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Kaminofen

Autoren
OldBo
24.08.2017
Kaminöfen gibt es in den verschiedensten Ausführungen. Sie bestehen aus Gusseisen oder Stahlblech mit Schamotteauskleidung, haben eine geschlossene Brennkammer (im Gegensatz zu dem offenen Kamin) und sind nur als Zeitbrandheizungen geeignet.
Drehbarer Kaminofen
 Drehbarer Kaminofen
Quelle: Erwin Koppe Keramische Heizgeräte GmbH
Kaminofen
 Kaminofen
Quelle: Kerma Tech
Pellet-Kaminofen
 Pellet-Kaminofen
Quelle: Consolar Solare Energiesysteme GmbH
Tunnelofen
 Tunnelofen
Quelle: Wertstein
Funktionsschema-Pellet-Kaminofen
 Funktionsschema-Pellet-Kaminofen
Quelle: Consolar Solare Energiesysteme GmbH
Kaminöfen gibt es in den verschiedensten Ausführungen. Sie bestehen aus Gusseisen oder Stahlblech mit Schamotteauskleidung, haben eine geschlossene Brennkammer (im Gegensatz zu dem offenen Kamin) und sind nur als Zeitbrandheizungen geeignet. Sie werden hauptsächlich mit Holz , einige auch mit Kohle, Briketts und Ethanol (Ethanolkamin) befeuert.

Die einfachen Ausführungen geben die Wärme hauptsächlich über Wärmestrahlung ab. Andere Öfen sind so konstruiert, dass sie ihre Wärme auch über Konvektion an die Raumluft abgeben. Sie heizen sich schnell auf, kühlen aber auch relativ schnell wieder ab. Kachel-, Grund- und Specksteinöfen haben ein sehr gutes Wärmespeichervermögen und gelten nicht als Kaminöfen.

Der Kaminofen ist im Design ein wenig hochwertiger gegenüber dem Werkstattofen. Der Brennraum ist mit Schamottesteinen oder keramischem Kunststoff ausgekleidet. Die meisten Öfen haben eine doppelwandige Brennkammer (außen ein Stahlmantel oder Kachelflächen). Diese Öfen erzeugen auch Warmluft, die durch Konvektion über Öffnungen in den Wohnraum abgegeben wird.
Die Asche lässt sich durch ein Rüttelrost in eine Aschenlade entfernen. Eine große Tür aus feuerfestem Glas ist ein Merkmal dieser Öfen. So kann das Feuer beobachtet werden und verbessert die Wärmestrahlung nach außen.
Es sollten nur Kaminöfen verwendet werden, die die Verbrennungsluft kontrolliert zuführen. Dazu wird Raumluft an einem Regler angesaugt und in einem Kanal am Brennraum vorbeigeführt und dabei erhitzt (ca 300 Grad). Die heiße Luft (Sekundärluft) hinterspült die Türscheibe und entzündet die aus dem Holz austretenden brennbaren Gasen.

Ein aus doppelwandigem Stahl gebauter wassergeführter Kaminofen ist von vornherein für die Zwecke der Wärmeabgabe über Luft und Wasser konzipiert. Mit diesen wasserführenden Kaminöfen kann eine hohe Heizleistungen in die Heizungsanlage abgegeben werden.

Vor der ersten Inbetriebnahme oder besser vor dem Schornsteinanschluss muss der zuständigen Schornsteinfegermeister informiert bzw. gefragt werden, weil die Feuerstätte genehmigungspflichtig ist.

Zunehmend werden auch Pellet-Kaminöfen eingebaut. Diese Öfen gibt es als reine Warmluft-Zimmeröfen, die aber auch mit Wassertaschen ausgestattet werden können. Der Vorteil dieser Öfen ist, dass sie vollautomatisch betrieben werden können. Wobei evtl. die Pellets als Sackware nachgefüllt werden müssen, weil ein Pellet-Entnahmesystem oft als zu laut empfunden wird.

Auch der Gaskamin bzw. Gas-Kamineinsätze oder der Gas-Kaminofen haben sich eine Nische erobert. Hier sind besonders die Wohnungen zu nennen, bei denen alte Gas-Heizwertgeräte entsorgt wurden. Aber auch alte Holzheizer leisten sich den Komfort einer Gasbefeuerung.

Die Kaminöfen benötigen eine Zulassung für Feuerungsanlagen mit CE-Kennzeichnung und der Zulassung durch nationale Institute (z. B. DIBt-Zulassung). Auch sollten sie der 1. Stufe und möglichst auch schon der 2. Stufe der BImSchV entsprechen.

Kaminofen richtig heizen

Werkstattofen
Werkstattofen
 Werkstattofen
Quelle: Wamsler
Kanonenofen
 Kanonenofen
Quelle: Ingenieurbüro für Technische Gebäudeausrüstung GmbH
Der Werkstattofen und der "Kanonenofen" sind die einfachste Ausführung eines Kaminofens. Er besteht aus Gusseisen und hat in der Regel eine einfache Form und eine Wärmeplatte. Auch die Bedienung ist einfach. Wie es die Bezeichnung sagt, wurden diese Öfen hauptsächtlich in Werkstätten und auf Baustellen eingesetzt. Sie wurden als Allesbrenner verwendet. Heutzutage ist der Einsatz eher selten, weil sie oftmals nicht mehr den Bestimmungen der BImSchV entsprechen.
Bullerjan®
Bullerjan®
 Bullerjan®
Quelle: ENERGETEC Gesellschaft für Energietechnik mbH
Funktion - Bullerjan®
 Funktion - Bullerjan®
Quelle: ENERGETEC Gesellschaft für Energietechnik mbH
Der "Bullerjan®" ist ein Warmluftofen, der durch seine Konstruktion eine hohe Wärmeleistung bringt. Die gebogenen Stahlrohren bilden eine zylindrische Brennkammer. Der größte Teil der Rohroberfläche liegt dabei innerhalb der Brennkammer, dadurch wird ein sehr guten Wärmeaustausch gewährleistet.

Während des Betriebs erhitzt sich die Luft in den Rohren sehr schnell. Durch das Konvektionsprinzip steigt sie nach oben und tritt als Warmluft aus den Rohren aus. Kalte Luft strömt von unten nach, wird erwärmt und folgt dem Schwerkraftkreislauf. Durch diese andauernde Umwälzung verteilt sich die Luft schnell und gleichmäßig im Raum.

Nachteilig wirkt sich die Staubversengung der Luft aus.
Wasserführender Naturzug-Holzvergaserofen
Wasserführender Naturzug-Holzvergaserofen
 Wasserführender Naturzug-Holzvergaserofen
Quelle: Wallnöfer H.F. GmbH
Prinzip des Naturzugvergaserofens
 Prinzip des Naturzugvergaserofens
Quelle: Wallnöfer H.F. GmbH
Im Gegensatz zu den Kaminöfen mit oberen Abbrand gibt es auch Naturzugvergaser mit unterem Abbrand (Sturzbrandofen). Diese Öfen arbeiten ohne Druckgebläse bzw. Saugzugventilator und somit auch ohne Elektroanschluss.

Der Ofen hat zwei Brennkammern. In der oberen Kammer wird das Holz angezündet und die dabei entstehenden heißen Gase werden in die untere Kammer geleitet, mit Sekundärluft angereichert und bei hohen Temperaturen nachverbrannt. Über die heißen Rauchgase wird das Heizungswasser aufgeheizt.

Dieser Kaminofen benötigt eine Rücklaufanhebung, damit sich keine aggressiven Kondensate und Teerablagerungen (Glanzruß) bilden, die bei Rücklauftemperaturen unter 55 °C vermieden werden. Bei einer Glanzrußbildung besteht die Gefahr eines Schornsteinbrandes. Außerdem muss eine thermische Ablaufsicherung (TAS) eingebaut werden.

Holzvergaserkessel sollten grundsätzlich mit einem Pufferspeicher (100 Liter pro kW Kesselleistung) betrieben werden.
LAS (Luft-Abgas-System)
LAS - Luftabgassystem bzw. Lufabgasschornstein
 LAS - Luftabgassystem bzw. Lufabgasschornstein
Quelle: PLEWA SchornsteinTechnik und Heizsysteme GmbH
Getrennte Luftführung
 Getrennte Luftführung
Quelle: Schiedel GmbH & Co. KG
Das Luft-Abgas-System - auch Luft-Abgas-Schornstein - (LAS) ist heutzutage Stand der Technik. Ein Luft-Abgas-System ist ein Schornstein oder eine Abgasleitung mit zwei parallel verlaufenden Strömungskanälen. In voneinander getrennten Kammern wird das Abgas abgeleitet und gleichzeitig dem Wärmeerzeuger die benötigte Verbrennungsluft zugeführt. Das System kann als gemauerter LAS-Schornstein oder als Doppelrohr-Abgasleitung ausgeführt werden.

Die Züge für die Luft- und Abgas- bzw. Rauchgasführung können in getrennten oder parallelgeführten Kanälen aufgeführt werden. Bei den parallelgeführten Zügen ist eine Vorwärmung der Verbrennungsluft möglich. Dadurch wird eine bessere Energienutzung erreicht.

Die raumluftabhängige Betriebsweise von Wärmeerzeugern sollte eigentlich der Vergangenheit angehören. Wenn kein LAS (Luft-Abgas-System) möglich ist, dann sollte wenigstens die Verbrennungsluft von Außen direkt an den Brenner oder die Verbrennungsluftöffnung des Wärmeerzeugers durch einen Luftkanal zugeführt werden. Auch hier ist der Einsatz einer Verbrennungsluftklappe sinnvoll, damit keine Auskühlung während der Stillstandszeiten erfolgt. Diese Variante sollte besonders bei dem Einsatz von Kamin- oder Pelletöfen in Wohnräumen ausgeführt werden, weil es hier evtl. zu einem Kaltlufteinfall kommen kann.
Deckenventilator - Wärmerückführungssystem
Warmluftpolster unter der Decke
 Warmluftpolster unter der Decke
Quelle: n o r d l u f t Wärme- und Lüftungstechnik GmbH & Co KG
Warme Luft zurückgeführt
 Warme Luft zurückgeführt
Quelle: n o r d l u f t Wärme- und Lüftungstechnik GmbH & Co KG
Besonders im gewerblichen Bereich gibt es große hohe Räume (Fertigungs- und Lagerhallen, Werkstätten, Verkaufsräume, Sporthallen, Zelte). Hier staut sich die warme Raumluft unter der Decke und führt dort zu hohen Wärmeverlusten durch das Dach.

Auf Grund der offenen Bauweise kann sich die warme Luft einer Ofenheizung in sehr hohen Räumen unter der Decke "aufhängen". Nicht nur bei einfachen Kamin- oder Warmluftöfen, sondern auch bei Grund- oder Specksteinöfen (Strahlungswärme) erwärmt sich die Raumluft. Eine evtl. vorhandene kontrollierte Wohnungslüftung (KWL) kann diese Wärme nicht nach unten abtransportieren.

Die gestaute warme Luft kann aufwendig durch eine lüftungstechnische Anlage zurück in das Gebäude transportiert werden. Aber aus Kostengründen kann der Einsatz von Deckenventilatoren sinnvoller sein.

Mit diesen Wärmerückführungssystem kann das Wärmepolster im Deckenbereich am effektivsten abtransportiert und über eine temperaturgesteuerte Drehzahlsteuerungen kommt die Wärme wieder in den Aufenthaltsbereich. Bei der Planung dieser Ventilatoren ist die Wurfweite (8 m bis 20 m) zu beachten. Die Luft muss zugfrei, aber gut durchmischt, in den Aufenthaltsraum gefördert werden.

Die Deckenventilatoren sorgen bis in die hintersten Winkel des Deckenbereiches für eine leichte Luftbewegung und unterdrücken die Kondensation von Feuchtigkeit. Dadurch wird eine Schimmel- und Rostbildung vermieden.
Weitere Funktionen



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