Do, 25. August 2016 | 11:46:29 Uhr

Immer mehr Tote durch Ofen-Emissionen
Feinstaub-Alarm soweit das Teilchen reicht!

News vom 09.02.2016

Schlechte Luft macht sich breit. Und diesmal im wahrsten Sinne des Wortes… Laut Max-Planck-Institut für Chemie sterben weltweit jährlich etwa 3,3 Millionen Menschen an Luftverschmutzung. In Europa führt die Belastung der Atemluft mit Ozon und Feinstaub immerhin noch zu 180.000 Todesfällen pro Jahr, davon alleine 35.000 in Deutschland. Das ist die schreckliche Bilanz der Wissenschaftler. Die Forscher in Mainz haben aber nicht nur die nackten Zahlen analysiert, sondern auch die Emissionsquellen identifiziert, die sich am verheerendsten auf die Gesundheit der Menschen in den Ballungsräumen auswirken.

Der Trend, mit Holz zu heizen, kann gesundheitsgefährdend sein, denn laut Messungen stoßen insbesondere die älteren Modelle zu viel Feinstaub aus. Bild: Wöhler
 Der Trend, mit Holz zu heizen, kann gesundheitsgefährdend sein, denn laut Messungen stoßen insbesondere die älteren Modelle zu viel Feinstaub aus. Bild: Wöhler

In ihrer Studie benennen die Forscher vor allem heimische Kleinfeuer als den Hauptverursacher für Smog. Dazu werden Dieselgeneratoren, kleine Öfen und offene Holzfeuer gezählt. Letztere verwenden viele Menschen in Asien zum Kochen und zum Heizen. In Deutschland liegt die Hauptquelle der durch verschmutzte Luft verursachten Todesfälle in der Landwirtschaft. Bedingt durch die Düngung und Massentierhaltung gelangt übermäßig viel Ammoniak in die Atmosphäre, das sich in Ammoniumsulfat und Nitrat (beides Ausgangsstoffe für die Entstehung von Feinstaub) umwandelt. Noch macht dies bundesweit 40 Prozent aus, allerdings setzten auch hierzulande immer mehr Menschen auf den nachwachsenden Rohstoff Holz. Denn wer kann dem Knistern und der wohligen Wärme eines Feuers im Winter schon wiederstehen?! Laut Statistik gönnt sich mittlerweile jeder sechste in Deutschland diese behagliche Kamin-Wärme.

Doch der Trend, mit Holz zu heizen, hat mitunter auch seine Tücken: Insbesondere die älteren Modelle stoßen zu viel Feinstaub aus, was sie zu einer nicht unerheblichen Gesundheitsgefährdung macht. Denn: Gelangen die Kleinstteilchen erst einmal in die Lungenbläschen, erhöhen sie das Risiko von Herzinfarkten und Atemwegserkrankungen. Deshalb gelten seit Januar dieses Jahres verschärfte Grenzwerte für Öfen, die mit Holz heizen.  

Allein in Deutschland verursachen Holzöfen jährlich geschätzte 28.000 Tonnen gesundheitsgefährdenden Feinstaub. Damit liegen sie sogar über den Feinstaub-Emissionen des Straßenverkehrs, die erst kürzlich in Stuttgart die Alarmstufe Rot und damit einhergehend ein freiwilliges Fahrverbot ausgelöst haben. Doch das Auto stehen zu lassen beziehungsweise den Ofen nicht mehr zu beheizen, bekämpft das Problem nicht wirklich. Die Heizungsbranche setzt daher seit Anfang des Jahres auf verschärfte Grenzwerte für Öfen, die mit Holz heizen. Um Holz als klimafreundlichen Energielieferanten zu nutzen, müssen ältere Anlagen nach und nach ausgetauscht oder nachgerüstet werden.

Neben den veralteten Anlagen produzieren mitunter aber auch falsch befeuerte Öfen erhebliche Mengen an Feinstaub und Ruß. Hier können Grenzwerte nicht viel ausrichten, vielmehr ist jeder einzelne Nutzer gefragt. Meist helfen schon kleine Tricks, um die Feinstaub-Emissionen zu senken und somit das Gesundheitsrisiko zu minimieren.

Tipps zur feinstaubarmen Ofennutzung:

  • Nur wirklich trockenes Holz verbrennen.
  • Möglichst Holzscheite aus Hartholz verwenden.
  • Den Ofen zur Rußvermeidung nicht überladen.
  • Beim Anzünden alle Lüftungsklappen öffnen und erst wieder schließen, wenn das Holz in Flammen steht.
  • Statt Papier lieber Anzündhilfen wie wachsgetränkte Holzwolle verwenden.
  • Zur Rußvermeidung dünne Hölzer nach oben legen und anzünden. Das Feuer brennt von alleine nach unten durch.