News vom 21.03.2017

Frühjahrsputz im Heizungskeller beim Bundesverband Wärmepumpe e.V.

Bei der diesjährigen ISH in Frankfurt standen die Zeichen auf Modernisierung. Zumindest die Wärmepumpen-Branche möchte hier verstärkt Akzente setzen. Im Wärmepumpen-Rekordjahr 2016 konnten die Hersteller zwar insgesamt ein erfreuliches Marktwachstum von 17 Prozent verzeichnen – vorwiegend spielt sich dieses Wachstum jedoch nach wie vor im Neubaubereich ab.

Zwei Drittel der 21 Mio. Heizsysteme in Deutschland sind veraltet. Ein Austausch gegen eine Wärmepumpe lohnt sich, denn noch nie waren die Fördergelder so hoch wie jetzt.<br />Bild: BWP
Zwei Drittel der 21 Mio. Heizsysteme in Deutschland sind veraltet. Ein Austausch gegen eine Wärmepumpe lohnt sich, denn noch nie waren die Fördergelder so hoch wie jetzt.
Bild: BWP

Da geht was: Heizungsmodernisierung mit Wärmepumpen sparen nicht nur CO2 und Geld

Dass die Wärmepumpe beim Thema Modernisierung eine weniger bedeutende Rolle spielt, liegt zum einen daran, dass Öl- und Gaspreise zurzeit sehr niedrig sind, wohingegen der Strompreis – insbesondere durch Steuern und Abgaben unverhältnismäßig hoch ist. Dadurch erscheinen Wärmepumpen auf den ersten Blick wirtschaftlich unattraktiv. Dabei winken beim umweltfreundlichen Heizungstausch attraktive Fördergelder von Staat. Zum BWP-Förderrechner geht es hier.  Außerdem kann der Raum, der durch den wegfallenden Brennstoffkessel eingespart wird, z.B. zu Sauna, Fitnessraum oder Weinkeller umfunktioniert werden.

Aufklärung der Verbraucher und Schulung des Fachpersonals im Fokus

Hinzu kommt, dass viele Hausbesitzer nicht umfassend über die Möglichkeiten zur Nutzung von Wärmepumpen im Bestand informiert sind.  Die technischen Möglichkeiten sind vielfältig. Je nach Beschaffenheit des Gebäudes und der alten Heizungsanlage können Wärmepumpen eine bestehende Anlage komplett ersetzen oder mit dieser kombiniert werden.  „Zwei Drittel der 21 Millionen Heizungssysteme in Deutschland sind veraltet und müssen baldmöglichst ausgetauscht werden,“ warnt Dr. Martin Sabel, Geschäftsführer des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP) e.V. „Hausherren und auch viele Architekten, Berater und Handwerker gehen beim Heizungstausch häufig noch den konventionellen Weg und bleiben bei einem System, das ausschließlich  auf fossilen Brennstoffen basiert“, so Sabel. Zudem würden viele Hausbesitzer einen Austausch erst in Angriff nehmen, wenn die alte Heizung kaputt geht. Dann muss es in der Regel schnell gehen und es wird die vermeintlich einfachste Lösung gewählt. „Wir wollen die Menschen motivieren, sich rechtzeitig Gedanken zu machen“, betont Sabel.

Aufklärung der Endverbraucher und Schulung der Fachkräfte im Bereich Sanierung mit Wärmepumpe stehen für den Verband deshalb in diesem Jahr im Zentrum der Aktivitäten. Denn in den meisten Fällen sei beim Heizungstausch der Einbau einer umweltfreundlichen und platzsparenden Wärmepumpe möglich – egal, ob es sich um ein Fachwerkhaus aus dem 16. Jahrhundert handelt oder um ein Einfamilienhaus aus den Sechzigerjahren. Zur BWP-Fachpartnersuche geht es hier.

Wärmepumpe rettet arktisches Meereis – ohne Wärmepumpe keine erfolgreiche Energiewende

Eine Wärmepumpe spart im Jahr durchschnittlich 2300 kg CO2 gegenüber einem fossilen Heizsystem ein. Im Verlauf ihrer Lebensdauer von etwa 20 Jahren werden somit rund 46 Tonnen weniger CO2 erzeugt.Laut dem Wissenschaftsjournal Science führt jede emittierte Tonne CO2 zu einem Verlust von etwa drei m² arktischem Eis. Eine Wärmepumpe rettet somit während ihrer Lebensdauer (20 Jahre) etwa 138 m² Polareis - und damit den Lebensraum der Eisbären. In Deutschland sind derzeit etwa 750.000 Wärmepumpen installiert für ein Wohlfühlklima zu Hause und zum Schutz des Weltklimas.

Die Klimaschutzziele der Bundesregierung sind ambitioniert: Bis 2030 sollen 80 bis 95 Prozent weniger CO2 in die Atmosphäre gelangen, als 1990. Um diese Ziele zu erreichen, müssen bis 2030 ca. fünf Millionen Wärmepumpen installiert sei. Zu dieser Erkenntnis kommt die Studie Wärmewende 2030 von AGORA Energiewende.




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