Es hat mehrfach Verwirrung um die VDI Richtlinie 2035 „Zur Vermeidung von Schäden in Warmwasser-Heizungsanlagen“ gegeben, so auch in den Foren des HaustechnikDialogs. Grund genug für die Redaktion, sich des Themas einmal anzunehmen.
Die Irritation hängt möglicherweise damit zusammen, dass die VDI- Richtlinie 2035 aus 3 zusammengehörenden aber unterschiedlichen Blättern besteht, die zu verschiedenen Zeitpunkten überarbeitet wurden. Die inzwischen 6. Ausgabe der Richtlinie 2035 ist im Dezember letzten Jahres veröffentlicht worden. Es handelte sich dabei um die Überarbeitung des Blatt 1, welches sich auf die auf Schäden durch Steinbildung sowie Empfehlungen zu deren Vermeidung in Warmwasser-Heizungsanlagen und Trinkwassererwärmungsanlagen beschränkt. Auch mit der 6. Ausgabe der Richtlinie bleibt die Aufteilung in drei Blätter erhalten:
- Blatt 1 – Steinbildung
- Blatt 2 – Wasserseitige Korrosion
- Blatt 3 – Abgasseitige Korrosion>/li>
Das
Blatt 1 der Richtlinie VDI 2035 beschränkt sich auf Schäden durch Steinbildung sowie Empfehlungen zu deren Vermeidung in Warmwasser-Heizungsanlagen und Trinkwassererwärmungsanlagen. Diese gilt für Trinkwassererwärmungsanlagen nach DIN 4753 und für Warmwasser-Heizungsanlagen nach DIN EN 12828 innerhalb eines Gebäudes, wenn die Vorlauftemperatur bestimmungsgemäß 100 °C nicht überschreitet. Außerdem gilt diese Richtlinie für Anlagen des Wärmecontracting, bei denen weitere Gebäude versorgt werden, wenn sichergestellt wird, dass während der Lebensdauer der Anlage das Anlage das Ergänzungswasservolumen höchstens das Zweifache des Füllwasservolumens beträgt.
Das
Blatt 2 der Richtlinie, in der aktuellen Ausgabe von September 1998, beschreibt Ursachen und Auswirkungen der wasserseitigen Korrosion in Warmwasserheizanlagen, die für eine bestimmungsgemäße Betriebstemperatur bis 100 °C ausgelegt sind. Im Grundlagenteil sind der aktuelle Stand der Heiztechnik und die neuesten Erkenntnisse über Schadensursachen im Zusammenhang mit verschiedenen Werkstoffen systematisch zusammengestellt und erläutert. Der praktische Teil der Richtlinie betont besonders die Schutzmaßnahmen. Dabei wird aufgezeigt, wie durch sachgerechte Planung, Ausführung und Betrieb von Warmwasserheizanlagen Korrosionsschäden an den Anlagenteilen verhindert werden können. Mit Rechenbeispielen z.B. für die Dimensionierung des Membran-Druckausdehnungsgefäßes sowie für die Konstruktion eines Diagramms zur Kontrolle des Betriebsdrucks gibt die Richtlinie konkrete Hilfen für die Praxis. Sie wendet sich damit sowohl an Planer als auch an ausführende Fachbetriebe und an Anlagenbetreiber. Da die Richtlinie den derzeitigen Stand der Technik beschreibt, kann sie auch zur Beurteilung von Schadensfällen und Gewährleistungsmängeln herangezogen werden. Eine Übersicht über die zugehörigen Vorschriften, Normen und Bestimmungen rundet die Richtlinie ab.
Das
Blatt 3 der Richtlinie VDI 2035 behandelt die abgasseitige Korrosion metallischer Werkstoffe von Warmwasserheizanlagen, unmittelbar beheizten Wassererwärmungsanlagen und den zugehörigen Abgasanlagen. Ziel der Richtlinie ist es, Bauteilversagen zu vermeiden bzw. Funktionsbeeinträchtigungen zu minimieren. Die Korrosion im Hochtemperaturbereich, wie z.B. Verzunderung, ist nicht Gegenstand dieser Richtlinie. Schäden durch abgasseitige Korrosion an metallischen Bauteilen können durch sachgerechte Planung, Ausführung und Betrieb von Warmwasserheizanlagen vermieden werden. Daher wendet sich diese Richtlinie sowohl an Planer als auch an ausführende Fachbetriebe und Anlagenbetreiber. Die Richtlinie ist gegliedert in die Abschnitte Vorbemerkung - Geltungsbereich - Begriffsdefinition - Zugehörige Normen und Richtlinien - Korrosionsschäden - Allgemeines - Korrosionscharakteristik der einzelnen Werkstoffe - Einfluss der Betriebsweise - Wartung, Inspektion und Instandsetzung - Schrifttum.
Die Richtlinie ist in den VDI-Handbüchern Technische Gebäudeausrüstung – Band 3: Sanitärtechnik und Band 4: Wärme-/Heiztechnik enthalten.