Mi, 03. September 2014 | 01:36:24 Uhr

Rohrsysteme - Heizölanlage

1083
Autoren
OldBo
14.02.2014
Die Ölleitungsanlagen zwischen Tank und Brenner werden in Zweistrang- und Einstrangsysteme ausgeführt. Bei dem Einstrangsystem wird meistens ein System mit Rücklaufzuführung zum Ölfilter bzw. Entlüfter eingesetzt. Der Kurzschluss in der Ölpumpe ist eher selten.
Schema -Ein- und Zweistrangsystem
 Schema -Ein- und Zweistrangsystem
Quelle: IWO
Die Ölleitungsanlagen zwischen Tank und Brenner werden in Zweistrang- und Einstrangsysteme ausgeführt. Bei dem Einstrangsystem wird meistens ein System mit Rücklaufzuführung zum Ölfilter bzw. Entlüfter eingesetzt. Der Kurzschluss in der Ölpumpe ist eher selten.
Zweistrangsystem
Zweistranganlage<br />1. Füllrohrverschluss<br />2. Entlüflungshaube<br />3. Grenzwertgeber<br />4. Entnahmearmatur<br />5. Heizölfilter<br />6. Vakuummanometer<br />7. Schlauchleitung<br />8. Doppelumschaltarmatur<br />9. Pneumatischer Inhaltsanzeiger<br />10. Kondensatgefäß<br />11. Doppelnippel<br />12. Membran-Antiheberventil<br />13. Klemmringverschraubungen<br />
 Zweistranganlage
1. Füllrohrverschluss
2. Entlüflungshaube
3. Grenzwertgeber
4. Entnahmearmatur
5. Heizölfilter
6. Vakuummanometer
7. Schlauchleitung
8. Doppelumschaltarmatur
9. Pneumatischer Inhaltsanzeiger
10. Kondensatgefäß
11. Doppelnippel
12. Membran-Antiheberventil
13. Klemmringverschraubungen
Quelle: Oventrop
In einem Zweistrangsystem wird das Heizöl durch eine Ölvorlaufleitung (Saugleitung) zum Brenner geführt. Die Ölpumpe des Brenners ist so ausgelegt, dass mehr Heizöl angesaugt als tatsächlich verbrannt wird (bei kleinen Anlagen beträgt das Verhältnis ca. 20 : 1). Das angesaugte, nicht verbrannte Öl und evtl. enthaltene Luft- bzw. Gasanteile werden durch eine Ölrücklaufleitung in den Heizöllagerbehälter zurückgefördert. Ein Heizölentlüfter wird nicht benötigt.

Damit eine Verwirbelung des Heizöls im Heizöllagerbehälters und damit ein intensiver Kontakt mit Luftsauerstoff vermieden werden, sollte das Heizöl des Rücklaufes an der Saugleitung oder an einer Tankwand entlang in den Tank zurücklaufen. Der Kontakt mit der Luft beschleunigt die Alterung des Heizöls.

Während In der Saugleitung reißt bei einer Undichtigkeit die Flüssigkeitssäule ab, der Brenner geht auf Störung und der Öltransport ist unterbrochen.

Damit eine Heberwirkung durch die Rücklaufleitung sicher ausgeschlossen werden kann, muss sie oberhalb des Ölspiegels im Heizöllagerbehälter enden. Bei erdverlegten Leitungen muss die Rücklaufleitung doppelwandig mit einer Leckageüberwachung ausgeführt sein oder in einem dichten und einsehbaren Schutzrohr verlegt werden. Das Schutzrohr sollte mit Gefälle zum Heizraum verlegt werden, damit evtl. auslaufendes Heizöl bemerkt wird. Wird das Schutzrohr mit Gefälle zum Domschacht installiert, müssen Leckagen automatisch erkannt werden, damit es nicht zu einer Bodenkontamination kommt. Für deratige Installationen wäre ein Einstrangsystem sicherer.

Einstrangsystem
Einstranganlage<br />1. Füllrohrverschluss<br />2. Entüftungshaube<br />3. Grenzwertgeber (mit mechanischem Inhaltsanzeiger)<br />4. Entnahmearmatur<br />5. Membran-Antiheberventil<br />6. Druckausgleichsarmatur<br />7. Kombination Heizölfilter - Heizölentlüfter<br />8. Vakuummanometer<br />9. Schlauchleitung<br />
 Einstranganlage
1. Füllrohrverschluss
2. Entüftungshaube
3. Grenzwertgeber (mit mechanischem Inhaltsanzeiger)
4. Entnahmearmatur
5. Membran-Antiheberventil
6. Druckausgleichsarmatur
7. Kombination Heizölfilter - Heizölentlüfter
8. Vakuummanometer
9. Schlauchleitung
Quelle: Oventrop GmbH & Co. KG

Das Einstrangsystem hat nur eine ölführende Leitung zwischen dem Heizöllagerbehälter und Brenner. Die Ölbrennerpumpe muss für den Einstrangbetrieb geeignet sein. Außerdem benötigt dieses System eine Entlüftungseinrichtung an der Pumpe oder am Ölfilter. Meistens wird einen spezieller Filter mit einer automatischen Entlüftungseinrichtung eingesetzt.

Auf Grund der relativ kleinen Ölmenge in der Saugleitung muss die Leitung absolut frostfrei verlegt werden, um Anlagenstörungen durch Paraffinausscheidungen zu vermeiden.

Vorteile:

  •  sicherer (Gefahr von Ölschäden geringer) als das Zweistrangsystem
  •  durch die fehlende Rücklaufleitung ist das Einstrangsystem kostengünstiger als das Zweistrangsystem
  •  die Lebensdauer des Heizölfiltereinsatzes erhöht sich aufgrund der geringeren Saugleistung wesentlich gegenüber dem Zweistrangsystem
  •  der Ölverbrauch kann mit nur einem Durchflusszähler gemessen werden
  •  in Verbindung mit einem Heizölentlüfter bzw. einer Kombination von Heizölfilter/ Heizölentlüfter kann auf einfache Art eine selbstüberwachende Saugleitung verlegt werden (die Flüssigkeitssäule reißt bei Undichtigkeit in den nicht einsehbaren Leitungsteilen ab)

Das Einstrangsystem ist mittlerweile Stand der Technik.

Einstrangsystem ohne Rücklaufzuführung

Die im Heizöl evtl. enthaltene Luft- und/oder Gasanteile können nur über die Düse entweichen und dadurch mögliche Brennerstörungen verursachen. Aus diesem Grund wird dieses Einstrangsystem, das im Saugbetrieb arbeitet, nur bei kleinen Anlagen mit geringem Unterdruck in der Saugleitung und bei Anlagen mit Ölzulauf (Tank liegt höher als die Ölpumpe oder zusätzliche Zubringerpumpe) verlegt.

Einstrangsystem mit Rücklaufzuführung

Bei dem Einstrangsystem mit Rücklaufzuführung wird nur eine Ölleitung zwischen Tank und Filter- / Entlüftungseinrichtung installiert. Von dort aus wird neben der Saugleitung eine zusätzliche Rücklaufleitung (Ölschläuche) verlegt.

Ein Einstangsystem mit manuelle Entlüftung kann eingeplant werden, wenn sich der Heizöllagerbehälter und der Brenner auf einer Ebene befinden und keine Gasausscheidungen (hoher Unterdruck/ bzw. Vakuum) auftreten können oder ein Druckbetrieb (zusätzliche Förderpumpe) vorgenommen wird. Diese Anlagen werden bei der Inbetriebnahme oder nach einem Filtereinsatzwechsel von Hand am Filter entlüftet.

Ein Einstrangsystem mit automatischer Entlüftung wird eingeplant, wenn z. B. ein tieferliegender Tank oder erhöhte Widerstände in den Saugleitungen (Gasausscheidungen durch zu hohen Unterdruck bzw. Vakuum) zu erwarten sind. In diese Anlagen werden Heizölentlüfter oder eine Kombination aus Heizölfilter / Heizölentlüfter installiert. Die beim Ansaugen des Heizöles ausgeschiedenen Luft- bzw. Gasanteile werden mit dem überschüssigen Öl in den Heizölentlüfter zurückgefördert und dort automatisch abgeleitet.

Die Anlagen werden mit einer selbstüberwachenden Saugleitung ausgeführt. Dabei muss die Leitung mit stetigem Gefälle zum Tank verlegt sein und darf nur zwischen dem oberen Ende der Gefällstrecke und dem Brenner ein Rückschlagventil haben. Das Rückschlagventil ist im Entlüfter integriert.

Ausgasung von Heizöl
Durchführung von Versuchen mit einer Ölsaugleitung einer Ölfeuerungsanlage
 Durchführung von Versuchen mit einer Ölsaugleitung einer Ölfeuerungsanlage
Quelle: Bosy

Bei einem Unterdruck (Vakuum) unter - 0,3 bar beginnt extraleichtes Heizöl (Heizöl EL) in der Saugleitung auszugasen. In den meisten Fällen wird das Ergebnis dieser Ausgasung erst im Ölfilter oder anhand einer Brennerstörung (Ölbrenner) bemerkt. Und hier werden die Blasen oftmals als Luftblasen angesehen. Erst nach der Messung mit einem Vakuummeter kann genau festgestellt werden, ob es sich um Luft oder Gas handelt. In beiden Fällen führen die Luft- bzw. Gasblasen zu einer Verminderung der Ölmenge, wodurch es zu einer Brennerstörung führen kann.

Auch eine Heizölfilter-Entlüfter-Kombination kann nicht verhindern, dass die Ölmenge, die zum Filter kommt, durch die Ausgasung in der Saugleitung geringer wird. Hier können nur die Gase automatisch entlüftet werden, also wird nur eine Blockierung durch eine Luft-/Gasblase verhindert.

Damit der Unterdruck in der Saugleitung nicht zu niedrig ist bzw. wird, muss die Leitung richtig ausgelegt werden und die Ölfeuerungsanlage regelmäßig gewartet (Fußventil, Saugarmatur, Antihebereinrichtung, Leitung, Filter) werden.

Isolierverschraubung (galvanisches Trennstück)
Isolierverschraubung für Heizöl - doppelt und einfach isoliert
 Isolierverschraubung für Heizöl - doppelt und einfach isoliert
Quelle: INRAG AG

Die Isolierverschraubung trennt Kupferleitungen in Heizölleitungen elektrisch auf. Sie unterbindet Ströme und daraus resultierende Magnetfelder. Sie wird bei Tankanschlüssen für Heizöl eingesetzt und trennt Spannungen bis 1500 Volt (VSM) respektive 3000 Volt (VDS).

Weitere Funktionen