SzeneNews vom 20.06.2017

eza!-Geschäftsführer verweist auf Statistiken und hohe Brandschutzanforderungen in Deutschland

Fassadendämmung in Deutschland ist sicher

Das Vorurteil, mit einer Fassadendämmung aus Polystyrol, das unter dem Namen Styropor bekannt ist, steige das Brandrisiko, ist nicht neu, entbehrt aber auch nach den schrecklichen Ereignissen in London jeglicher Grundlage, betont Martin Sambale, Geschäftsführer des Energie- und Umweltzentrums Allgäu (eza!). Generell gelte: „Eine verputzte Außendämmung ist schwer in Brand zu setzen, und auch Styropor gilt als schwer entflammbarer Baustoff.“ Wichtig sei, so Sambale, dass nur zugelassene Materialien und Systeme verwendet und bei der Ausführung geltende Brandschutzbestimmungen eingehalten werden.

Bild: www.eza-allgaeu.de
Bild: www.eza-allgaeu.de

Die allermeisten der jährlich 180.000 Wohnungsbrände entstehen innerhalb eines Hauses, zitiert der eza!-Geschäftsführer die Statistiken. Dabei verpuffen die Brandgase nach rund 15 Minuten und zerstören die Fensterscheiben. „Dieser typische Brandverlauf ist unabhängig davon, ob eine Fassade gedämmt ist oder nicht.“ 2014 sei beispielsweise die Bundesbauministerkonferenz zu dem Ergebnis gekommen, dass die lediglich 18 Brände in den Jahren zuvor, bei denen Fassadendämmungen überhaupt eine Rolle gespielt hatten, oft auf fahrlässige oder vorsätzliche Brandstiftung außerhalb von Gebäuden zurückzuführen waren.

Sambale verweist zudem auf die geltenden Brandschutzregeln in Deutschland, die zu den strengsten in Europa gehören. So werden beispielsweise bei größeren Gebäuden zusätzliche so genannte Brandriegel aus nicht brennbarem Dämmstoff wie Mineralfaser eingebaut. Bei korrekter Einhaltung dieser Vorschriften sei ein Fassadenbrand wie in London bei größeren Gebäuden nicht möglich.

Wer aus Brandschutzgründen auf Styropor verzichten wolle, könne zudem Mineralfaserplatten oder Mineralschaumplatten als nicht brennbare, aber etwas teurere Alternative zu Polystyrol bei Außendämmungen einsetzen, so Sambales Hinweis. „Im Fall eines Wohnungsbrandes sind jedoch die Schaumkunststoffe in Polstermöbeln und Matratzen zunächst wesentlich relevanter als die Dämmstoffe auf der Außenwand.“

Das Fazit von Sambale ist, dass niemand aus Brandschutzgründen auf eine Wärmedämmung, die ein Plus an Wohnkomfort und Energieeinsparung bringt, verzichten müsse.

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