Mo, 29. August 2016 | 00:34:21 Uhr

Schutzwirkung der Arbeitskleidung gefährdet
„Falschwäscher“ in Deutschland unterwegs

News vom 26.02.2016

Wer kennt das nicht: Unbemerkt rutsch die rote Socke in die helle Wäsche und verfärbt das ursprünglich schneeweiße Lieblingshemd in ein rosafarbenes Unikat. Das ist zwar ärgerlich - allerdings mit etwas Bleiche wieder hinzubekommen. Anders sieht es bei der Berufskleidung aus. Ist hier ein „Falschwäscher“ am Werk, kann dies schwerwiegende Konsequenzen haben. Das kommt so gut wie nicht vor? Von wegen: Das Meinungsforschungsinstituts GfK hat im Auftrag von Initial und der European Textile Service Association (ETSA) herausgefunden: Drei von vier Deutschen waschen ihre Berufskleidung zu Hause, und davon 61 Prozent auch noch falsch. Ein Risiko, das nicht unterschätzt werden sollte. Denn wenn beispielsweise entflammbare Rückstände verbleiben oder das Gewebe porös wird, kann das mitunter gefährlich sein…

Die richtige Pflege von Berufskleidung im Allgemeinen und persönlicher Schutzausrüstung im Speziellen kann lebenserhaltend sein. Bild: Initial
 Die richtige Pflege von Berufskleidung im Allgemeinen und persönlicher Schutzausrüstung im Speziellen kann lebenserhaltend sein. Bild: Initial

Laut Studie waschen die 1.200 befragten Arbeitnehmer ihre Berufskleidung einmal pro Woche in der heimischen Waschmaschine bei durchschnittlich 50 °C mit handelsüblichen Waschmitteln. Bis zu 14 verschiedene Berufsbekleidungsteile landen dabei je Waschgang in der Trommel – gemischt mit der Freizeitkleidung. Nur 39 Prozent der Befragten trennen vor dem Waschgang ihre Arbeits- von der Freizeitkleidung.

Klingt alles erst einmal nicht tragisch, aber: Weil herkömmliche Waschmittel nicht geeignet sind, industrielle Schmierfette, Öle, Ruße, Metallabrieb, Bitumen oder andere hartnäckige Substanzen aus der Kleidung zu entfernen, werden arbeitstypische Verschmutzungen nicht vollständig beseitigt. Auch die Waschmaschine nimmt Schaden: Trommel, Pumpe, Schläuche und andere Funktionsteile werden mit dem Schmutz aus der Arbeitskleidung beschmiert. Dieser Schmutz löst sich mit jedem Waschgang und verunreinigt weiter die Arbeits- und Freizeitkleidung.

Doch das Schlimmste daran sind nicht die optischen Mängel der Schutzkleidung: Neun von zehn Arbeitern waschen ihre streng genormte und gesetzlich regulierte Berufskleidung ebenfalls in der eigenen Waschmaschine – und gehen damit ein hohes Risiko ein. Eine fachmännische Kontrolle auf entflammbare Rückstände, die in der Kleidung verblieben sein könnten, auf Faserschäden, möglichen Waschschrumpf oder einen intakten Isolations- beziehungsweise Ableitschutz findet nicht statt. Ein dauerhafter normgerechter Schutz der Kleidung, für den der Arbeitgeber gesetzlich haftet, kann nicht mehr sichergestellt werden.

Wer also auf Nummer sicher gehen will, sollte auf professionelle Wäschepflegebetriebe mit hoher Spezialisierung setzen, die durch den Einsatz maßgeschneiderter industrieller Verfahren eine verlässlich saubere Arbeitskleidung garantieren.

Mehr zum Thema Berufskleidung lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des SanitärJournals. Hier geht es unter anderem auch um die Frage: Gilt das Umkleiden als Arbeitszeit?

(www.sanitaerjournal.de)