News vom 13.09.2017

Dämmung - Fluch oder Segen

Wärmedämmverbundsysteme

Nachdem wir uns in der letzten Folge damit befassten, was alles an einem Haus gedämmt werden kann, wollen wir heute und in den drei folgenden Teilen der Serie beleuchten, welche Dämmstoffe dafür in Frage kommen.

Die historische Fassade im Gebäudeteil rechts verschwand hinter einem WDVS. Das sollte man eigentlich nicht machen. <br />Bild: fy
Die historische Fassade im Gebäudeteil rechts verschwand hinter einem WDVS. Das sollte man eigentlich nicht machen.
Bild: fy

Beginnen wollen wir mit den Wärmedämmverbundsystemen, kurz WDVS genannt. Die gibt es schon gut 60 Jahre und sie wurden seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. Heute sind sie im Neubau Standard, kommen aber auch bei Bestandssanierungen zum Einsatz. Sie werden ausschließlich für Fassaden verwendet.

Wie der Name schon sagt, handelt es sich um ein System aus mehreren Komponenten, die miteinander verbunden sind. Streng genommen trifft das auf jede Dämmung zu. Aber bei den WDVS sind die Bestandteile schon vom Hersteller aufeinander abgestimmt und werden auch als Komplettpakete angeboten. Daraus resultiert auch ihre Beliebtheit am Markt.

Drei Bestandteile

Ein solches System besteht aus dem eigentlichen Dämmstoff, meist Styropor. Verwendet werden auch – jedoch deutlich seltener –Hartschaumplatten, Mineralfasern oder organische Fasern, sofern sie fest gepresst sind. Der Dämmstoff wird entweder an die Fassade geklebt oder gedübelt. Auch Schienensysteme kommen dafür zum Einsatz. Auf den Dämmstoff kommt eine armierte Unterschicht, meist aus Glasfasergewebe und Mörtel. Sie soll Risse auf dem Putz verhindern, der zum Schluss aufgebracht wird. Nötig ist die Armierung, weil die Dämmung eben eine Dämmung ist und sie sich – im Vergleich mit dem Putz – unterschiedlich schnell (oder besser langsam) erwärmt und abkühlt. Die daraus resultierenden Spannungen werden von der Armierungsschicht abgefedert.

Welche Einsparpotenziale eine Fassadendämmung birgt, haben wir bereits in Teil 4 beleuchtet.  Ein WDVS verhindert zudem die Schimmelbildung – aber eben nur, wenn es richtig verarbeitet wurde. Und da sind wir schon bei einem scheinbaren Nachteil: Diese richtige Verarbeitung sollte unbedingt von einem Fachmann bewerkstelligt werden. Das wiederum führt natürlich zu höheren Kosten, als wenn der DIY-Heimwerker selbst Hand anlegt.

Kommen wir also zu den Kosten: Während für einen normalen Fassadenputz rund 50 Euro pro m²  anfallen, kann es für ein WDVS gut das Dreifache sein. Eine Übersicht dazu bietet das Portal Energieheld. WDVS lassen sich auf so gut wie allen Fassaden anbringen. Verzichten muss man auf sie jedoch bei denkmalgeschützten Objekten, Fachwerkhäusern oder stark strukturierten Fassaden.

Kerndämmung bei zweischaligen Wänden

Allerdings: Hier ist jede andere Art der Außendämmung ebenfalls schwierig. In Frage kommt noch die Kerndämmung. Die ist allerdings nur da möglich, wo das Mauerwerk in zwei Schalen, auch als Hohlschichtmauerwerk bezeichnet, errichtet wurde. Hier kann die Dämmung im Nachhinein eingeblasen werden. Das Material dafür ist entsprechend kleinteilig und locker.

Ebenfalls in Konkurrenz zum WDVS steht die hinterlüftete Vorhangfassade. Sie besteht aus einer Unterkonstruktion aus Holz oder Alu-Profilen. Der Dämmstoff, meist Zellulose oder Mineralwolle, wird in die entstehenden Zwischenräume gefüllt. Darauf wird  eine Außenverkleidung aus Holz, Leichtmetall, Schiefer oder anderen Materialien montiert – meist mit einem Abstand zur besseren Luftzirkulation, daher auch der Name. Eine solche Fassade führte übrigen zur Katastrophe im Grenfell Tower, die wir im 1. Teil der Serie beschrieben haben. Bei richtiger Verarbeitung und dem Einbau von Feuersperren kann dies allerdings nicht passieren.

Im nächsten Teil der Serie am 15.09.2017 stellen wir Styropor, den wohl meistverwandten Dämmstoff, vor. Er ist umstritten, aber auch sehr effizient.

Bisher erschien:
1. Dämmung – Fluch oder Segen
2. Was kann eine Dämmung
3. Rechtliches
4. Arten der Dämmung
5. Wärmedämmverbundsysteme

Erscheinen demnächst:
6. Dämmstoff – Styropor und andere Kunststoffe
7. Dämmstoff – Mineralwolle und andere Fasern
8. Dämmstoff – organische Stoffe aus Pflanzen und Tieren sowie Recyclingmaterial Dämmfehler
10. Innendämmung




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