Sa, 25. Mai 2013 | 04:39:06 Uhr
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Zentrale Trinkwarmwasserbereitung – preiswert und ohne Hygienerisiko

News vom 04.06.2012

Beim Lesen des ersten Teils mag bei so manchem Leser vielleicht der Eindruck entstanden sein, dass die Empfehlung, mit Hilfe der Ringleitung so genannte Kleinanlagen zu planen, das Ziel hat, die neue Trinkwasserverordnung 2011 in Bezug auf die Hygieneanforderungen zu unterlaufen.

Das SanitärJournal schließt den Themenkreis von Materialien und Systemen über Produkte, Normen und Regelwerke bis hin zu Designtrends und Marktentwicklungen. Bild: HeizungsJournal-Verlag
 Das SanitärJournal schließt den Themenkreis von Materialien und Systemen über Produkte, Normen und Regelwerke bis hin zu Designtrends und Marktentwicklungen. Bild: HeizungsJournal-Verlag
Das ist so jedoch nicht beabsichtigt gewesen, denn die Vorteile einer Trinkwarmwasseranlage mit Ringleitung sind gerade in Bezug auf die hygienischen Anforderungen so groß, dass es sich auf jeden Fall lohnt, die vorgeschlagenen Lösungen zu prüfen.

Egal, ob dabei eine Kleinanlage ohne die Auflagen der Legionellenprüfung für drei Jahre oder eine Großanlage nach DVGW 551 mit den Prüfauflagen entsteht. Im Falle der Kalt- und Warmwasserringleitung ist die wirtschaftlichste Lösung auch die hygienisch sicherste
Lösung.

Bei Objekten, wo der Steigestrang nicht in direkter Nähe von Bad und Küche möglich ist, kann auch eine Stockwerkszirkulation geplant werden. Innerhalb bestimmter Grenzen, das heißt bis zu 4 Meter Stockwerksleitung vor dem Zähler, ist dabei auch die Einhaltung der 3-Liter-Regel möglich.

Die kritische Wohnung ist in diesem Falle nicht die obere Wohnung mit 19 Meter Rohrlänge, entsprechend einem Volumen von 2,52 Litern, sondern die mittlere Wohnung.
  • Nach dem Zähler innerhalb der Wohnung: 5 Meter
  • 3 Stockwerksleitungen: 12 Meter
  • Steigestrang: 3 Meter
  • Im Keller bis zum Geysir: 2 Meter
  • Rohrlänge vom Trinkwassererwärmer bis zur ungünstigsten Zapfstelle: 22 Meter
  • Rohrvolumen bei einem Rohr DN 12 (15x1 mm): 2,92 Liter

Die Zirkulationsverluste erhöhen sich gegenüber der Anlage wegen der zusätzlichen Stockwerkszirkulation auf ca. 240 W beziehungsweise 3,85 kWh pro Tag, liegen damit aber weit unter den heute üblichen Werten.

Die Komfortanforderungen nach VDI-Richtlinie 6003 können einschließlich Temperaturpräsenz für die höchste Gruppe III eingehalten werden.

Temperaturpräsenz nach VDI-Richtlinie 6003

Die Temperaturpräsenz nach VDI-Richtlinie 6003 ist eine Komfortanforderung, die zusammen mit den Hygieneanforderungen der DVGW-Arbeitsblätter W 551 und W 553 den Rahmen für Kleinanlagen vorgibt. Die VDI-Richtlinie 6003 Planung, Bewertung und Einsatz von Trinkwassererwärmungsanlagen definiert Komfortanforderungen für die Trinkwassererwärmung, die für höhere Ansprüche nur bei kurzen Rohrleitungen mit geringem Volumen erfüllt werden können.

In der novellierten Trinkwasserverordnung 2011 wird in Bezug auf die Legionellen-Prüfvorschrift für Klein- und Großanlagen das DVGW-Arbeitsblatt W 551 herangezogen. Danach sind Trinkwassererwärmungsanlagen mit einem Rohrleitungsinhalt von weniger als 3 Litern, zwischen Trinkwassererwärmer und der letzten Zapfstelle, als Kleinanlagen einzustufen. Die Komfortbedingungen und die Hygieneanforderungen können also am besten mit Trinkwassererwärmungssystemen bei geringstem Rohrleitungsinhalt erfüllt werden. 


Mehr dazu lesen Sie im neuen SanitärJournal (Heft 3 / 2012).


Weitere Beiträge im neuen Heft:

  • Kemper schlägt neues Kapitel zu „Trinkwasserhygiene“auf – Interview mit Stefan Pohl, Leiter Marketing und Vertriebscontrolling
  • „Barrierefrei“ ist eine Gemeinschaftsaufgabe –Interview mit Dierk Lause von der HTB Haustechnik
  • Duschking: Die Pflegedusche zum 0-Tarif
  • Aschl: Ein Design-„Classic“er – die Duschrinne
  • Vorwandtechnik in trockener Ausführung – Eine solide Basis für das Mehrgenerationen-Bad
  • Es dreht sich einfach alles um die Energie – Pumpenhersteller rüsten beim Stromsparen auf breiter Front auf

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