Do, 29. September 2016 | 12:08:44 Uhr

Stand der Energiewende in den Bundesländern: Erfolge beim Strom - Wärme- und Verkehrssektor mit Ausbaubedarf

News vom 15.01.2016

Der Klimaschutzvertrag von Paris und die Beschlüsse der G7 zur Dekarbonisierung der Wirtschaft bestätigen die deutsche Energiepolitik, die den Umstieg auf Erneuerbare Energien und eine entschiedene Reduktion der Treibhausgase zum Ziel hat. Insbesondere die Bundesländer sind mit teils ehrgeizigen Ausbauzielen Treiber des Umstiegs auf Sonne, Wind, Biomasse und Co. Im Strombereich konnten hierbei auch schon deutliche Erfolge erzielt werden, im Wärme- und Mobilitätssektor steht der Umstieg jedoch in den meisten Ländern noch ganz am Anfang.

Während bei der Stromversorgung viele Bundesländer schon hohe Anteile Erneuerbarer Energien bis hin zur rechnerischen Vollversorgung realisieren konnten, ist der Anteil der Erneuerbaren am Primärenergieverbrauch, welcher auch Wärme und Mobilität umfasst, noch deutlich geringer.
Während bei der Stromversorgung viele Bundesländer schon hohe Anteile Erneuerbarer Energien bis hin zur rechnerischen Vollversorgung realisieren konnten, ist der Anteil der Erneuerbaren am Primärenergieverbrauch, welcher auch Wärme und Mobilität umfasst, noch deutlich geringer.
Eine neue Infografik der Agentur für Erneuerbare Energien stellt die Anteile Erneuerbarer Energien am Primärenergieverbrauch der Bundesländer dar. Daran wird deutlich, dass noch ein langer Weg zur Realisierung einer klimaschonenden Energieversorgung bevorsteht.

2015 war ein prägendes Jahr für die Energiewende und den Klimaschutz. Auf globaler Ebene verpflichteten sich im Juni beim G7-Gipel im bayerischen Elmau die größten Industriestaaten auf eine Dekarbonisierung ihrer Wirtschaft bis zum Ende des Jahrhunderts. Und mit dem Anfang Dezember in Paris beschlossenen UN-Klimaabkommen einigten sich alle teilnehmenden 195 Staaten auf das Ziel, die menschengemachte Erderwärmung auf höchstens 2 Grad, besser noch 1,5 Grad zu begrenzen. In Deutschland konnten die Erneuerbaren Energien erstmals rund ein Drittel des inländischen Stromverbrauchs decken. Und auf Länderebene erreichte mit Schleswig-Holstein das zweite Bundesland nach Mecklenburg-Vorpommern eine rechnerische Vollversorgung des eigenen Strombedarfs aus Erneuerbaren Energien. „Das zu Ende gehende Jahr hat noch einmal international deutlich gemacht, dass den Erneuerbaren Energien die Zukunft der Energieversorgung gehört“, konstatiert Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien. „Deutschland ist nun nicht länger Einzelgänger sondern Vorreiter bei diesem energiepolitischen Umstieg, auch weil ehrgeizige Ziele in den Bundesländern und der föderale Wettbewerb einen dynamischen Ausbau von Solar-, Wind- und Bioenergieanlagen befördert haben.“

Während bei der Stromversorgung viele Bundesländer schon hohe Anteile Erneuerbarer Energien bis hin zur rechnerischen Vollversorgung realisieren konnten, ist der Anteil der Erneuerbaren am Primärenergieverbrauch, welcher auch Wärme und Mobilität umfasst, noch deutlich geringer.

Mecklenburg-Vorpommern ist zwar auch hierbei Primus, kam im Jahr 2012 jedoch selbst als Spitzenreiter nur auf einen Anteil von knapp über 30 Prozent. (2012 ist das aktuellste Jahr, für das vergleichbare Daten aller Länder vorliegen – aktuellere Daten zu einzelnen Ländern finden Sie im Onlineportal Föderal-Erneuerbar). Im deutschlandweiten Durchschnitt erreichen Bio- und Solarenergie, Wind- und Wasserkraft sowie Geothermie inzwischen rund 11 Prozent am Primärenergieverbrauch.

„Im Stromsektor konnten die Erneuerbaren Energien schon große Anteile erringen. Dieser Ausbau muss ehrgeizig weitergeführt werden und gleichzeitig eine entschlossene Abkehr von fossilen Energieträgern im Wärme-und Mobilitätsbereich angegangen werden“ führt Vohrer mit Blick auf die das Dekarbonisierungsziel weiter aus. „ Durch die Verwendung von Ökostrom für Elektromobilität und zur Wärmeerzeugung bei gleichzeitig effizienterer Nutzung der Energie können die Anteile Erneuerbarer Energien auch in diesen Sektoren deutlich gesteigert werden. Dies ist zur Erreichung der Klimaschutzziele auch notwendig.“