News vom 01.09.2017

Hybridheizung senkt Brennstoffbedarf

Sonnenenergie unterstützt die Ölheizung im Keller

Wer seine Heizung modernisiert, macht sie fit für die Zukunft – und spart hinterher meist ordentlich Energiekosten ein. So wie Familie Skusa aus Bremerhaven. Sie hat die Heizung ihres Zweifamilienhauses mit Baujahr 1969 einer „Verjüngungskur“ unterzogen und damit ihren Primärenergiebedarf um 37 Prozent verringern können. Den größten Anteil daran hat das Herzstück der Modernisierung: das hocheffiziente Öl-Brennwertgerät, das jetzt im Keller steht.

Die 26 Quadratmeter große Photovoltaikanlage auf dem Garagendach produziert rund 4.000 Kilowattstunden Solarstrom pro Jahr – den nutzt die Familie nicht nur für die typischen Stromverbraucher im Haus, sondern unterstützt damit über Power-to-Heat auch die Heizung.<br />Bild: IWO<br />
Die 26 Quadratmeter große Photovoltaikanlage auf dem Garagendach produziert rund 4.000 Kilowattstunden Solarstrom pro Jahr – den nutzt die Familie nicht nur für die typischen Stromverbraucher im Haus, sondern unterstützt damit über Power-to-Heat auch die Heizung.
Bild: IWO

Das Besondere der Öl-Brennwerttechnik ist, dass sie die eingesetzte Energie fast vollständig ausnutzt und daher auch deutlich weniger davon benötigt als veraltete Standardheizkessel. So auch in Bremerhaven: Die Anlage ist so effizient, dass sie die im Brennstoff enthaltene Energie zu 97 Prozent in Wärme umwandelt.

Weitere Unterstützung bekommt die Heizung vom Dach: Dort ist eine Solarwärmeanlage zur Warmwassererzeugung und Heizungsunterstützung installiert. Dadurch wird zusätzlich Brennstoff eingespart, ohne dass irgendwelche Versorgungslücken auftreten: Denn steht gerade nicht ausreichend Sonnenenergie zur Verfügung, springt zuverlässig die Ölheizung ein. Beide Energiequellen speisen einen 850 Liter fassenden Wärmespeicher. Dieses Prinzip wird auch als Hybridheizung bezeichnet.

50 Jahre altes Eigenheim jetzt fit für die Zukunft
Das neue Hybridheizsystem hat schon für enorme Einsparungen gesorgt. Während der Heizölbedarf der Familie vor der Modernisierung 4.329 Liter pro Jahr betrug, sind es mit der neuen Öl-Solar-Hybridheizung nur noch 2.659 Liter jährlich. Insgesamt hat die Familie rund 16.500 Euro in das neue System investiert und so mit einem guten Kosten-Nutzen-Verhältnis die Wärmeversorgung ihres fast 50 Jahre alten Eigenheims fit für die Zukunft gemacht.

Doch die Skusas gehen sogar noch weiter: Neuerdings unterstützt auch eine Photovoltaikanlage auf dem Garagendach mit dem von ihr produzierten, klimafreundlichen Strom die Heizung und Warmwassererzeugung. Das geschieht über einen elektrischen Heizstab, der in den Pufferspeicher der Hybridheizung eingebaut ist und mit der Energie vom Dach betrieben wird. Power-to-Heat nennt sich diese Methode. So möchte die Familie den selbst produzierten Strom vermehrt im eigenen Haus nutzen. Die Photovoltaikanlage ist 26 Quadratmeter groß und hat eine Spitzenleistung von 4,4 kW. Damit kommen pro Jahr rund 4.000 Kilowattstunden klimafreundlichen Stroms zusammen, von denen bisher nur etwa 1.300 im eigenen Haushalt verbraucht wurden. Der Rest wurde ins öffentliche Netz eingespeist.

Power-to-Heat wandelt Solarstrom in Wärme um
Das soll sich jetzt ändern: Mit der Heizungsunterstützung vom eigenen Dach nimmt Familie Skusa an einem bundesweiten Power-to-Heat-Modellvorhaben teil. „Mit dem Langzeittest bis Ende 2018 soll die Praxistauglichkeit der Methode untersucht und so herausgefunden werden, ob sich solche Power-to-Heat-Varianten im Alltag bewähren“, erläutert Christian Halper, Projektingenieur beim Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO). „Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend.“ Wenn nach 20 Jahren die Einspeisevergütung für die eigene Photovoltaikanlage endet,  werde die Nutzung von selbstproduziertem Solarstrom zur Wärmeversorgung für Hausbesitzer finanziell besonders interessant.




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