Di, 30. August 2016 | 13:02:09 Uhr

Einbrüche bei der Solarthermie im Gegensatz zur Photovoltaik

News vom 20.08.2007

Unternehmen der Solarthermie schätzen ihre Geschäftslage deutlich negativer ein als noch im vorangegangen Quartal. Die Photovoltaik-Branche hingegen zeigt sich derzeit zufrieden. Dies hat das Bonner Marktforschungsinstitut EuPD Research jetzt ermittelt.

Die Entwicklung des  Geschäftsklimaindex: „Photovoltaik“. Quelle: EuPD
 Die Entwicklung des Geschäftsklimaindex: „Photovoltaik“. Quelle: EuPD
Die Entwicklung des  Geschäftsklimaindex: "Solarthermie". Quelle: EuPD
 Die Entwicklung des Geschäftsklimaindex: "Solarthermie". Quelle: EuPD
Knapp zwei Drittel der befragten Unternehmen beurteilten ihre Geschäftslage mit „sehr gut“ oder „eher gut“. Die Nachfrage nach Photovoltaik-Anlagen ist aufgrund gesunkener Preise gestiegen und somit verzeichnete auch knapp die Hälfte der Unternehmen Umsatzzuwächse. So sind auch bei einem Viertel der Befragten die Investitionssummen nach eigenen Angaben gestiegen.

Nur die gesunkene Geschäftserwartung für das kommende Halbjahr sorgt für den leicht fallenden Geschäftsklimaindex. Es erwarten nur noch 40 Prozent der Unternehmen eine „eher günstigere“ oder „deutlich günstigere“ Geschäftsentwicklung in den nächsten beiden Quartalen 2007. Im ersten Viertel dieses Jahres waren es immerhin noch 64 Prozent. Als Grund hierfür, nennt Markus A.W. Hoehner, Geschäftsführer des Markt- und Meinungsforschungsinstituts EuPD Research die Diskussion über die geplante Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. „Die konkreter werdenden Pläne zur Senkung der Förderung für Solarstrom, wie sie Bundesumweltminister Gabriel derzeit fordert, scheinen die Unternehmen zu verunsichern“, interpretiert Hoehner die Umfrageergebnisse.

Im Bereich der Solarthermie ist der Geschäftsklimaindex im Vergleich zum vorigen Quartal deutlich abgefallen. Die angegebene Geschäftslage liegt massiv unter den Vorjahreswerten und fällt erstmals seit Anfang 2005 unter den Ausgangswert von 100 Punkten. Einzig die Geschäftserwartung für die nächsten sechs Monate ist weniger stark zurückgegangen. „Diese Einbrüche sind durch die langwierige Diskussion über ein neues, regeneratives Wärmegesetz zu begründen. Viele Endkunden scheinen derzeit von Neuinvestitionen in der Solarthermie Abstand zu nehmen, weil sie sich durch eine Novellierung des Gesetzes bessere Konditionen erhoffen“, meint Hoehner. Deshalb rechnen immerhin 43 Prozent der Solarthermie-Unternehmen mit einer Erholung im zweiten Halbjahr 2007.

Das Bonner Marktforschungsinstitut EuPD Research befragt quartalsmäßig je 100 Unternehmen aus der Photovoltaik- und Solarthermie-Branche zur Ermittlung des Geschäftsklimaindex am Markt der Sonnenenergie. Neben der Einschätzung der aktuellen Geschäftslage und der Geschäftserwartung für die nächsten sechs Monate, werden Indikatoren wie Preisentwicklung, Beschäftigungsentwicklung, Investitionsentwicklung und Umsatzentwicklung ermittelt.