News vom 22.09.2017

Dämmung - Fluch oder Segen

Dämmfehler

Bisher wussten wir viel Löbliches über die Dämmung zu berichten. Denn sie hilft ja wirklich Energie einzusparen. Dennoch kann man bei einer Dämmung auch viele Fehler machen, die zu den bereits in der 1. Folge dieser Serie beschriebenen Mängeln führen, als da wären: Schimmel, Veralgung, Vergrauung, und und und…

Nicht gedämmte Dämmdübelteller und Vergrauung an einer Fassade weisen auf zu dünnen und falschen Putz hin.<br />Bild: fy
Nicht gedämmte Dämmdübelteller und Vergrauung an einer Fassade weisen auf zu dünnen und falschen Putz hin.
Bild: fy

Um eines vorweg zu nehmen: Dämmfehler passieren eher bei einer energetischen Sanierung in bestehenden Gebäuden. Im Neubau kommen sie kaum vor, weil die hier meistens verwendeten Wärmedämmverbundsysteme vielfach erprobt und auf das zu dämmende Mauerwerk abgestimmt sind.

Nun zu den einzelnen Fehlern. Beginnen wollen wir dort, wo meist alles Elend beginnt: Bei der Planung. Da wir grundsätzlich empfehlen, alle Dämmarbeiten, auch die Planung, von Fachleuten ausführen zu lassen, geben wir hier auch den Tipp, lieber einen Experten zu fragen und nicht darauf zu hören, wie der liebe Nachbar oder der nette Onkel gedämmt haben. Denn unterschiedliche Mauerwerke reagieren auf unterschiedliche Dämmstoffe anders. Zudem bedarf es einer ziemlich genauen Planung, um die nun folgenden Fehler auszuschließen.

Mangelhafte Ausführung. Ein typischer Fehler ist ein zu dünn aufgetragener Putz. Der führt unter anderem zu kreisrunden Mustern auf einer Dämmung, die wir in Teil 7 beschrieben haben. Zu vermeiden wäre dies übrigens auch mit speziell gedämmten Dübeltellern. Im zu dünnen Putz lauert aber noch eine ganz andere Gefahr: Nistende Vögel oder andere kleine Tiere. Denn der Putz kann dann leichter beschädigt werden und so ein Einfallstor für diese Plagegeister sein. Zugegebenermaßen ist das aber relativ selten.

Wärmebrücken. Früher hießen die Kältebrücken, weil sie der Kälte eine Brücke von außen nach innen bauten. Das machen diese Dämmfehler heute noch. Werden die in Ecken, an Fenstern oder Türen zu erwartenden Wärmebrücken nicht fachgerecht abgedämmt, steigt tatsächlich die Gefahr von Feuchtigkeit oder Schimmelbildung. Zu den Problemzonen gehören auch Fensterbänke und Sockelanschlüsse.

Fenster. Gerade die Fenster sind ein rechtes Sorgenkind, weil hier die Temperaturunterschiede zwischen außen und innen am heftigsten aufeinandertreffen und auf das umliegende Mauerwerk abstrahlen. Zum einen gehört bei einer energetischen Ertüchtigung natürlich der Austausch der Fenster dazu. Wärmedämmfenster mit Zweifachverglasung sind heute Standard. Inzwischen setzt sich sogar die aus dem Passivhausbau kommende Dreifachverglasung immer stärker durch. Diese neuen Fenster dürfen jedoch keineswegs nach alter Väter Sitte mit Bauschaum eingesetzt werden. Denn der ist weder diffusions- noch luftdicht. Sprich: Feuchtigkeit kommt gut hindurch. Nach der EnEV müssen auch Fugen dauerhaft luftundurchlässig sein. Dafür gibt es besondere Dichtungsstoffe, Folien oder Dichtungsbänder.

Dach. Feuchtigkeit steigt mit der Wärme nach oben. Deswegen sollte die Dachdämmung immer mit einer Dampfsperre, also einer diffusionsdichten Folie, von unten abgedeckt werden. Dadurch bleibt die Feuchtigkeit erst mal im Haus und wird durch die Fensteröffnungen nach außen geleitet. Gelangt sie erst einmal in die Dämmung, wird diese über die Jahre hinweg je nach Material mehr oder weniger schnell weggammeln. Und: Das Holz des Dachstuhles kann so auch vom Schwamm befallen werden. Deswegen ist den Anschlüssen an den Sparren bei der Zwischensparrendämmung und Fenstern besondere Aufmerksamkeit zu widmen.

Wand. Das sollte aber keineswegs zu der Annahme führen, eine glatte Wand ließe sich einfacher dämmen. Auch hier können Untergründe mangelhaft - etwa zu feucht – sein und müssen entsprechend behandelt werden. An Wänden fällt am häufigsten die Veralgung oder Vermoosung auf, insbesondere an sonnenarmen Nordseiten. Streng genommen liegt hier kein Dämmfehler vor, sondern der Beweis für eine funktionierende Dämmung – und sogar für saubere Luft. Reichlich Schwefeloxide und andere Schadstoffe in der Luft würden den Algen sonst in kürzester Zeit den Garaus machen und für eine saubere Fassade sorgen. Dennoch kann man die Veralgung bis zu einem gewissen Grad vermeiden, in dem man mineralische Leichtputze statt Kunstharzputze verwendet. Auf letzteren fühlen sich die Algen deutlich wohler. Ratsam ist dies auch, denn sowohl Algen als auch Moose können den Putz auf lange Sicht schädigen, weil sie ihn „auffressen“. Deswegen müssen solche Fassaden regelmäßig gereinigt werden.

Die letzte Folge der Serie am 25.09.2017 wird sich mit der vielfach unterschätzten und deswegen auch viel zu selten angewandten Innendämmung befassen.

Bisher erschien:
1. Dämmung – Fluch oder Segen
2. Was kann eine Dämmung
3. Rechtliches
4. Arten der Dämmung
5. Wärmedämmverbundsysteme
6. Dämmstoff – Styropor und andere Kunststoffe
7. Dämmstoff – Mineralwolle und andere Fasern
8. Dämmstoff – organische Stoffe aus Pflanzen und Tieren sowie Recyclingmaterial
9. Dämmfehler

Erscheinen demnächst:
10. Innendämmung




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HFrik schrieb: Also so eine Eistellung bewirkt eine höhere Kondensationstemperatur und damit einen höheren Stromverbrauch, den die Wasserpumpe mit geringerem Volumen kaum kompensieren kann. Ebenso verschlechtert sich...
Dorfleben schrieb: Laut Datenblatt hat die Anlage einen Sommerbypass, wenn der natürlich in den Einstellungen noch aktiviert ist, und dadurch offen, wird die Luft am Wärmetauscher vorbei geleitet, da kann der noch so gut...
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