News vom 15.05.2017

Sommerzeit – Wechselzeit für die Heizung

Wann eine Heizung raus muss

Auch wenn das Frühjahr viel zu kühl war und die Heizung bis in den Mai hinein lief – wir freuen uns auf den Sommer. Kein Gedanke an das, was da im Keller noch vor kurzem so vor sich hin brummte. Dennoch hilft ein Blick um einzuschätzen, ob die Heizung noch rundläuft, zu viel verbraucht oder einzelne Komponenten langsam den Geist aufgeben.

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Bild: Wilo

Zuerst zu dem Brennstoff-Verbräuchen. Sind die, trotz gleichbleibend milder Winter in den letzten Jahren, um mehr als 15 Prozent gestiegen, sollten schon mal die Alarmglocken klingeln. Hier eine kleine Übersicht, was „normal“ ist, bezogen auf ein Einfamilienhaus mit 140 Quadratmetern Wohnfläche (immer bezogen auf ein Jahr):

 

Baustandard ohne Dämmung

30.000 kWh Gas oder 3.000 Liter Heizöl

Baustandard mit Dämmung:

 

EnEV 2002

7.000 bis 8.000 kWh Gas oder 700 bis 800 Liter Heizöl

KfW-Effizienzhaus 85

6.000 bis 7.000 kWh Gas oder 600 bis 700 Liter Heizöl

KfW-Effizienzhaus 55

4.000 bis 5.000 kWh oder 400 bis 500 Liter Heizöl

Doch selbst wenn die Verbräuche deutlich nach oben abweichen, muss das nicht auf eine kaputte Heizung hinweisen. Mitunter ist der Brenner falsch eingestellt oder die Heizkörper werden nicht gleichmäßig mit Heizungswasser beliefert. Hier hilft ein hydraulischer Abgleich. Den kann ein SHK-Handwerker aber auch im Sommer durchführen und dann weiterhin grünes Licht für die Heizung geben.

Viele Reparaturen = Alte Heizung

Ist die Heizung zuvor schon mehrfach ausgefallen und musste repariert werden, kann dies auch ein Zeichen sein, dass ihre Zeit gekommen ist. Sicher wird der SHK-Handwerker Ihres Vertrauens eine entsprechende Empfehlung ausgesprochen haben. Abzuwägen ist hier, ähnlich wie bei einem betagten Auto, was noch an Reparaturen kommen könnte und ob sich die überhaupt noch lohnen. Nur zum Vergleich: Ein neuer Heizkessel (Gas oder Öl) kostet ohne Warmwasserspeicher rund 3.000 bis 3.500 Euro inklusive Einbau. Allein die Auswechslung der Steuereinrichtung einer alten Heizung kann rund 800 Euro kosten. Deswegen hier zu besseren Einschätzung eine kleine Faustregel: Größere Reparaturen lohnen sich an einer Heizung, die älter als 20 Jahre ist und damit nicht mehr dem Stand  der Technik entspricht, nicht mehr.

Ein weiterer Knackpunkt ist die Heizungs- oder Umwälzpumpe. Sie transportiert das Wasser durchs komplette Heizungssystem. Im Winter ist sie dauerbeansprucht. Bei älteren Heizungen kommt noch hinzu, dass dort diese Pumpen wahre Stromfresser sind.

Ebenso eine kleine Rechnung: Eine alte Heizungspumpe verbraucht bei rund 6000 Betriebsstunden während der Heizperiode von Oktober bis April etwa 600 kWh Strom. Bei optimistischen 25 Eurocent je kWh Strom sind das immerhin 150 Euro. Eine hocheffiziente Heizungspumpe hingegen braucht maximal 100 kWh, verursacht also Kosten von nur 25 Euro. Dafür lohnen sich die Umrüstkosten von gut 450 Euro, die sich ja schon nach vier Jahren bezahlt machen. Erkennen kann man die Stromfresser übrigens am Typenschild, falls noch lesbar. Alles, was vor 2006 eingebaut wurde, kann ruhig ausgetauscht werden. Übrigens: Den Pumpentausch kann man sich teilweise vom Staat bezahlen lassen.

Auf Speicher achten

Eine weitere Komponente ist der Warmwasserspeicher. In ihm lagert ständig Wasser. Eine der Nachteile ist die Ablagerung von Kalk. Je nachdem, wie kalkhaltig das Wasser ist, setzt dieses dem Speicher zu. Das mindert seine Effizienz. Eine Reinigung ist kaum möglich. Zudem wird die fehlende Effizienz meist eh erst bemerkt, wenn es zu spät ist. Zeichen dafür sind Kalkkristalle, die sich an den Rohrverbindungen zum Speicher bilden, oder eben unerklärlich höhere Verbräuche, da mehr Energie aufgewendet werden muss, um das Wasser warmzuhalten. Wenn es schlecht läuft, dann muss der Speicher schon nach 10 Jahren raus. Die Kosten allein dafür liegen bei gut 2.000 Euro inklusive Handwerkerleistung.

Aber kann man nicht einfach warten, bis die Heizung komplett den Geist aufgibt? Klar, kann man, das machen auch die meisten Deutschen so. Nur dummerweise passiert das dann meistens genau an einem bitterkalten Freitag abends im tiefsten Winter. Kein SHK-Handwerker weit und breit. Und selbst wenn er via Notdienst verfügbar ist, dann sind es meistens die Teile nicht, die er für die Reparatur braucht. Um solchen Situationen vorzubeugen hilft also der hier beschriebene, einfache Check der Heizung. Und wenn nötig, deren Austausch im Sommer.

In der nächsten Folge am 17.05.2017 befassen wir uns mit Brennwerttechnik als Ersatz für alte Öl- und Gaskessel.

Bisher erschienen:
1 Wann eine Heizung raus muss

Erscheinen demnächst:
2a Neue Heizung - Brennwerttechnik2b Neue Heizung - Hybride
2c Neue Heizung - Strombasierte Heizsysteme
3 Kostenvergleich für Erwerb und Installation sowie Wartungen
4 Kostenvergleich Brennstoff und Strom
5 Rechtliches: Heizungslabel, Verordnungen und Gesetze
6 Kamine als Alternative




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