Di, 30. August 2016 | 11:16:18 Uhr

Energetische Sanierung im Zuge von Verschönerungsarbeiten lohnt sich

News vom 17.02.2016

Das Energieeinsparpotenzial im deutschen Altbaubestand ist groß. Hauseigentümer scheuen jedoch davor zurück, Energieeffizienzmaßnahmen verstärkt umzusetzen. „Ein guter Zeitpunkt für eine energetische Sanierung ist der Kauf oder das Erben einer Immobilie“, rät Petra Hegen von Zukunft Altbau, dem vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderten Informationsprogramm.

Das Energieeinsparpotenzial im deutschen Altbaubestand ist groß. Hauseigentümer scheuen jedoch davor zurück, Energieeffizienzmaßnahmen verstärkt umzusetzen.
Das Energieeinsparpotenzial im deutschen Altbaubestand ist groß. Hauseigentümer scheuen jedoch davor zurück, Energieeffizienzmaßnahmen verstärkt umzusetzen.
„Die neuen Eigentümer führen vor dem Einzug in der Regel Verschönerungsmaßnahmen durch. Das könnten sie mit einer energetischen Optimierung kombinieren.“ Seien beispielsweise Arbeiten an der Fassade geplant, würden die Kosten für eine zusätzliche Dämmung deutlich sinken, so Hegen. Diese Gelegenheit sollte geprüft und gegebenenfalls ergriffen werden.

Neutrale Informationen gibt es auch kostenfrei über das Beratungstelefon von Zukunft Altbau 08000 12 33 33 oder unter www.zukunftaltbau.de.

Gelegenheitsfenster Kauf oder Erbe

Pro Jahr wechseln in Deutschland derzeit etwa 150.000 Ein- und Zweifamilienhäuser den Eigentümer. Rund drei Viertel der Käufer sanieren anschließend das erworbene Gebäude. Die Maßnahmen beschränken sich jedoch zu oft auf Modernisierungsmaßnahmen in Bad und Küche oder einen neuen Anstrich. Zusätzliche Verbesserungen bei Heizung, Lüftung und Dämmung werden viel seltener realisiert. Die energetische Sanierungsrate liegt daher seit Jahren bei rund einem Prozent pro Jahr – für das Erreichen der Klimaschutzziele wäre eine Verdoppelung oder Verdreifachung nötig.

Die Folge der Untätigkeit: Der energetische Zustand bei einem Großteil der älteren Ein- und Zweifamilienhäuser ist schlecht. Rund 60 Prozent heizen nicht mit einem Brennwertkessel und haben keine Außenwanddämmung. Ein Heizwärmebedarf über 160 Kilowattstunden pro Jahr und Quadratmeter ist die Regel. Wer solche Häuser kauft und nicht energetisch saniert, verpasst die Chance für wirtschaftlich sinnvolle Energiesparmaßnahmen und ein komfortableres Wohnklima für viele Jahre.

Das Gelegenheitsfenster zwischen Hauskauf und Einzug sollten Neueigentümer auf jeden Fall nutzen, sagt auch Gerhard Freier von der Ingenieurkammer Baden-Württemberg. „Wenn ohnehin ein Gerüst für das Dach oder die Fassade steht, Handwerker im Haus sind und Dreck, Staub und Lärm nicht mehr zu vermeiden sind, lohnt sich oft auch mehr.“ Die Zusatzkosten beispielsweise für eine Fassaden-, Dach- oder Kellerdämmung oder neue Fenster seien in solchen Fällen niedriger und die Amortisation der energetischen Maßnahmen schneller. Qualifizierte Gebäudeenergieberater könnten wertvolle Hinweise geben, wie man hier am besten vorgeht.

Energetisch sanieren lohnt sich nicht nur finanziell

Energieeffizientere Wohngebäude führen nicht nur zu niedrigeren Heizkosten und sind insgesamt günstiger als unsanierte Häuser. Sie steigern auch den Wohnkomfort deutlich. „Gedämmte Wände sind im Winter innenseitig wärmer, Fußböden oberhalb gedämmter Kellerdecken haben angenehme Temperaturen. Und durch neue Fenster zieht es nicht mehr“, erklärt Petra Hegen von Zukunft Altbau. Auch ästhetisch sind sanierte Häuser vielfach ein Gewinn – erneuerte Gebäudefassaden und neue Fenster können aus einem Altbau ein architektonisches Schmuckstück machen.

Das alles erhöht die Chancen auf dem Immobilienmarkt und kann eine Wertsteigerung ergeben; im schlechtesten Fall sichert die Sanierung den Werterhalt. Klimafreundlicher ist ein energieeffizient modernisiertes Gebäude außerdem.