News vom 15.02.2018

Tipps und Tricks zur Sanierung der Elektroinstallation

Damit eine in die Jahre gekommene Elektroinstallation nicht zum Sicherheitsrisiko wird, sollte sie regelmäßig gewartet und unter Umständen saniert werden. Schließlich ist eine nicht mehr zeitgemäße Elektroinstallation einer der Hauptursachen für Kabelbrände und Stromschläge. Wer allerdings seine elektrischen Leitungen erneuern möchte, sollte einige Aspekte beachten. Hier erfahren Sie die wichtigsten Tipps und Tricks.

Bild: Creative Commons Zero (CC0) Lizenz
Bild: Creative Commons Zero (CC0) Lizenz

Austausch der Elektroinstallation für mehr Sicherheit

Schätzungsweise 10 Mio. Wohnungen sind hierzulande über 60 Jahre alt. In vielen Fällen wurde die Elektroinstallation noch nie erneuert. Dies kann mit erheblichen Sicherheitsrisiken einhergehen. Denn der damalige Standard wird den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht werden. Besonders gefährlich wird es etwa dann, wenn neue Elektrogeräte einfach über mobile Steckdosen mit dünnen Kabeln angeschlossen werden. Um es nicht soweit kommen zu lassen, sollte die Elektrik vor allem im Altbau mit dem erforderlichen Installationsmaterial, von beispielsweise Steckplatz, erneuert werden. Experten gehen bei elektrischen Anlagen von einer Lebensdauer von 30 bis 40 Jahren aus. Der perfekte Zeitpunkt für eine moderne Elektroinstallation ist gerade dann, wenn in Bestandsgebäuden ohnehin größere Sanierungsarbeiten an stehen.

Bei der Sanierung die verschiedenen Installationszonen beachten

Vorgeschrieben ist, elektrische Leitungen in den sogenannten Installationszonen (DIN 18015) zu verlegen. Der Grund hierfür: In der Regel befindet sich die Hauselektrik unter Putz und ist demnach nicht zu sehen. Nur die korrekte Lage der Elektroleitungen innerhalb der Installationszonen gewährleistet die erforderliche Sicherheit. Dies gilt allen voran beim Bohren der Decken oder Wände. Strengere Vorschriften hinsichtlich der Installationszonen gelten im Bad, wo eine fehlerhaft angebrachte Elektroinstallation schneller zu Stromschlägen führen kann.

Was es in Wohnräumen zu beachten gilt

In sämtlichen Wänden dürfen Sie Elektroleitungen ausschließlich waagerecht oder senkrecht verlegen. Zumeist werden die Leitungen auf dem kürzesten Weg verlegt. Für Decken sowie Fußboden sind Installationszonen nicht vorgesehen. Grundsätzlich gilt:

  • Senkrechte Leitungen müssen zu Ecken, Tür- oder Fensteröffnungen mindestens einen Abstand von 10 cm aufweisen
  • Waagerechte Leitungen: Diese sind 30 cm unterhalb der Decke und 15 oder 30 cm über dem Fußboden zu verlegen
  • Installationszonen in der Küche wie auch in Arbeits- und Hobbyräumen sind um eine zusätzliche, mittlere Installationszone zu ergänzen. Sie gilt für Arbeitsflächen und Steckdosen. Waagerechte Leitungen sind hier zwischen 100 und 130 cm (Vorzugshöhe 115 cm) über dem Fußboden anzubringen.

Besonderheiten im Badezimmer

Zusätzlich zu den Installationszonen sind im Badezimmer in Bezug auf die Elektroinstallation weitere Vorschriften zu beachten. Schließlich birgt der Kontakt zu Wasser besondere Gefahren. Deshalb werden Badezimmer in unterschiedliche Schutzbereiche unterteilt:

  • Schutzbereich 0: Innenbereich einer Dusche/Badewanne. Schalter sowie Steckdosen sind hier grundsätzlich verboten.
  • Schutzbereich 1: mind. 2,25 cm ab Fußboden oberhalb der Dusche/ Wanne. Gestattet sind hier ausschließlich Elektroanschlüsse für fest angeschlossene Abwasser-, Whirlpoolpumpen, Abluftgeräte sowie Heißwasser-Geräte.
  • Schutzbereich 2: mind. 2,25 cm ab Fußboden oberhalb der Dusche/Wanne sowie 60 cm um die Wanne oder Dusche herum. Analog Schutzbereich 1, ergänzt um die Anschlussmöglichkeit von Waschmaschine und Leuchten. Schalter und Steckdosen sind nicht gestattet.

Außer bei der Kabelverlegung sind diese Schutzzonen auch bei elektrischen Verbrauchern zu berücksichtigen. In Zone 0 müssen Leuchten wasserdicht sein, in Zone 1 und 2 haben sie hingegen zumindest einen Spritzwasserschutz aufzuweisen. Zulässig sind in Zone 0 höchstens 12 Volt, maximal 50 Volt sind es hingegen in den Zonen 1 und 2.

FI-Schutzschalter/RCD und Schutzleiter nehmen hohe Bedeutung ein

Sogenannte FI-Schutzschalter/RCD (Fehlerstrom-Schutzschalter) sind heutzutage als Installationsmaterial Pflicht. Dieser ist lebenswichtig, vermag er schließlich im Fehlerfall die Stromzufuhr zu unterbrechen. In zahlreichen älteren Wohnungen waren zum Bauzeitpunkt noch weitere Vorschriften und Sicherheitsbestimmungen zu berücksichtigen. Viele von ihnen sind inzwischen entfallen. Nicht selten fehlt deswegen der Schutzleiter bei der Installation, der jedoch zu Sicherheitszwecken unbedingt erneuert werden sollte.

Exakte Planung der Elektroinstallation erforderlich

Erneuern Sie Ihre Elektroinstallation, sollten Sie geplante sowie vorhandene Geräte genauestens erfassen. Nur so können Sie den Umfang der Arbeiten sowie den Bedarf an Installationsmaterial gut einschätzen. Generell gilt es folgende Dinge zu beachten:

  • Präzise Bestimmung der benötigten Schalter und Steckdosen
  • Genügend Steckdosen einplanen
  • Für das Bad einen Personenschutzschalter, für das Kinderzimmer einen weiteren FI-Schalter einplanen
  • Genügend Stromkreise nebst Sicherungen einplanen. Räume wie Büro, Schlaf- und Wohnzimmer mit eigenen Stromkreisen ausstatten, damit die Anlage durch später hinzukommende Geräte nicht überlastet wird
  • Hauptverteiler durch einen modernen Zählerschrank mit entsprechenden Sicherheitsvorrichtungen ersetzen
  • Im Zuge der Sanierung können Sie auch die Integration von Smart Home vorsehen. Neben Energieeinsparung und Komfort bietet eine Smart Home Anlage noch ein bedeutendes Plus an Sicherheit.

Hinweis: Umfassende Modernisierungen der Elektroinstallation nebst Installationsmaterial sollten wie beim Neubau geplant werden. Orientieren Sie sich dabei mindestens an der Norm DIN 18015 "Elektrische Anlagen in Wohngebäuden", besser noch an den RAL-Ausstattungswerten des Deutschen Instituts für Gütesicherung und Kennzeichnung. Hierin werden insbesondere die erforderlichen, beziehungsweise empfohlene Anzahl von Steckdosen, Anschlüssen und Stromkreisen vorgegeben, die komfortables und sicheres Wohnen ermöglichen.

Aktuelle Forenbeiträge
Kerle76 schrieb: Versuche jetzt die nächsten Tage die Bude bei max. Durchlauf und geringer Heizkurve einigermaßen einzustellen. Melde mich dann mit neuen Daten wieder. Vielen, vielen Dank schon mal an alle die mir da...
GK 10 schrieb: Du hast recht, jeder hat so seine persönlichen Vorraussetzungen und Gegebenheiten. Preislich ist er wirklich sehr intressant und eingentlich ist es fast egal ob das Holz einwenig länger dafür aber etwas...
ANZEIGE
Hersteller-Anzeigen
Pumpen, Motoren und Elektronik für
Steuerung und Regelungen
Wasserbehandlung mit Zukunft
Website-Statistik