Sa, 28. Mai 2016 | 05:52:14 Uhr

Verschärfung der EnEV seit 2016

News vom 25.02.2016

Mit dem 01.01.2016 ist die letzte Novelle, der am 01.Mai 2014 in Kraft getretenen Energieeinsparverordnung (EnEV) für Gebäude wirksam geworden. Die seit Jahresbeginn geltenden strengeren Energie-Einsparvorgaben betreffen hauptsächlich Neubauten. Für sie wurden die energetischen Anforderungen erhöht und an den aktuellen Stand der Technik angepasst. Bei der Sanierung bestehender Gebäude sind keine Verschärfungen vorgesehen.

Seit dem 01.01.2016 gelten erhöhte energetische Effiezienzanforderungen bei Neunauten. Bild: Redaktion/Intemann
Seit dem 01.01.2016 gelten erhöhte energetische Effiezienzanforderungen bei Neunauten. Bild: Redaktion/Intemann

Erhöhte Anforderungen der EnEV 2014 an Neubauten ab 2016
Bei der Energiewende und beim Klimaschutz spielen Gebäude eine sehr wichtige Rolle. Denn vor allem für Heizung und Warmwasser im Gebäudebereich, verbrauchen wir in Deutschland fast 40 Prozent unserer gesamten Endenergie. Die Verschärfungen ab 2016 zielen daher darauf ab, den Primärenergiebedarf zur Gebäudeheizung und Warmwasserbereitung zu senken. Alle Bauvorhaben die ab dem 01.01.2016 geplant, beantragt und angezeigt werden, müssen die neuen Anforderungen berücksichtigen. Auch für genehmigungsfreie Bauvorhaben, die ab dem 01.01.2016 oder später beginnen, gilt der um 25 Prozent niedrigere zulässige Jahres-Primärenergiebedarf.

Verschärfung der Effizienzstandards für Neubauten um durchschnittlich 25 Prozent
Gegenüber den Vorgaben der EnEV 2014 muss der Jahres-Primärenergiebedarf eines Neubaus ab 2016 um mindestens ein Viertel niedriger sein. Hierbei wird nicht nur der tatsächliche Energiebedarf berücksichtigt, sondern auch die bei Gewinnung und Transport des gewählten Energieträgers anfallende Energie. Damit erhöhen fossilen Brennstoffe den Gesamtenergiebedarf deutlich mehr als Erneuerbare Energien. Diese geforderten Neubaustandards sind ein nächster Schritt auf dem Weg zu Niedrigstenergiegebäuden / Fast-Nullenergiestandard. Ab dem Jahr 2021 ist der Fast-Nullenergiestandard für alle Neubauten vorgesehen.

Weiterhin wird ab dem 01. Januar 2016 eine um 20 Prozent verbesserte Dämmung des Gebäudes gegenüber den Richtwerten von 2014 gefordert.

Im Zuge dieser seit 2 Jahren bekannten Vorschriften ist eine Diskussion rund um die Frage der Erhöhung der Baukosten entstanden. Gegner der erhöhten Anforderungen fürchten eine Verschärfung der angespannten Situation am Wohnungsmarkt durch weniger Bauvorhaben aufgrund der Kostensteigerungen. Für die Befürworter führt aufgrund des großen Einsparpotentzials des Gebäudebereichs kein Weg an besseren Energiestandards vorbei. Die Energiewende seie ohne dieses Potential nicht erreichbar.

Erhöhung der KFW-Förderung ab 01.04.2016
Im Zuge der erhöhten energetischen Anforderungen ab 2016 hat die KfW ihre Förderkredite angepasst. Mit dem Programm "Energieeffizient Bauen (153)", welches aus dem Mitteln des CO2-Gebäudesanierungsprogramm des Bundes finanziert wird, will die KfW Neubauten mit höheren energetischen Niveaus fördern. Ganz weg aus der Förderung fällt das seit 2009 von der KfW geförderte Effizienzhaus 70. Es wird dann dem gesetzlichen Mindeststandard bei Wohnungsneubauten entsprechen und damit läuft die Förderung zum 31.03.2016 aus.

Die beiden Förderstandards KfW-Effizienzhaus 55 und 40 bleiben nach wie vor im Angebot.  Hinzu kommt das Effizienzhaus 40 Plus, welches von der KfW ab dem 01.04.2016 eingeführt wird. Beachtenswert an diesem neuen Standard ist, dass ein wesentlicher Teil des Energiebedarfs unmittelbar am Gebäude erzeugt und gespeichert wird.

Ebenfalls ab dem 01.04.2016 bietet die KfW dann für das KfW-Effizienzhaus 55 ein vereinfachtes Nachweisverfahren an, das „KfW-Effizienzhaus 55 nach Referenzwerten“.

Der Förderhöchstbetrag pro Wohneinheit wird von 50.000 Euro auf 100.000 Euro angehoben.

Ausführlichere Informationen finden sich hier im KfW-Merkblatt "Energieeffizient Bauen".