Fr, 30. September 2016 | 22:15:51 Uhr

Energieeffizienz in Immobilien:
Nur ein bisschen Sparfuchs funktioniert nicht!

News vom 21.01.2016

Nur ein „bisschen“ Sparfuchs funktioniert nicht! Um das Klimaziel zu erreichen und den Wärmebedarf im Gebäudebestand bis zum Jahr 2020 wirklich um 20 Prozent zu reduzieren, müssen die Deutschen noch mehr auf die Energie-Sparbremse drücken. Naja … nicht alle. Laut aktueller Energiekennwerte-Studie 2015 von Techem spart immerhin ein Drittel sehr effektiv. Dem gegenüber steht jedoch das Sechsfache an Energieverschwendern. Diese Rechnung kann also nicht aufgehen, auch wenn der Verbrauch in der Summe rückläufig ist…

Ob Sparfuchs oder Verschwender – der Wärmeverbrauch der Deutschen hängt entscheidend vom Bedarf und Nutzerverhalten ab. Grafik: Techem
 Ob Sparfuchs oder Verschwender – der Wärmeverbrauch der Deutschen hängt entscheidend vom Bedarf und Nutzerverhalten ab. Grafik: Techem

Insgesamt ist der witterungsbereinigte Endenergieverbrauch für Raumheizwärme in deutschen Mehrfamilienhäusern zwischen 2008 und 2014 durchschnittlich um rund 1,5 Prozent pro Jahr gesunken - klingt erstmal nicht schlecht. Guckt man jedoch genauer hin, wird deutlich, dass dieser Prozentsatz nicht ausreicht, um das klimapolitische Ziel zu erreichen. Mehr noch - es ist nicht einmal zuverlässig in Greifweite. Denn im Vergleich zu den Einsparungen vor 2008 fehlt es aktuell deutlich an Dynamik.

Den Kopf in den Sand stecken, braucht dennoch niemand, denn es gibt noch Wege und Möglichkeiten, den „Verschwendern“ ein sparsameres Heizverhalten zu erleichtern. Hier nämlich liegt ein hohes Einsparpotenzial, wie sich aus der großen Spannbreite von extremen Vielverbrauchern bis hin zu erklärten Energiesparern ableiten lässt. Das alles zeigt ein Blick auf die Analyse, die auf Daten basiert, die im Rahmen der Verbrauchsabrechnungen für das Jahr 2014 bundesweit in rund 1,5 Millionen Wohnungen in 126.000 Mehrfamilienhäusern erhoben und anonymisiert ausgewertet wurden. Sie liefert detaillierte Informationen zu Energieverbräuchen für Heizung und Warmwasser in Mehrfamilienhäusern in rund 140 deutschen Städten, für unterschiedliche Gebäudegrößen und Energieträger.

Bedarf und Nutzerverhalten sind entscheidend

Erstmals wurden im Rahmen der Studie die Unterschiede des Verbrauchs innerhalb ein- und desselben Wohnhauses anonymisiert analysiert. Bundesweit sind Verbrauchswerte aus über 50.000 Wohnungen in die Analyse eingeflossen. Das Ergebnis zeigt, dass der individuelle Verbrauch eine enorme Bandbreite hat, was auch auf große Unterschiede im Heizverhalten hinweist: Während der Verbrauch vieler Bewohner nur bei einem Drittel oder weniger des Durchschnitts im Haus liegt, verbrauchen etliche andere das Dreifache und mehr. Das liegt neben nicht beeinflussbaren Faktoren, wie etwa der Lage der Wohnung im Gebäude, an der Intensität der Wohnungsnutzung, dem individuellen Temperaturempfinden und insbesondere dem Lüftungsverhalten. Wer die Temperatur herunterdreht, wenn er die Wohnungen länger verlässt oder die Fenster öffnet, spart Energie. Kurzes Stoßlüften ist außerdem energiesparender als dauerhaft gekippte Fenster.

Einsparpotenzial bieten beispielsweise auch digitale Monitoringsysteme, die auf einen Blick zeigen, wie sparsam oder verschwenderisch geheizt wird.  So können Informationen zum Verbrauch zeitnah und digital zur Verfügung stehen, um dem Bewohner die Auswirkungen seines Verhaltens zu veranschaulichen. Darüber hinaus können die Informationen genutzt werden, um die Leistung der Heizungsanlage oder die Temperatur der Heizkörper automatisch und optimal zu steuern. Auch zur Optimierung des Raumklimas oder zur Schimmelprävention können sie einen Beitrag leisten.

Weitere Potenziale für die Verbesserung der Energieeffizienz im Bestand der Mehrfamilienhäuser liegen in der Modernisierung der Heizungsanlagen. Allein durch die Erneuerung der Technik oder die Übergabe in professionellen Betrieb machen rund zehn Prozent Effizienzsteigerung möglich.

www.techem.de/energiekennwerte