Gib mal oben rechts in der Suchfunktion "Großeschmidt" ein und du erhälst die wenigen Beiträge zu diesem Thema, inkl. Polemik.
In anderen Foren wie z.b. www.fachwerk.de wird dieses Thema wesentlich sachlicher diskutiert. Auch hier erst einmal die Suchfunktion benutzen und da gibts massenhaft Hinweise auf Alternativen, Varianten, Planer, Kosten, Erfahrungsberichte etc.
Nach all diesen Infos stellen sich Deine Fragen dann sicherlich etwas spezifischer.
Gruß und frohes Gelingen.
otto
Verfasser:
Gerd Meurer
Zeit: 02.04.2004 11:58:01
0
56757
Wir haben uns auf die Herstellung und Vertreib von Wandheizungen spezialiesiert. Eine unsere Stärken liegt im Bereich des Altbau und der Denkmalpflege. Eine Temperierung erstzt keine Wärmedämmung. Wird der Dämmwert verbessert sinken auch bei der Temperierung die Heizkosten bzw. die Menge des Eingebrachten Materials. Im Museumsbereich reicht oft die Temperierung. Im Wohnbereich ereißt sich das Systen als sehr träge. Wir Kombinieren das sehr häufig mit einer Wandheizung.Die Temperierung wird geziehlt im Bereich der Wärmebrücken eingebracht. Viele Grüße Gerd Meurer
Verfasser:
Gregor Weyrich
Zeit: 06.04.2004 17:49:13
0
56758
Wenn ich lese "Schwamm", "durchfeuchteter Keller", "keine Dämmung" (aus welchen Gründen auch immer) dann kann die Wandheizung (von wem auch immer) nie die Lösung sein...
Das ist die klassische Aufgabe eines (Altbau)Sanierers, der Ahnung haben muss von Bauphysik, von geeigneten Materialien (z.B. Kalk), von geeigneten Handwerkstechniken und wie man richtig dämmt und heizt. Hierzu fällt mir nur einer ein: www.konrad-fischer-info.de
Mehr sog i ned...
Verfasser:
Otto
Zeit: 06.04.2004 19:09:00
0
56759
@ Gregor Weyrich

Jetzt frag ich mich nur, warum der KF nun gerade diese Art der Temperierung vorschlägt ????
Mehr sog i oh ned...
Verfasser:
me. Ahrendt
Zeit: 06.04.2004 19:22:14
0
56760
@Jurist
... Ihr Vorhaben und Ihre Überlegungen grenzen an technischer und physikalischer Möglichkeit ... das wäre das Gleiche als wenn ich mich das nächste mal (hoffentlich nicht) selbst vor Gericht verteidigen würde ... ich dürfte es zwar, würde aber jede Menge Fehler begehen die jedoch jedem Jurist klar wären ...

Ich will damit sagen ... NICHT dämmen ... NICHT heizen ... und NICHT Energie verbrauchen ... würden wir alle gerne ! Wenn Sie herausgefunden haben wie dies fuktioniert melden Sie's als Patent an ... dann werden Sie wohl der reichste Mensch der Welt !! ... Falls Sie nach einer fuktioniereneden Lösung suchen versuchen Sie's über einen Installateur der Erfahrungen mit Wandheizungen hat ... einen GUTEN ! ... und einen Baupysiker/Architekten der Erfahrungen hat mit Kältebrücken und Schimmelbildung ! ... hier im Forum kommen Sie nicht weiter ... nicht weil es an Fachleuten fehlt, sondern weil Ihre Lösung nur in Zusammenhang mit Ihrem Haus gefunden werden kann ... das wird sehr aufwendig !
Verfasser:
Eppes
Zeit: 07.04.2004 10:50:37
0
56761
Was sagt eigentlich die EnEV dazu, bzw. die Archi zum Thema "selbstgenutztes Wohneigentum, energetische Sanierung und EnEV"?.

Eppes
Verfasser:
Achim Kaiser
Zeit: 07.04.2004 11:20:40
0
56762
@Eppes

seit wann interessieren große Geister so *kleingeistige* Anforderungen ?

Wir dämmen mit nem Warmluftschleier. Die *gefühlte* Wandtemperatur entspricht mindestens dem Einsatz von XYZ mm Wärmedämmung.....

Aber ich als *Kleingeist* halt mich da besser raus, ich hab zwar schon genug von den Dingern in der Kundschaft...aber ich blicks ja sowieso auf keinem Auge....

Gruß
Achim
Verfasser:
Gregor Weyrich
Zeit: 07.04.2004 11:37:41
0
56763
@ Otto
Mit WANDHEIZUNGEN hat's der KF nicht, sondern mit mit seinen (großflächigen) Heiz-Strahlplatten an den Außenwänden und Eisenschinks Alfred macht's halt mit seinen eigenen (Sockel)Heizleisten. Beide halten nichts von Wandheizungen, schon mal erst recht nichts bei einer Altbausanierung (energetisch nicht sinnvoll, problematisch da unter Putz usw.). Siehe: http://www.konrad-fischer-info.de/7temper.htm
Verfasser:
Karl-Gerd Hausertis
Zeit: 17.08.2004 17:49:22
0
56764
@Gregor Weyrich: Sie schrieben am 06.04.2004 17:49:13:

> ... wie man richtig dämmt und heizt. Hierzu fällt
> mir nur einer ein: www.konrad-fischer-info.de

So so?

Dann fällt Ihnen sicherlich auch als Fachmann für's Kindermachen der Papst ein?

Denn der hat - so munkelt man - exakt genau so viel Ahnung von der Theorie und der Praxis des Kindermachens wie der Fischer Konrad vom Dämmen und Heizen.

Beispiele gefällig?

Fischer glaubt z.B., die physikalisch zwingend notwendige Unterscheidung zwischen Wärme (Einheit Joule) und Temperatur (Einheit Kelvin) sei Rabulistik, d.h. eine Spitzfindigkeit, die nur zu dem Zweck erfunden wurde, ihn und andere zu verwirren.

Oder er glaubt, eine herkömmliche Einfachglasscheibe sei ein ganz famoser Reflektor für Wärmestrahlung, weshalb man auf den Einbau von Mehrscheibenverglasungen verzichten könne. (Tipp: Versuchen Sie doch aus Jux 'mal die Wärmestrahlung einer glühend-heißen Kochplatte mittels einer einfachen Glasscheibe auf ein rohes Schnitzel zu reflektieren und dieses dergestalt zu braten.)
Verfasser:
Martin Glane
Zeit: 17.08.2004 21:11:40
0
56765
Was soll den die Polemik. Das hilft niemandem!

Der Aussage von

Gerd Meurer Datum:
02.04.2004 11:58:01
............Eine Temperierung erstzt keine Wärmedämmung. Wird der Dämmwert verbessert sinken auch bei der Temperierung die Heizkosten bzw. die Menge des Eingebrachten Materials.............

würde ich zustimmen. Die von Großeschmidt in Aussicht gestellte Energieeinsparung von bis zu 20 % erscheint mir wenig plausiebel.

Für historische Gebäude mit einschligem Mauerwerk hat sich diese Art der Beheizung bewährt. Dem im Mauerwerk aufgrund der Kapilarwirkung aufsteigenden Wasser wird durch das Heizsystem so viel Wärme zugeführt dass es in den dampfförmigen Zusatand überführt wird und Schäden wie Ausblühungen von Salzen etc. nicht mehr entstehen. Der Wasserdampf gelangt in die genutzen Räume und muß ggf. gezielt von dort abgeführt werden.

Im KG ist natürlich immer auch die Möglichkeit, das drückendes Wasser oder Schichtenwasser in das Mauerwerk eintritt zu untersuchen. Dagegen ist das System nach Großeschmidt ziemlich machtlos.

Eine intensive Lüftung des Kellers im Sommer führt bei Altbauten aufgrund der i. a. ohnehin nicht trockenen Wände und der deshalb nur sehr langsam ansteigen Oberflächentemperaturen zu Taupunktunterschreitungen auf den Wandoberflächen. Im Sommer wird der Keller, vor allem in Altbauten also möglichst nicht gelüftet. Sonst gibt es Salzausblühungen Schwamm und Schimmel.

Beim System Großeschmidt wird die Wärme, im Unterschied zu anderen Wandheizsystemen, konzentriet im unteren Wandbereich eingebracht damit gelingt es, die Wand annähernd in ihrer ganzen Stärke soweit zu durchwärmen dass das durch Kapilarwirkung aufsteigen Wasser dampfförmig wird. Das oberhab der durchwärmten Zone liegende Mauerwerk bleibt damit trocken. Die Wärmeleitfähigkeit des Materials geht damit zurück. Das gibt einen gewissen Energieeinspareffekt (aber keien 20%). Bei "konventionellen" Wandheizungen wird die Wärme eher großflächig eingebracht. Es gibt dabei keine in der ganzen Wandstärkte Zone durchwärmete die das Aufsteigen des Wassers infolge Kapilarwirkung verhindert. Die Wand bleibt auf der Außenseite immer feucht.

Quintessenz:
Für historische Gebäude mit einschligem Mauerwerk ohne Trennlage gegen aufsteigendes Wasser ist das System erwägenswert. Es ist jedoch kein Allheilmittel, schon garnicht gegen drückendes Wasser oder Schichtenwasser.

Verfasser:
Martin Glane
Zeit: 17.08.2004 21:36:54
0
56766
Was ich noch vergessen habe:

Das System Großenschmidt ist sozusagen nicht regelbar. Nachtabsenkungen etc. sind aufgrund der Trägheit nicht sinnvoll. Die Regelung erfolgt weitgehend über den Selbstregeleffekt. Damit gibt es natürlich Raumtemperaturen, die oberhalb der gewünschten Werte liegen. Man heizt also zeitweise mehr als man muß. Das kostet Energie!

Man kann das rechnen. Dazu gibt es folgende Methoden:

1. Analytische Lösung der Fourier DGL der Wärmeleitung für den stationären, zweidimensionalen Fall. Das Verfahren ist seit ca. 1940 bekannt und von B. Glück weiterentwickelt und in dem Buch "Strahlungsheizung" veröffentlicht worden.

2. Numerische Lösung der Fourier DGL über ein Differenzenverfahren für den zweidimensionalen stationären Fall. Dazu findet man was in dem Buch Wärme- und Soffübertragung von Baehr/Stephan.

3. Numerische Lösung der Fourier DGL für den zweidimensionalen stationären Fall mittels FEM. Für Leute die über entsprechnde Programme verfügen sicher nicht besonders aufregend. Ansonsten: A. Stoffel, Finite Elemente und Wärmeleitung.


A B E R !

Ein Teil er eingebrachten Heizwäre wird zur Überführung des durch Kapilarwirkung austeigenden Wassers vom flüssigen in den dampfförmigen Zustand benötigt. Wieviel Wasser wirklich aufsteigt ist sicher nur schwer abschätzbar. Da macht dann die ganze Rechnerei doch nicht so viel Sinn. Man verläßt sich vielleicht besser auf Erfahrungswerte.
Verfasser:
Energiesparer
Zeit: 17.08.2004 21:46:36
0
56767
Konrad Fischer behauptet ja auch, dass Einfachglas die Wärme reflektiert.

www.ziegelphysik.de
Verfasser:
Karl-Gerd Hausertis
Zeit: 18.08.2004 00:33:31
0
56768
@Martin Glane: Sie schreiben:

> ... Man verläßt sich vielleicht besser auf Erfahrungswerte.

Tja, das ist so eine Sache mit den Erfahrungswerten.

Einige meiner Erfahrungswerte mit Großeschmidtschen oder sonstigen Wandbeheizungen feuchten Mauerwerks sind z.B. die folgenden:

Wenn ein Kapillarsystem, wie das im Mauerwerk, vollständig durchfeuchtet, d.h. vollständig wassergesättigt ist, ist der Wassergehaltsgradient nahezu null. Und wenn der Wassergehaltsgradient nahezu null ist, fließt Wasser nicht mehr aufgrund von Kapillarkräften durch dieses Kapillarsystem, sondern nur noch aufgrund äußerer Kräfte (Druckdifferenzen, Schwerkraft etc.). Denn eine Kapillare befüllt sich zwar von ganz alleine aufgrund der unterschiedlichen Benetzungseigenschaften von Kapillarwand und Flüssigkeit ("Kapillarpumpe"). Wenn die Kapillare aber völlig gefüllt ist, ist Schluss mit der Kapillarwirkung.

Das bedeutet aber, dass wenn man durch thermische Energie einen bestimmten Wandbereich trocknet, vergrößert man dort wieder den Wassergehaltsgradienten. Und die gerade zum Stillstand gekommene "Kapillarpumpe" läuft wieder an. Und zwar umso besser, je intensiver der Wandbereich getrocknet wird.

Damit aber hat man die aufsteigende Feuchtigkeit keineswegs besiegt, sondern man hat die Feuchte erst so richtig zum Aufsteigen animiert. Und die Wassermenge, die im Bereich des Beheizung energieintensiv verdunstet wird, strömt fröhlich aus dem feuchten Erdreich wieder nach, um nach dem kapillaren Aufstieg selbst wieder verdunstet zu werden.

Hinzu kommt noch, dass mit dem Wasser auch gelöste Mauer- und/oder Bodensalze zur Zone der Verdunstung transportiert werden. Nur, die Salze verdunsten leider nicht, sondern kristallisieren in der der Verdunstungszone aus. Aber im Mauerwerk auskristallisierende Salze schädigen das Mauerwerk innerlich dauerhaft (Kristallisationsdruck) und machen es zudem hygroskopisch (luftfeuchteanziehend), womit es auch noch anfälliger für die Aufnahme von Luftfeuchtigkeit wird (Sommerkondensation).

Fazit: Kurzfristig erscheint die Wand zwar trocken, aber langfristig zerstört man das Mauerwerk, das man doch eigentlich erhalten wollte.

Übrigens noch 'was bemerkenswertes zu Erfahrungswerten:

Haben sie sich evtl. 'mal die Mühe gemacht, die Veröffentlichung von Großeschmidt zu lesen, in der er sein System vorgestellt hat? Sie heißt

Großeschmidt-H: »Die Temperierung - Verfahren zur thermischen Bausanierung, Raumtemperierung und Klimatisierung in Museen und anderen Gebäuden« München, 1992.

Das beste daran sind nicht seine Systemzeichnungen (Pfeil nach unten gezeichnet und schwuppdiwupp, schon ist das Wasser weg). Auch nicht seine wirklich einzigartigen Vorstellungen von der physikalischen Wirkungsweise seines Systems ("Dipoleffekt" und "Molekularschwingung"). Und erst recht nicht die Berichte von den erfolgreich temperierten Museumsgemäuer (laufen Sie zuhause auch im Mantel herum, so wie im Museum?).

Nein! Das allerbeste sind definitv seine Messwerte von den erzielten Heizenergieeinsparungen, vom nachgewiesenen Rückgang des Wassergehalts des Mauerwerks und von der nachweislich besiegten aufsteigenden Feuchte.

Die Kenner des Großeschmidtschen Oeuvres werden jetzt fragen: Wie? Was? Messwerte? Da stehen doch gar keine d'rin!

Worauf ich antworten werde: Eben! Da steht nicht ein einziger Messwert d'rin, woran sich die Wirkungsweise und der versprochene Erfolg auch nur ansatzweise nachprüfen ließe.

---------
weiterführende Informationen
http://www.hoki.ibp.fhg.de/ibp/publikationen/ibp_mitteilungen/ibp339.pdf
Verfasser:
Martin Glane
Zeit: 18.08.2004 22:29:00
0
56769
Hallo Herr Hauertis,

sicher haben Sie in folgenden Punkten recht:

Durch die Trocknung entsteht ein Gradient des Wassergehaltes im Mauerwerk, der zum vertärkten Aufsteigen von Wasser durch Kapilarwirkung führt.

Die Energie für die Verdampfung des Wassers muß durch die Heizung zugeführt werden.

Die von Wasser mitgeführten Salze bleiben in der Verdampfungszone zurück. Ob sie dort zu Schäden führen vermag ich nicht zu beurteilen.

Leider bleibt die Frage offen, wie denn nun das Aufsteigen des Wassers durch Kapilarwirkung verhindert wird. Es bleiben ja nur chemische oder mechanische Möglichkeiten über. Die Alternativen, Abriss der historischen Gebäude oder die Feuchtigkeit in den Wändne zu belassen kommen ja wohl nicht ernsthaft in Frage.

Ich habe das Buch von Herrn Großenschmidt nicht gelesen. Von ihm sind auch keine physikalisch fundierten Aussagen zu erwarten. Er ist sicher weder Ingenieur noch Physiker oder etwas ähnliches. Deshalb kennt er die Verfahren für die Berechnung, die ja verfügbar sind, vermutlich nicht.

Für mich ist das keine Glaubensfrage. Der Mann hatte eine Idee und hat sie offensichtlich ganz gut vermarktet. Es gilt, zu bewerten was sie taugt. Sofern Sie von negativen Erfahrungen Kenntnis haben, wäre ich daran interssiert.
Verfasser:
Gregor Weyrich
Zeit: 20.08.2004 16:23:24
0
56770
@ Karl-Gerd Hausertis
Tja, der Papst und das Schnitzel...
Einfach mal lieber Grundlagenwissen aneignen wie etwa die Unterscheidung zwischen langwelliger Wärmestrahlung, kurzwellige Solarstrahlung oder Wärmestrahlung von Heiz- und Raumflächen. Wenn Sie Stress haben mit Konrad Fischer, versuchen's halt mal mit Prof. Claus Meier (jetzt fällt ihm schon wieder die Farbe aus dem Gesicht). Empfehle das Buch "Richtig bauen: Bauphysik im Widerstreit - Probleme und Lösungen" (expert verlag, ISBN 3-8169-2394-1).
Ach ja, für meine Begriffe hat "Ziegel-Fischer" eine ganz schöne Anzahl von Referenzprojekten auf seiner Homepage stehen und er ist auch schon ziemliche lange im Beirat des deutschen Schlösser- und Burgenvereins. Eigentlich zu lange für einen Architekten und Bauingenieur, der wohl nach Ihrer Meinung null Ahnung von Physik hat...
Verfasser:
Energiesparer
Zeit: 20.08.2004 18:08:25
0
56771
Ausgerechnet Prof. Meier, dem Erfinder des Meierschen Perpetumm-Mobiles. Er verdoppelt einfach die nach Planck und Wien ermittelte Strahlung, weil er in einem vom Druckfehler heimgesuchten Lexikon diese Formeln fälschlicherweise mit dem Faktor 2 vorgefunden hat.

Und mit einfacher Mittelwerbildung kommt er auch nicht zurecht.

Zu Meiers Schwachsinn schauen Sie doch mal auf www.ziegelphysik.de bzw. www.energiesparer.freewebspace.com oder besuchen Sie mal das Ziegelpyhsik-Forum unter http://18606.rapidforum.com/

Verfasser:
Gregor Weyrich
Zeit: 20.08.2004 18:42:21
0
56772
@ Energiesparer
Um es mal etwas griffiger und praxisnäher für die geneigten Leser zu machen: Durch Ziegel-Fischer, Meier & Co. kam ich auf die für mich extrem einleuchtende Lösung, ein Dach zum Beispiel mit Holzfasermatten zu isolieren, und nicht mit Styropor, Glas-/Schaf- uns sonstiger Wolle. Gutex (www.gutex.de) scheint mir eine geeignete Produktpalette zu haben. Ist dagegen was einzuwenden? Ziegel-Fischer ist ein begeisterter Anhänger von Kalkputz (www.solubel.de), insbesondere in feuchtebelasteten Räumen. Ist dagegen was einzuwenden oder setzen Sie hier auf zementhaltige Putze? Das sind nur mal zwei handfeste Beispiele aus der Praxis; die Formelreiterei, DIN- und EnEV-Diskussionen mal den Herren Professoren überlassen. P.S. Beim Dachisolieren bitt'schön an den sommerlichen Hitzeschutz denken (aber die Klimageräteherstellen wollen doch auch noch Geschäft machen). Denke, da kommen noch einige heiße Sommer auf uns zu...
Verfasser:
Energiesparer
Zeit: 20.08.2004 20:51:50
0
56773
Ich habe nichts gegen sommerlichen Hitzeschutz und kenne mich mit Putzen nicht aus.

Der Begriff Formelreiterei lässt auf ein nicht ausreichendes Verständnis von der Materie schließen.

Achten Sie bei Ihrer Dämmung aber ruhig auch auf den U-Wert, wenn Sie neben dem sommerlichen Hitzeschutz auch die Wärmedämmung im Blick haben.

Auch spreche ich Fischer nicht grundsätzlich auf allen Gebieten seine Kompetenz ab, aber leider äußert er sich auch lautstark zu Dingen, die er definitiv falsch darstellt und ganz offenkundig gar nicht verstanden hat.
Verfasser:
Konrad Fischer
Zeit: 23.08.2004 18:38:59
0
56774
Beruhigend, daß mir von solch außergewöhnlich großartigen, unübertrefflich bescheidenen und höflichen sowie vorsichtshalber immer anonymen (Ausnahmen bestätigen die Regel) Fachleuten nicht grundsätzlich jede Kompetenz abgestritten wird, auch wenn sie mir weiterhin jedes gut gemeinte Wort im Munde herum drehen und im bewußt mißverstandenen Sinne "zitieren". Deswegen traue ich mich mal zum geheimnisvollen Thema "Aufsteigende Feuchte" zu melden. Ein besonders großer Fachmann scheint dafür ja der Anonymissimus Hausertis zu sein. Wie immer bin ich aber nicht seiner Meinung: www.konrad-fischer-info/2aufstfe.htm.
Thema Fensterglas und Strahlung: www.konrad-fischer-info/23baust.htm.

Und wer lieber an die ganz offenkundig Anonymen Theoretiker glaubt: Bitteschön. Meinen lautstarken Segen hat er: Suum cuique, jeder ist seines Glückes Schmied und darf bzw. muß nach der eigenen Facon selig werden.
Verfasser:
Energiesparer
Zeit: 24.08.2004 09:59:17
0
56775
fleißig, wie Herr Fischer nun mal so ist, hat er ja offenbar auch alle Links auf seiner alten Homepage überarbeitet und leitet von dort auf seine neune Seiten um. Allerdings hat er offenbar das alte Pendant zu der von ihm genannten Seite noch nicht entfernt. Das wird sicher bald nachgeholt, also schnell noch nachlesen.

http://home.t-online.de/home/konrad-fischer/23bausto.htm

Dort heißt es zu Fensterglas:
"1. Die Wärmestrahlung wird von jedem Glas nahezu vollständig reflektiert - hier leisten Doppeltverglasungen keine Verbesserung.
"

In Wahrheit absorbiert Fensterglas den größten Teil der Wärmestrahlung. Man kann das selbst erfühlen, wenn man eine Hand (z.B. im Winter) einige Zeit mit geringem Abstand vor eine kalte einfachverglaste Fensterscheibe hält.

Diese physikalisch völlig falsche Behauptung hat Fischer aber auch im Fernsehen von sich gegeben. Sie ist nun auf seiner neu überarbeiteten Seite auch nicht mehr zu finden. Leider basieren viele seiner Schlussfolgerungen auf ähnlichen Falschbehauptungen.
Verfasser:
Gregor Weyrich
Zeit: 24.08.2004 17:54:36
0
56776
@ Energiesparer
Ein Naturgesetz der elektromagnetischen Strahlung besagt, dass ein Temperaturstrahler normales Fensterglas nicht durchdringt, In (Cziesielski 85) steht:
"Wichtig ist die Tatsache, dass Glas für Wellenlängen unterhalb 0,3 um und oberhalb etwa 2,7 um praktisch völlig undurchlässig ist. Ultraviolette Strahlung wird nicht hineingelassen (kein Bräunen hinter einer Glasscheibe) und langwelliges Infrarot (Temperaturstrahlung) nicht herausgelassen. Das Fenster erzeugt den Treibhauseffekt: Wenn Sonnenstrahlung in einen Raum eindringt und von den Raumflächen absorbiert wird, kann die daraus resultierende Wärmestrahlung nicht mehr hinaus".
Das U-Wert-(k-Wert) Denken beim Fenster muss deshalb neu durchdacht werden. Doppel- und Dreifachscheiben, Edelgasfüllungen und metallische Beschichtungen zur Minimierung der Uw-(kF)-Werte sind nicht notwendig, wenn als Heizung TEMPERATURSTRAHLER (Kaminfeuer, Kachelofen, temperierte Wand, Strahlplatte) verwendet werden. Bei einer Strahlungsheizung gehören Wärmeschutzgläser somit der Vergangenheit an.
(nachzulesen im erwähnten Buch von Prof. Claus Meier). Diese Aussagen, lieber Energiesparer, sind bisher noch nicht nachvollziehbar widerlegt worden. Bevor Sie jetzt zur Widerrede anheben, machen Sie sich bitte klar, dass wir hier von elektromagnetischen (Wärme)Wellen reden, nicht von Thermodynamik, die bei der Lufterhitzerei zugrunde zu legen ist.
Verfasser:
Energiesparer
Zeit: 24.08.2004 20:13:57
0
56777
Jetzt kommen Sie schon wieder mit Meier. Von dem stammt doch der ganze pysikalische Unfug.

Ich habe ja auch nicht gesagt, dass die Wärmestrahlen das Glas durchdringen. Bei der Strahlunf gibt es drei Koeffizeinten, die zusammen 1 ergeben den für Relexion, Absorption (=Emission) und Transmission.

Die Wärmestrahlung wird absorbiert, schrieb ich. Damit erwärmt sie die Scheibe und geht nicht einfach hindurch. Eine Einfachglasscheibe gibt diese absorbierte Wärme durch gute Wärmeleitfähigkeit gut an die kalte Außenseite ab, wo sie vom Wind fortgetragen und wieder abgestrahlt wird.

Eine Isolierverglasung macht auch bei Strahlungsheizungen Sinn. Die Oberflächentemperatur der inneren Scheibe ist viel höher, weil die ebenfalls die Wärmestrahlung ausdem Raum aborbiert, diese aber nicht gut nach außen weitergeben kann. Diese warme Oberflächentemperatur ermöglicht ein behagliches gleichmäßig warm empundenes Strahlungsklima aus allen Richtungen. Und das nicht auf Grund von Reflexion.

Und Wenn Sie Meier zitieren, zitieren Sie fast automatisch völligen Humbug. Nicht Alles was in Büchern steht stimmt, schon gar nicht, wenn Claus Meier draufsteht.
Verfasser:
Karl-Gerd Hausertis
Zeit: 25.08.2004 22:27:18
0
56778
Herr Glane schrieb am 18.08.2004 22:29

> Es gilt, zu bewerten was sie taugt. Sofern Sie von negativen Erfahrungen Kenntnis haben ...

Habe ich.

Und damit auch die Herren Weyrich und Fischer noch etwas hinzu lernen und andere nicht durch ihr unreflektiertes Nachplappern Meierscher und Großeschmidtscher Pseudophysik langweilen, hier ein paar messtechnisch belegte Resultate aus der Temperier-Praxis:

1.: Arendt-C, Seele-J: »Verträgt ein Baudenkmal eine Bauteiltemperierung?« DAB Deutsches Architektenblatt 32 (2000) H. 2, S. 166-170.

In diesem Artikel wird über die messtechnisch belegten, negativen Erfahrungen mit der Temperierung des Schlosses Freudenberg in Wiesbaden berichtet.

daraus Zitat zur Raumlufttemperatur:
"... Im Winter stellen sich Werte von durchschnittlich ... 14 bis 17 °C im Obergeschoss ein, der vom Nutzer gewünschte Wert von 20°C wird nicht erreicht. Im Folgewinter wird "aus leidvoller Erfahrung zu niedriger Raumtemperaturen" die Heizung mit voller Leistung gefahren."

daraus Zitat zur Raumluftfeuchte:
"... Die Messung zeigt, dass die relative Feuchte ... immer wieder unter den museumsseitig genannten allerniedrigsten Schwellwert von 45% absinkt. ... Welche Konsequenzen damit für eventuelle Schädigungen am Austellungsgut verbunden sind, bedarf grundsätzlich, weil altbekannt, keiner gesonderten Klärung. Die Versprechung, mit diesem Heizsystem eine deutlich verträglichere Raumluftfeuchte zu halten, kann nicht gehalten werden."

daraus Zitat zum Heizenergieverbrauch:
"... der Soll-Ist-Vergleich des ergibt eine deutliche Überschreitung des erwarteten Verbrauchs von etwa 175% - und dies bei zumindest teilweiser Unterschreitung der geforderten Temperaturen von 20°C!"

Siehe hierzu auch die Homepage des Schlosses, auf der die Nutzer ihre Erfahrungen schamhaft mit "Probleme der Temperierung" umschreiben:
http://www.schlossfreudenberg.de/html/content/content.php?url=9_fragen.php#a4

2.: Trogisch-A: »Bauteiltemperierung als Feuchteschutz? Stichproben-Messungen können Erfolg nicht belegen« TGA Fachplaner 3 (2004) H. 5, S. 55-57.

In diesem Artikel wird über die messtechnisch belegten, negativen Erfahrungen mit der Trockenlegung der Mauern der Kirche "Maria am Wasser" durch zwei unterschiedliche Flächentemperierungssysteme berichtet (die Kirche wurde während des Elbehochwasser 2002 überflutet). Die Messungen beschreiben u.a. den Zeitraum von 2 Monaten nach Inbetriebnahme der Temperiersysteme. Aus diesen ersten Messungen lässt sich (noch) kein Trocknungserfolg ableiten. Dafür aber zeigt sich, dass einige Mauerbereiche, die vorher trocken waren, plötzlich erhöhte Feuchtigkeit aufweisen. Weitere Messungen sollen noch folgen.

Zitat aus diesem Artikel zu den Feuchtewanderungen im Mauerwerk:
"... erhöht sich einen Monat nach der Inbetriebnahme der Temperierung ... sichtbar der Feuchteindex. ... Weiterhin ist zu beobachten, dass am Messtag 6. November 2003 kurz über Oberkante Fußboden ... es an drei Stellen zu einer Erhöhung des Feuchteindexes kommt, was unter Umständen mit aufsteigender Feuchte zu erklären wäre."

Homepage der untersuchten Kirche
http://www.maria-am-wasser.de/Hochwasser.htm

3.: Das mit peinlichen Falschbehauptungen und lachhaft-naiven Verschwörungstheorien prallvoll gefüllte weiche Büchlein von Meier wurde bereits überaus zutreffend rezensiert. Dem hab' ich nichts hinzu zu fügen:
http://www.ing-buero-ebel.de/Rezension.htm

Noch Fragen?
Verfasser:
Ebel
Zeit: 26.08.2004 11:57:55
0
56779
Herr Gregor Weyrich, zu der Gruppe um Konrad Fischer (für den ich die Ausnahmen bin, die die Regel bestätigt) und Meier gehört auch Paul Bossert. Der hat bei der schweizerischen EMPA Messungen zu den behaupteten guten Ausführungen gemacht. Ich habe mal die Messungen mit dem Meierschen Formelapparat verglichen. Da alle Quellen angegeben sind können Sie alle Aussagen überprüfen. Ich glaube fast, daß Sie zu den gleichen Schlußfolgerungen kommen wie ich:
http://www.ing-buero-ebel.de/vergleich/keff_meier.htm

Konrad Fischer verläßt sich bei seinen Aussagen weitgehend auf Prof. Meier, der sogar mal seine Irrtümer in 70 Punkten für mich zusammengestellt hat - Meier betrachtet seine Irrtümer zwar nicht als solche, aber das können Sie vielleicht nachvollziehen, daß es doch Irrtümer sind.
http://www.ing-buero-ebel.de/U-Ent/U-Wert.htm
Seite 1 von 2 [Beitrag 1 bis 25 von 31]erste <12>letzte