News vom 29.12.2017

Neue Heizung führt zu geringeren Kosten und mehr Komfort

Die Ein- und Zweifamilienhäuser der kleinen Siedlung reihen sich am Hang aneinander. Niederbiel, ein Ortsteil der Stadt Solms im Lahn-Dill-Kreis, hat sich im Laufe der Zeit immer weiter den Berg hinauf ausgedehnt. Von hier oben schweift der Blick über den Ortskern, die Felder und Wiesen bis zu den gegenüberliegenden Bergen. Dort ist auch das Krankenhaus von Wetzlar zu erkennen. Auffällig sind die vielen Baufahrzeuge im Tal. „Derzeit werden Leitungen verlegt, um den Ort ans Gasnetz anzuschließen“, berichtet Martin Weiß. Er lebt mit seiner Familie in einem der Häuser auf dem Berg. „Bis die hier oben in der Siedlung sind, werden noch einige Jahre vergehen.“

Da die Innengeräte nur wenig Platz benötigen, konnten sie in einer Nische unter der Treppe installiert werden. <br />Bild: Mitsubishi
Da die Innengeräte nur wenig Platz benötigen, konnten sie in einer Nische unter der Treppe installiert werden.
Bild: Mitsubishi

Nicht nur deswegen war Gas als Energieträger keine Option, als sich Weiß und seine Frau Nathalie entschlossen haben, die Heizung zu erneuern. Auch die Versorgungssicherheit spielt eine Rolle. Während Deutschland selbstständig ausreichend Strom zur Versorgung der eigenen Bevölkerung produzieren kann, muss Gas genauso wie Öl importiert werden. Und die Lieferanten sind überwiegend Länder, in denen die politische Situation nicht so stabil ist wie in Europa. Zwar treffen die Energieunternehmen Vorsorge für den Fall von Lieferengpässen, trotzdem bleibt eine gewisse Abhängigkeit vorhanden.

Vor etwa zwei Jahren hat das Paar das Haus von den Eltern übernommen. „Dabei haben wir die Appartements getauscht. Wir sind ins Erdgeschoss gezogen, meine Eltern in die Souterrainwohnung“, so Weiß. Im Rahmen dessen wurden nicht nur beide Etagen renoviert, auch die Fenster und die Heizung wurden ausgetauscht. Dadurch – so die Hoffnung von Familie Weiß – sollte einerseits Energie einspart und andererseits der Komfort erhöht werden. „Ich wollte eine Heizung, die direkt warm wird, wenn man sie einschaltet“, beschreibt Nathalie Weiß.

Eine schnelle Änderung der Raumtemperatur war bei den Nachtspeicheröfen, mit denen das Zweifamilienhaus aus dem Jahr 1974 beheizt wurde, nicht möglich. „Da mussten wir immer einen Tag vorher überlegen, ob es warm oder kalt wird, und die Öfen entsprechend einstellen“, erinnert sich Nathalie Weiß. Oft war es zu warm oder zu kalt. „Durch unser großes Wohnzimmerfenster heizt sich der Raum bei Sonneneinstrahlung auf. Dann war es zu warm, weil wir die Heizung nicht abstellen konnten. Abends war es dafür zu kalt, weil die Nachtspeicheröfen ihre Wärme bereits abgegeben hatten“, schildert ihr Mann.

Luft/Wasser-Wärmepumpe ersetzt die alten Nachtspeicheröfen

Eine Flüssiggas- oder Ölheizung kam für das junge Paar nicht infrage, da diese Option mit den Kosten und dem Platzbedarf für einen Tank zur Lagerung des fossilen Brennstoffs verbunden gewesen wäre. Gleiches galt auch für die Pelletheizung. Daher lag der Augenmerk der beiden auf einer umweltfreundlicheren Variante: einer Wärmepumpe. Ein wichtiger Aspekt bei der Wahl war der Wunsch, dass die neue Heizung monovalent, d. h. als alleiniger Wärmeerzeuger eingesetzt werden kann. „Wir haben zwar schon lange einen Holzofen, den wir vor allem in der Übergangszeit genutzt haben, wenn das Heizen mit den Nachtspeicheröfen wegen ihrer Trägheit schwierig war. Der Ofen soll aber eine Option und nicht zwingend zum Heizen nötig sein“, erklärt Martin Weiß.

Die Entscheidung fiel also zugunsten der Wärmepumpe. „Bekannte haben eine Luft/Wasser-Wärmepumpe. Sie sind sehr zufrieden mit der Anlage und haben uns Herrn Humrich als Fachhandwerker empfohlen“, so Weiß. Jens Humrich, Mitinhaber der Heizungsbau Agel GmbH, hat dem jungen Paar das Ecodan System von Mitsubishi Electric vorgeschlagen. Dank der weltweit patentierten Technologie erreicht die Wärmepumpe auch bei tiefen Minustemperaturen von bis zu -15 °C noch 100 Prozent Heizleistung. Die einwandfreie Funktion ist sogar bis -28 °C gewährleistet. Dadurch lässt sich dieses Modell auch als monovalenter Wärmeerzeuger wirtschaftlich einsetzen. „Andere Systeme schalten den elektrischen Heizstab schon bei niedrigen Minusgraden ein, weil die Heizleistung dann nicht mehr ausreicht – dadurch sinkt die Effizienz beachtlich“, erläutert Humrich.

Im Haus von Familie Weiß sind die Voraussetzungen für den Einsatz einer Luft/Wasser-Wärmepumpe ideal. Das Gebäude ist aufgrund der Klinker-Fassade gut gedämmt, zudem senkt der Austausch der Fenster den Wärmebedarf der beiden 140 qm großen Wohnungen. „Mit zwei Stromzählern für Tag- und Nachtstrom ist auch die passende Elektrostruktur für eine Kostenoptimierung bereits vorhanden“, so der Fachhandwerker. Eine Wärmeverteilung gab es hingegen nicht, deswegen haben Humrich und sein Team moderne Heizkörper installiert. Vorher wurden die Nischen der alten Nachtspeicheröfen geschlossen, um Wärmebrücken zu vermeiden. „Das Verhältnis entspricht in etwa eins zu eins – dort wo ein Nachtspeicherofen stand, wurde nun ein Heizkörper platziert“, beschreibt Humrich. Das Ecodan System ist eines der wenigen Modelle am Markt, das auch bei höheren Vorlauftemperaturen effizient arbeitet. „Deswegen gibt es für den Sanierungsbereich meiner Meinung nach keine bessere Lösung, als eine Anlage mit Zubadan-Technologie“, betont Humrich.

Kaskadenlösung erhöht die Effizienz der Anlage

Humrich und sein Team haben zwei Wärmepumpen-Außeneinheiten installiert, die in Kaskade geschaltet sind und deren Gesamtleistung dem Wärmebedarf entspricht. „So arbeitet die Anlage noch effizienter im Vergleich zu einem Gerät mit hoher Leistung“, erläutert der Fachhandwerker. Ecodan Kaskaden verfügen über eine spezielle Regelung, die in Abhängigkeit der Leistungsaufnahme der Außengeräte, der momentanen Heizleistung und der Außentemperatur den maximal erreichbaren Coeffecient of Performance (Peak-COP) errechnet und die Anlage entsprechend steuert. Sprich die Einheiten werden so geregelt, dass sie unterstützend arbeiten und gemeinsam die benötigte Leistung erbringen. Das ist deutlich effizienter als ein Modul im Volllastbetrieb arbeiten zu lassen, während sich das andere im Stand-by-Modus befindet.

Ein Nebeneffekt dieser Regelung ist, dass beide Geräte gleichmäßig genutzt werden und somit in etwa die gleichen Laufzeiten haben. Ein weiterer Vorteil ist das breitere Modulationsspektrum durch die Kaskadierung. Durch die Redundanzfunktion ergibt sich eine höhere Betriebssicherheit. Sollte sich ein Modul im Off-Modus befinden, gewährleistet das andere Gerät die Wärmeversorgung.

Die Außengeräte wurden vor dem Haus installiert, durch Kältemittelleitungen sind sie mit den dazugehörigen Innenmodulen verbunden. Die beiden Innengeräte wurden unter der Treppe in der Souterrain-Wohnung installiert. In einer solchen Einbausituation in Gebäuden ohne Heizungskeller oder -raum ist die Kompaktheit der wandhängenden Module besonders von Vorteil.

Komplettiert wird die neue Anlage durch einen 300 Liter-Warmwasserspeicher und einen 100-Liter-Pufferspeicher, der als hydraulische Weiche dient. Die Montage der gesamten Heizungsanlage fand aufgrund anderer Renovierungsarbeiten mit Unterbrechungen statt, hat aber zusammengerechnet nur drei Wochen gedauert. Die kurze Installationszeit ist vor allem bei einer Sanierung ein nicht unbedeutender Aspekt, schließlich leben die Besitzer während der Arbeiten im Objekt.

 Die neue Heizung bietet mehr Komfort

Nathalie und Martin Weiß genießen den Komfort ihrer neuen Heizung. „Ich kann die Anlage aufdrehen und weiß, dass es direkt warm wird“, freut sich Nathalie Weiß. In einigen Räumen haben sie und ihr Mann die Heizkörper mit Funkthermostaten ausgestattet. „So können wir beispielsweise beide Heizkörper im Wohnzimmer parallel steuern“, erklärt Martin Weiß. Theoretisch wäre auch eine Regelung mittels Smartphone möglich.

Nicht nur die Hoffnung auf mehr Wohnkomfort wurde erfüllt, auch die gewünschte Energieeinsparung und die damit verbundene Kostensenkung konnte erreicht werden. „Mein Vater schreibt regelmäßig die Zählerstände auf. Unser Verbrauch hat sich halbiert. Für die Heizung und die Warmwasserbereitung benötigen wir jetzt bei einer Gesamtwohnfläche von 280 qm und vier Personen 6.000 kW im Jahr. Vorher waren es allein 10.000 für die Nachtspeicheröfen, dazu kam der Verbrauch der Durchlauferhitzer für das warme Wasser“, schildert Martin Weiß.

Neben der Wirtschaftlichkeit und dem Komfort, den Luft/Wasser-Wärmepumpen als Heizung bieten, gibt es für Humrich noch einen Aspekt, der für die Technologie spricht: „Wenn man das System mit einer Photovoltaik-Anlage kombiniert, entsteht die Möglichkeit, den Antriebsstrom selbst zu erzeugen. Und mit einer Strom-Speicherlösung wäre es gar kein Problem, sich autark mit Wärme und Strom zu versorgen.“ Auch Familie Weiß hat überlegt, eine Photovoltaik-Anlage installieren zu lassen. „Allerdings ist durch die L-förmige Architektur des Hauses die große Dachfläche auf der Südseite halb verdeckt, deswegen haben wir uns zunächst dagegen entschieden“, erläutert Martin Weiß. Trotzdem wurden bereits Kabel und Leerrohre für die Installation einer PV-Anlage verlegt, falls die Familie diese Option in der Zukunft noch nutzen möchte.

Fazit

Die alten Nachtspeicheröfen im Haus von Familie Weiß waren ineffizient und unkomfortabel. Deswegen haben sich Martin und Nathalie Weiß zu einem Austausch der Heizung entschlossen, als sie das Gebäude im Rahmen eines Wohnungstauschs mit den Eltern renoviert haben. Mit der neuen Ecodan Luft/Wasser-Wärmepumpe sind alle Bewohner sehr zufrieden. Die schnelle Reaktion der Anlage steigert den Wohnkomfort deutlich, der Stromverbrauch hingegen ist um die Hälfte gesunken.

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winni 2 schrieb: Soweit würde ich nicht gehen, Fritzli. Immerhin zeigen die Sonnenhäuser und Dein Landsmann Jenni, das man mit thermischen Solaranlagen auch sehr viel erreichen kann. Bis hin zu autark, ausser vielleicht...
kathrin schrieb: @Gexle Eine Wasserhärte von 7-9 °dH ist weich bis mittel, spricht: kein wirkliches Problem. Bei Plattenwärmetauschern liegt die kritische Grenze bei ca. 14-20 °dH je nach Hersteller, und davon bist...
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