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Haustechnikforum
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Welche Wärmepumpe und Warum?
Verfasser:
Volker
Zeit:
15.09.2004 09:26:19
90069
Hallo Zusammen!

Auch ich möchte ein Haus bauen. Fertighaus, Niedrigenergiehaus. Wohnfläche in EG und DG max. 140m². Im Keller kommen evtl. später noch 2 Wohnräume dazu. Auf jeden Fall mit kontrollierter Be- und Entlüftung mit Wärmetauscher. Heizen will ich dann entsprechend über eine Wärmepumpe.
Im Moment überlege ich, welches Wärmepumpensystem das wirtschaftlichste für mich ist. Luft/Wasser Wärmepumpe, Wasser / Wasser, Sole/Wasser oder evtl. direktverdampfende Wärmepumpe? Evtl mit Solarunterstützung?
Wo liegen die Vorteile der einzelnen Systeme? Wo die Nachteile?
Wie verhalten sich die Kosten?

Ich bin auf dem Gebiet leider Laie und im Moment von den diversen Meinungen, die mir die Fertighausbauer genannt haben, erschlagen.

Danke und Gruß,
Volker
Verfasser:
C. Brenner
Zeit:
15.09.2004 14:41:24
90070
Hallo.

Bei der Wärmepumpe hängt (fast) alles an der sogenannten "Leistungszahl". Sie besagt, wieviel Heizenergie aus 1 kWh investierter elektrischer Energie verfügbar ist. Bei Leistungszahl 5 erhält man also für 1 kWh elektrischer Energie 5 kWh Heizenergie. 4 von den 5 Teilen kommen aus der Umwelt, das übrige eine aus dem Netz.

Die Leistungszahl sinkt physikalisch Bedingt, je weiter die Temperatur der Nutzungsseite (Vorlauf) und die Temperatur der Quelle (Luft/Wasser/Erde) auseinander gehen.

Bei der Auslegung von Wärmepumpen wird also versucht, diese Differenz so gering wie möglich zu halten. Das wird zum Einen dadurch erreicht, dass die Heizwassertemperatur so niedrig wie möglich gehalten wird (Fußbodenheizung); Zum Anderen wird versucht, eine Quelle mit möglichst höher Temperatur zu nutzen.

Die klassischen Quellen für Wärmepumpen sind Grundwasser (ca. 10°C), Tiefensonden (ca 0°C), Erdkollektor (5°C bis -5°C) und Luft (18°C bis -18°C). Grundwasser ist also die beste Quelle, weil sie ein konstantes und relativ hohes Niveau liefert. Danach kommen Sonden/Erdkollektor. Die am wenigsten ideale, aber am leichtesten zu erschließende Quelle ist Luft. Im Schnitt erreicht man damit eine Leistungszahl um 3.

Direkt verdampfende Systeme bieten Optimierungspotenzial vor allem im Bereich Erdkollektor. Hier wird der Wärmetauscher, der sonst aus der im Kollektor zirkulierenden Sole Wärme entzieht, selbst zum Kollektor ausgedehnt. Damit wird die Differenz zwischen Quelle- und Nutzseite noch etwas geringer.

Dennoch bleibt die Wasser/Wasser-WP im Vorteil. Wo also Wasser ist, sollte es auch genutzt werden.

Wenn das Haus einen hochwertigen Niedrigenergie-Standard hat, sind aber auch sogenannte Integralgeräte ganz interessant. Das ist im Prinzip eine Luft/Wasser-WP für Innenaufstellung, zusammengefasst mit einer Luftwechselanlage mit WRG und einem Brauchwasserpuffer. Ist von der Investiton ganz interessant. Hier muß aber, was den Energiebedarf betrifft, "das Haus zum Gerät passen".

Dann noch zum letzten, schwersten Teil: wie schon beschrieben, sinkt die Leistungszahl mit steigender Differenz zwischen Quellen- und Nutztemperatur.
Mit sinkender Außentemperatur steigt die nötige Vorlauftemperatur. Damit sinkt aber die Leistung der WP. Die WP muß also von ihrer Leistung so ausgelegt werden, dass sie die maximale Heizlast bewältigt (umgekehrt (nicht ganz) proportionale Leistungsentfaltung).

Grüße, C. Brenner www.Celsius-compile.de


Verfasser:
Alex
Zeit:
15.09.2004 20:24:46
90071
Hallo Volker,
mir geht es im Moment ähnlich. Wir wollen demnächst bauen und sind etwas verwirrt gewesen wegen der verschiedenen Möglichkeiten.
Mein Vorredner hat es ja schon mitgeteilt aber ich möchte es doch noch einmal mit meinen nichtfachlichen Worten sagen:
WP mit Wärmequelle Luft- Hier habe ich schon mit Leuten gesprochen, die dies so eingesetzt haben und die sich über den Stromfresser im Winter (hier muss zugeheizt werden) beschwert haben.
WP mit Wärmequelle Erdkollektoren- dies ist momentan mein Favorit, da der Wirkungsgrad (Abhängig natürlich auch vom Erdreich in das die Kollektoren verlegt werden, wir haben auf unserem Grundstück einen sehr hohen Grundwasserspiegel und somit liegen die Schläuche ziemlich feucht, was den Wirkungsgrad positiv beeinflusst.
WP mit Erdsonde - soll sehr effektiv sein und kommt für uns auch noch in Betracht, hier sind wir gerade dabei uns einen Überblick zu verschaffen was an Mehrkosten auf uns zukommt!

WP mit Brunnen ist das Problem, dass man hierzu eventuell mit den verschiedenen Behörden sprechen muss und eventuell eine Erlaubnis erforderlich ist.

Tja soweit aus meinem Erfahrunsschatz zu diesem Zeitpunkt.

Wünsch Dir viel Spaß beim Bauen.

Verfasser:
Jochen
Zeit:
15.09.2004 22:32:53
90072
@Brenner

Wirklich gute Kenntnisse und absolut richtig was Du hier geschrieben hast. Hat mich wirklich gefreut mal klare und fundierte Aussagen zu sehen.

@Alex @Volker

Was Brenner schreibt ist genau richtig und dem ist nichts hinzuzufügen.
Nach meiner Erfahrung stimmt auch das mit den Lüftungswärmepumpen. Mittlerweile gibt es aber auch hier flexible Geräte wie Nibe oder die Spartec Klimabox. Die erreichen bei einer Umluftleistung von 280 bis 300m³ eine Heizungs- Endleistung von 3,7 bis 4 kW, bei 35°C Vorlauftemperatur sogar eine Leistungszahl von 4,1. Das ist in jedem Fall eine gute AUsgangssituation für Lüftungswärmepumpen.
Da ich das angegeben Fertighaus mit 140m² Wohnfläche durch das Prognoseprogramm laufen hab lassen würde sich bei dieser Konstellation und einem Luftwechsel von 0,4 eine Endleistung bei der 3,7 kW Wp von ca. 2,6 Kw, und bei der Wp mit 4 kW eine tatsächliche Leistung con ca.2,8 kW ergeben (bei luftwechsel 0,4).
Ich möchte aber eine kleine Kritik anbringen:
Bei diesen Wp ist nicht nur das HAus wichtig sondern auch das Speichersystem. Einen Warmwasserpuffer würde ich nicht empfehlen, sondern einen Systemspeicher.
Grundsätzlich bietet sich eine Luft Wp an, weil ohnehin eine Lüftungsanlage installiert werden aoll.

Nach dem Prognoseprogramm wäre die Variante Lüftungswärmepumpe um ca. 3500€ günstiger in der Anschaffung als eine Solewärmepumpe.
Die Betriebskosten/a wären dafür ca. 50€ teurer (wegen des von Brenner angesprochenen Wirkungsgrades und der geringeren Heizleistung).
Die Anlagen habe ich übrigens mit 6m² Röhrenkollektor durchlaufen lassen.
Nach 15 Betriebsjahren wäre die Lüftungsvariante aber noch immer um ca. 2700€ günstiger in Betrieb und Anschaffung.
Wenn die Anlagen nun nach 15 Jahren saniert würden, würde die Solewärmepumpe einschließlich der Sanierung ca. 7300 bis 9000 € Merkosten gegenüber der Luft Wp verursacht haben.

Jochen
Verfasser:
Volker
Zeit:
16.09.2004 07:56:10
90073
Vielen Dank für die kompetenten Antworten.
So langsam bekomme ich ein Bild.

Aber ich hab auch gleich wieder ein paar Fragen.

Also, bei der Sole WP wärm ich ja im Prinzip Wasser auf, mit dem ich dann - sinnvoller Weise - eine Fußbodenheizung betreibe. Die Fußbodenheizung kann ich dann ja individuell für jeden Raum regeln, denk ich mal.

Wie ist das bei der Luft WP? Da habe ich bisher immer die Info bekommen, daß die Hütte dann immer eine Temperatur hat. Egal, ob ich bestimmte Räume nutze oder nicht. Gibt es da auch Systeme, mit denen ich meine Wohnräume auf den individuellen Wärmebedarf der Bewohner einstellen kann?

Was muß bei der Sole WP nach 15 Jahren saniert werden?

Was ist ein 6m² Röhrenkollektor? Ist das der Flachkollektor?

Danke im Voraus,
Volker
Verfasser:
Wärmepumpe mit Pufferspeicher ?
Zeit:
16.09.2004 22:31:36
90074
Hallo,
wir planen für einen Neubau eine Wärmepumpe für Heizung und Warmwasser (mit Erdsonde)
Wärmebedarf 10 kw, 190 qm Wohnfläche.
Wie groß sollte der Warmwasserspeicher sein ? (5 Personen)
Ist ein extra Pufferspeicher sinnvoll ?

Gruß
Otto
Verfasser:
C. Brenner
Zeit:
17.09.2004 00:26:20
90075
Hallo.

Bei der Wärmepumpe muß unterschieden werden zwischen Quellenseite (Luft/Wasser/Erde) und der Nutzungsseite (Flächenheizung/Radiatoren/Brauchwasser).
Verbrennungsheizungen tun sich relativ leicht mit der Nutzungsseite, da sie ihre Leistung dem aktuellen Bedarf anpassen können (modulierender Betrieb). Das kann die Wärmepumpe (egal, welche) (leider noch) nicht.
Die WP kann nur ein- bzw. ausgeschaltet werden mit der Konsequenz, dass sie (abgesehen von der physikalisch bedingten Leistungsschwankung) quasi immer volle Leistung abgibt. Das Heiznetz zieht aber ständig unterschiedliche Leistung, da die Nutzung variiert, Räume nicht oder nur kurzzeitig genutzt werden, ...
Mit der Einzelraumregelung, wie sie die EnEV vorschreibt, wird also der Massenstrom des Heizwassers durch die Thermostatventile stets verändert; Je nach Bedarf (offenen Ventilen) fließt mehr Wasser im Heizkreis, oder weniger (schließende/geschlossene Ventile).

Wie schon gesagt, hat die Verbrennungsheizung damit kein Problem, weil sie die Brennerleistung einfach runterfährt, wenn weniger Wasser fließt.

Die WP dagegen braucht auf der Nutzungsseite immer einen konstanten Massenstrom. Damit kein Konflikt der verschiedenen Massenströme entsteht, bedient man sich einer sogenannten hydraulischen Weiche. Das ist ein Behälter mit vier Anschlüssen: 2 oben, 2 unten. An einen oberen und einen unteren wird die Nutzungsseite der WP angeschlossen; An den anderen oberen und anderen unteren der Vor- bzw. Rücklauf des Heizkreises. Da der Behälter "offen" ist, kann die WP mehr Wasser durch den Behälter fördern, wie der Heizkreis benötigt. Beide Kreise sind getrennt. Eine Wärmepumpe, egal ob Sole, Wasser oder Luft, braucht also eine hydraulische Weiche. Diese Weiche kann auch zu einem angemessenen Puffer (z. B. 200l) ausgedehnt werden. Damit wird erreicht, dass die WP zwar länger läuft, bis der Puffer Solltemperatur hat; Die WP steht aber auch länger, bis der Puffer wieder unter Sollwert sinkt. Das Taktverhalten der WP verlängert sich, - zu Gunsten der Lebendauer. Außerdem werden mit dem Puffer Sperrzeiten kompensiert (wenn das EVU die WP also vom Netz nimmt, wirkt sich das nicht direkt auf den Heizkreis aus).

Dieser Pufferspeicher kann auch ein Komibspeicher sein, der im Innern einen kleineren Puffer für Warm-Brauchwasser enthält. Da dieser innere Brauchwassertank aber nicht allzu groß ist, sollte bei größerem Brauchwasserbedarf ein zweiter, separater Brauchwasserspeicher beigestellt werden. Für einen 5-Personen-Haushalt würde ich etwa 400l veranschlagen.

Die WP versorgt dann entweder den Heizungspuffer, oder den Brauchwasserpuffer, je nach Bedarf (oder Zeitprogramm oder Hysterese).


Was bei einer Sole-WP nach 15 Jahren saniert werden muß? In dieser Zeit ist vielleicht mal die Umwälzpumpe erneuert worden. Wenn die WP noch läuft und angemessene Temperaturwerte liefert, nichts.
Sollte der Verdichter am Ende sein, empfiehlt sich der Austausch des Gerätes.

Ein Röhrenkollektor besteht aus mehreren, geschlossenen Glasröhren, in denen sich ein Absorbersegel befindet. Die Röhren sind evakuert, d. h. die Luft in den Röhren wurde abgesaugt. Das hat den Vorteil, dass die Luft die Wärme vom Absorbersegel nicht an die Glaswand transportieren kann. Diese Kollektorart hat also weniger Verluste wie z. B. ein nicht evakuerter Flachkollektor.

In Verbindung mit einer WP muß die Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage geprüft werden. Man kann mit WP übrigens sehr interessante Solarkombinationen realisieren (für Heizungsunterstützung).
Vielleicht darf ich hier etwas persönliches Anmerken: Meine Tante hat auf ihr Haus eine Solaranlage montieren lassen (ansonsten heizt sie mit Öl und Holz). Sie hat die Sachlage klar erkannt und mir erzählt, dass sie wohl wisse, dass sich das mit der Solaranlage nicht rechnet. Sie fühlt sich aber einfach besser, wenn sie die Energie der Sonne nutzen kann...

Grüße, C. Brenner www.Celsius-compile.de


Verfasser:
Jochen
Zeit:
17.09.2004 08:54:15
90076
Nur diese Anmerkungen:

Die Lüftungswärmepumpe hat zwar weniger leistung als eine Solewärmepumpe, aber versorgt die Heizkreise wie eine Solewärmepumpe. Deine Hausbeheizung funktioniert also genau so wie mit Solewärmepumpe. Was Du gehört hat über die gleiche Temperatur beziht sich sicher auf zentrale Lüftungen bei denen Wärme über die Lüftungsleitung ins Haus geblasen wird. Bei dir wird aber über Flächenheizung geheizt, also kein Unterschied.

Kombispeicher.

Ich hab ein Problem mit den Kombispeichern weil die innenliegenden Speicher das Problem haben dass sie nicht über genügend Tauscherfläche verfügen (Speicherkörper = Tauscherfläche) da kommen grad mal 1,5 - 2m² zusammen, zum Vergleich: der Latento hat Durchlaufwärmetauscher aus Edelstahl mit 6,3m² Oberfläche.
DAs Wasser im Kombisp. ist also schon lange warm bis es die Wärme dann in den innenliegenden Speicher übergeben hat.
Bei Solarbetrieb verkalken sie leicht, also kein breites Nutzungsband.

Jochen
Verfasser:
Volker
Zeit:
17.09.2004 09:10:20
90077
Hallo!

Vielen Dank wieder für die Auskunft.
Also, ich habe jetzt verstanden, daß ein Rährenkollektor einen höheren Wirkungsgrad hat als der Flachkollektor.
Das bedeutet dann auch, daß der Röhrenkollektro weniger Platz benötigt als der Flachkollektor.
Was ich noch nicht ganz verstanden habe ist der Unterschied zwischen Warmwasserpuffer und Systemspeicher.
Die Funktionsweise des Puffers habe ich verstanden. Was macht der Systemspeicher anders? Ist der Systemspeicher die Kombination aus Heizungspuffer und Brauchwasserpuffer?
C. Brenner schreibt:
"Außerdem werden mit dem Puffer Sperrzeiten kompensiert (wenn das EVU die WP also vom Netz nimmt, wirkt sich das nicht direkt auf den Heizkreis aus)"
Wie lange hält ein 200l Pufferspeicher die Temperatur an einem kalten Tag, wenn die WP nicht am Netz ist? (Ausgehend von kontrollierte Be- und Entlüftung) Reicht das jeweils für einen Tag, bis die WP abends/nachts wieder ans Netz kommt?

Danke und Gruß,
Volker
Verfasser:
H.A. Bauer
Zeit:
17.09.2004 10:39:55
90078
Hallo Volker,

zu den bisherigen Antworten möchte ich bis auf eine "Kleinigkeit" (Schreibfehler von "C.Brenner", dass bei Tiefensonden "0°C" vorherrschen), nichts hinzufügen.

> Zitat von "C.Brenner": ...Die klassischen Quellen für Wärmepumpen sind Grundwasser (ca. 10°C), Tiefensonden (ca. 0°C), Erdkollektor (5°C bis -5°C) und Luft (18°C bis -18°C)...

Warum: Ab einer Tiefe von 15 m herrscht eine konstante Jahrestemperatur von >= 10°C, die ab ca. 30 m nach der geothermischen Tiefenstufe allmählich ansteigt.

Mein Vorschlag:

* SWWP (Sole-Wasser-WP) + PCM-Latentspeicher (Pufferspeicher) + Photovoltaik (zur autarken Stromversorgung)

* Durch die SWWP wäre Solarthermie überflüssig und könnte sinnvoller durch Photovoltaik ersetzt werden (s.o.).

* Durch die vorgenannte Perspektive wären mit größter Wahrscheinlichkeit auch die Anforderungen eines KfW-60- bzw. KfW-40-Hauses erfüll, so dass eine öffentliche Finanzierung mit 30 bzw. 50.000 € möglich wäre.

Ob und welche ökologisch/ökonomische Lösung jedoch tatsächlich sinnvoll ist, sollte m.E. dringend über eine exakte energetische Analyse vorbestimmt werden…

MfG
H.A. Bauer
www.EnEV-Check.de
Verfasser:
C. Brenner
Zeit:
17.09.2004 19:55:44
90079
Hallo.

Die höhere Effizienz des Röhrenkollektors kann so interpretiert werden, dass bei gleicher Fläche ein höherer Ertrag möglich ist, oder bei geringerer Fläche der gleiche Ertrag...

Was als "Systemspeicher" bezeichnet wird, weiß ich nicht. Das würde ich eher als normalen Heizungspuffer interpretieren (hydraulische Weiche).

Wie lange der Puffer reicht, ist schwer zu sagen. Wenn die Teile zusammenpassen (FBH/Puffer/WP), können sicherlich auch an kalten Tagen 2 Stunden Sperrzeit am Stück überbrückt werden, ohne dass das bemerkt wird.
Hatte letzten Winter ne Störung auf ner WP (Umwälzpumpe wollte nicht); Da stand die WP nen mehr als nen halben Tag, bis jemand was bemerkt hat.


Die 0°C bei Tiefensonden waren eigentlich kein Schreibfehler. Auch kann ich nicht zustimmen, dass bereits ab einer Tiefe von 30m geothermische Einflüsse bemerkbar sind. Da muß wohl noch eine Null dran.
Das Erdreich hat natürlich eine höhere Temperatur (die 10°C sind schon richtig). Bei den Sonden ist es aber leider so, dass der kalte Eintritt in die Sonde beim hinabströmen das vielleicht wärmere, aufsteigende Wasser wieder abkühlt. Das wohl größte Handikap der Sonde.
Im Moment hab ich ein Projekt, bei dem mehrere Sonden in Reihe geschaltet werden, um dieses Problem zu lindern (mal sehen, was rauskommt).
Entscheidend für den Ertrag der Sonden ist aber die Qualität des Erdreichs und die Qualität der Suspension.

Grüße, C. Brenner www.Celsius-compile.de

Verfasser:
Otto
Zeit:
17.09.2004 21:55:12
90080
Wie tief ist so eine Erdsonde bei einem Heizbedarf von 10 kw ?

Gruß
Otto
Verfasser:
Christian
Zeit:
18.09.2004 07:15:54
90081
Hallo,

als Ergänzung einfach mal ein paar Infos zu einer Anlagenkonfiguration. In userem Haus (170m² Nutzfläche) ist eine Luft/Wasser WP vom Typ Nibe Fighter 600p mit dezentraler Belüftungsanlage eingebaut. Wir habe uns vor 4 Jahren für das System entschieden, weil es relativ "einfach" ist, und die Anschaffungskosten noch erträglich sind. Für die zusätzliche Isolierung und die WP mit Instalation haben wir damals ca. 9.000 Euro Aufpreis zur Gasheizung bezahlt. Grundsätzlich arbeitet das System sehr gut. Natürlich muss ab ca. -2 Grad Aussenteparatur die elektr. Heizpatrone zugeschaltet werden, was dann deutlich Strom zieht. Entscheident ist aber für mich, wieviel Strom die Anlage im Jahr verbraucht. Hier liegen wir im Durchschnitt der letzten 4 Jahren bei ca. 6.000 kWh/Jahr für Heizung, Warmwasseraufbereitung und Lüftung. Rechnet man nur den Verbrauch für den Heizungsbetrieb, bleiben im Schnitt ca. 4.200 kWh/Jahr, was einem 2,5 Liter Haus entspricht. Ich habe leider keine Vergleichsmöglichkeit, glaube aber dass die Verbrauchswerte nicht so schlecht sind. Letztendlich zählen aber nicht die kWH sonder die Kosten. Und hier ist Strom ein teurer Energieträger. Hinzu kommt, dass die Stromkosten in den letzten 4 Jahren um ca. 30% gestiegen sind. So lagen wir im ersten Jahr bei ca. 550,- Euro pro Jahr (Heizung Warmwasser und Lüftung)und sind im letzten Jahr nun auf 720,- Euro angestiegen. Trotzdem bin ich immer noch zufrieden, da ich auf eine Lüftungsanlage auf keine Fall mehr verzichten möchte. Auch ist das Reinigen der Filter sehr einfach. Allerdings wird sich dieses System im Vergleich zu einer Gasheizung unter Berücksichtigung der Anschaffungskosten nicht finanziel rechnen. Vielleicht hat ja jemand mal Vergleichswerte zum benchmarken.

Gruß Christian
Verfasser:
Jochen
Zeit:
18.09.2004 12:01:19
90082
Hallo Christian,

ich find toll dass Du deine Daten hier gepostet hast. Ich hab Deine Anlage mal durch meine Software laufen lassen. Nach meiner Berechnung wärst Du bei einem Strompreis von 10 Cent bei Jahresbetriebskosten von 696,70 €, das kommt gut hin. Wenn ich deine Anlage mit Gasheizung eingebe würde diese laut Analyse, ca. 620€ an Brennstoffkosten benötigen, dann fallen aber noch Schornsteinfegergebühren, Zählergebühren und Wartungskosten an. Die Gesamtbetriebskosten lägen dann bei 966,18€/a.
Deine Anschaffungskosten kommen mir etwas hoch vor. Eine Lüftungsanlage mit WP und E- Heizung kommt normalerweise höchstens 2000€ teurer als eine Gasheizung (Kamin und Gasanschluß mitgerechnet).
Die Mehrkosten hättest Du dann normalerweise in spätestens 8 Jahren eingespielt.

Hoffe dass noch mehr Leute Ihre Erfahrungen posten damit ich meine Software besser prüfen kann :-).

Jochen
Verfasser:
Jochen
Zeit:
18.09.2004 12:12:55
90083
Systemspeicher:

Ein Systemspeicher ist ein Schichtenspeicher mit flexiblem Aufbau wie der Latento XXL. Ich hab den Latento XXL bei mir installiert um die Lüftungswärmepumpe und die Solaranlage besser nutzen zu können. Der Latento ist in der Lage (wird Projektspezifisch gefertigt), durch seine Tauscheranordnung bessere Erträge zu erzielen. Er kann durch die Schichtung, Anordnung und Koppelung der Wärmetauscher optimale Nutzung gewährleisten. Man hat praktisch einen Speicher der arbeitet wie 3 Speicher. Die Tauscher sind so angeordnet dass auch bei Zuschaltung des E- Heizstabes die Wärmepumpenenergie voll genutzt wird. Auch wenn der E- HEizstab läuft wird Warmwasser und Heizenergie erst über das Wärmepumpensystem gezogen. Was dann noch fehlt wird über den 2. Tauscher (Mischventil) beigemischt.
Eine Zentralregelung, die auf das System passend programmiert wird, regelt die komplette Anlage.
Leider ist auf der Homepage des Latento (www.Latento.de) kein entsprechender Speicher abgebildet. Soweit ich weiß soll diese aber demnächst überarbeitet werden.

Falls mir noch jemand Daten schicken will (für meine Analysesoftware) :

info@regenerative-energiesysteme.de

Jochen.
Verfasser:
Luky
Zeit:
18.09.2004 15:32:17
90084
Hallo habe da ein bischen bei euch mitgelesen und finde die Beiträge
sehr nett aber ich habe eine bis jetzt 7 Jahre alte WP-Heizung,und die läuft 1A
also lieber Volker wenn du eine sehr gute Heizung und niedrige Betriebskosten haben möchtest kann ich dir einen Tipp geben


da ich hier nicht Werbung für eine Firma machen möchte schicke mir ein Mail und ich gebe dir dann die Anschrift ok

LG Lukas


luky.ritzi@gmx.at
Verfasser:
C. Brenner
Zeit:
19.09.2004 21:18:50
90085
Hallo.

Noch zur Sondentiefe: bei 10 KW Heizleistung beträgt die Kälteleistung der WP etwa 8 KW. Auf diese Leistung müssen die Sonden ausgelegt werden.
Je nach Bodenbeschaffenheit variiert die Entzugsleistung pro Bohrmeter zwischen 30 und 100 Watt.
Bei 8 KW Kälteleistung und einer Entzugsleistung von etwa 50W/m müssten 160m gebohrt werden (2 Sonden, ja 80 m).

Grüße, C.Brenner www.Celsius-compile.de
Verfasser:
Volker
Zeit:
20.09.2004 09:28:18
90086
Ok, hab ich wieder etwas gelernt. Vielen Dank.

Welche Fläche benötige ich denn bei einer Wohnfläche von 150m² für einen Flachkollektor bzw. für einen Röhrenkollektor?
Wie ist der preisliche Unterschied bei entsprechenden Tiefenbohrungen mit Sonden?

Vielen Dank,
Volker
Verfasser:
C. Brenner
Zeit:
20.09.2004 13:25:19
90087
Hallo.

Offensichtlich kam es zu einer begrifflichen Verwechslung: Flach- bzw. Röhrenkollektor meint einen Solarkollektor. Hat nichts mit einem Erdkollektor als Quelle für die WP zu tun.

Der Erdkollektor hat in etwa das 2 bis 3-fache der Wohnfläche, je nach Bodenbeschaffenheit.

Grüße, C. Brenner www.Celsius-compile.de
Verfasser:
Reinhard
Zeit:
21.09.2004 21:42:27
90088
Hallo,

ich baue ein Haus und habe mich für den Einsatz einer Sole Wärmepumpe entschieden. Nun habe ich verschiedene Angebote und bin etwas verwirrt, welches System das bessere ist. Zur Wahl stehen Stiebel Eltron und Terra Wärmepumpe von IDM. Die Terra Wärmepumpe hat eine Heißgasladetechnik, außerdem bietet mir dieser Anbieter einen 1000l Speicher mit Wärmetauscher an. Der Wärmetauscher ist so ausgelegt, daß Frischwasser durch den Wärmetauscher fließt und erwärmt wird. Das System von Stiebel Eltron ist herkömmlich mit einem 200l Pufferspeicher und 300l Warmwasserspeicher ausgerüstet. Für mich stellt sich nun die Frage welches System besser ist und ob sich die Heißgasladetechnik und der Speicher mit 1000l rechnet. Mehrkosten ca. 2000€

Freue mich über jede Antwort.
Reinhard


Verfasser:
C. Brenner
Zeit:
21.09.2004 22:48:03
90089
Hallo.

Die Heißgas-Ladetechnik ist interessant und wurde auf den Fachmessen von einigen Herstellern präsentiert. Man muß hier aber etwas auf die Argumentation achten: Heißgasanteil nutzen alle Wärmepumpen; Bei der HGL-Technik wird dieser Anteil ausgeführt und kann separat für Warm-Brauchwasser genutzt werden.
Es ist also nicht so, dass HGL den Wirkungsgrad oder die Leistungszahl verbessert.
Eigentlich ist HGL nur in Verbindung mit einem Kombispeicher (Mutter-Kind-Speicher) interessant. Bei separaten Brauchwasserspeichern mit Heißgasbeschickten Wärmetauschern besteht hohe Verkalkungsgefahr; Früher wurde schon mal mit HGL experimentiert, aber aus genau dem Grund ist man davon wieder abgekommen.

Bei einem 1000-Liter-Speicher mit Durchlauferhitzer besteht nicht unmittelbar Verkalkungsgefahr, mir behagt diese Kombination aber aus anderem Grunde nicht: Ein relativ hoher Anteil in diesem Puffer muß hoch temperiert werden, damit das Brauchwasser im Druchlauf auch auf Temperatur kommt. Eigentlich unnötig und mit langen "Vorhaltezeiten". Das führt zu höheren Verlusten. Bei größerer Brauchwasserentnahme kühlt der gesamte Puffer aus, womit die WP dann Brauchwasser und Heizwasser quasi gleichzeitig erwärmt (erwärmen muß). Bei getrennten Puffern kann eine Priorität gesetzt werden; Da muß das Brauchwasser mal eben warten, wenn´s im Heizpuffer knapp wird. Der hat dann eben Vorrang (geht natürlich auch andersrum,- wie man will).
Dann sind 1000 Liter ziemlich viel, was eine hohe Systemträgheit mit sich bringt und eine Anpassung an rasch ändernde Außentemperaturen erschwert.

HGL klingt interessant und lässt sich sicherlich gut nutzen. Mir erscheinen die Systeme aber noch nicht zu passen. Vielleicht zieht Stiebel damit nach.

Grüße, C. Brenner www.Celsius-compile.de

Verfasser:
Otto
Zeit:
10.10.2004 13:37:09
90090
Hallo,
wer kann zu folgendem System seine Erfahrungen mitteilen ?
Hautec-WP mit Fußbodenheizung, zweite kleine WP für Warmwasser. Die zweite WP soll den Rücklauf der Fußbodenheizung als Wärmequelle nutzen.
Was mir unklar ist, wie das funktionieren soll, wenn im Sommer die FBH aus ist ??
Wer hat damit Erfahrungen ?
Gruß
Otto
Verfasser:
Otto
Zeit:
17.10.2004 11:54:54
90091
Wer hat mit der Hautec Erfahrungen gesammelt ?
Verfasser:
Otto
Zeit:
23.10.2004 21:09:55
90092
Keiner hat ne Hautec ?
Verfasser:
CH. Kind
Zeit:
27.10.2004 18:31:43
104120
Hallo zusammen,

Ich möchte mir ein Haus bauen. Niedrigenergiehaus nach EnEV ca. 145m² Wohnfläche.

Mir wurde eine Sole/WasserWP von IVT Typ C5 angeboten. Eine Wohnungslüftung mit WRG ist auch vorgesehen. Kosten incl. Erdkollektoren 14750?. Das Haus hat keine Fußbodenheizung, sondern normale Radiatoren.
Hat schon einer Erfahrungen hiermit gesammelt?
Zur Info: Es handelt sich um ein 2-liter Haus von Viebrock.

Bin für jedes Feedback dankbar !

Ch. Kind
Verfasser:
Steffen
Zeit:
28.10.2004 09:19:34
104395
Hallo CH.Kind,

das passt aber alles nicht zusammen!

Zitat Viebrock 2 Liter-Haus:
Einmal mehr haben wir für das ökologische Heizen hochinnovative Fakten geschaffen: das 2-Liter Viebrockhaus. Mit modernster Bau- und Anlagen-Technik ist es jedem Energiesparhaus einen großen Sprung voraus.

nochmal, modernste Bau- und Anlagentechnik und dann Heizen mit Radiatoren in Verbindung mit Wärmepumpe. !???

Diese Kombination wird keine Freude machen, denke ich mal so.
Wärmepumpen sind für Niedrigtemperaturheizungen projektiert, normalerweise max. 35°C Vorlauftemperatur.
Die Hütte dann bei den VL-Temperaturen mit Radiatoren zu erwärmen wird nur funktionieren wenn die im Haus ringsrum installiert werden und die Wärmepumpe in einem "uneffektiven" Bereich >= 45°C arbeiten.
Deshalb WP immer nur mit Flächenheizung planen und bauen, egal ob FBH, Wand- oder Deckenheizung.

Vibrock schreibt von Kühlheizung, wie mit Radiatoren gekühlt werden soll? Mit einer Wand- und Deckenflächenheizung ist das eher möglich (und genau so habe ich auch gebaut)

... Selbstverständlich ist es auch zeitgleich möglich das Schlafzimmer zu kühlen und im Wohnzimmer zu heizen. ...
Mich würde interessieren wie das mit der WP funktionieren soll? Gibt es da mehrere Pumpenkreise?
Bei mir funktioniert das mit der Lüftung in Verbindung mit einer weiteren Luft-Luft WP, so kann ich im Sommer Schlafzimmer gezielt (Zoningfunktion) kühlen lassen und die WP kann Wohnzimmer heizen, macht aber selten Sinn, dann läuft die WP bei mir auch auf Kühlfunktion.

Also ich würde da nochmals etwas genauer nachfragen, irgendwie passt das meiner Meinung nach nicht...

Steffen
Verfasser:
Thoralf
Zeit:
28.10.2004 13:50:55
104496
Hallo alle miteinander,

ich plane ein Fertigteilhaus zu bauen, ca 140m² Wfl.
Empfohlen wurde mir eine WP von Nibe Typ Fighter 315, als Luft/Wasser Anlage mit Fußbodenheizung.
Wer hat Erfahrungen mit dieser Anlage gesammelt oder Alternativen?
Verfasser:
Quehl1
Zeit:
28.10.2004 15:12:51
104535
Eine Einzelraumregelung ist bei Fußbodenheizung und Wärmepumpe nicht zweckmäßig und tlw. nicht möglich. Durch das Zudrehen von Kreisen erhöht sich die Vorlauftemperatur und dadurch verschlechtert sich der Wirkungsgrad. Evtl. könnte man 1-2 Kreise schließen, um die übrigen Räume schneller warm zu bekommen. Wenn nur 1 Kreis offen ist, kann der Wirkungsgrad auf 1,0 sinken oder die WP schaltet wegen zu hoher Temperatur ab. Beim Pufferspeicher dauert diese Abschaltung dann geringfügig länger.
Verfasser:
Ch. Kind
Zeit:
28.10.2004 17:40:07
104616
Hallo Steffen,


Vielen Dank für die Antwort.

Ich habe bei Viebrock nachgefragt und die sagen die setzen normale Heizkörper ein (Vorlauf 50°C). Laut Datenblatt hat die C5 Wärmepumpe bei dieser Temperatur eine Arbeitszahl
von 3,06. (Verbrauch bei 150m² ca. 5000kWh/Jahr).Vielleicht kann mir hier noch einer was zu sagen.

Was mich auch noch wurmt, ist das die WP eine elektr. Zusatzheizung für Brauchwasser hat. Die von Viebrock sagen die würde nur gebraucht, wenn über den Wärmetauscher der Abluft keine Wärme kommt (also Lüftung aus ist). Hört sich irgendwie komisch an.
Wäre über jede Info dankbar.

Mfg
Ch. Kind

Verfasser:
Hendrik42
Zeit:
28.10.2004 19:50:29
104676
@ Ch. Kind:

Warum komisch? Meines Wissens haben alle Wärmepumpen, die Heizung und Warmwasser machen, einen Heizstab. Es kann ja wirklich sein, dass die Energiequelle (Luft, Wasser, Erdsonde) mal nicht genug hergibt. Und dann will man es ja trotzdem warm haben.

Weiterhin ist es meines Wissens meistens so, dass Wärmepumpem nur ca. 50-55° schaffen. Und wenn man einen großen Kessel hat, dann braucht man einen Heizstab um einmal die Woche das Wasser auf 60° zu bringen um Legionellen vorzubeugen.

Die meisten Wärmepumpen (z.B. die Nibe Fighter) erlauben es, der Anlage zu untersagen, den Heizstab zu verwenden.

Eine Verwendung von Heizkörpern mit "hoher" Vorlauftemperatur (>35°) geht der Wirkungsgrad von WP's runter. Das würde ich nicht machen, ich glaube auch nicht, dass Dir ein Heizungsmann das empfiehlt.

@Thoralf:

Nach meinen Gesprächen mit Nibe (ruf die ruhig an, alles nette Menschen da), ist der 315 gut bis ca. 130qm. Dann wird es grenzwertig und dann sollte man den 600p nehmen. ABER: bei WP ist größer nicht immer besser. Wenn die WP zu gross ausgelegt ist, dann schaltet sie ständig ein und aus und die Lebensdauer sinkt (und Stromverbrauch steigt). Wir bauen in ein jetzt 130qm Haus einen Fighter 600p ein, weil wir den Dachboden noch ausbauen und einen Wintergarten hinzufügen wollen.
Wenn Du bei 140qm bleibst, ist der 315 wohl OK. Ich bin mir selbst nicht sicher, dass wir einen 600p wirklich brauchen.

Gruss, Hendrik
Verfasser:
Heinz
Zeit:
28.10.2004 20:34:17
104698
Also WP mit "normalen" Heizkörpern ist absoluter Quatsch.
WP immer nur in Verbindung mit "Flächenheizungen" also Fußboden oder Wandheizung.
Alles andere läßt die Arbeitszahl deutlich sinken.

Gruß
Heinz
Verfasser:
Steffen_1
Zeit:
28.10.2004 22:51:11
104801
Hallo Hendrik42,

ich als Laie würde schätzen vieles richtig, einiges falsch.

>Meines Wissens haben alle Wärmepumpen, die Heizung und Warmwasser machen, einen Heizstab. Es kann ja wirklich sein, dass die Energiequelle (Luft, Wasser, Erdsonde) mal nicht genug hergibt. Und dann will man es ja trotzdem warm haben.

Nicht die Wärmepumpen haben einen Heizstab sondern die WW-Speicher.
Das die Energiequelle eventuell nicht genug hergibt ist etwas richtig, in diesem Falle sinkt der Wirkungsgrad und bei -10 - -20°C Sole z.B. schafft die WP nicht mehr die 50-55°C zum Warmwassermachen, deshalb der Heizstab.

>Weiterhin ist es meines Wissens meistens so, dass Wärmepumpem nur ca. 50-55° schaffen. Und wenn man einen großen Kessel hat, dann braucht man einen Heizstab um einmal die Woche das Wasser auf 60° zu bringen um Legionellen vorzubeugen.

Bei meinem Latento XXL könnte ein Heizstab zum Einsatz kommen, die WP könnte auch den Einsatz steuern, den Speicher aber über 55°C zu fahren ist aber im Winter nicht notwendig da das WW im Schichtenspeicher im Durchlaufprinzip erwärmt wird, Legionellen im WT also theoretisch und praktisch keine Chance haben sich zu bilden, im Sommer kommen dann die solaren Einträge dazu die den Speicher zur Hochform auflaufen lassen (inklusive Latentmaterial)

>Die meisten Wärmepumpen (z.B. die Nibe Fighter) erlauben es, der Anlage zu untersagen, den Heizstab zu verwenden.

Ansonsten stimme ich auch Heinz zu, Radiatoren und WP ist Suboptimal ;-).

Die Dinger sind optimal und effizient für 30°C Vorlauf oder für -18°C Gefrierkost geschaffen nicht für 50°C Vorlauf und -35°C Tiefkühlsysteme. Gehen tuts natürlich beides, eben nur nicht effektiv und kostengünstig.

Steffen
Verfasser:
C. Brenner
Zeit:
28.10.2004 23:42:09
104814
Hallo.

Wärmepumpe ist nicht gleich Wärmepumpe. Da gibt es inzwischen elementare Unterschiede. Es wäre sehr hilfreich, wenn genauere Angaben zu jeweiligen Wärmepumpe gemacht würden.
Handelt es sich um eine:

Abluftwärmepumpe?
Luft/Wasser-WP?
Sole/Wasser-WP?
Wasser/Wasser-WP?
...

Nur mit diesen Angaben kann konkret auf die Frage eingegangen werden.

Generell mag es zutreffen, dass die Flächenheizung in Verbindung mit der Wärmepumpe optimal ist.
Andererseits habe ich schon Projekte mit Radiatoren und WP verwirklich, die einer Flächenheizung nicht unbedingt nachstehen. Mir Vorlauftemperaturen bis maximal 40°C. Bedingung hierfür ist allerdings die richtige Auslegung der Radiatoren. Richtig heißt in dem Fall richtig groß. 3-reihig, 2,8 m auf 60 cm Höhe für rd. 50 m² bei entsprechendem Energiestandard sind wohl eine angemessen Dimension.

Zum Thema Heizstab: die Abluft-Wärmepumpe kommt ohne nicht aus. Die muß einen Teil der Heizleistung damit abdecken, weil die Leistung der WP sehr sehr gering ist (geht in Richtung Passivhaus).
Viele Heizungswärmepumpen (Luft/Wasser, Sole/Wasser, Wasser/Wasser) haben zwar auch einen (integriert); Wann und ob der genutzt wird (werden muß), hängt von den Betriebsbedingungen ab. Kann die WP maximal 50°C, sind aber 60°C Brauchwasser gewünscht, macht die WP bis 50°C, den Rest muß zwangsläufig die Direktheizung übernehmen.
Ist die WP richtig ausgelegt, kommt die Direktheizung für Heizzwecke nicht zum Einsatz.

Kühlen ist mit WP-Systemen möglich; In der Regel indirekt mit dem Quellensystem (Sole/Wasser), das direkt, also ohne WP, über einen Zwischentauscher das Heiznetz bedient. Das setzt aber in der Tat Flächenheizungen (-kühlungen) voraus. Mir Radiatoren macht das keinen Sinn.

Noch zum Thema Einzelraum-Regelung: Die WP braucht einen konstanten Volumenstrom; Im Heizkreis dagegen variiert der Volumenstrom ständig gemäß der Ventilstellung. Dieses "Problem" wird aber mit einer hydraulischen Weiche, ab Besten ausgedehnt zu einem angemessen Puffer, gänzlich umgangen.

Grüße, C. Brenner www.Celsius-compile.de
Verfasser:
Ch. Kind
Zeit:
29.10.2004 07:32:15
104833
Hallo,
Vielen Dank für die Antworten.

zu C. Brenner: die WP ist Sole/Wasser der Typ eine IVT C5, Arbeitszahl bei 50°C 3,06, mit Abluft WT.

So richtig schlau bin ich immer noch nicht. Sind normale Heizkörper bei dieser WP jetzt ok, oder sollte ich die Finger davon lassen ?

Mfg
Ch. Kind
Verfasser:
C. Brenner
Zeit:
29.10.2004 20:06:29
105130
Hallo.

Flächenheizungen (FBH) sind in Verbindung mit einer Wärmepumpe immer vorzuziehen.
Wenn es aber aus welchen Gründen auch immer nicht geht, kann eine Wärmepumpe auch mit Radiatoren kombiniert werden. Hier müssen die Radiatoren aber auf eine möglichst niedrige Vorlauftemperatur ausgelegt werden; Das bedeutet, dass die Radiatoren sehr groß gewählt werden müssen.

Einige Hersteller von Radiatoren geben Tabellen heraus, aus denen hervorgeht, welche Dimension bei bestimmten Vorlauftemperaturen nötig sind, um die gewünschte/benötigte Leistung übertragen zu können.

Grüße, C. Brenner www.Celsius-compile.de
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