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KWK sichert die Heimkosten ab

News vom 19.09.2014

Was hat die Kraftwärmekopplung mit der Attraktivität eines Seniorenheims zu tun? Die Antwort: Eine preiswerte – aber selbstverständlich zuverlässige – Energieversorgung nimmt Einfluss auf das Heimentgelt.

Andreas Richter (Bauherr)  und Thomas Meyer (Planer) vor dem XRGI 9 und dem 1.400-l-Speicher. Die BHKW-Installation hat etwa 40.000 € gekostet. Wartungsturnus alle 10.000 Stunden. Bild: EC Power
Andreas Richter (Bauherr) und Thomas Meyer (Planer) vor dem XRGI 9 und dem 1.400-l-Speicher. Die BHKW-Installation hat etwa 40.000 € gekostet. Wartungsturnus alle 10.000 Stunden. Bild: EC Power

Unser deutsches Gesundheitssystem kennt im Prinzip drei Kostenebenen: erstens die Pflegestufe, zweitens den Pflegesatz (ohne sogenannte Verpflegungs- und Hotelkosten), drittens das Heimentgelt mit Verpflegungs- und „Hotel“-Kosten. Mit den Sätzen der Pflegestufen bezuschussen die Kassen lediglich die Betreuung, sie alleine decken nicht die monatlichen Kosten der Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung. Der Heimbewohner muss aus seiner Rente/Pension oder einer Versicherung die Differenz zum vollen Satz selbst tragen.

Doch stehen ihm die Kassen auch hier zur Seite, indem sie sich zum Anwalt ihrer Mitglieder machen. Das XI. Sozialgesetzbuch verpflichtet sie, die Pflegestufensätze nur an jene Seniorenresidenzen zu überweisen, mit denen eine Vergütungsvereinbarung ausgehandelt wurde: also in erster Linie jener Differenzbetrag oberhalb des Pflegestufensatzes, den das Mitglied aus eigenen Mitteln aufzubringen hat. An dieser Stelle kommt nun die Kraftwärmekopplung ins Spiel. Sie erhöht die Chancen einer Vollbelegung. Deshalb: „Wenn die Pflegekasse feststellt, dass aufgrund irgendwelcher Missstände die Preise aus dem Ruder laufen, sagt sie, wir schließen Sie aus dem Kreis der zugelassenen Einrichtungen aus. Ich bin mithin gezwungen, meine Produktionskosten, sprich Energiekosten, absolut im Griff zu haben“, sagt Andreas Richter, Betreiber des „Seniorenhäus’l“ in Großharthau in der Westlausitz/Sachsen.

Im Frühjahr 2014 hatte die turnusmäßige Besprechung stattgefunden. „Der Preis bleibt jetzt bis zum 31. 12. 2015 gültig. Ich darf die Kosten in dieser Zeit weder erhöhen noch einen Antrag auf Erhöhung stellen, selbst wenn aus irgendeinem Grund zum Beispiel die Strom- oder Gastarife in die Höhe schnellen sollten. Deshalb bin ich auf Nummer sicher gegangen und habe mich für das BHKW entschieden. Das, was ich hier an Betriebsausgaben spare, kann ich bei anderen Sachkosten einbringen, etwa bei den Verpflegungskosten.“  

Erdgas liegt nicht in Großharthau. Deshalb läuft dort jetzt ein mit Flüssiggas betriebener XRGI-Powerblock von EC-Power mit einer Leistung bis 9 kW elektrisch und bis 20 kW thermisch. Seit gut einem Jahr ist die Maschine auf dem Markt. Sie ergänzt die Palette des Herstellers im Leistungsband 5 bis 10 kW elektrisch. Das komplette Angebot besteht aktuell aus den vier Typen 6, 9, 15 und 20 kW. Die regelbare 9-kW-Version deckt konkret den Bereich zwischen 4 bis 9 kW elektrisch und 12 bis 20 kW thermisch ab. Sie überzeugt mit einem Gesamtwirkungsgrad von 93 Prozent (ohne Brennwertnutzung). Weil sie energieeffizient und „mit Emissionswerten von weniger als ½ TA Luft“ (Bundesumweltministerium) arbeitet, zeichnete das XRGI die oberste Umweltbehörde mit dem „Blauen Engel“ aus.

Die Bilanzierung von Investitionsaufwand und Einsparung wirft den meisten Ertrag ab, wenn die Anlage so klein – oder so groß – dimensioniert ist, dass das Gebäude bei einer Jahreslaufzeit ab etwa 6.000 Stunden den Eigenstrom selbst nutzen kann. Dann haben sich die Mehrausgaben gegenüber Strom aus dem Öffentlichen Netz plus klassischer Kesselanlage spätestens nach drei bis vier Jahren refinanziert. Auf dieser Kalkulation der Firma Meyer Wärmetechnik GmbH, Dresden, basiert das XRGI-Modul mit der Leistung bis 9 kW elektrisch. Die Spitzenlast deckt Nahwärme aus einem benachbarten Pelletkessel ab. „Auf die Nahwärme sind wir in unserer KfW-70-Seniorenresidenz aber wahrscheinlich erst bei einer Außentemperatur im zweistelligen Minusbereich angewiesen“, vermutet Andreas Richter.