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MAG für die Trinkwassererwärmung

1146
Autoren
OldBo
30.12.2013
Bei dem Aufheizung von Trinkwasser dehnt sich das Wasser aus. Dieser Vorgang erhöht den Anlagendruck bis das Sicherheitsventil das überschüssige Ausdehnungswasser abtropfen lässt.
Durchströmtes Membran-Druckausdehnungsgefäß<br /><br />1Stahlbehälter        <br />2 Gasfüllventil<br />3 Blase aus Butyl <br />4 Wassereintritt        <br />5 Wasserauslass<br />6 Gasraum
 Durchströmtes Membran-Druckausdehnungsgefäß

1Stahlbehälter
2 Gasfüllventil
3 Blase aus Butyl
4 Wassereintritt
5 Wasserauslass
6 Gasraum
Quelle: TA Heimeiner GmbH
Trinkwasser-Membran-Druckausdehnungsgefäß
 Trinkwasser-Membran-Druckausdehnungsgefäß
Quelle: Reflex
Einbindung eines MAG's in die Kaltwasserleitung
 Einbindung eines MAG's in die Kaltwasserleitung
Quelle: Bosy
Bei dem Aufheizung von Trinkwasser dehnt sich das Wasser aus. Dieser Vorgang erhöht den Anlagendruck bis das Sicherheitsventil das überschüssige Ausdehnungswasser abtropfen lässt.

Damit nicht unnötig Wasser verschwendet und der Anlagendruck in den Warmwasserleitungen im Verhältnis zur Kaltwasserleitung nicht ansteigt, werden durchströmte Membrandruckausdehnungsgefäße eingebaut. Dadurch wird Wasser gespart und das Mischen von Kalt- und Warmwasser an den Armaturen wird verbessert.

Das Gefäß wird in der Kaltwasserzuleitung zum Trinkwassererwärmer montiert. Bei der Erwärmung  drückt das entstehende Ausdehnungswasser Kaltwasser zurück in das Gefäß.

Eine einwandfreie Funktion ist nur gegeben, wenn durch einen Druckminderer am Hauswasseranschluss ein konstanter Ruhedruck im Wassernetz sichergestellt wird. Die Anschlussleitungen zum Gefäß sollen mindestens die gleiche Nennweite aufweisen wie die Gefäßanschlüsse.

Wichtig ist, dass der Vordruck 0,2 bis 0,3 bar unter dem Ruhedruck eingestellt ist.

Außerdem sind die Vorschriften der Wasserversorgungsunternehmen sind zu beachten.

Berechnung (Basis DIN 4807 Teil 5)

Folgende Angaben werden benötigt:
  •  Volumen des Trinkwassererwärmers VSp (l])
  •  Aufheiztemperatur des Wassers tww
  • Temperatur des Kaltwassers (Annahme 10°C)
  • Ruhedruck pa [bar] Daraus berechnet sich der Gefäßvordruck po = pa –0,2 bar
  •  Ansprechdruck des Sicherheitsventils psv [bar] Daraus berechnet sich der Enddruck pe = psv * 0,8

Die Berechnuing ist nach zwei Methoden möglich:

1. Berechnung des Ausdehnungsvolumens bzw. der für die Aufnahme der Ausdehnung nötigen Gefäßgröße.

Berechnung des Ausdehnungsvolumens Ve
Ve = VSp * n

tww

60 °C

70 °C

80 °C

n

0,017

0,023

0,029


Berechnung des nötigen Gefäßvolumens Vnmin
Vnmin = Ve * (pa + 1) * (pe + 1) / (pa + 0,8) * (pe – pa)

2. Bestimmung des Gefäßvolumens für 100 lt. Trinkwassererwärmerinhalt
in Funktion des Ruhedrucks und des Ventilansprechdrucks anhand einer Tabelle.
Das Ergebnis ist mit der Trinkwassererwärmergröße (dividiert durch 100) zu multiplizieren.


Min. Gefäßvolumen (l) pro 100 l Trinkwassererwärmer

Ruhedruck pa (bar)

Temp. tww (°C)

Ansprechdruck des Sicherheits-ventils

6 bar

8 bar

10 bar

3

60

5,8

3,9

3,3


70

7,8

5,3

4,4


80

9,9

6,7

5,5






3,5

60

8,0

4,6

3,6


70

10,8

6,2

4,9


80

13,6

7,8

6,1






4

60

12,9

5,5

4,0


70

17,4

7,4

5,4


80

21,9

9,3

6,8






4,5

60


6,8

4,6


70


9,2

6,2


80


11,6

7,8






5

60


9,4

5,3


70


12,7

7,2


80


16,0

9,0






5,5

60



6,4


70



8,6


80



10,8






6

60



7,9


70



10,7


80



13,5

(Für in der Tabelle nicht angegebene Ruhedrücke können die Angaben interpoliert werden.)

Es ist immer die nächste größere Gefäßgröße oberhalb des minimal nötigen Volumens liegende Größe auszuwählen. Darüber hinaus sollte nicht gegangen werden, denn bei überdimensionierten Gefäßen wird der Wasseraustausch schlechter.

Von einigen Herstellern wird der Einbau einer Umgehungsleitung am TW-MAG empfohlen, aber davon ist aufgrund von entstehenden Stagnationswasser dringend abzuraten.

Ausdehnungsgefäße - DIN 4807

Teil 1 : Diese Norm gilt für Ausdehnungsgefäße in wärmetechnischen Anlagen, mit deren Hilfe Volumenänderungen flüssiger Medien ausgeglichen werden sollen. Unter flüssigen Medien versteht man in diesem Zusammenhang : Wasser und Gemische aus Wasser und Frostschutzmitteln ( z.B. in Kaltwassersätzen , Solaranlagen ).

Sie schafft die begrifflichen Grundlagen für die übrigen Teile dieser Normenreihe, beschreibt die Zusammenhänge mit den einschlägigen gesetzlichen Vorschriften und enthält Angaben über Prüfung und Kennzeichnung.

Teil 2 : Diese Norm enthält Anforderungen und gilt für die Größenbestimmung, Abmessungen und Ausführung des äußeren Korrosionsschutzes von Ausdehnungsgefäßen in offener und geschlossener Ausführung in WW- und Heißwasserheizanlagen mit direkter und indirekter Beheizung und in Kühlanlagen.

Teil 3 : Diese Norm gilt für die technischen Anforderungen , die Konstruktion und die Prüfung von Membranen für offene und geschlossene Ausdehnungsgefäße der Normreihe DIN 4807.
Das offene Ausdehnungsgefäß ist mit dem Sicherheitsvor- und Rücklauf mit dem Heizkessel verbunden und muss bei Wärmedehnung das Ausdehnungswasser aufnehmen können. Da das Ausdehnungsgefäß die höchste Stelle der Anlage ist, also sich in der Regel auf dem Dachboden befindet, sind Schutzmaßnahmen gegen Einfrierung. Die Rohrleitungen müssen immer eine leichte Steigung haben, damit keine Luftblasen die Wasserzirkulation verhindern und die Schwerkraftwirkung besser anlaufen kann. Damit die Lufteintragung minimiert wird, sollte das Gefäß nichtdurchströmt angeschlossen werden.

Die Errichtung einer Trinkwasserinstallation und wesentliche Veränderungen an diesen dürfen nur von Installationsbetrieben durchgeführt werden, die in das Installateurverzeichnis eines WVU eingetragen sind.
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