Fünfter Band der Axor Workshop Reihe dokumentiert den interkulturellen Dialog namhafter asiatischer und europäischer Architekten über den Zusammenhang Wasser – Architektur – Kultur.
Axor AquaTektur Japan 2008 – Das Bad im Dialog der Kulturen: Der fünfte Band der Axor
Workshop Reihe dokumentiert den interkulturellen Dialog namhafter asiatischer und europäischer Architekten über den Zusammenhang Wasser – Architektur – Kultur. Im Bild zu sehen (v. l. n. r.): Erwin Viray,Felix Robbins und Philippe Grohe. Foto: Hansgrohe
„Wenn sich Architekten aus unterschiedlichen Ländern eine Woche lang intensiv über ihre verschiedenen Badekulturen und -gebräuche austauschen, können wir dabei sehr viel lernen über das Baden und den Raum, in dem es stattfindet“, so resümiert Philippe Grohe, Leiter der Marke Axor (www.axor-design.com), den AquaTektur Workshop 2008. Zu diesem hatte die Designermarke der Hansgrohe AG namhafte Architekten aus Ostasien und Europa im September 2008 nach Japan eingeladen, um sich – inspiriert von der traditionellen japanischen Bade- und Körperkultur – mit dem Zusammenspiel von Wasser, Architektur und Kultur auseinanderzusetzen. Der interkulturelle Dialog zwischen den Experten aus Europa, Japan und ergab zahlreiche neue Impulse für den Umgang mit Wasser in der Architektur und die Weiterentwicklung des Bads. „Die Entwicklung des Bades ist ein Prozess, der laufend neue Konzepte und Lösungen erfordert“, erläutert Axor Markenleiter Philippe Grohe. „In diesen Workshops bieten wir allen Teilnehmern – losgelöst vom Tagesgeschäft und inspiriert vom besonderen Veranstaltungsort – die Gelegenheit, das Bad immer wieder mit neuen Augen zu betrachten und neu zu denken.“ Die Entwürfe und Ideen aus diesem intensiven Austausch dokumentiert das Buch „AquaTektur: Das Bad im Dialog der Kulturen – Japan 2008“.
Eine Entdeckungsreise nach neuen Ideen
Die Architekten des bereits fünften Axor AquaTektur Workshops beleuchteten als gemeinsames Thema die Frage, wie sich die Funktion des Bades im Kontext zur Architektur zukünftig verändern wird. Für die Teilnehmer Kalin Cakov, cakov–makara s.r.o, (Bratislava-Slowakei), Felix Robbins, Make (London-Großbritannien), Markus Sporer, Benthem Crouwel (Aachen-Deutschland), Jacek Syropolski, APA Kurylowicz & Associates (Warschau-Polen), Francisco Villeda, JDS – Julien de Smedt Architects, (Kopenhagen-Dänemark), Kazuhiro Kojima und Kazuko Akamatsu, CAt Coelacanth and Associates (Tokio-Japan), Taira Nishizawa, TAIRA NISHIZAWA Architects (Tokio-Japan), Takaharu Tezuka, TEZUKA ARCHITECTS (Tokio-Japan),
Wong Mun Summ, WOHA (Singapur) und Erwin Viray (Singapur) spielte bei der Suche nach Antworten der tägliche Umgang mit der wertvollen Ressource Wasser und der Einfluss des Lebenselements auf die Menschen und deren Kulturen eine wichtige Rolle.
„Besonders spannend ist dabei die Bandbreite der Ideen“, erläutert Philippe Grohe. „Diese reicht von ganz konkreten Produktentwürfen wie beispielsweise das multifunktionalen Bademoduls „W.E.T. Module“ von Francisco Villeda bis hin zu einer philosophischen Betrachtung durch den Architekturtheoretiker Erwin Viray. Er verlieh seinen Ideen zum Element Wasser in Form von Gedichten Ausdruck, die er mit Bildern aus Pflanzen und Naturmaterialien vom Veranstaltungsort Naoshima veranschaulicht.“
Wong Mun Summ stellte sich viele – teilweise auf den ersten Blick einfach erscheinende – Fragen zum Bad und Baden: Ob das Baden nicht auch an anderen Orten stattfinden könne oder ob es möglich wäre, statt mit Wasser mit Dampf, Sand, Duftstoffen oder Schnee zu duschen. In seinen Entwürfen spielt er mit der räumlichen Platzierung des Badeortes und skizziert beispielsweise einen sinnlichen Pool im Schlafzimmer. Zu seinen alternativen „Badeideen“ gehörten Ansätze, das Baden nachhaltiger und umweltfreundlicher zu machen, indem man das Wasser in einem Kreislauf reinigt, sodass man die Wanne nur einmal befüllen muss.
Der deutsche Architekt Markus Sporer verfolgt in seinem Konzept, das er unter dem Titel „Gemeinsam essen – gemeinsam baden“ zusammenfasst, die Idee, die intimen Funktionen des Badezimmers räumlich auf ein Minimum zu beschränken und dabei die kommunikativen und erholsamen Bereiche in den Wohnraum zu verlagern. Ins Extreme steigert er dies, indem er dem Essbereich eine Doppelfunktion gibt: Durch Drehen des Tisches wird die Sitzgruppe zur Badewanne umfunktioniert, jedoch ohne die räumlichen Grenzen eines typischen Badezimmers.
Quellen der Inspirationen
Mit AquaTektur schafft die Designermarke der Hansgrohe AG eine Dialogplattform auf höchstem Niveau, die neue Denkansätze über den architektonischen Umgang mit der Materie Wasser fördert. Mit dem Workshop in Japan setzte Axor die Reihe bereits zum fünften Mal fort, die zuvor im Jahr 2002 und 2003 auf Kuba, im Jahr 2004 in Beirut und in 2006 in Peking stattfand. Die Resultate werden in Büchern über den AquaTektur-Workshop anschaulich dokumentiert.