News vom 02.06.2017

Sommerzeit – Wechselzeit für die Heizung

Kamine als Alternative

Zum Abschluss unserer Serie zum sommerlichen Heizungswechsel wollen wir uns mit einer Gemütlichkeit versprechenden Alternative befassen – dem Kamin. Zwar wird der ein oder andere Nachbar dies kritisch beäugen. Denn landauf, landab häufen sich Klagen über Staub- und Geruchsbelästigung durch Festbrennstofföfen. Bei sachgerechter Installation und ordentlich gelagerten Brennstoffen jedoch verursacht ein Kamin keine Belästigungen.

So schön kann ein Kamin sein.
So schön kann ein Kamin sein.
Kaminofen mit Wassertasche.<br />Bilder: fy
Kaminofen mit Wassertasche.
Bilder: fy

Gerade Kaminöfen, bevorzugt nur für Brennstoffe aus Holz, sind hierzulande beliebt. Rund 15 Millionen Einzelraumfeuerungsanlagen, die amtlich so genannt werden, gibt es in Deutschland. Zum Vergleich: An Ölheizungen gibt es gerade mal 5,6 Millionen, an Gasheizungen knapp 10 Millionen.

In Heizung einbinden

Zur Verbreitung trug auch ihre Flexibilität bei. Denn sie dienen nicht nur einem abendlich gemütlichen Feuerchen, sie können auch in das bestehende Heizungssystem ohne Probleme eingebunden werden. Womit wir wieder beim Thema Hybride wären.

Nötig ist dafür eine Wassertasche, also ein ins Heizungssystem einzubindender Wasserbehälter, der direkt am Kaminofen angebracht ist und durch dessen Wärmeabgabe aufgeheizt wird. Die Hydraulik der Heizung befördert dann dieses erwärmte Wasser in den Kreislauf. Gut eingerichtete Kamine können so – etwa ausreichend fürs Heizen in der Übergangsgszeit – bis 70 Prozent ihrer Wärme ins Heizungssystem abgeben, 30 Prozent in den Aufstellraum – eben für die Gemütlichkeit. Und diese 30 Prozent sind vollkommen ausreichend. Bei einem Kamin mit rund 15 kW Heizleistung wären das abzüglich der Verluste immerhin 4 kW. Das garantiert Temperaturen deutlich jenseits der 22 °C auch in nicht ganz kleinen Wohnzimmern.

Die Effizienz dieser so genannten wasserführenden Kaminöfen spart auch richtig Geld. Denn die Kosten für holzbasierte Brennstoffe liegen seit Jahren unter denen für Öl und Gas. So stieg der Preis für Holzbriketts, einem beliebten Brennstoff, von 2010 auf 2015 um gerade mal 2,3 Prozent, bei Erdgas immerhin 11,6 Prozent. Lediglich Heizöl hat in diesem Zeitraum nach einem deutlichen Anstieg eine negative Preisbilanz zu verzeichnen. 

Neben Kaminholz, Holzbriketts und Pellets, die gern im heimischen Kamin in verfeuert werden, gibt es noch Holzhackschnitzel. Die sind jedoch für größere Anlagen gedacht, mit denen etwa ganze Krankenhäuser oder Wohnquartiere beheizt werden und sollen uns an dieser Stelle nicht weiter interessieren.

Zudem können auch noch Braunkohlebriketts in Kaminöfen mit Gitterrost und Aschefach verfeuert werden. Sie haben zwei große Vorteile: günstiger Preis und sehr hoher Brennwert, der lang anhalten Glut ermöglicht. Doch dem gegenüber steht ein wenig umweltfeundliches Produkt mit hohen Schwefel- und Kohlendioxidanteilen und sehr viel Feinstaub.

Raumluftunabhängig ist Standard

Nun bleiben auch Kaminöfen von den energietechnischen Regulierungen nicht verschont – hier im besonderen Falle von der EnergieEinsparVerordnung (EnEV), aber auch besonders von der BundesImmissionsSchutz Verordnung (1. BImschV). Die führten unter anderem dazu, dass die Geräte, die am Markt verfügbar sind, so gut wie nur noch raumluftunabhängig sind. Das heißt, die Luft, die für die Verbrennung benötigt wird, darf nicht aus dem Aufstelltraum bezogen werden, sondern wird in der Regel über einen Zug im Schornstein herangeführt. Damit sind wir also bei der Frage, ob überhaupt ein Schornstein (und das sollte nicht der für die Gasheizung sein) im Haus vorhanden ist. Wenn nicht, kann dieser nachträglich installiert werden. Am Markt gibt es Lösungen aus Edelstahl oder Keramik.

Raumluftabhängige Feuerungsstätten, die Luft aus dem Aufstellraum beziehen, sind in Deutschland nur mit speziellen Sicherheitseinrichtungen zugelassen. Ihr Betrieb ist generell nicht zu empfehlen.

Wer es genau wissen will, kann beim HKI - Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik hält unter cert.hki-online.de nachschauen, welche Feuerstätten in Deutschland zugelassenen sind.

Nun ist unsere kleine Serie zum Thema Heizungswechsel im Sommer zu Ende und wir hoffen, dass wir mehr Antworten lieferten als neue Fragen aufzuwerfen. Aber die können unsere Leser ja gern in unsrem Forum stellen.

Bisher erschienen:
1 Wann eine Heizung raus muss
2a Neue Heizung - Brennwerttechnik
2b Neue Heizung - Hybride
2c Neue Heizung - Strombasierte Heizsysteme
3 Kostenvergleich für Erwerb und Installation sowie Wartungen
4 Kostenvergleich Brennstoff und Strom
5 Rechtliches: Heizungslabel, Verordnungen und Gesetze
6 Kamine als Alternative




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neubicolt schrieb: Puh, jetzt kommen wir in den Bereich wo ich an meine "fachlichen" Grenzen stoße. Die Leitung Therme > Pumpe würde ich...
lowenergy schrieb: Definitiv keine Heizkörper installieren! Das ist doch sicherlich ein Neubau ... die wasserführenden Wärmeaustauschflächen...
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